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Politikinszenierung im politischen Talk. Kritische Analyse einer Folge von "Maybrit Illner"

Titre: Politikinszenierung im politischen Talk. Kritische Analyse einer Folge von "Maybrit Illner"

Thèse de Bachelor , 2008 , 40 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Anna-Lena Höcker (Auteur)

Médias / Communication - Communication spécialisée
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Résumé Extrait Résumé des informations

Angesichts unterschiedlicher Auffassungen, die es zu dem Thema "Politikinszenierung im Fernsehen" und speziell im politischen Talk gibt, erscheint es interessant, in dieser Arbeit einen genaueren Blick darauf zu werfen.

Dazu geht die vorliegende Arbeit zunächst auf den Begriff "Politikinszenierung" ein und stellt die Standpunkte zentraler Vertreter aus den Forschungsrichtungen der Politik-, Kommunikations- und Medienwissenschaften dar. Anschließend beschäftigt sie sich mit der Notwendigkeit der Politikinszenierung.

Die Auseinandersetzung mit dem Begriff des politischen Talk im darauffolgenden Kapitel steckt dann den Rahmen ab, innerhalb dessen visuelle und sprachliche Inszenierungsstrategien betrachtet werden. Es folgen einige kritische Anmerkungen zum Verhältnis von Form und Inhalt bei der Politikinszenierung. Diese theoretischen Grundlagen dienen der beispielhaften Analyse einer Folge von "Maybrit Illner" im nächsten Punkt. Dabei wird die Inszenierung sowohl von medialer als auch von politischer Seite betrachtet. Anschließend wird die Politikinszenierung aus der Rezipientenperspektive beurteilt, wobei die Arbeiten John Fiskes als theoretische Anknüpfungspunkte für die Identifizierung der drei wesentlichen Funktionalitäten von Inszenierung im Polit-Talk zu Grunde gelegt werden.

Die öffentlichkeitswirksame Inszenierung von Politik ist ein elementarer Bestandteil politischen Handelns, sie dient seit jeher als Medium, durch das politische Vorgänge vermittelt werden. Dennoch wird Politikinszenierung gerade in der heutigen Zeit oft als negativ angesehen, lenkt doch die massenmediale Darstellung von Politik viel deutlicher als früher die Aufmerksamkeit auf die Inszenierung selbst. Gleichzeitig wird professionelle Politikinszenierung geradezu erwartet, ist sie Voraussetzung dafür, dass politische Akteure und deren Themen überhaupt wahrgenommen werden.

Da sich die Rezeptionsgewohnheiten und das Konsumverhalten in Bezug auf die Angebote im Fernsehen in der medialen Erlebnisgesellschaft erheblich gewandelt haben, müssen sich Politiker bei der Inszenierung auf mediale Logiken einlassen. Aus dieser Pflicht haben politische Akteure größtenteils eine Tugend gemacht und Inszenierungsstrategien entwickelt; sie treten häufig in Informations- und Unterhaltungssendungen auf.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen zur Politikinszenierung im politischen Talk

2.1 Zum Begriff der Politikinszenierung

2.2 Inszenierung als Notwendigkeit in der Mediengesellschaft

2.3 Zum Begriff des politischen Talk

2.4 Inszenierungsstrategien

2.4.1 Visuelle Inszenierung

2.4.2 Sprachliche Inszenierung

2.5 Kritische Anmerkungen zum Verhältnis von Form und Inhalt

3 Analyse der Sendung ‚Maybrit Illner’ vom 17. Januar 2008

3.1 Mediale Vorinszenierung: Die Talkshow-Bühne

3.2 Politikinszenierung: Akteure auf der Medienbühne

3.2.1 Visuelle Inszenierung

3.2.2 Sprachliche Inszenierung

3.3 Kritisches Fazit

4 Politikinszenierung aus der Rezipientenperspektive

4.1 Funktionen auf der Mikroebene

4.2 Die demokratische Funktion des Polit-Talk

4.3 Kontrollfunktion

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Mechanismen und Strategien der Politikinszenierung in politischen Talkshows am Beispiel der Sendung „Maybrit Illner“. Das primäre Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen medialer Aufbereitung, politischer Selbstdarstellung und der Rezeption durch das Publikum zu analysieren, um zu bewerten, wie das Format zur demokratischen Meinungsbildung und Kontrolle beitragen kann.

  • Grundlagen der Politikinszenierung und Notwendigkeit in der Mediengesellschaft
  • Visuelle und sprachliche Inszenierungsstrategien von Politikern
  • Analyse der Medienlogik und Talkshow-Bühne als Ort der Machtdarstellung
  • Anwendung des theoretischen Ansatzes von John Fiske auf die Rezipientenperspektive
  • Reflexion über die Qualität und Seriosität politischer Talkformate

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Visuelle Inszenierung

In Gesprächssendungen stehen die Akteure unter ständiger Beobachtung, Nahaufnahmen sind besonders auf die Mimik konzentriert, weitere Einstellungen zeigen auch Gestik und Körperhaltung. Wer sich als Politiker darüber im Klaren ist, dass diese scheinbar unwillkürlichen körperlichen Zeichen – Meyer zählt auch die Stimmlage dazu – „als Glaubwürdigkeitsindiz für die willkürlichen sprachlichen Äußerungen“ (Meyer 1998: 95; Hervorhebung des Autors) interpretiert werden, wird versuchen seine Körpersprache genau auf seine Äußerungen abzustimmen. Er spielt wie bei allen öffentlichen Auftritten seine Rolle, stellt ein Bild von sich her, „das die Zuschauer gerne sehen“ (Arnsfeld 2005: 45), kreiert ein Image, das ihn „in der Öffentlichkeit als glaubwürdig, tatkräftig, kompetent, sympathisch, verantwortungsbewusst und ehrlich gelten“ (ebd.) lässt.

Im wahrsten Sinne des Wortes interessieren sich die politischen Akteure mit dieser Darstellungspolitik für den „Augenblickserfolg sowie für den ‚sichtbaren’ Ausschnitt (Sartori 1992: 242) einer potentiell publizitätsträchtigen Politik“ (Sarcinelli 2005: 116). Mittels kontrollierter Körperhaltung, gezielter Mimik und Gestik kann außerdem der Diskussionsrahmen fingiert und der „Eindruck allzu plumper Politikwerbung“ vermieden werden (vgl. Holly u. a. (Hrsg.) 1986: 198). Die Bedeutung der visuellen Inszenierung wird noch deutlicher, wenn man die medienpsychologischen Erkenntnisse einbezieht, die Arnsfeld (2005: 112f.) skizziert: Zum einen lenkt die Präsenz der politischen Akteure auf dem Bildschirm von Inhalten ab, sodass „politische Handlungsvorschläge [...] anhand ihrer visuell als kompetent und sympathisch wahrgenommenen Vertreter bewertet werden“ (Meyer u. a. 2000: 206ff.; zit. nach Arnsfeld 2005: 113), zum anderen können Zuschauer auch aus kurzen Bildfrequenzen nonverbale Informationen herausfiltern. – Sprachliche Äußerungen werden also nicht nur durch passende optische Inszenierung in ihrer Glaubwürdigkeit unterstützt, sondern können sogar in ihrer Bedeutung hinter diese zurücktreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Politikinszenierung in der Mediengesellschaft und stellt die Forschungsfrage zur Rolle des politischen Talks.

2 Theoretische Grundlagen zur Politikinszenierung im politischen Talk: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Politikinszenierung, erörtert deren Notwendigkeit im heutigen Mediensystem und klassifiziert die strategischen Inszenierungsmittel.

3 Analyse der Sendung ‚Maybrit Illner’ vom 17. Januar 2008: Hier findet die praktische Anwendung der Theorie statt, indem die spezifische Sendung hinsichtlich ihres medialen Settings und des Verhaltens der auftretenden Politiker untersucht wird.

4 Politikinszenierung aus der Rezipientenperspektive: Dieser Abschnitt erweitert die Analyse um die Zuschauerperspektive und nutzt Ansätze der ‚Cultural Studies’, um Funktionen wie Kontrolle und demokratische Teilhabe zu identifizieren.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Schlusskapitel resümiert die Ergebnisse der Analyse und diskutiert das Potenzial politischer Talkshows für eine effektivere und positivere Politikvermittlung.

Schlüsselwörter

Politikinszenierung, Polit-Talk, Politainment, Medienlogik, Selbstdarstellung, Agenda-Building, Rezipientenperspektive, Cultural Studies, John Fiske, Medienkompetenz, Talkshow, politische Kommunikation, Wahlkampf, Demokratie, öffentliche Aufmerksamkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie politische Akteure in Talkshows durch mediale Inszenierung versuchen, sich und ihre Botschaften in Szene zu setzen, und wie dies die Qualität des politischen Diskurses beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Definition von Politikinszenierung, die strategische Nutzung von Medien durch Politiker, die Analyse einer konkreten Fernsehsendung sowie die medienwissenschaftliche Betrachtung der Zuschauerrolle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen politischer Unterhaltung und inhaltlicher Sachlichkeit aufzuzeigen und zu prüfen, ob der politische Talk trotz seiner inszenierten Natur einen demokratischen Mehrwert bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine theoretische Fundierung der Kommunikations- und Politikwissenschaften mit einer beispielhaften, analytischen Untersuchung einer Sendungsfolge von „Maybrit Illner“ sowie der Anwendung von Ansätzen der ‚Cultural Studies’ (John Fiske).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Inszenierungsstrategien (visuell und sprachlich) erläutert, anschließend erfolgt eine detaillierte Analyse der Sendung vom 17. Januar 2008 inklusive eines Protokolls der Sprechsequenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Politikinszenierung, Politainment, Medienlogik, Agenda-Building und Rezipientenperspektive sind zentral für das Verständnis der Argumentation.

Inwiefern beeinflusst die Sitzordnung in der Sendung die Inszenierung?

Die Sitzordnung ist kein Zufall, sondern ein bewusstes mediales Mittel, um durch die Platzierung von Politikern (z.B. links und rechts der Moderatorin) als Wahlkämpfer oder vermeintlich Unabhängige bestimmte Rollenbilder und Hierarchien zu suggerieren.

Warum wird das Verhalten der Politiker in der Sendung als ‚Attackieren’ bezeichnet?

Schultz definiert dies als Nutzung unziviler Kommunikationsmuster, wie persönliche Angriffe oder die Missachtung der Gesprächsordnung, um sich in Konfrontationssituationen als überlegener Akteur darzustellen.

Welchen Nutzen ziehen Zuschauer aus der Rezeption der Sendung laut der Arbeit?

Neben der reinen Information dient die Sendung den Zuschauern als Arena zur Identifikation mit oder Widerstand gegen politische Akteure, was ihnen ein Gefühl von sozialer Macht und Kontrolle im demokratischen Prozess vermitteln kann.

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Résumé des informations

Titre
Politikinszenierung im politischen Talk. Kritische Analyse einer Folge von "Maybrit Illner"
Université
University of Marburg  (Germanistik und Kunstwissenschaften)
Note
1,3
Auteur
Anna-Lena Höcker (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
40
N° de catalogue
V455702
ISBN (ebook)
9783668879089
ISBN (Livre)
9783668879096
Langue
allemand
mots-clé
Politikinszenierung Talkshows Medienwissenschaft Inszenierung öffentlich-rechtliche Medien
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anna-Lena Höcker (Auteur), 2008, Politikinszenierung im politischen Talk. Kritische Analyse einer Folge von "Maybrit Illner", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455702
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Extrait de  40  pages
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