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Open Government. Ein Weg aus der Politikverdrossenheit?

Title: Open Government. Ein Weg aus der Politikverdrossenheit?

Bachelor Thesis , 2018 , 48 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dominik Prüller (Author)

Politics - Basics and General
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In dieser Bacheloarbeit soll zunächst geklärt werden, was unter Open Government und Politikverdrossenheit verstanden wird, da dies für das Verständnis der weiteren Ausführungen wichtig ist. In weiterer Folge sollen mögliche Wirkungen von Open Government auf das Ausmaß der Politikverdrossenheit erörtert werden, wobei sowohl Wirkungen, die zu einer Verringerung der Politikverdrossenheit führen könnten als auch solche, die eine Zunahme der Politikverdrossenheit mit sich bringen könnten, betrachtet werden sollen.

Ebenso soll ein möglicher Zusammenhang in Europa anhand einer statistischen Analyse untersucht werden. Am Ende sollen die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit präsentiert werden und die Forschungsfrage, ob Open Government ein Mittel gegen Politikverdrossenheit ist, sofern möglich, beantwortet werden.

Sowohl Open Government als auch Politikverdrossenheit sind Begriffe, die in den letzten Jahren häufig, oftmals geradezu inflationär und mit immer breiter gefassten Begriffsverständnissen, in politischen Diskussionen zur Anwendung kommen. Viele Wirkungen, die von den BefürworterInnen von Open Government durch die Umsetzung dieses Konzeptes erwartet werden, entsprechen oftmals der genauen Gegenwirkung von Faktoren, die als Ursachen für Politikverdrossenheit angeführt werden.

Folglich stellt sich die so in der Literatur bisher nicht behandelte Forschungsfrage, ob die Umsetzung von Open Government das Ausmaß an Politikverdrossenheit reduzieren kann. In der Literatur wird eine solche Wirkung häufig unreflektiert zum Ausgangspunkt von Überlegungen, ohne zu hinterfragen, ob diese grundlegenden Annahmen haltbar sind. Daher sollen diese Annahmen in der folgenden Arbeit diskutiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Open Government

2.1. Begriffserklärungen

2.2. Wesentliche Bestandteile

2.3. Anwendung in der Praxis

3. Politikverdrossenheit

3.1. Begriffserklärung

3.2. Empirische Belege

3.3. Ursachen

3.4. Folgen und Risiken

4. Argumente für Open Government als Mittel gegen Politikverdrossenheit

4.1. Überblick

4.2. Förderung des Vertrauens durch Transparenz

4.3. Stärkung der politischen Verantwortlichkeit

4.4. Steigerung der Zufriedenheit durch Partizipation und Kollaboration

5. Argumente gegen Open Government als Mittel gegen Politikverdrossenheit

5.1. Überblick

5.2. Ungleiche Repräsentation in Beteiligungsprozessen

5.3. Zweifel an der Vereinbarkeit mit der repräsentativen Demokratie

5.4. Negative Medienberichterstattung

6. Statistischer Zusammenhang in Europa

6.1. Überblick

6.2. Ergebnis

7. Auswertung

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob die Umsetzung von Open Government das Ausmaß an Politikverdrossenheit reduzieren kann. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob die in der Literatur häufig angenommenen positiven Wirkungen von Transparenz, Partizipation und Kollaboration tatsächlich zu einer Stärkung des Vertrauens und einer Verringerung der Politikverdrossenheit führen.

  • Grundlagen und Zielsetzungen von Open Government
  • Analyse der Ursachen und Folgen von Politikverdrossenheit
  • Argumente für eine positive Wirkung von Open Government
  • Kritische Gegenargumente und potenzielle Risiken
  • Statistische Untersuchung des Zusammenhangs in europäischen Ländern

Auszug aus dem Buch

4.2. Förderung des Vertrauens durch Transparenz

Wie bereits dargelegt, stellt Transparenz eine wesentliche Komponente des Open Government Konzeptes dar. Transparenz beschreibt dabei die Möglichkeit von Außenstehenden, in die Prozesse und Entscheidungen innerhalb einer Organisation, im Kontext dieser Arbeit also in einer Verwaltungseinheit, Einblick zu nehmen (Grimmelikhuijsen, 2011, S. 4). Dabei wird einer umfassenden Transparenz neben dem Rückgang der Korruption, einer Effizienzsteigerung der Verwaltung und einer ausgeprägteren BürgerInnenbeteiligung auch eine positive Wirkung auf das der Regierung von der Bevölkerung entgegengebrachte Vertrauen zugeschrieben (Mabillard/Pasquier, 2015, S. 23). Da fehlendes Vertrauen bzw. Misstrauen bei der Entstehung von Politikverdrossenheit als wesentlicher Faktor gesehen wird, erscheint es sinnvoll, die Belastbarkeit der Annahme, dass Transparenz zu mehr Vertrauen führt, zu überprüfen.

BefürworterInnen der These, dass Transparenz das öffentliche Vertrauen stärkt, begründen dies damit, dass das Misstrauen der BürgerInnen aus einem Mangel an Informiertheit und einem daraus resultierendem subjektiven, nicht faktenbasierten, negativen Eindruck resultiere. Folglich wird argumentiert, dass das Vertrauen gefördert werden könne, indem die BürgerInnen ausreichend über die Arbeit der Regierung informiert werden. (Bannister/Connolly, 2011, S. 21) Cook, Jacobs und Kim (2010) schließen dahingehend aus ihrer Analyse, in der sie das Vertrauen von informierten BürgerInnen mit jenem von nicht informierten BürgerInnen vergleichen, dass das Vertrauen durch die Zurverfügungstellung von Informationen steige (Cook/Jacobs/Kim, 2010, S. 408f.). Dieser Effekt zeige sich schon dadurch, dass die Daten überhaupt offengelegt werden, und sei bei Personen, die die Informationen lesen, noch stärker ausgeprägt (Cook/Jacobs/Kim, 2010, S. 409).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Begriffe Open Government und Politikverdrossenheit sowie Darstellung der Forschungsfrage und methodischen Vorgehensweise.

2. Open Government: Definition, wesentliche Bestandteile (Transparenz, Partizipation, Kollaboration) und Anwendungsbeispiele des Konzepts.

3. Politikverdrossenheit: Begriffsklärung, Indikatoren, Ursachen und die daraus resultierenden negativen Folgen für das politische System.

4. Argumente für Open Government als Mittel gegen Politikverdrossenheit: Diskussion positiver Wirkungsannahmen durch Transparenz, Verantwortlichkeit und Bürgerbeteiligung.

5. Argumente gegen Open Government als Mittel gegen Politikverdrossenheit: Analyse von Risiken wie ungleicher Repräsentation, Inkompatibilität zur repräsentativen Demokratie und negativer Medienberichterstattung.

6. Statistischer Zusammenhang in Europa: Statistische Analyse zur Überprüfung der Korrelation zwischen Open Government Index und Politikverdrossenheit in neun europäischen Ländern.

7. Auswertung: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung der komplexen Wechselwirkungen.

8. Zusammenfassung: Abschließender Überblick über die behandelten Konzepte, die zentralen Argumente und die Erkenntnisse der Arbeit.

Schlüsselwörter

Open Government, Politikverdrossenheit, Transparenz, Partizipation, Kollaboration, Bürgerbeteiligung, politische Verantwortlichkeit, Demokratie, Regierungsführung, Vertrauen, Statistik, Korrelation, öffentliche Verwaltung, Bürgerhaushalt, repräsentative Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Umsetzung des Open Government-Konzepts und dem Phänomen der Politikverdrossenheit, um festzustellen, ob Ersteres als Mittel gegen Letzteres dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Praxis von Open Government, die Ursachen und Auswirkungen von Politikverdrossenheit sowie die kontroversen Debatten über die Wirksamkeit von Transparenz- und Beteiligungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu klären, ob die Umsetzung von Open Government das Ausmaß an Politikverdrossenheit reduzieren kann, wobei auch gegenläufige Effekte kritisch beleuchtet werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse der bestehenden Forschungsergebnisse sowie einer eigenständigen statistischen Datenanalyse zur Korrelation zwischen Open Government und Politikverdrossenheit in ausgewählten europäischen Ländern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte definiert, danach die Argumente für und gegen Open Government als Instrument gegen Politikverdrossenheit abgewogen und schließlich eine statistische Analyse durchgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Open Government, Politikverdrossenheit, Transparenz, Partizipation, Bürgerbeteiligung und das Vertrauen in politische Institutionen.

Können Medien die Wirkung von Open Government negativ beeinflussen?

Ja, die Arbeit zeigt auf, dass Medien offengelegte Informationen oft für negative Berichterstattung nutzen, was das Vertrauen der Bevölkerung eher mindern als stärken kann.

Was ist das zentrale Ergebnis der statistischen Analyse?

Die Analyse weist auf eine statistisch signifikante Korrelation hin, wonach in den untersuchten Ländern eine stärkere Umsetzung von Open Government mit einer geringeren Politikverdrossenheit einhergeht, wobei die Kausalrichtung offenbleibt.

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Details

Title
Open Government. Ein Weg aus der Politikverdrossenheit?
College
University of Linz  (Public und Nonprofit Management)
Course
Seminar Public und Nonprofit Management 1 (PNP 3)
Grade
1,0
Author
Dominik Prüller (Author)
Publication Year
2018
Pages
48
Catalog Number
V456252
ISBN (eBook)
9783668881051
ISBN (Book)
9783668881068
Language
German
Tags
Open Government Politikverdrossenheit Politik Transparenz Vertrauen Verantwortlichkeit Partizipation Kollaboration Demokratie Beteiligung Offenheit Staat Verwaltung Bürger
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Prüller (Author), 2018, Open Government. Ein Weg aus der Politikverdrossenheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456252
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