In dieser Arbeit soll das Verhältnis zwischen Journalismus und Public Relations bzw. die Unterschiede zwischen beiden Publikationsarten analysiert werden. Im ersten Kapitel der Arbeit wird zunächst versucht die Begriffe genauer zu definieren, um so Unterschiede herausarbeiten zu können. Im zweiten Kapitel der Arbeit werden Berufsethos und die Aufgabe des Journalismus in unserer Demokratie beschrieben, wodurch die Abgrenzung zur Aufgabensetzung von Public Relations verdeutlicht werden kann. Im dritten Kapitel wird anhand von Studien und Beispielen aus der journalistischen und Medienpraxis gezeigt, welcher Art die Verbindungen zwischen dem Journalismus und PR sind und in welcher Häufigkeit diese auftreten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Definitionen
1.1 Journalismus
1.2 Public Relations
1.3 Unterschiede
2. Journalistische Unabhängigkeit und demokratietheoretische Grundlagen
3. Die Beziehungen zwischen Public Relations und Journalismus
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen Journalismus und Public Relations, mit dem primären Ziel, die Unterschiede zwischen beiden Publikationsformen zu definieren und die Auswirkungen der PR-Arbeit auf die journalistische Unabhängigkeit sowie die demokratische Funktion der Medien zu untersuchen.
- Grundlegende Begriffsbestimmungen von Journalismus und Public Relations
- Analyse des journalistischen Berufsethos im demokratischen Kontext
- Untersuchung der wechselseitigen Beziehungen und Einflussnahme zwischen PR und Journalismus
- Darstellung der Rolle von Kodizes und Selbstkontrollorganen wie dem Presserat
- Bewertung der Gefahr einer Instrumentalisierung des Journalismus durch PR
Auszug aus dem Buch
1.1 Journalismus
Der Begriff des Journalismus ist trotz seiner Relevanz definitorisch unklar und abhängig von der Sichtweise. Diese Definitionen sind entweder personen-, system- oder kulturzentriert und setzen somit unterschiedliche Schwerpunkte. Weischenberg reduzierte seine Definition auf die „hauptberufliche Tätigkeit von Personen, die an der Sammlung, Prüfung, Auswahl, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten, Kommentaren sowie Unterhaltungsstoffen durch Massenmedien beteiligt sind“.
Eine erhebliche Schwäche dieser Definition ist, dass sie keinen Unterschied macht zwischen Mitarbeitern von Presse, Rundfunk, Nachrichtenagenturen und Pressediensten und „Pressestellen von Firmen, Verbänden und der Verwaltung“. Weichenberg klammerte so wesentliche Faktoren wie Rezipienten, politische und wirtschaftliche Systeme oder Fragen nach der Qualität völlig aus. In Kenntnis über die Schwäche seiner vorhergehenden Theorie leitete er 17 Jahre später einen Paradigmenwechsel in der Journalismusdefinition ein, indem er diese an die Systemtheorie Luhmanns koppelte.
Demnach ist Journalismus ein „Handlungszusammenhang, der in soziale Prozesse eingebunden ist“ und ein „komplex strukturiertes und mit anderen gesellschaftlichen Systemen auf vielfältige Weise vernetztes soziales Gebilde.“ Zudem sind „Wirklichkeitsentwürfe der Medien […] das Ergebnis von Handlungen in einem systemischen Kontext“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der Unabhängigkeit des Journalismus und dem Einflussbereich der Public Relations unter Einbeziehung des Glaubwürdigkeitsfaktors.
1. Definitionen: In diesem Kapitel werden die Begriffe Journalismus und Public Relations präzise definiert und deren wesentliche Unterschiede, insbesondere hinsichtlich ihrer Zielsetzung und Auftraggeber, herausgearbeitet.
2. Journalistische Unabhängigkeit und demokratietheoretische Grundlagen: Das Kapitel beschreibt den notwendigen Berufsethos und die demokratische Kontrollfunktion des Journalismus sowie die Herausforderungen durch markt- und wirtschaftsorientierte Einflüsse.
3. Die Beziehungen zwischen Public Relations und Journalismus: Hier werden wissenschaftliche Studien und praktische Beispiele analysiert, um die Determinationsthese und die Interdependenz zwischen PR-Akteuren und journalistischen Redaktionen zu beleuchten.
Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Gefahr der Instrumentalisierung des Journalismus durch PR-Aktivitäten und kritisiert die Schwächen der aktuellen Selbstkontrollmechanismen.
Schlüsselwörter
Journalismus, Public Relations, Pressefreiheit, Determinationshypothese, Medienethik, Pressekodex, Intereffikation, Meinungsbildung, Schleichwerbung, Öffentlichkeitsarbeit, Medienkonzerne, Journalistische Unabhängigkeit, Informationspflicht, PR-Strategien, Mediensystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Verhältnis zwischen Journalismus und Public Relations in Deutschland und der Frage, wie diese Bereiche interagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition der beiden Fachbereiche, der journalistische Auftrag im demokratischen System sowie die kritische Untersuchung des gegenseitigen Einflusses von PR und Journalismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede der Publikationsarten aufzuzeigen und zu analysieren, ob und wie PR-Tätigkeiten die journalistische Unabhängigkeit und damit die Meinungsbildung in der Demokratie beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse von Fachliteratur sowie die Auswertung empirischer Studien zur medienwissenschaftlichen Forschung und berufsethischen Kodizes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden begriffliche Abgrenzungen, die Rolle des Journalismus in der Demokratie sowie empirische Belege für die wechselseitige Beeinflussung durch PR-Aktivitäten diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Journalismus, Public Relations, Unabhängigkeit, Intereffikation und Presseethik.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Deutschen Presserates?
Der Autor kritisiert den Presserat als weitgehend ineffektiv und bezeichnet ihn in Bezug auf die Sanktionierung von Schleichwerbung und PR-Einflüssen als "zahnlosen Tiger".
Was besagt die "Determinationsthese" in diesem Kontext?
Die Determinationsthese postuliert, dass Public Relations in der Lage ist, die journalistische Recherchekraft zu lähmen und die Themen sowie den Zeitpunkt der Veröffentlichung journalistischer Inhalte massiv zu beeinflussen.
Warum wird das "gesponserte Lotterbett" im Text erwähnt?
Dieser Begriff verweist kritisch auf die problematische Nähe von Journalisten zu PR-Angeboten und Rabatten, die die journalistische Objektivität und Distanz gefährden können.
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- MA Guido Maiwald (Autor), 2010, Das Verhältnis von Journalismus zu Public Relations, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456330