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Die Entwicklung des Politischen Islam im Kontext des Arabischen Frühlings

Eine Untersuchung am Fallbeispiel der PJD in Marokko

Título: Die Entwicklung des Politischen Islam im Kontext des Arabischen Frühlings

Trabajo , 2018 , 25 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Charlotte Alfuss (Autor)

Política - Región: África
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Islam als eine politische Ideologie. Es soll untersucht werden, was das Fundament islamischer Weltanschauungen für politisches Handeln bedeutet und worin sich der Zuspruch der Bevölkerung hierfür ergründet. Aufgrund aktueller Entwicklungen wird der Fokus in der vorangestellten theoretischen Betrachtung auf den Maghreb gelegt.Obwohl der Islam, im Laufe der Jahrhunderte auch immer schon eng verknüpft mit politischem Denken und Handeln, in dieser Region eine uralte Geschichte hat, so ist sein Bedeutungszuwachs der jüngsten Zeit auffällig. Seit den Aufständen und, in vielen Fällen folgenden, Regimestürzen 2011 befinden sich überall islamistische Akteure im Aufwind. Durch ihre Organisation in Parteien gewinnt der Islamismus zunehmenden Einfluss auf die politischen Systeme der Maghreb-Staaten. Die ersten freien Wahlen seit den Regimestürzen in Ägypten und Tunesien konnten islamistische Parteien für sich entscheiden. Auch die Regierung Marokkos wird seit den Protestwellen von 2011 von Islamisten geführt. In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie dieses plötzliche Erstarken des politischen Islam seit den Umbrüchen in den Maghreb-Staaten im Kontext des arabischen Frühlings zu erklären ist.

Um das Erstarken des politischen Islam möglichst treffend zu operationalisieren, erscheint es sinnvoll, islamistische Parteien und dessen Ergebnisse bei allgemeinen Wahlen zu betrachten.

Daher wird sich die folgende Analyse auf das Land Marokko beschränken, da in diesem Land das plötzliche Wiederaufleben des politischen Islam, ausgerechnet seit den Protesten und Veränderungen des Arabischen Frühlings 2011, am signifikantesten erscheint. Die einzige offen islamistische Partei und zuletzt Oppositionsführer im Land, die Partie Justice et Dévelopement (PJD) – Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, wurde bei den vorgezogenen Parlamentswahlen 2011 überraschend stärkste Kraft und konnte ihr Ergebnis 2016 nochmals übertreffen. Generell sind in Marokko laut Verfassung jegliche islamistische Parteien verboten. Die PJD ist jedoch legal, da sie betont, keine „religiöse Partei“ zu sein, sondern eine Partei mit „islamischem Bezug“ bzw. „islamischem Referenzsystem“.

Somit lautet die Forschungsfrage nun konkreter: Wie ist der plötzliche und erneut bestätigte Wahlsieg der PJD in Marokko seit den Protesten von 2011 zu erklären?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Politische Islam

2.1 Historische und gesellschaftliche Bedeutung in den Maghreb-Staaten

2.2 Gründe für die Wahl islamistischer Parteien

2.3 Strukturelle Bedingungen für Oppositionsparteien in autokratischen Regimen

3. Der politische Islam in Marokko

3.1 Die PJD

4. Der Arabische Frühling in Marokko

4.1 Die Verfassungsreform von 2011

4.2 Die Parlamentswahlen

5. Analyse

5.1 Schlussfolgerungen

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe für das plötzliche und anhaltende Erstarken des politischen Islam in Marokko vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings, wobei insbesondere der Wahlsieg der Partei PJD (Partie Justice et Développement) im Fokus steht.

  • Theoretische Grundlagen des politischen Islam im Maghreb.
  • Strukturelle Rahmenbedingungen für oppositionelle Parteien in autokratischen Systemen.
  • Die spezifische Rolle der marokkanischen Monarchie und die Verfassungsreform von 2011.
  • Analyse der Wahlmotive und des Programmverständnisses der PJD.

Auszug aus dem Buch

3. Der politische Islam in Marokko

Seitdem Marokko 1956 offiziell seine Souveränität zurückerlangt hatte und von Frankreich gänzlich unabhängig wurde, spielt der Islam in der Legitimation politischer Herrschaft wieder eine fundamentale Rolle.

Schon für den ersten König des unabhängigen Marokkos, Mohammed V., war die islamistische Legitimation durch Islamgelehrte im Land 1956 essentiell. Aus Kreisen der städtischen Mittelschicht wurde die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft angezweifelt, da die Franzosen, die bis dato einen Protektoratsanspruch auf Marokko erhoben und aufgrund ausschreitender Proteste in Land in diesem Jahr Marokko offiziell in die Unabhängigkeit entließen, Mohammed V. offiziell mit der Herrschaft des Landes betrauten. Wenngleich dies für Teile der Bevölkerung keine ausreichende Legitimation für einen Herrscher des fortan souveränen Staates darstellte, gelang dies durch den Islam. Der König sollte von nun an nicht nur politisches Oberhaupt, sondern auch oberster religiöser Führer des Landes sein und seine Stellung war heilig. Auch der darauffolgende König Hassan II. sowie der amtierende Mohammed VI. genossen die Rolle der obersten Instanz in Religionsfragen. Wenngleich auch viele politische Befugnisse des Königs mit der neuen Verfassung von 2011 geschwächt wurden, blieb seine religiöse Rolle unverändert. In diversen religiösen Belangen hat er ein Veto-Recht inne und die Möglichkeit, Dekrete zu erlassen (Reifeld: 2013).

Grundsätzlich unterscheidet Marokko sich allerdings seit jeher von den anderen Staaten der arabischen Welt, insbesondere, was den politischen Islam betrifft. Der in der Literatur oft verwendete Begriff „Ausnahme Marokko“ (Pol. Is. Marokko) bezieht sich zwar primär auf die Strukturen des politischen Systems im Land, die im nächsten Kapitel ausführlich beleuchtet werden, kann aber in ähnlich treffender Weise auch auf den politischen Umgang mit dem Islam bezogen werden. Gesellschaftlich ist der Islam tief im Land verankert, er stellt „nicht nur das Fundament der politischen, sondern auch kulturellen Identität Marokkos dar.“ Das ist natürlich einerseits auf die weit zurückreichende historische Präsenz der Religion im Land zurückzuführen, und nicht zuletzt darauf, dass aktuell etwa 98% der Bevölkerung muslimischen Glaubens sind (Reifeld: 2013).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage zum Erstarken des politischen Islam im Kontext des Arabischen Frühlings am Beispiel der PJD in Marokko.

2. Der Politische Islam: Erläuterung der ideologischen Grundlagen des politischen Islam und der Bedingungen für islamistische Parteien in der Maghreb-Region.

3. Der politische Islam in Marokko: Analyse der historischen und religiösen Sonderrolle Marokkos und Einführung der Partei PJD als moderater Akteur.

4. Der Arabische Frühling in Marokko: Untersuchung der Proteste, der Verfassungsreform 2011 und der daraus resultierenden Parlamentswahlen.

5. Analyse: Kritische Bewertung der Faktoren für den Wahlsieg der PJD im Vergleich zu anderen Maghreb-Staaten.

6. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse, die den Wahlsieg der PJD als Ausdruck politischer Stabilität und demokratischer Partizipation in Marokko einordnen.

Schlüsselwörter

Politischer Islam, Marokko, PJD, Arabischer Frühling, Verfassungsreform, Demokratisierung, Monarchie, Wahlsieg, Opposition, Partizipation, Maghreb, politische Stabilität, Wahlmotive, Transformation, Islamismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wiederaufleben und den Wahlerfolg des politischen Islam in Marokko im Zuge der politischen Umbrüche des Jahres 2011.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der PJD, der Rolle der Monarchie, den Auswirkungen der Verfassungsreform von 2011 und den sozioökonomischen Faktoren des Wahlverhaltens.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit sucht nach einer Erklärung für den plötzlichen und wiederholten Wahlsieg der PJD in Marokko seit den Protesten von 2011.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Fallstudienanalyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung politischer Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Bedingungen des politischen Islam, die Spezifika des marokkanischen Systems sowie den Verlauf der Proteste und die anschließenden Wahlen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Politischer Islam, Marokko, PJD, Arabischer Frühling, Demokratisierung und politische Stabilität.

Warum wird Marokko in der Forschung oft als „Ausnahme“ bezeichnet?

Marokko gilt als Ausnahme, da es trotz des Arabischen Frühlings keine Regimestürze gab und das System durch die Stabilität der Monarchie und frühzeitige Reformen geprägt blieb.

Inwiefern beeinflusste die Verfassungsreform 2011 das Wahlergebnis der PJD?

Die Reform stärkte parlamentarische Rechte und forderte Parteien zur Übernahme von Regierungsverantwortung auf, was der PJD als moderater Kraft den Weg in die Regierung ebnete.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Entwicklung des Politischen Islam im Kontext des Arabischen Frühlings
Subtítulo
Eine Untersuchung am Fallbeispiel der PJD in Marokko
Universidad
University of Duisburg-Essen
Curso
Entwicklungshemmnisse und Fluchtursachen in Nordafrika
Calificación
1,3
Autor
Charlotte Alfuss (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
25
No. de catálogo
V455935
ISBN (Ebook)
9783668867994
ISBN (Libro)
9783668868007
Idioma
Alemán
Etiqueta
entwicklung politischen islam kontext arabischen frühlings eine untersuchung fallbeispiel marokko
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Charlotte Alfuss (Autor), 2018, Die Entwicklung des Politischen Islam im Kontext des Arabischen Frühlings, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455935
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Extracto de  25  Páginas
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