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Was ist Macht? Eine logische Strukturierung des Machtbegriffs nach J.M. Bochenski

Title: Was ist Macht? Eine logische Strukturierung des Machtbegriffs nach  J.M. Bochenski

Bachelor Thesis , 2010 , 56 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Annette Schumacher (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Ziel dieser Arbeit ist die logische Strukturierung eines Machtbegriffs. Die Vorgehensweise umfasst die Erarbeitung des logischen Autoritätsbegriffs von Bochenski und die Anwendung der Struktur für den Begriff der Macht. Unter Bezugnahme auf die Definition der Macht von Max Weber wird eine Erweiterung des Autoritätsbegriffs zu einem Machtbegriff erfolgen.

Die Unterschiede zwischen Macht und Autorität werden mithilfe dreier Hauptthesen erörtert. Durch die Verifikation der Thesen kommt die Arbeit zu dem Ergebnis, dass die Autorität eine Grundlage für den Machtbegriff darstellt und dass es möglich ist, eine logische Struktur für den Begriff der Macht zu entwickeln.

In einem letzten Teil wird die Möglichkeit einer Hierarchie der Begriffe Autorität, Macht und Herrschaft betrachtet.

Was ist Macht? Seit Jahrhunderten ist dies eine viel gestellte und oft behandelte Frage. In vielen verschiedenen Wissenschaften wurde versucht, ihr auf den Grund zu gehen. Es finden sich unzählige Definitionen, jedoch keine allgemeingültige. Dies könnte daran liegen, dass es je nach Wissenschaft auf andere Merkmale des Machtbegriffs ankommt und dass es sich um einen dynamischen, durch viele Einflüsse geprägten Begriff handelt.

Der allgemeine gotische Ursprung des Wortes bezeichnet Macht als ein Vermögen, oder eine Kraft: Macht ist eine Kraft oder Vermögen, das Mögliche wirklich zu machen.

Diese Definition wirft weitere Fragen auf. Was ist nun eine Kraft oder ein Vermögen? Handelt es sich dabei um Eigenschaften, die einer Person zukommen? Was ist das Mögliche und wer bestimmt dies? Wie kann man etwas wirklich machen? Alle diese Fragen müssten auf dem Weg zu einer endgültigen Definition geklärt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung

2. Thesen

3. Einleitung

4. Was ist Autorität?

4.1. Grundstruktur der Autorität nach Bochenski

4.1.1. Gebiet, Subjekt und Träger der Autorität

4.1.2. Eigenschaften der Autorität im Allgemeinen

4.2. Missbrauch der Autorität

4.3. Arten der Autorität

4.3.1. Epistemische Autorität

4.3.2 Deontische Autorität

4.3.3. Arten der deontischen Autorität

5. Was ist Macht?

6. Anwendung der Struktur von Bochenski auf den Begriff der Macht

6.1. Grundstruktur der Macht

6.1.1. Gebiet, Subjekt und Träger der Macht

6.1.2. Die Eigenschaften der Macht

6.2. Arten der Macht

6.2.1. Epistemische Macht

6.2.2. Die Bedeutung der deontischen Macht

6.2.3. Arten der deontischen Macht

6.3. Missbrauch der Macht

7. Herrschaft

8. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht in der Entwicklung einer logischen Struktur für den Machtbegriff. Ausgehend von der Definition der Autorität nach Bochenski und unter Einbeziehung soziologischer Machtdefinitionen (insb. nach Max Weber) wird untersucht, inwiefern sich der Autoritätsbegriff als Grundlage für den Machtbegriff eignet und wie dieser um die Komponente der Durchsetzungsfähigkeit erweitert werden muss.

  • Logische Strukturierung von Macht nach Bochenskis Modell
  • Differenzierung zwischen Autorität und Macht
  • Analyse der deontischen und epistemischen Ausprägungen von Macht
  • Untersuchung von Machtstrukturen und deren Missbrauch
  • Abgrenzung der Begriffe Autorität, Macht und Herrschaft

Auszug aus dem Buch

6.2.1. Epistemische Macht

Die Annahme, dass Wissen Macht sei, geht unter anderen auf Francis Bacon zurück. Dieser stellte bereits fest, das die Wege der Macht und die des Wissens eng beieinanderliegen, dass es sich sogar um denselben Weg handeln könnte. Erlangt der Mensch Erkenntnisse, also Wissen über Zusammenhänge und Ursachen in der Natur, so erlangt er auch eine gewisse Macht. Erlangt er Wissen über die Natur, so auch über die Natur des Menschen. Bacon spricht hier auch von einer zunehmenden Selbstbeherrschung der Menschheit. Für ihn ist diese Beherrschung auch ein Schlüsselphänomen politischer Macht.

Die Existenz einer epistemischen Macht als Macht des Wissens darf hier also auch angenommen werden. Dabei wird es sich um eine stabile Struktur mit wenig Dynamik handeln und dem Begriff der epistemischen Autorität sehr nahe stehen. Wirkt epistemische Macht an einer Stelle, so geht diese auch direkt auf das Bestehen einer epistemische Autorität zurück. Die Erklärung von Bochenski zur epistemischen Autorität bildet hier nicht nur die Grundlage, sondern ist direkt übertragbar.

Eine direkte Machtauswirkung in diesem Bereich wird zum Beispiel durch Lobbyarbeit in der Politik deutlich. Auch das Kanalisieren von Informationen durch Medienschaffende kann als eine direkte Auswirkung der Wissensmacht gedeutet werden. Durch die Anwendung der Mittel, die einem durch eine epistemische Autorität gegeben sind, kann eine Vielzahl von Personen beeinflusst und somit auch politisch gelenkt werden. Das Wirken der Macht ist hier eher manipulativ, oft nicht direkt ersichtlich und somit auch schwer zu identifizieren. Doch wann genau kommt nun einer Person eine epistemische Macht zu? Unter Bezugnahme auf den Satz A.3 ergibt sich folgender Satz: Satz E.1: T hat epistemische Macht über S im Gebiet G genau dann, wenn T prinzipiell jeden Satz, der zum Gebiet G gehört mit Behauptung gegenüber S mitteilen kann, dies gegenüber S durchzusetzen vermag und S dies anerkennt.

Zusammenfassung der Kapitel

Was ist Autorität?: Dieses Kapitel führt in Bochenskis logische Struktur der Autorität ein, definiert sie als triadische Relation und unterscheidet zwischen epistemischer und deontischer Autorität.

Was ist Macht?: Hier werden die zentralen Thesen der Arbeit vorgestellt und die Notwendigkeit begründet, den Machtbegriff auf Basis der Bochenski-Struktur und Webers Definition zu erweitern.

Anwendung der Struktur von Bochenski auf den Begriff der Macht: In diesem Hauptteil wird die logische Struktur der Autorität auf den Machtbegriff übertragen, um Gemeinsamkeiten zu extrahieren und das Durchsetzungsvermögen als essentielles Unterscheidungsmerkmal zu identifizieren.

Herrschaft: Das abschließende Kapitel erweitert das bisher erarbeitete Gefüge um den Begriff der Herrschaft, der als direkte Ausführung oder Anwendung von Macht interpretiert wird.

Ergebnis: Es wird bestätigt, dass der Autoritätsbegriff eine solide Grundlage für den Machtbegriff bietet und eine hierarchische Ordnung der drei Begriffe Autorität, Macht und Herrschaft logisch herleitbar ist.

Schlüsselwörter

Autorität, Macht, Herrschaft, Bochenski, Max Weber, epistemische Macht, deontische Macht, logische Struktur, Sanktions-Macht, Solidaritäts-Macht, Triadische Relation, Wissensmacht, Durchsetzungsvermögen, Soziale Beziehung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob der von Bochenski entwickelte logische Autoritätsbegriff als Basis dienen kann, um dem soziologisch geprägten Machtbegriff eine formale logische Struktur zu verleihen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die logische Definition von Autorität und Macht, deren Unterteilung in epistemische und deontische Arten sowie die Abgrenzung zum Herrschaftsbegriff.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es, eine logische Grundstruktur für den Begriff der Macht zu entwickeln, indem der Autoritätsbegriff um die Komponente der Durchsetzungsfähigkeit ergänzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die formale logische Strukturanalyse nach J.M. Bochenski und wendet diese auf den Machtbegriff an, unterstützt durch soziologische Definitionen von Max Weber.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des Autoritätsbegriffs, dessen Anwendung auf die Macht, die detaillierte Analyse der deontischen und epistemischen Macht sowie die Untersuchung von Machtmissbrauch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Autorität, Macht, Herrschaft, Bochenski, deontische Macht, epistemische Macht, Durchsetzungsvermögen.

Inwiefern unterscheidet sich Macht von Autorität laut der Arbeit?

Der entscheidende Unterschied liegt im Element der Durchsetzungsfähigkeit (Dominanz) des Machthabers gegenüber dem Subjekt, das bei der Autorität in dieser Form nicht zwingend erforderlich ist.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung bezüglich einer Hierarchie?

Die Arbeit schlägt eine begriffliche Hierarchie vor: Autorität bildet die Grundlage für Macht, während Herrschaft die direkte Anwendung oder Ausführung von Macht darstellt.

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Details

Title
Was ist Macht? Eine logische Strukturierung des Machtbegriffs nach J.M. Bochenski
College
Brandenburg Technical University Cottbus  (Technikphilosophie)
Grade
1,7
Author
Annette Schumacher (Author)
Publication Year
2010
Pages
56
Catalog Number
V455769
ISBN (eBook)
9783668880177
ISBN (Book)
9783668880184
Language
German
Tags
Kultur und Technik Logik Bochenski Macht Was ist Macht? Relationen Autorität Technikphilosophie Machtbegriff
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annette Schumacher (Author), 2010, Was ist Macht? Eine logische Strukturierung des Machtbegriffs nach J.M. Bochenski, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455769
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