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Eine gestohlene Revolution? Strukturen eines modernen Kolonialismus im Syrien-Konflikt

Título: Eine gestohlene Revolution? Strukturen eines modernen Kolonialismus im Syrien-Konflikt

Tesis (Bachelor) , 2018 , 63 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: David Schmucker (Autor)

Política - Región: Oriente Medio
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Der Konflikt in Syrien ist geprägt durch seine Komplexität und Undurchsichtigkeit. Regelmäßig berichten westliche Medien über Gewaltakte, Attentate, Terrorismus und ein nicht endendes menschliches Leid. Besonders auf Grund von Terroranschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat und den enormen Flüchtlingswellen in Europa hat der Konflikt eine starke Präsenz auch im Alltag der westlichen Bevölkerung. Seine Komplexität gewinnt der Konflikt auf Grund einer fast unüberschaubaren Anzahl an Interessensgruppen und weitreichenden Konsequenzen, die eine friedliche Lösung bis heute unerreichbar machen. Die Relevanz dieser aktuellen Thematik muss kaum untermauert werden. Aus europäischer Perspektive wäre der Terrorismus in europäischen Hauptstädten, die Flüchtlingsproblematik, die seit 2015 den Diskurs der nationalen Innenpolitik bestimmt, oder das außerpolitische Positionieren in einem der größten Stellvertreterkriege der Geschichte zu nennen. Betrachtet man den Nahen Osten selbst, verzeichnete der Krieg über 500.000 Menschenleben und über 11 Millionen syrische Flüchtlinge. (Megan 13.4.2018 in nytimes.com)

Medial wird der Konflikt meist über dualistischen Werte-Konstelationen vereinfacht: Die unterdrückte syrische Bevölkerung rebelliert gegen das autokratische Assad-Regime und verlangt Freiheit und Bürgerrechte. Die westlichen Alliierten, als Verfechter der demokratischen Werte, unterstützen die aufbegehrende Bevölkerung gegen das dämonisierte Assad-Regime und bekämpfen gleichzeitig den islamistischen Terrorismus, der grundsätzlich für „das Böse“ in der Welt steht. Die Schwierigkeiten, den Diktator zu stürzen sind darin begründet, dass Assad Unterstützung durch andere autokratische Regime wie Russland und China erhält. Analysiert man den Konflikt jedoch an Hand realpolitischer Interessen wird eines schnell deutlich: “Obwohl jeder Krieg ausgiebig von Lügen und Täuschung Gebrauch macht, basiert der schmutzige Krieg gegen Syrien auf einem Maß an Desinformation, das seit Menschengedenken noch nicht gesehen wurde“ (Anderson 2016).

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Einordnung

3. Merkmale kolonialer Systeme nach Franz Fanon

4. Der historisch materialistische Ansatz

5. Der Syrienkrieg als eine materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen

5.1 Historischer Kontext

5.2 Sozioökonomische Verhältnisse

5.3 Hegemonieprojekte im Syrienkonflikt

5.3.1 Die Assad-Regierung und die syrischen Rebellen

5.3.2 Regionale Akteure

5.3.3 Internationale Akteure

5.4 Eine strukturelle Zusammenfassung unterschiedlicher Interessen

6. Analyse der Herrschaftsverhältnisse auf koloniale Merkmale

6.1 Merkmal – binäres Herrschaftsverhältnis

6.2 Merkmal – Gewalt

6.3 Merkmal – Verdinglichung und widersprüchliches Werteverständnis

6.4 Merkmal – Volksbildung

6.5 Merkmal – kapitalistische Wechselwirkung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit der Syrien-Konflikt durch moderne koloniale Strukturen bestimmt ist. Ziel ist es, die komplexen geopolitischen Interessen sowie die gesellschaftlichen Herrschaftsmechanismen zu entwirren und auf ihre treibenden Merkmale zu reduzieren, um ein tieferes Verständnis für die Dynamiken des Krieges zu gewinnen.

  • Analyse des Syrien-Konflikts mittels des historisch-materialistischen Ansatzes
  • Anwendung von Franz Fanons Theorie kolonialer Merkmale auf das Fallbeispiel Syrien
  • Untersuchung der Rolle regionaler und internationaler Akteure
  • Reflexion über die Instrumentalisierung von Werten in der Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

Merkmale kolonialer Systeme nach Franz Fanon

In seinem Hauptwerk Die Verdammten dieser Erde aus dem Jahr 1961 analysiert Franz Fanon die Strukturen des französischen Kolonialismus in Algerien und die gewaltvolle Phase der Dekolonisierung zwischen 1954 bis 1962. Im Folgenden werden die fanosche Darstellung kolonialer Strukturen sowie die Analyse eines Prozesses der Dekolonisierung aufgezeigt. Anschließend werden im Sinne Fanons die entscheidenden Merkmale kolonialer Strukturen herausgearbeitet.

Um die methodische Vorgehensweise Fanons besser verstehen zu können, hilft es sich vorab im Klaren darüber zu werden, warum Fanon häufig in seiner Analyse zwischen der Darstellung kolonialer Strukturen und dem dekolonialen Prozess wechselt. Denn nach Fanon ist die Dekolonisierung zwar ein „Programm absoluter Umwälzung“, doch befindet sie sich in einem determinierten Prozess des kolonialen Systems. „Die Notwendigkeit dieser Veränderung existiert im Rohzustand, übermächtig und zwingend, im Bewusstsein und im Leben der kolonialisierten Männer und Frauen“ (Fanon 1981: 29). Weiter lassen sich grundlegende Säulen des kolonialen Systems, wie die Gewalt oder die binäre Herrschaftslogik erst vollständig verstehen, wenn sie sich im ontologischen Prozess der Dekolonisierung entfalten.

Nach Fanon ist die Dekolonisierung immer ein „Phänomen der Gewalt“. Sie ist ein Prozess der absoluten Umwälzung. „Die Dekolonisierung ersetzt ganz einfach eine bestimmte ‚Art‘ Menschen durch eine andere ‚Art‘ von Menschen“ (Fanon 1981: 29). Weiter beschreibt Fanon die Dekolonisierung als historischen Prozess, in dem sich zwei antagonistische Kräfte gegenüberstehen, die sich in ihrem existentiellen Sein auf das koloniale System beziehen. Damit ist gemeint, dass Kolonialherr und Kolonialisierter sich zwar im Sinne einer manichäischen Unterscheidungslogik absolut widersprechen, sich jedoch gegenseitig bedingen. So stellt das koloniale System ein binäres Herrschaftsverhältnis auf, in dem der Kolonialherr den Kolonialisierten erschafft und der Kolonialisierte den Kolonialherren erschafft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Komplexität des Syrien-Konflikts ein und stellt die Forschungsfrage nach modernen kolonialen Strukturen.

2. Begriffliche Einordnung: Dieser Abschnitt differenziert zentrale Begriffe wie Kolonialismus, Imperialismus und Herrschaft zur theoretischen Vorbereitung.

3. Merkmale kolonialer Systeme nach Franz Fanon: Es werden Fanons Kriterien für koloniale Herrschaft und der Prozess der Dekolonisierung als Grundlage der Analyse extrahiert.

4. Der historisch materialistische Ansatz: Dieser Teil beleuchtet die marxistische Perspektive zur Analyse gesellschaftlicher Kräftekonstellationen.

5. Der Syrienkrieg als eine materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen: Das Kapitel bietet eine historische und sozioökonomische Analyse des syrischen Kontextes und der beteiligten Akteure.

6. Analyse der Herrschaftsverhältnisse auf koloniale Merkmale: Hier erfolgt die praktische Anwendung der fanoschen Merkmale auf die identifizierten Machtstrukturen im Syrien-Konflikt.

7. Fazit: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse der methodischen Analyse und diskutiert die Übertragbarkeit der theoretischen Konzepte.

Schlüsselwörter

Syrien-Konflikt, Franz Fanon, Kolonialismus, Historischer Materialismus, Herrschaftsverhältnis, Gewalt, Hegemonie, Dekolonisierung, Macht, Internationale Beziehungen, Assad-Regime, Interessenkonflikt, Identität, Sozioökonomie, Geopolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelorarbeit untersucht den Syrien-Konflikt unter der Perspektive, ob und inwiefern moderne koloniale Strukturen und Herrschaftsmechanismen das Kriegsgeschehen bestimmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind koloniale Theorie nach Franz Fanon, historischer Materialismus, die Rolle internationaler und regionaler Akteure sowie die Analyse von Herrschaftsverhältnissen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwieweit ist der Konflikt in Syrien durch eine moderne Form kolonialer Strukturen bestimmt?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine methodische Symbiose aus dem historisch-materialistischen Ansatz zur Darstellung materieller Interessen und der soziologischen Analyse mittels Fanons kolonialer Merkmale.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den historischen Kontext Syriens, die ökonomischen Verhältnisse, die Hegemonieprojekte der verschiedenen Akteure und prüft diese schließlich anhand der fünf von Fanon abgeleiteten kolonialen Merkmale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Syrien-Konflikt, Kolonialismus, Fanon, Hegemonie, Gewalt, Macht sowie internationale geopolitische Interessen.

Inwiefern spielt der Begriff der „Arbeit“ bei Fanon eine Rolle für die Analyse?

Fanon überträgt die marxistische Ontologie der Arbeit auf den Gegenstand der Gewalt, wobei für den Kolonialisierten die „Arbeit am Tod des Kolonialherren“ eine identitätsbildende Funktion zur Zurückgewinnung der Menschlichkeit einnimmt.

Wie bewertet der Autor die Rolle westlicher Werte in diesem Kontext?

Der Autor hinterfragt die Verteidigung westlicher Werte als häufige Legitimationsstrategie für machtpolitische Eingriffe („Regime Change“) und kontrastiert dies mit der realen, auf Interessen basierenden Außenpolitik der Akteure.

Final del extracto de 63 páginas  - subir

Detalles

Título
Eine gestohlene Revolution? Strukturen eines modernen Kolonialismus im Syrien-Konflikt
Universidad
University of Marburg  (Politikwissenschaft)
Calificación
1,7
Autor
David Schmucker (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
63
No. de catálogo
V456080
ISBN (Ebook)
9783668887534
ISBN (Libro)
9783668887541
Idioma
Alemán
Etiqueta
Syrien Revolution Internationale Beziehungen USA Franz Fanon Kolonialismus IS ISIS Terrorismus Flüchtlinge EU Iran Saudi-Arabien Naher Osten Mittlerer Osten Assad Rebellen Politik Soziologie Medien historischer Materialismus Die verdammten dieser Erde
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
David Schmucker (Autor), 2018, Eine gestohlene Revolution? Strukturen eines modernen Kolonialismus im Syrien-Konflikt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456080
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