Inwieweit beeinflusst der Unterrichtseinstieg die Qualität des darauffolgenden Unterrichts? Motiviert ein anregender Einstieg die Schülerinnen und Schüler, dem weiteren Unterrichtsgeschehen zu folgen oder lenkt er sie vielmehr ab?
Diese Arbeit argumentiert, dass der Unterrichtseinstieg generell einen positiven Einfluss auf die Qualität einer Unterrichtsstunde hat. Damit Schüler jedoch von einem Unterrichtseinstieg profitieren können, muss dieser adäquat gewählten sein und im Gesamtunterricht zu einem gesteigerten Lernerfolg führen. Dabei ist es außerordentlich wichtig, dass der Lehrer die Methode des Unterrichtseinstiegs mit dem Unterricht verknüpft.
Aus diesen Gründen sollten Lehrkräfte eine möglichst vielfältige Auswahl an unterschiedlichen Unterrichtseinstiegen vorbereiten, je nachdem welches Ziel verfolgt wird. Dazu zählen exemplarisch ein Unterrichtseinstieg, der zur Festigung des Stoffes angewandt wird, oder konträr dazu ein Einstieg, der eine neue Unterrichtsreihe einführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorüberlegungen
2. Entwicklung der Untersuchungsfrage und Erwartungen
3. Präzisierung/Anpassung der Untersuchungsfrage
4. Methodenauswahl- und Begründung
4.1 Ein Ritual: Der Morgenkreis/Die Morgenfeier
4.2 Die Mitte der Geschichte
4.3 Mind-Map/Das gemeinsame Bild
5. Der Fragebogen
5.1 Die Instruktion an den Befragten
5.2 Die geschlossene Frage
5.3 Die offene Frage
5.4 Die Mischform
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Mehrwert verschiedener Unterrichtseinstiege für den weiteren Unterrichtsverlauf aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern. Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung mittels Fragebögen zu ermitteln, ob fest integrierte Rituale oder abwechslungsreiche Stundeneinstiege die Motivation und den Lernerfolg effektiver fördern.
- Vergleich zwischen ritualisierten und abwechslungsreichen Unterrichtseinstiegen
- Messung der Schülersicht bezüglich der Qualität von Unterrichtssequenzen
- Einsatz von Fragebögen als quantitatives Erhebungsinstrument im Religionsunterricht
- Optimierung von Lehrstrategien basierend auf Schülerfeedback
- Förderung der Partizipation und Akzeptanz innerhalb der Klassengemeinschaft
Auszug aus dem Buch
4.1 Ein Ritual: Der Morgenkreis/Die Morgenfeier
Der Morgenkreis ist ein klassisches Ritual, welches schon seit Jahrzehnten mehr oder weniger oft in den Religionsunterricht eingegliedert wird. Ziel ist es den Unterrichtsauftakt durch den Morgenkreis so effektiv zu gestalten, dass die SuS den weiteren Schultag entspannt erleben können. Dem Morgenkreis kommt eine doppelte Rolle zu: Zum einen bietet er SuS den Raum Probleme anzusprechen oder eine gemeinschaftliche Einstimmung, wie etwa durch das Singen eines Liedes und zum anderen ist es zugleich eine Chance für den Lehrer seinen Arbeitstag ruhig beginnen zu können. Schlussendlich sollte jeder Teilnehmer in Einklang mit sich selbst stehen.6
Zugleich bietet der Morgenkreis vielerlei Möglichkeiten, die sich je auf das gewünschte pädagogische Ziel anpassen lassen. Von Liedern, einem gemeinsamen Gebet, ein kurzer Gesprächskreis, dem Anschauen von Bildern oder dem schlichten 1-minütigem Schweigen, wie ich es selbst in meiner Schullaufbahn kennengelernt habe. Diese Rituale lassen sich unter dem Begriff ,,Morgenfeier“7 zusammenfassen. Im Kontrast dazu ist der ,,Morgenkreis“8 kognitiver ausgerichtet. Hier wird den SuS der Freiraum, von ihren Problemen zu erzählen, eingeräumt sowie angeboten über klasseninterne Konflikte zu sprechen.9
Der Fokus bei diesem Projekt liegt auf den Ritualen, die sich unter der Morgenfeier zusammenfassen lassen und wird aus Zeitgründen nur in Sonderfällen auf den Morgenkreis zurückgreifen. Je nach Interesse der Klasse werden Lieder, Gebete und die autobiografisch bekannte Schweigeminute durchgeführt und sollten zeitlich einen Rahmen von 5-15 Minuten nicht überschreiten. Am Ende soll der Fragebogen herausstellen, welche der drei Rituale von den SuS am besten aufgenommen wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorüberlegungen: Einführung in die Relevanz von Unterrichtseinstiegen und deren Einfluss auf die Qualität des nachfolgenden Lernprozesses.
2. Entwicklung der Untersuchungsfrage und Erwartungen: Definition der Forschungsfrage bezüglich des Mehrwerts von Unterrichtseinstiegen und Erörterung der hypothetischen Vorteile für Schüler und Lehrer.
3. Präzisierung/Anpassung der Untersuchungsfrage: Konkretisierung des Vorhabens durch Einbettung in das schulische Umfeld und Planung des methodischen Vergleichs zwischen Ritual und Einstieg.
4. Methodenauswahl- und Begründung: Theoretische Herleitung und Vorstellung der gewählten Einstiegsmethoden wie Morgenkreis, Mitte der Geschichte und Mind-Map.
5. Der Fragebogen: Erläuterung der methodischen Instrumentierung sowie der spezifischen Gestaltung der Fragen für die Zielgruppe der Fünftklässler.
Schlüsselwörter
Unterrichtseinstieg, Rituale, Schülerfeedback, Religionsunterricht, Morgenkreis, Lernmotivation, Fragebogen, Unterrichtsqualität, Partizipation, Schülersicht, Unterrichtsgestaltung, Methodenauswahl, empirische Erhebung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Unterrichtseinstiegen auf die Qualität und den Lernerfolg des gesamten Unterrichts aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen festen Ritualen (wie dem Morgenkreis) und abwechslungsreichen Stundeneinstiegen sowie die methodische Gestaltung von Feedback-Instrumenten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob durch gezielte, abwechslungsreiche Einstiege oder rituelle Elemente ein messbarer Mehrwert für den Lernprozess im Fach Religionslehre erzielt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein quantitatives Instrument in Form eines Fragebogens verwendet, um die subjektive Einschätzung der Schülerinnen und Schüler zu erfassen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begründung der Einstiegsmethoden und die detaillierte Beschreibung der Fragebogenkonstruktion für eine fünfte Klasse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Unterrichtseinstieg, Rituale, Schülersicht, Lernmotivation und Unterrichtsqualität.
Warum spielt die Selbstbewertung der Schüler eine besondere Rolle?
Da Schüler im Unterricht oft wenig Raum zur aktiven Mitbestimmung haben, ermöglicht die Befragung eine anonyme Kritik und stärkt das Gefühl, aktiv am Unterrichtsgeschehen beteiligt zu sein.
Wie unterscheidet sich der Morgenkreis von der Morgenfeier im Kontext dieser Studie?
Der Morgenkreis ist eher kognitiv ausgerichtet und dient dem Austausch über Konflikte, während die Morgenfeier stärker ritualisiert, beispielsweise durch Lieder oder Gebete, der Einstimmung dient.
Warum wurde eine Mischform bei der Gestaltung des Fragebogens gewählt?
Die Mischform aus geschlossenen und offenen Fragen dient als Absicherung, um auch dann eine konkrete Einschätzung zu erhalten, wenn Schüler die komplexeren offenen Fragen nicht beantworten.
- Arbeit zitieren
- Alina Willkomm (Autor:in), 2018, Welchen Einfluss hat der Unterrichtseinstieg auf die Qualität einer Unterrichtsstunde?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455786