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Die Stigmata der Sexarbeit

Title: Die Stigmata der Sexarbeit

Bachelor Thesis , 2017 , 67 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jan-Christoph Müller (Author)

Social Work
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Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung haben sich Frauen in Deutschland Mitte des 20. Jahrhunderts erstritten und auch weiterhin bleibt es äußerst umkämpft. In der Sexarbeitsbranche ist dieser Kampf noch heute besonders deutlich. „My body, my choice, my rights – not your rescue project“, damit titelt der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen seine Homepage, denn Sexualität und insbesondere Sexarbeit werden in Deutschlands Öffentlichkeit vor allem diskutiert als etwas normwidriges, als Problem. Die zugrundeliegenden Widersprüche im Umgang mit dem Thema liegen bereits Intimität, ethischen Werten und individuellen Einstellungen im Kontext der Geschlechterverhältnisse. Der Begriff „Sexarbeit“ impliziert, dass es sich um „Arbeit“ handelt, welche folglich entsprechende gewerkschaftliche Arbeitsrechte für sich proklamieren kann. Sexarbeit und nicht Prostitution ist der Begriff, der geeignet ist, die Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit der Arbeits- und Beschäftigungsverhältnisse zum Ausdruck zu bringen.

Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich ganz gezielt mit den Stigmata, die die Sexarbeit umgeben. Die Zielsetzung ist, die vorhandenen Stigmata durch Auszüge aus Zeitungsartikeln oder Interviews aus bereits ausgewerteten empirischen Studien oder theoretischen Ansätzen zu belegen, zu hinterfragen und die Leserschaft zu einem Diskurs einzuladen, der dringend geführt werden muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodik

3. Stigma – Eine Begriffserklärung

4. Sexarbeit in Deutschland

5. Die rechtliche Situation der SexarbeiterInnen: Status Quo und Kritik

6. Die Stigmata der Sexarbeit

6.1 Sexarbeit als Zwangsarbeit/Ausbeutung

6.2 Sexarbeit als Herrschaftsverhältnis

6.3 Sexarbeit ist keine Arbeit

6.4 Sexarbeit ist pervers

6.5 Der „Freier“

6.6 Warum Frauen Sexarbeiterinnen werden

6.7 Hygiene

6.8 Gewaltpotenzial

6.9 Drogen

6.10 Das „Luststigma“

7. „RapeCulture“

8. Die Folgen

9. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die vielfältigen Stigmata, die die Sexarbeit umgeben, zu identifizieren und zu hinterfragen, um einen gesellschaftlichen Diskurs zur Entstigmatisierung anzustoßen.

  • Analyse der Stigmatisierungsprozesse und deren Auswirkungen auf SexarbeiterInnen.
  • Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der kritischen Debatte um das Prostitutionsgesetz.
  • Diskussion von Klischees und Vorurteilen, wie etwa der Konstruktion von Sexarbeit als „pervers“ oder „ausbeuterisch“.
  • Darstellung der unterschiedlichen Motive und Realitäten, die zur Entscheidung für die Sexarbeit führen.
  • Reflexion über die Rolle der Medien und die Macht von Begriffen wie „Luststigma“ oder „RapeCulture“.

Auszug aus dem Buch

6.7 Hygiene

„Überhaupt ist Hygiene und Sauberkeit das A und O bei der Arbeit!“

Die Fokussierung auf Verunreinigung, die der Autor in den Interviews gestoßen ist, spielt eine tragende Rolle. Allein der Umstand, dass der Kondomgebrauch im neuen ProstG zu einer gesetzlichen Pflicht gemacht wurde, impliziert die Annahme der Verunreinigung der Sexarbeiterin durch ihre Arbeit, etwa in Form des männlichen Samens bzw. durch die männliche Penetration selbst. Der Beruf der Sexarbeiterinnen ist stark mit dem Stigma Schmutz behaftet, weshalb Hygiene in der Sexarbeit heute, insbesondere nach dem neu verabschiedeten ProstG, eine wichtige Rolle spielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und gesellschaftliche Umkämpftheit des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung in Deutschland ein und verortet die Stigmatisierung von Sexarbeit im heteronormativen Patriarchat.

2. Methodik: Das Kapitel beschreibt den diskursanalytischen Ansatz der Arbeit, der sich auf die Analyse von Medienberichten, Fachliteratur und Zeitzeugenstimmen stützt, um gesellschaftliche Wissensstränge zu untersuchen.

3. Stigma – Eine Begriffserklärung: Hier wird der Stigmabegriff theoretisch fundiert, insbesondere unter Rückgriff auf Erving Goffman, und dessen Wirkung als Ausschlussmechanismus in modernen Gesellschaften erläutert.

4. Sexarbeit in Deutschland: Dieses Kapitel thematisiert die mangelnde Datenlage und die schwierige Erfassbarkeit der Sexbranche aufgrund von Dunkelziffern und der Notwendigkeit zur Anonymität.

5. Die rechtliche Situation der SexarbeiterInnen: Status Quo und Kritik: Die rechtliche Entwicklung von der Sittenwidrigkeit hin zum Prostitutionsgesetz wird kritisch analysiert, wobei besonders die Auswirkungen der Neuregelungen und Anmeldepflichten beleuchtet werden.

6. Die Stigmata der Sexarbeit: Das Kernkapitel untersucht detailliert verschiedene Vorurteile und Stigmatisierungen, wie Ausbeutungsvorwürfe, Hygiene-Konstruktionen, Kriminalitätszuschreibungen und die Moralvorstellungen rund um den „Freier“.

7. „RapeCulture“: Es wird die gesellschaftliche Konstruktion der „RapeCulture“ beleuchtet, die sexuelle Gewalt bagatellisiert und insbesondere SexarbeiterInnen für Übergriffe mitverantwortlich macht.

8. Die Folgen: Dieses Kapitel zieht ein Fazit zu den psychischen und sozialen Konsequenzen der Stigmatisierung, wie mangelndes Selbstwertgefühl und die Erschwerung des Ausstiegs aus dem Gewerbe.

9. Schluss: Der Schluss fasst die Notwendigkeit zusammen, die Wahrnehmung von Sexarbeit zu dekonstruieren und professionelle Handlungsansätze in der Sozialen Arbeit zu fördern, um Diskriminierung abzubauen.

Schlüsselwörter

Sexarbeit, Stigmatisierung, Diskursanalyse, Selbstbestimmung, Prostitutionsgesetz, Empowerment, RapeCulture, Geschlechterverhältnisse, Prostitution, gesellschaftliche Normen, Soziale Arbeit, Hygiene, Ausbeutung, Kriminalisierung, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Stigmata, die mit Sexarbeit verbunden sind, und analysiert, wie diese Vorurteile die Lebensrealität von SexarbeiterInnen prägen und diskriminierend wirken.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Zentrale Themen sind die rechtliche Lage in Deutschland, die mediale Darstellung von Sexarbeit, die moralische Bewertung von SexarbeiterInnen und „Freiern“ sowie psychologische Aspekte der Stigmatisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die bestehenden Stigmata anhand von Quellen und empirischen Ansätzen zu belegen und zu hinterfragen, um einen Beitrag zur Entstigmatisierung und Empowerment von SexarbeiterInnen zu leisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Methode, um Wissensstränge und gesellschaftliche Deutungsmuster zu identifizieren, die in Medien und Politik gegenüber Sexarbeit existieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Stigmathemen, wie Zwangsarbeit, Hygienevorstellungen, Kriminalität und Moral sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Prostitutionsgesetz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Empowerment, Stigma, gesellschaftliche Selbstbestimmung, diskursive Deutungsmuster und patriarchale Herrschaftsverhältnisse sind essenziell für die Arbeit.

Wie bewertet der Autor die Rolle des neuen Prostitutionsgesetzes?

Der Autor steht den Neuregelungen, insbesondere der Anmeldepflicht und der Kondompflicht, kritisch gegenüber, da diese Maßnahmen die SexarbeiterInnen weiter stigmatisieren und kriminalisieren könnten.

Welche Rolle spielt die Hygiene-Debatte in der Arbeit?

Die Hygiene-Debatte wird als Konstrukt aufgezeigt, das dazu dient, SexarbeiterInnen als „unrein“ abzugrenzen und die Arbeit moralisch abzuwerten, anstatt rein gesundheitliche Aspekte zu thematisieren.

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Details

Title
Die Stigmata der Sexarbeit
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Grade
1,7
Author
Jan-Christoph Müller (Author)
Publication Year
2017
Pages
67
Catalog Number
V455785
ISBN (eBook)
9783668867895
ISBN (Book)
9783668867901
Language
German
Tags
Sex Sexarbeit Prostitution Sexarbeit ist Arbeit die hure Escort Sexarbeit ist legal Huren Stigmata der Sexarbeit Diskursanalyse Sexarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan-Christoph Müller (Author), 2017, Die Stigmata der Sexarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455785
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