Die Hausarbeit untersucht folgende Fragestellung: Inwiefern beeinflusst persönlicher Kontakt von Deutschen zu Asylbewerbern die Einstellungen gegenüber diesen?
In diesem Zusammenhang soll auch, aufbauend auf der Meta-Analyse von Pettigrew und Tropp (2008), betrachtet werden, ob ein etwaiger Effekt durch Gefühlen, wie Empathie und Angst, zumindest teilweise erklärt werden kann. Der weitere Aufbau der Arbeit gliedert sich wie folgt: Zunächst werden die theoretischen Grundlagen der Kontakthypothese erläutert und die zu prüfenden Hypothesen abgeleitet (Kapitel 2). Im Anschluss daran wird auf die Datengrundlage, das zugrundeliegende Kausalmodell, die Operationalisierung relevanter Variablen sowie das Verfahren des Matching eingegangen (Kapitel 3). Schließlich erfolgt eine ausführliche Darstellung des methodischen Vorgehens und der statistischen Ergebnisse (Kapitel 4) bevor im letzten Kapitel noch einmal die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst werden, sowie daraus folgende Implikationen aufgezeigt werden (Kapitel 5).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie und Hypothesen
3 Daten, Operationalisierung und Methoden
4 Deskriptive und multivariate Analysen
5 Zusammenfassung und Diskussion
6 Literaturverzeichnis
7 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den kausalen Einfluss von persönlichem Kontakt zu Asylbewerbern auf die Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber dieser Gruppe. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit die affektiven Mediatoren Empathie und Angst diesen Zusammenhang vermitteln, wobei methodisch ein Propensity Score Matching auf Basis der ALLBUS-Daten von 2016 angewandt wird.
- Effekte von interkulturellem Kontakt auf Vorurteile
- Bedeutung von Empathie und Angst als Mediatoren
- Methodik des Propensity Score Matchings in der Sozialforschung
- Analyse von Einstellungen gegenüber Asylbewerbern
- Interpretation kausaler Zusammenhänge bei Querschnittsdaten
Auszug aus dem Buch
3 Daten, Operationalisierung und Methoden
Die dieser Arbeit zugrundeliegende Datenbasis bildet die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) aus dem Jahr 2016 (GESIS 2017a). Beim ALLBUS handelt es sich um eine querschnittliche Trenderhebung, deren Schwerpunkt 2016 (Erhebungszeitraum April bis September) unter anderem die Akzeptanz von Immigration und Einstellungen gegenüber ethnischen Minderheiten beinhaltet (GESIS 2017b: 25f). Die Grundgesamtheit der ALLBUS-Erhebung 2016 stellen alle Personen dar, die zum Befragungszeitpunkt in Privathaushalten in Deutschland lebten und vor dem 01.01.1998 geboren sind. Die Auswahl der Personen erfolgte durch eine zweistufige, disproportional geschichtete Zufallsauswahl. Teilnehmende Personen wurden persönlich-mündlich mit einem computerbasierten, standardisierten Frageprogramm interviewt (CAPI – Computer Assisted Personal Interviewing). Bei einer Ausschöpfungsquote von insgesamt 34,6 Prozent, konnten so 3490 Befragungen realisiert werden (GESIS 2017b: 29).
Mit dem querschnittlichen Charakter der Daten gehen im Vergleich zu Paneldaten zwei Probleme einher. Zum einen kann aufgrund der Erhebung der Daten zu nur einem bestimmten Zeitpunkt in vielen Fällen nicht zweifelsfrei zwischen der Ursache und Wirkung bei vermuteten Kausalzusammenhängen unterschieden werden. Die angenommene Kausalitätsrichtung, sprich zeitliche Reihenfolge zweier zusammenhängender Faktoren, kann dann nur anhand von theoretischen Überlegungen bzw. Plausibilität begründet werden. Zum anderen ist bei Querschnittsdaten auch keine Betrachtung intraindividueller Veränderungen möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas Flüchtlingskrise, stellt die zentrale Forschungsfrage zum Einfluss von Kontakt auf Einstellungen und begründet die Relevanz des theoretischen Rahmens.
2 Theorie und Hypothesen: Dieses Kapitel erläutert die Kontakthypothese nach Allport sowie deren Erweiterungen durch Pettigrew und leitet daraus die drei zentralen Forschungshypothesen ab.
3 Daten, Operationalisierung und Methoden: Hier werden die Datengrundlage (ALLBUS 2016), die Variablenmessung sowie das Kausalmodell mitsamt der Methode des Propensity Score Matchings detailliert dargelegt.
4 Deskriptive und multivariate Analysen: Das Kapitel liefert eine deskriptive Einordnung des Datensatzes und präsentiert die Ergebnisse des Matching-Prozesses sowie die statistische Prüfung der drei Modelle.
5 Zusammenfassung und Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, Limitationen der Studie aufgezeigt und Implikationen für die Politik und künftige Forschung abgeleitet.
6 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
7 Anhang: Ergänzende tabellarische Darstellungen der Matching-Qualität für die einzelnen Modelle.
Schlüsselwörter
Kontakthypothese, Asylbewerber, Propensity Score Matching, Einstellung, Empathie, Angst, ALLBUS 2016, Kausalanalyse, Mediation, Integration, Vorurteile, Intergroup Contact, Sozialforschung, Querschnittsdaten, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob und wie persönlicher Kontakt zwischen Deutschen und Asylbewerbern die Einstellungen gegenüber Letzteren positiv beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kontakthypothese, der Bedeutung affektiver Faktoren wie Angst und Empathie sowie der Anwendung statistischer Kausalanalysen.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob Kontakt zu Asylbewerbern zu einer positiveren Einstellung führt und ob dieser Effekt teilweise durch Empathie oder den Abbau von Angst erklärt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Autorin nutzt das Propensity Score Matching (PSM), um Vergleichsgruppen zu bilden und den kausalen Effekt trotz der Limitationen von Querschnittsdaten isoliert zu schätzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung der Datenbasis und Methoden, die deskriptive Darstellung der Stichprobe sowie die multivariate Analyse der Matching-Ergebnisse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Propensity Score Matching, interkultureller Kontakt, Einstellungsänderung, Mediatorenanalyse und soziale Integration.
Warum wurde das Verfahren des Propensity Score Matchings gewählt?
Es ermöglicht, bei Beobachtungsdaten Vergleichsgruppen zu schaffen, die hinsichtlich relevanter Hintergrundfaktoren homogen sind, und so Kausaleffekte frei von Störfaktoren zu schätzen.
Wie lautet das Hauptergebnis bezüglich der Mediatoren?
Während der Abbau von Angst als ein vermittelnder Mechanismus bestätigt werden konnte, ließ sich für Empathie kein substanzieller mediierender Effekt statistisch nachweisen.
- Arbeit zitieren
- Thomas Beer (Autor:in), 2017, Inwiefern beeinflusst Kontakt zu Asylbewerbern die Einstellung von Deutschen gegenüber diesen? Und welche Rolle spielen dabei Empathie und Angst?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456384