Die vorliegende Arbeit soll die deutsche Kolonialgeschichte am Beispiel Südwestafrika zwischen 1880 und dem Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914 näher beleuchten. Es sollen die gesellschaftlichen und politischen Motive der Kolonialbewegung genauer betrachtet werden. Außerdem soll die Arbeit über die konkrete Praxis der deutschen Kolonialpolitik in deutsch Südwestafrika, dem heutigen Namibia Aufschluß geben.
Die Anfänge der deutschen Kolonialbewegungen sind schon im 17.Jahrhundert zu finden. Am ehesten bekannt sind aus dieser Zeit die Kolonien Friedrich des Großen. Allerdings waren die Bemühungen der damaligen Zeit wenig erfolgreich, so das sich der Durchbruch der Kolonialbewegung erst in den Jahren 1840 vollzog. Das Handelsinteresse sowie die Befürchtung bei der Aufteilung der Welt zu kurz zu kommen ließen eine koloniale Begeisterung ausbrechen. In anderen Ländern wie Frankreich und England erhielt die Kolonialpolitik zu dieser Zeit ihren Aufschwung. In Deutschland wurde die Stimmung allerdings durch den Machterhalt der Konservativen nach dem Scheitern der deutschen Revolution stark gedämpft. Der verspätete Eintritt Deutschlands in die Kolonialpolitik ist somit zu einem großen Teil durch die verspätete Lösung der deutschen Frage zu erklären. Auch wenn zu dieser Zeit noch einige Widerstände wie die Argumentationen der Freihändler zu überwinden gewesen wären. Somit konnte sich die Kolonialbewegung eigentlich erst richtig entfalten, nachdem das deutsche Reich1870/71 gegründet wurde. Nun waren erst die politischen und militärischen Möglichkeiten für den Erwerb und Sicherung von Kolonien geben. Aber die wesentliche Grundstimmung bestand seit den 40iger Jahren. Allerdings sollten sich erst in einem anderen sozialen und politischen Umfeld die Strukturen einer zielstrebigen Kolonialbewegung festigen.
Inhaltsverzeichnis
Die Kolonialpolitik des kaiserlichen Deutschlands und ihre Umsetzung in Deutsch-Südwestafrika
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsche Kolonialgeschichte am Beispiel von Deutsch-Südwestafrika im Zeitraum zwischen 1880 und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914, wobei insbesondere die gesellschaftlichen und politischen Motive der Kolonialbewegung sowie die konkrete Umsetzung der deutschen Kolonialpolitik analysiert werden.
- Gesellschaftliche und politische Motive der deutschen Kolonialbewegung.
- Die Rolle der Kolonialpolitik unter Reichskanzler Otto von Bismarck.
- Die Entwicklung der deutsch-englischen Beziehungen im kolonialen Kontext.
- Soziale Konflikte und die koloniale Praxis in Deutsch-Südwestafrika.
- Die Auswirkungen der deutschen Herrschaft auf die einheimische Bevölkerung und die Rolle der Schutztruppe.
- Die wirtschaftliche Bilanz der deutschen Kolonialpolitik.
Auszug aus dem Buch
Die Kolonialpolitik des kaiserlichen Deutschlands und ihre Umsetzung in Deutsch-Südwestafrika
Die vorliegende Arbeit soll die deutsche Kolonialgeschichte am Beispiel Südwestafrika zwischen 1880 und dem Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914 näher beleuchten. Es sollen die gesellschaftlichen und politischen Motive der Kolonialbewegung genauer betrachtet werden. Außerdem soll die Arbeit über die konkrete Praxis der deutschen Kolonialpolitik in deutsch Südwestafrika, dem heutigen Namibia Aufschluß geben.
Die Anfänge der deutschen Kolonialbewegungen sind schon im 17.Jahrhundert zu finden. Am ehesten bekannt sind aus dieser Zeit die Kolonien Friedrich des Großen. Allerdings waren die Bemühungen der damaligen Zeit wenig erfolgreich, so das sich der Durchbruch der Kolonialbewegung erst in den Jahren 1840 vollzog. Das Handelsinteresse sowie die Befürchtung bei der Aufteilung der Welt zu kurz zu kommen ließen eine koloniale Begeisterung ausbrechen. In anderen Ländern wie Frankreich und England erhielt die Kolonialpolitik zu dieser Zeit ihren Aufschwung. In Deutschland wurde die Stimmung allerdings durch den Machterhalt der Konservativen nach dem Scheitern der deutschen Revolution stark gedämpft. Der verspätete Eintritt Deutschlands in die Kolonialpolitik ist somit zu einem großen Teil durch die verspätete Lösung der deutschen Frage zu erklären.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Kolonialpolitik des kaiserlichen Deutschlands und ihre Umsetzung in Deutsch-Südwestafrika: Die Arbeit beleuchtet die Entstehungsgeschichte der deutschen Kolonialbewegung und deren spezifische Anwendung in Südwestafrika, wobei sowohl die globalen geopolitischen Interessen als auch die lokalen Auswirkungen auf die einheimische Bevölkerung untersucht werden.
Schlüsselwörter
Kolonialpolitik, Deutsch-Südwestafrika, Kolonialbewegung, Namibia, Bismarck, Schutztruppe, Herero, Nama, Siedlungskolonien, Weltmachtpolitik, Imperialismus, Dernburg, Sozialdarwinismus, Kolonialverwaltung, Schutzgebiete.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Geschichte der deutschen Kolonialpolitik mit einem speziellen Fokus auf die Region Deutsch-Südwestafrika im Zeitraum von 1880 bis 1914.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die gesellschaftlichen und politischen Motive für den deutschen Kolonialismus, die Rolle von Bismarcks Außenpolitik sowie die gewaltsame Umsetzung der kolonialen Praxis und deren soziale Folgen für die indigene Bevölkerung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, sowohl die Hintergründe der deutschen Kolonialbewegung darzulegen als auch aufzuzeigen, wie diese Politik in Deutsch-Südwestafrika konkret in die Praxis umgesetzt wurde und welche Auswirkungen dies hatte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die sich auf einschlägige Fachliteratur zur deutschen Kolonialgeschichte stützt, um Motive, Ereignisse und deren Folgen wissenschaftlich einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die demografischen, wirtschaftlichen und psychologischen Beweggründe der deutschen Kolonialagitation, den diplomatischen Kontext unter Bismarck und Caprivi sowie den Verlauf und die verheerenden Folgen der Kolonialherrschaft in Südwestafrika, insbesondere die Aufstände der Herero und Nama.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Kolonialpolitik, Deutsch-Südwestafrika, Imperialismus, Weltmachtpolitik, Schutztruppe, Herero, Nama und die Ära Dernburg.
Welche Rolle spielte die Rheinische Mission in der frühen Kolonisation von Südwestafrika?
Die Rheinische Mission fungierte primär als Wirtschaftsunternehmen, das Waffen und andere Güter importierte, und war maßgeblich an der Errichtung eines Bildungswesens beteiligt, wobei dies oft dem Ziel der Missionierung untergeordnet war.
Warum war die wirtschaftliche Bilanz der deutschen Kolonien aus staatlicher Sicht negativ?
Die Kolonien erwiesen sich als nationales Verlustgeschäft, da die hohen Kosten für Militär, Verwaltung und den Ausbau der Infrastruktur weit über den erzielten Zöllen und Steuereinnahmen lagen.
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- Andreas Linke (Author), 2002, Die Kolonialpolitik des kaiserlichen Deutschlands und ihre Umsetzung in Deutsch-Südwestafrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45580