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Wie funktioniert Foodsharing? Ressourcennutzung und der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung

Titel: Wie funktioniert Foodsharing? Ressourcennutzung und der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung

Bachelorarbeit , 2017 , 34 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sina Kreißig (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Rund 82 Kilogramm Lebensmittel enden in deutschen Haushalten pro Kopf jährlich im Müll. Dazu kommen Lebensmittel, die bei der Ernte, Produktion, im Handel und in der Gastronomie vernichtet werden. Weltweit landet sogar etwa ein Drittel aller produzierten Nahrungsmittel im Abfall. Gleichzeitig leiden etwa 793 Millionen Menschen weltweit an Hunger. Durch das Wegwerfen von Lebensmitteln werden gleichzeitig auch Energie, Wasser und andere Rohstoffen in der Kette vom Anbau bis zum Handel verschwendet. Ein Ansatz, der der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken soll, ist Foodsharing. Diese Arbeit stellt das Prinzip, die Struktur und die Funktionsweise dieser Organisation vor.

Unter dem Motto „Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen!“ versuchen die Mitglieder von Foodsharing der Vergeudung von Essen gemeinsam etwas entgegenzusetzen. Auf der Online-Plattform von Foodsharing geben Privathaushalte und Lebensmittelbetriebe überschüssiges, noch genießbares Essen kostenlos an andere weiter, anstatt es wegzuwerfen.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass dieses Kollektiv nicht nur Nahrungsmittelabfälle reduzieren will. Eine weitere Zielsetzung ist, die Gesellschaft wieder für einen achtsamen, bewussteren Umgang mit Nahrung zu sensibilisieren. Die Initiative stellt demnach ein Gegenkonzept zur Überfluss- und Wegwerfgesellschaft dar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Methodisches Vorgehen

2.1 Die Fallstudie

3 Darstellung des Untersuchungsgegenstandes

3.1 Foodsharing im Überblick

3.2 Funktionsweisen und Organisationsstrukturen

3.3 Ziele und Grundverständnis

3.4 Schwierigkeiten

4 Theoretische Verortung

4.1 Alternative Konsumformen –

4.2 Organisationstheorien

5 Rekonstruktion der foodsharing Initiative

5.1 Phase 1: Ursprünge der Grundidee (2011 bis Herbst 2012)

5.2 Phase 2: Umsetzung und erste Erfolge (Ende 2012 bis Mitte 2014)

5.3 Phase 3: Stetige Weiterentwicklung (Ende 2014 bis heute)

6 Ergebnis und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das soziale Phänomen "foodsharing" als eine explorative Fallstudie, um dessen Organisationsform, Strukturen und kollektive Identität zu identifizieren. Das zentrale Forschungsziel ist die Beantwortung der Frage, welche Art von Kollektivität durch die Initiative repräsentiert wird, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Entwicklung als internetbasiertes Netzwerk.

  • Analyse von foodsharing als kollektives Phänomen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung.
  • Untersuchung der Organisationsstrukturen und des Freiwilligen-Netzwerks.
  • Theoretische Einbettung in Sharing Economy, Collaborative Consumption und Organisationstheorien.
  • Rekonstruktion des Entwicklungsprozesses der Initiative in drei zeitlichen Phasen.
  • Charakterisierung der kollektiven Entwicklungsstufen (Crowd, Teilöffentlichkeit, E-Mobilizations).

Auszug aus dem Buch

3.1 Foodsharing im Überblick

Der Begriff foodsharing bezeichnet sowohl eine reine Handlung bzw. Interaktion zwischen Personen, als auch ein Kollektiv aus mehreren tausend Menschen, das seit rund vier Jahren besteht. Es organisiert sich vor allem über das Internet und setzt sich dafür ein, die tagtägliche Lebensmittelverschwendung zu verringern. Das Prinzip ist so simpel, wie seine Übersetzung. Es bezeichnet das (Ver-)Teilen und gemeinsame Nutzen von Essen bzw. Lebensmitteln. Interessant für die Forschung wird das Prinzip dadurch, dass es als kollektives Phänomen rasant gewachsen und vorwiegend im urbanen Raum zu beobachten ist. Wirklich greifbar wird es jedoch erst durch den Einbezug der Online-Plattform foodsharing.de und verschiedener regionaler Facebook-Gruppen. Denn nur über das Internet als Kommunikations- und Organisationsmedium können Handlungsmuster und Strukturen identifiziert und analysiert werden.

Foodsharing besteht einerseits darin, dass Privatpersonen ihre überschüssigen Lebensmittel an andere Privatpersonen abgeben, zum Beispiel, wenn vor einem Urlaub nicht mehr alles verzehrt werden kann. Diese Personengruppe, die lediglich eigenes Essen mit anderen teilt, wird in der Community als Foodsharer (siehe Kap. 3.2.1.) bezeichnet (vgl. Foodsharing e.V. 2015 b: o.S.).

Den zweiten wichtigen Bestandteil der Initiative bilden die Kooperationen mit Lebensmittelbetrieben, wie z.B. Supermärkten, Bäckereien, Gemüsehändlern oder auch Restaurants. Das heißt Betriebe sind dazu bereit, Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden (können), an Teilnehmer von foodsharing, die sogenannten Foodsaver (siehe Kap. 3.2.2.), kostenlos und legal abzugeben, anstatt sie wegzuwerfen. Das können Lebensmittel sein, die bis zum Ladenschluss nicht verkauft wurden und nicht aufgehoben werden können. Oder Waren, die kurz vor dem Ablauf ihres Mindesthaltbarkeitsdatums stehen bzw. es schon überschritten haben und deshalb nicht mehr verkaufsfähig sind. Gleiches gilt, wenn die Verpackung leicht beschädigt ist oder Früchte nicht mehr ganz frisch aussehen. Das Essen, das von den Foodsavern sozusagen gerettet wird, ist in den meisten Fällen aber noch vollkommen genießbar und teilweise direkt aus dem Verkauf (vgl. Foodsharing e.V. o.J. a: o.S.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in Deutschland und weltweit sowie die Notwendigkeit des Engagements gegen Ressourcenverschwendung durch die Initiative foodsharing.

2 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert die Wahl der qualitativen Einzelfallstudie als geeignete Methode zur explorativen Untersuchung des sozialen Phänomens foodsharing.

3 Darstellung des Untersuchungsgegenstandes: Hier werden die Funktionsweise, die Rollen innerhalb der Community, die Kooperationen mit Betrieben sowie die Ziele und Herausforderungen der Initiative detailliert beschrieben.

4 Theoretische Verortung: Dieser Teil bettet foodsharing in Konzepte der Sharing Economy sowie verhaltenswissenschaftliche Entscheidungs- und Netzwerktheorien ein, um die Organisationsform soziologisch zu fundieren.

5 Rekonstruktion der foodsharing Initiative: Die Entwicklung des Kollektivs wird chronologisch in drei Phasen unterteilt und anhand kollektivtheoretischer Ansätze analysiert, von der anfänglichen Crowd bis zur organisierten E-Mobilization.

6 Ergebnis und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass foodsharing ein dynamischer, noch nicht abgeschlossener Prozess ist, und reflektiert die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten sowie den Stellenwert der Bewegung.

Schlüsselwörter

foodsharing, Lebensmittelverschwendung, Nachhaltigkeit, Sharing Economy, Collaborative Consumption, Netzwerkanalyse, Freiwilligenarbeit, Lebensmittelretten, soziale Bewegung, E-Mobilizations, Commoning, Organisationstheorie, Ressourcenmanagement, Online-Plattform, Fallstudie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Initiative "foodsharing" als soziales Phänomen und untersucht deren Strukturen, Funktionsweisen und Entwicklung zu einem kollektiven Akteur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind Lebensmittelverschwendung, alternative Konsumformen, die Rolle von Online-Plattformen bei der Selbstorganisation sowie die theoretische Fundierung von sozialen Kollektiven.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die explorative Charakterisierung von foodsharing. Die Forschungsfrage lautet: "Welche Art von Kollektivität ist foodsharing?"

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine qualitative Einzelfallstudie, um das Phänomen foodsharing in seiner Ganzheitlichkeit zu erfassen und zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine deskriptive Darstellung des Gegenstandes, die theoretische Einbettung in Organisations- und Netzwerktheorien sowie eine phasenbasierte Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselbegriffen gehören insbesondere foodsharing, Lebensmittelretten, Sharing Economy, E-Mobilizations und soziale Netzwerke.

Welche unterschiedlichen Akteursrollen gibt es innerhalb von foodsharing?

Die Arbeit unterscheidet zwischen verschiedenen Rollen wie dem Foodsharer, dem Foodsaver, dem Betriebsverantwortlichen und dem Botschafter, die jeweils spezifische Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernehmen.

Wie unterscheidet sich foodsharing von der Tafel?

Im Gegensatz zur Tafel, die einen karitativen Fokus auf bedürftige Menschen hat, steht bei foodsharing der ökologische Aspekt des Lebensmittelrettens im Vordergrund. Zudem verzichtet foodsharing vollständig auf Geld und ist durch eine dezentrale, flexiblere Struktur gekennzeichnet.

Warum spielt das Internet eine zentrale Rolle für die Initiative?

Das Internet fungiert als wichtigstes Kommunikations- und Organisationsmedium, ohne das die Koordination der zahlreichen Freiwilligen und der Abholprozesse in dieser Größe nicht möglich wäre.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie funktioniert Foodsharing? Ressourcennutzung und der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung
Hochschule
Universität Stuttgart
Veranstaltung
Abteilung für Organisations- und Innovationssoziologie
Note
1,7
Autor
Sina Kreißig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
34
Katalognummer
V456026
ISBN (eBook)
9783668956322
ISBN (Buch)
9783668956339
Sprache
Deutsch
Schlagworte
foodsharing sharing economy lebensmittelverschwendung ngo ehrenamt commons foodwaste collaborative consumption alternative konsumformen fallstudie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sina Kreißig (Autor:in), 2017, Wie funktioniert Foodsharing? Ressourcennutzung und der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456026
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  34  Seiten
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