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Die Pflichten des Souveräns. Ein Widerspruch in sich?

Título: Die Pflichten des Souveräns. Ein Widerspruch in sich?

Trabajo Escrito , 2018 , 14 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Hannah Friedrich (Autor)

Política - Generalidades y teorías de la política internacional
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Thomas Hobbes ist einer der wichtigsten Denker der politischen Philosophie. Generationen von Studenten der Politikwissenschaft haben seine Werke als Standardliteratur gelesen, unzählige Wissenschaftler haben Unmengen an Arbeiten über seine Theorien geschrieben. Bei der Lektüre von „De Cive“ bin ich auf einen Widerspruch gestoßen, über den ich auch nach langer Suche kaum Sekundärliteratur gefunden habe: In den ersten Kapiteln des Buches schreibt Hobbes, der Souverän sei seinen Untertanen nicht verpflichtet. Später jedoch geht es in „De Cive“ um die Pflichten des Herrschers, die auf das Wohl des Volkes abzielen. Diese Pflichten erwähnt Hobbes jedoch nicht nur kurz am Rande, nein, er widmet ihnen ein ganzes Kapitel. Doch wie kann es sein, dass er im selben Werk einerseits betont, der Souverän sei den Bürgern nicht verpflichtet, andererseits aber von dessen Pflichten gegenüber den Untertanen schreibt?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Ein Widerspruch in „De Cive“?

2 Grundlagen zum Verständnis

2.1 Pflicht: „Duty“ und „obligation“

2.2 Wieso ist der Souverän den Untertanen nicht verpflichtet?

2.3 Die einzelnen Pflichten des Souveräns in „De Cive“

3 Der Widerspruch zwischen den Anfangskapiteln von „De Cive“ und Kapitel 13

4 Analyse einer Schlüsselstelle

5 Die Pflichten des Souveräns in der Literatur

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den scheinbaren Widerspruch in Thomas Hobbes' Werk „De Cive“, in dem der Autor einerseits die Nicht-Verpflichtung des Souveräns gegenüber den Bürgern betont, andererseits jedoch ein ganzes Kapitel den Pflichten des Herrschers widmet. Das Ziel ist es, diesen Widerspruch durch eine Analyse zentraler Schlüsselstellen und unter Einbeziehung der Sekundärliteratur aufzulösen.

  • Rechtliche und moralische Grundlagen des Begriffs „Pflicht“ bei Hobbes
  • Die argumentative Herleitung der Souveränität und Nicht-Verpflichtung
  • Detaillierte Untersuchung der Pflichten des Souveräns in Kapitel 13 von „De Cive“
  • Analyse des göttlichen Gesetzes als Bindeglied zwischen Macht und Wohl des Volkes
  • Diskussion der Rolle des Souveräns innerhalb der Hobbes’schen Staatskonzeption

Auszug aus dem Buch

4 Analyse einer Schlüsselstelle

Um diesen scheinbaren Widerspruch zu verstehen und gegebenenfalls sogar zu lösen, möchte ich im Folgenden eine Schlüsselstelle aus dem dreizehnten Kapitel analysieren. Ich beziehe mich hierbei auf das in Kapitel 2.3 vollständig aufgeführte Zitat.

Hier wiederholt Hobbes noch einmal, dass der Inhaber der höchsten Gewalt „Gesetzen im eigentlichen Sinn des Wortes, d. h. dem Willen der Menschen nicht unterworfen werden [kann]“ (Hobbes 1994: 205). Denn es wäre ein Widerspruch, gleichzeitig höchste Gewalt und trotzdem anderen unterworfen zu sein. Nun sei es aber dennoch die Pflicht des Herrschers, „der rechten Vernunft, welche das natürliche, moralische und göttliche Gesetz ist, nach Möglichkeit in allem zu gehorchen“ (ebd.). Hobbes wiederholt sodann den Zusammenhang zwischen Herrschaft, Friede und Wohlergehen: So sei die Herrschaft eingerichtet, um den Frieden zu sichern, und der Friede sei wiederum deshalb erstrebenswert, weil durch ihn das größtmögliche Wohlergehen für die Menschen erreicht werden könne. Aufgrund dieses Zusammenhangs würde der Souverän Hobbes zufolge gegen „die Bedingungen des Friedens“ (ebd.), namentlich die natürlichen Gesetze verstoßen, wenn er seine Macht nicht zum Wohl des Volkes gebraucht. Aus dem Wohl des Volkes leite sich somit das Gesetz ab, aus dem die Pflichten der Fürsten abgeleitet werden können (an dieser Stelle ist zu beachten, dass Hobbes in diesem Kontext „Volk“ – anders als im Kapitel davor – als Menge der Bürger, die regiert werden, versteht) (ebd.).

Entscheidend ist in dieser Schlüsselstelle die Formulierung, dass der Souverän „Gesetzen im eigentlichen Sinn des Wortes, d. h. dem Willen der Menschen nicht unterworfen werden [kann]“ (ebd.). Hier bestätigt Hobbes seine bisherige Argumentation, dass der Herrscher den Bürgern nicht verpflichtet ist, gibt jedoch gleichzeitig den entscheidenden Hinweis für die Lösung besagten Widerspruchs: Der Souverän muss „dem Willen der Menschen“ (ebd.) nicht Folge leisten, er untersteht jedoch immer noch dem göttlichen Gesetz.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ein Widerspruch in „De Cive“?: Das Kapitel führt in die Fragestellung ein, wie Hobbes einerseits die Souveränität als nicht-verpflichtet gegenüber Bürgern darstellen und gleichzeitig weitreichende Pflichten für den Herrscher formulieren kann.

2 Grundlagen zum Verständnis: Es werden die theoretischen Begriffsdefinitionen von Pflicht und Verpflichtung geklärt sowie die strukturellen Gründe erläutert, warum der Souverän nach Hobbes’ Theorie den Bürgern gegenüber nicht vertraglich gebunden ist.

2.1 Pflicht: „Duty“ und „obligation“: Dieser Abschnitt differenziert anhand der Sekundärliteratur zwischen den Begriffen „duty“ und „obligation“ im Kontext von Hobbes' Philosophie.

2.2 Wieso ist der Souverän den Untertanen nicht verpflichtet?: Hier wird analysiert, warum der Souverän aufgrund der Identität von Staatswille und Herrscherwille rechtlich nicht an die Bürger gebunden sein kann.

2.3 Die einzelnen Pflichten des Souveräns in „De Cive“: Das Kapitel gibt einen Überblick über die in Kapitel 13 von „De Cive“ definierten Aufgaben des Herrschers, die sich primär auf das Wohl des Volkes beziehen.

3 Der Widerspruch zwischen den Anfangskapiteln von „De Cive“ und Kapitel 13: Es wird die Spannung zwischen der absoluten Macht des Souveräns und den späteren inhaltlichen Pflichtkatalogen gegenübergestellt.

4 Analyse einer Schlüsselstelle: Durch die tiefgehende Untersuchung eines Zitats aus Kapitel 13 wird aufgezeigt, wie das göttliche Gesetz als moralischer Rahmen für den Souverän fungiert.

5 Die Pflichten des Souveräns in der Literatur: Dieser Teil ordnet die erarbeiteten Erkenntnisse in den Diskurs der modernen Forschung ein, insbesondere unter Berücksichtigung von Sreedhar und Lemetti.

6 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Nicht-Verpflichtung gegenüber den Bürgern und die moralische Verpflichtung gegenüber Gott/der Vernunft keine unvereinbaren Gegensätze sind.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, De Cive, Souverän, Pflicht, Verpflichtung, Naturzustand, Wohl des Volkes, Gesellschaftsvertrag, göttliches Gesetz, bürgerliche Gesetze, politische Philosophie, Sicherheit, Frieden, Herrschaft, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert einen scheinbaren logischen Widerspruch in Thomas Hobbes' Werk „De Cive“, bei dem der Autor einerseits eine absolute Macht des Souveräns ohne vertragliche Bindung an die Bürger postuliert und andererseits konkrete Pflichten des Herrschers definiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Souverän und Untertanen, die Interpretation der Begriffe „duty“ und „obligation“, die Bedeutung des „Wohls des Volkes“ als höchstes Gesetz und die Rolle der natürlichen beziehungsweise göttlichen Gesetze als limitierende Faktoren für den Herrscher.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den aufgeworfenen Widerspruch zwischen der Souveränitätslehre und dem Pflichtenkatalog des Herrschers durch die Analyse von Schlüsselstellen und die Einbeziehung politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur aufzulösen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Arbeit, die primär mit den Originaltexten von Hobbes („De Cive“) arbeitet und diese durch den Abgleich mit relevanter Sekundärliteratur (etwa von Susanne Sreedhar oder Juhana Lemetti) interpretiert und kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, die systematische Darstellung der rechtlichen Ausgangslage des Souveräns, die Zusammenfassung der spezifischen Pflichten in Kapitel 13 sowie eine detaillierte Analyse einer zentralen Schlüsselstelle, die den Widerspruch auflöst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Souveränität, Gesellschaftsvertrag, natürliche Gesetze, Pflichten des Herrschers, Friedenssicherung und das Wohl des Volkes.

Wie löst die Autorin den identifizierten Widerspruch?

Die Autorin argumentiert, dass der Souverän zwar den Bürgern rechtlich nicht verpflichtet ist, jedoch einer übergeordneten, moralischen und göttlichen Instanz – der rechten Vernunft und dem natürlichen Gesetz – untersteht, welches ihn zur Friedenssicherung und zum Wohl der Bürger verpflichtet.

Warum spielt das „göttliche Gesetz“ bei Hobbes eine Rolle für den Souverän?

Das göttliche oder natürliche Gesetz dient als letzte, übergeordnete Instanz, der selbst der souveräne Herrscher unterworfen bleibt, da er ohne die Erfüllung dieser moralischen Anforderungen, insbesondere der Friedenssicherung, seinen eigenen Zweck verfehlen würde.

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Detalles

Título
Die Pflichten des Souveräns. Ein Widerspruch in sich?
Universidad
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Calificación
1,3
Autor
Hannah Friedrich (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
14
No. de catálogo
V456294
ISBN (Ebook)
9783668867345
ISBN (Libro)
9783668867352
Idioma
Alemán
Etiqueta
Hobbes Politische Philosophie Pflicht De Cive Vom Bürger
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Hannah Friedrich (Autor), 2018, Die Pflichten des Souveräns. Ein Widerspruch in sich?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456294
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