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Begegnungen mit dem Fremden. Die Japanmission der Jesuiten im 16./17. Jahrhundert

Titel: Begegnungen mit dem Fremden. Die Japanmission der Jesuiten im 16./17. Jahrhundert

Hausarbeit , 2017 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Ruoff (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Mission hatte eine ganz besondere Bedeutung für die Ausbreitung des Christentums. Ohne diese hätte sich das Christentum innerhalb der letzten 2000 Jahre vermutlich nicht zur derzeit mitgliederstärksten Weltreligion entwickeln können. Mission an sich gilt als klassisches Tätigkeitsfeld, in dem Begegnungen mit dem Fremden stattfinden, und zwar mit fremden Kulturen, Menschen, Ländern und Religionen. Dies macht einen adäquaten Umgang mit Fremdheit erforderlich. Wie dies geschehen kann, wird in dieser Arbeit am Beispiel der Japanmission durch die Jesuiten im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert aufgezeigt.

Dazu wird zunächst der Begriff der Mission präzisiert und beleuchtet, welchen Problemen und Herausforderungen christliche Mission im Einzelnen ausgesetzt sein kann. Dabei wird auch gezeigt, mit welchen Methoden jeweils versucht wurde, im konkreten Umfeld Mission zu betreiben und den spezifischen Ausgangsbedingungen zu begegnen. Anschließend soll die Jesuitenmission in Japan einer Bewertung unterzogen werden und in einem letzten Schritt ein Bezug zur Gegenwart hergestellt werden. Dabei wird untersucht, inwiefern die von den Jesuiten entwickelte und angewandte Methode der "Akkommodation" den modernen Vorgaben der "Inkulturation" als "Heimisch-Werden" des Evangeliums in einer Kultur gerecht wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mission

2.1. Begrifflichkeiten

2.2. Unterschiedliche Missionsmethoden

3. Vorbedingungen

3.1. Die Jesuiten – Die Gesellschaft Jesu

3.2. Europäische Expansion – Zusammenhang zwischen Mission und Handel/Kolonialismus

3.3. Situation im Japan des 16. Jahrhunderts

3.4. Religionen Japans

4. Jesuitenmission in Japan (1549-1639)

4.1. Franz Xaver und Francisco Cabral

4.2. Alessandro Valignano – Akkommodation und Ritenstreit

4.3. Ausweisungsedikt und zukünftige Entwicklungen

5. Bewertung der Missionserfolge im „christlichen Jahrhundert“

6. Zusammenfassung und Gegenwartsbezug

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Jesuitenmission in Japan im 16./17. Jahrhundert, um die spezifischen Herausforderungen, Methoden und das letztliche Scheitern dieser Missionsbestrebungen vor dem Hintergrund der japanischen Kultur und Politik zu beleuchten.

  • Definition und methodische Grundlagen der christlichen Mission
  • Soziopolitische und religiöse Rahmenbedingungen im Japan der frühen Neuzeit
  • Analyse der Strategien von Franz Xaver, Francisco Cabral und Alessandro Valignano
  • Verflechtung von Mission, europäischem Kolonialismus und Handelsinteressen
  • Reflektion über Inklulturation und Akkommodation im historischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.1.Die Jesuiten – Die Gesellschaft Jesu

Der Jesuitenorden, welcher maßgeblich für die erste christliche Missionierung Japans bzw. Asiens verantwortlich war, wurde am 15.04.1539 durch den baskischen Theologen Ignatius von Loyola (1491-1556) und sechs weiteren gleichgesinnten Mitstreitern (u.a. Franz Xaver) gegründet und am 27.09.1540 durch den Papst autorisiert, wobei sein offizieller Name „Gesellschaft Jesu“ („Societas Jesu“) deutlich macht, dass Jesus Christus als eigentliches Oberhaupt und Vorbild in allen Dingen gilt. Die Besonderheit des Jesuitenordens besteht darin, dass er sich als missionarischer Orden versteht, dessen Ziel die Verbreitung des christlichen Glaubens in der ganzen Welt darstellt und dessen Beitrittsvoraussetzung eine bedingungslose und gehorsame Bereitschaft zur Mission beinhaltet. Aufgrund dieses für die damalige Zeit neuartigen Missionsideals ergaben sich auch einige Prinzipien, durch die sich die Gesellschaft Jesu von den traditionellen Orden teilweise abgrenzte. Zunächst ist zu nennen, dass sich die Jesuiten, obwohl ihnen die Erfüllung der drei Ordensgelübde (Armut, Keuschheit, Gehorsam) durchaus wichtig war, in erster Linie nicht als Mönchsorden verstanden. Sie legten den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im Sinne der Verkündigung des Evangeliums und des Spendens von Sakramenten vielmehr auf den priesterlichen Aspekt. Dies entsprach einer charakteristischen Weltzugewandtheit, um diese für Gott zu gewinnen, im Gegensatz zum isolierten Mönchsleben im Kloster. So erfolgte ihre Gründung nicht zum eigenen Nutzen, sondern sollte vor allem dem „Dienst am Nächsten“ gewidmet sein, bei dem die eigene Heiligung und seelische Vervollkommnung einzig und allein dem übergeordneten Ziel der Errettung der Seelen der Mitmenschen diente. Des Weiteren steht die von den Jesuiten geforderte ständige Verfügbarkeit und Mobilität im Bezug auf die weltweite Glaubensverkündigung in einem erheblichen Gegensatz zum „Stabilitas“-Gelübde der Benediktiner, wonach man sich ausschließlich innerhalb eines Klosters bewegt. Die Gesellschaft Jesu versteht sich als universale, weltweite Ordensgemeinschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz der christlichen Mission in Japan ein und skizziert die methodische Zielsetzung der Arbeit.

2. Mission: Das Kapitel klärt grundlegende Begriffe der Mission und unterscheidet zwischen verschiedenen Typen und Ansätzen der Glaubensverkündigung.

3. Vorbedingungen: Hier werden die organisatorischen Strukturen der Jesuiten, der Einfluss des Kolonialismus sowie die religiös-politische Lage Japans als Ausgangsbasis dargestellt.

4. Jesuitenmission in Japan (1549-1639): Das Kapitel analysiert die konkrete Praxis vor Ort unter den Leitfiguren Xaver, Cabral und Valignano sowie das Ende der Mission durch staatliche Verbote.

5. Bewertung der Missionserfolge im „christlichen Jahrhundert“: Dieser Abschnitt bewertet kritisch die Erfolge und das Scheitern der missionarischen Akkommodationsversuche.

6. Zusammenfassung und Gegenwartsbezug: Zum Abschluss werden die Erkenntnisse zusammengefasst und Bezüge zur modernen Inkulturation hergestellt.

Schlüsselwörter

Jesuiten, Japanmission, Franz Xaver, Alessandro Valignano, Akkommodation, Inkulturation, Christliches Jahrhundert, Missionstheorie, Gesellschaft Jesu, Shintoismus, Kolonialismus, Missionsgeschichte, Religionskonflikt, Edo-Zeit, Glaubensverkündigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Missionierung Japans durch den Jesuitenorden zwischen 1549 und 1639 und deren Scheitern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Neben den historischen Missionsereignissen stehen die Methoden der Jesuiten, der Einfluss des Handels und Kolonialismus sowie die kulturellen Spannungen mit japanischen Religionen im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Herausforderungen der christlichen Mission im spezifischen kulturellen Kontext Japans darzustellen und zu bewerten, wie die Methode der Akkommodation angewandt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-theologische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und historischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Vorbedingungen für die Mission, die Strategien einzelner Missionare sowie die politischen Prozesse, die zum Ausweisungsedikt führten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mission, Akkommodation, Inkulturation, Jesuiten, Kolonialismus und das japanische religiöse Gefüge.

Wie unterschieden sich die Strategien von Franz Xaver und Francisco Cabral?

Während Xaver auf kulturelle Anpassung und Wertschätzung der japanischen Kultur setzte, vertrat Cabral ein radikaleres, europäisch geprägtes Konzept, das die japanische Kultur teilweise abwertete.

Welche Rolle spielte Alessandro Valignano in der Japanmission?

Valignano systematisierte die „Akkommodation“, bei der die christliche Botschaft behutsam in die fremde Kultur integriert werden sollte, um eine langfristige Etablierung zu ermöglichen.

Warum wird das Ende der Mission als "christliches Jahrhundert" bezeichnet?

Der Begriff bezieht sich auf den Zeitraum der Anwesenheit und Etablierung des Christentums von 1549 bis 1639, bevor Japan sich durch das Ausweisungsedikt und die darauffolgende Isolation wieder abschottete.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Begegnungen mit dem Fremden. Die Japanmission der Jesuiten im 16./17. Jahrhundert
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut für Evangelische Theologie)
Veranstaltung
Begegnungen mit dem Fremden
Note
1,3
Autor
Tobias Ruoff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
27
Katalognummer
V456566
ISBN (eBook)
9783668892569
ISBN (Buch)
9783668892576
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mission Jesuiten Japan
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Ruoff (Autor:in), 2017, Begegnungen mit dem Fremden. Die Japanmission der Jesuiten im 16./17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456566
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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