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Lukas 20, 20-26. Der Zinsgroschenspruch. Exegese

Title: Lukas 20, 20-26. Der Zinsgroschenspruch. Exegese

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tobias Ruoff (Author)

Theology - Miscellaneous
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Das Thema „Steuerzahlungen“ stellt eine durch die Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte relevante politisch-ökonomische Problemstellung dar. Dabei dreht es sich stets um die Frage, so wenig wie möglich Abgaben an den Fiskus leisten zu müssen, unabhängig davon ob sich in früheren Zeiten unterjochte Völker gegen zu hohe Tributzahlungen ihrer Besatzer wehrten oder ob in der Gegenwart Menschen Steuerbetrug begehen, um den individuellen Wohlstand zu wahren bzw. zu maximieren. Die Frage nach Steuern polarisiert bis heute und mündet in einer sozialethischen Diskussion, die zwischen der unbestrittenen Sinnhaftigkeit von Abgaben an den Staat zur Sicherung des Gemeinwohls und der ebenfalls berechtigten Frage nach einem angebrachten Ausmaß von Steuerbelastungen abwägen muss. Schon Jesus Christus wird in Lk 20,20-26 mit der „Steuerfrage“ konfrontiert und bezieht zu ihr Stellung. Neben weiteren neutestamentlichen Texten, wie z.B. Röm 13,1-7, gilt der „Zinsgroschenspruch“ bei Lukas als einer der klassischen Texte für das Verhältnis von Christentum und Staat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzungsvergleich

3. Textanalyse

3.1. Abgrenzung des Textes und Kontextanalyse

3.2. Sprachlich-syntaktische, semantische, narrative und pragmatische Analyse

3.3. Feststellung der Kohärenz

4. Synoptischer Vergleich und Literarkritik

4.1. Synoptischer Vergleich

4.2. Literarkritik

5. Formkritik

6. Traditionskritik

6.1. Zeitgeschichte

6.2. Traditionsgeschichte

6.3. Religionsgeschichtlicher Vergleich

7. Rückfrage nach dem historischen Jesus

8. Überlieferungsgeschichte

9. Redaktionsgeschichte

10. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende exegetische Hausarbeit untersucht die Perikope Lukas 20, 20-26, auch bekannt als „Der Zinsgroschenspruch“, um die darin enthaltene Auseinandersetzung Jesu mit seinen Gegnern sowie deren theologische und historische Dimensionen zu beleuchten.

  • Methodische Exegese des lukanischen Bibeltextes
  • Vergleichende Analyse mit den anderen synoptischen Evangelien (Mt, Mk)
  • Untersuchung der zeitgeschichtlichen Hintergründe der römischen Besatzung
  • Analyse des lukanischen Jesusbildes und der apologetischen Intention
  • Rückfrage nach der Historizität des Geschehens und der Lehre Jesu

Auszug aus dem Buch

3.2. Sprachlich-syntaktische, semantische, narrative und pragmatische Analyse

Der Autor des Lk-Evangeliums gilt als überdurchschnittlich begabter Erzähler, der sich durch seinen reichen Wortschatz und durch die Verwendung einer großen Anzahl im Neuen Testament selten verwendeter Wörter auszeichnet. Dies zeigt sich auch in vorliegender Perikope, wenn Lk im griechischen Urtext den Begriff εγκαθετος („Auflauerer“, „Agent“, „Spitzel“) verwendet, welcher nur an dieser Stelle des Neuen Testaments auftritt und ein Hapaxlegomenon darstellt. Der in der Perikope verwendete Wortschatz ist stimmig zum Wortschatz des übrigen Evangeliums. Bezüglich der auftretenden Wortarten ist der häufige Gebrauch von Verben des Interagierens, festzuhalten, was Rückschlüsse auf einen dynamischen Erzähltext zulässt.

Das verwendete Tempus zeichnet sich durch einen Wechsel von Präteritum (im Erzähltext) und Präsens (in den Dialogteilen) aus, wobei die Verben fast durchgängig im Indikativ gebraucht werden. An zwei weiteren Stellen (V.24: „Zeigt“; V.25: „So gebt“) findet sich ein von Jesus ausgehender Imperativ, welcher seine Dominanz in der Interaktion mit seinen Gegnern illustriert. Bei der Syntax ist ein Wechsel zwischen Parataxe und Hypotaxe zu verzeichnen. Für die Umschreibung Jesu wird bis auf die einmalige direkte Anrede als „Meister“ durchgängig auf Proformen („er“, „ihn“) zurückgegriffen. In der Perikope kommen des Weiteren diverse Stilmittel zum Einsatz, wie z.B. ein antithetischer Parallelismus im Logion Jesu in V.25, welcher eine Aneinanderreihung von Gegensätzlichem (hier: Kaiser und Gott) durch einen parallel gewählten Satzbau meint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema Steuerzahlungen und deren Bedeutung für das Verhältnis von Christentum und Staat anhand von Lk 20,20-26.

2. Übersetzungsvergleich: Gegenüberstellung der Luther-, Elberfelder- und Einheitsübersetzung zur Hervorhebung sprachlicher Nuancen und Unterschiede.

3. Textanalyse: Untersuchung der Textabgrenzung, der sprachlichen und narrativen Struktur sowie der Kohärenz des Abschnitts.

4. Synoptischer Vergleich und Literarkritik: Vergleich der Fassung bei Lukas mit Mt und Mk zur Klärung von Abhängigkeiten und Quellen.

5. Formkritik: Bestimmung der Gattung als Apophthegma im Kontext des Streitgesprächs.

6. Traditionskritik: Analyse des zeitgeschichtlichen Hintergrunds, der Motivgeschichte und des religionsgeschichtlichen Kontextes.

7. Rückfrage nach dem historischen Jesus: Prüfung der historischen Validität der Begebenheit und des Logions Jesu anhand wissenschaftlicher Kriterien.

8. Überlieferungsgeschichte: Diskussion der mündlichen Vorstufen und Überlieferungstraditionen vor der schriftlichen Fixierung.

9. Redaktionsgeschichte: Analyse der spezifisch lukanischen Bearbeitungen und Ergänzungen gegenüber der markinischen Vorlage.

10. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung und Interpretation der Perikope.

Schlüsselwörter

Lukas 20, 20-26, Zinsgroschenspruch, Steuerfrage, Exegese, synoptischer Vergleich, Apophthegma, historischer Jesus, lukanische Redaktion, römische Besatzung, Verhältnis von Christentum und Staat, Tempel, Tiberius, Denar, Halacha, christliche Gemeinde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt eine exegetische Analyse der Bibelstelle Lukas 20, 20-26, in der Jesus mit der Steuerfrage konfrontiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Religion und Staat, das politische Umfeld zur Zeit Jesu sowie die spezifisch lukanische Theologie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die wissenschaftliche Durchdringung der Perikope durch verschiedene exegetische Methoden wie Literar-, Form- und Redaktionsgeschichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine klassische historisch-kritische Exegese angewandt, unter anderem durch synoptische Vergleiche und traditionsgeschichtliche Analysen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene methodische Schritte: Textanalyse, Vergleich mit anderen Evangelien, Formbestimmung, historische Kontextualisierung und Analyse der Redaktion durch Lukas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zinsgroschen, Steuerfrage, historische Exegese, lukanische Gemeinde und Staat-Kirche-Verhältnis charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die lukanische Fassung von der bei Markus und Matthäus?

Lukas fügt eigene Rahmungen hinzu, verzichtet teilweise auf die explizite Nennung von Pharisäern und Herodianern und betont die Unschuld Jesu gegenüber jüdischen Gruppen.

Warum spielt die Erwähnung des Denars eine zentrale Rolle für die Deutung?

Der Denar dient als symbolisches Mittel, um die Frage nach der Treue zum Kaiser oder zu Gott anhand des kaiserlichen Bildnisses auf der Münze zu verdeutlichen.

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Details

Title
Lukas 20, 20-26. Der Zinsgroschenspruch. Exegese
College
University of Augsburg  (Institut für Evangelische Theologie)
Grade
1,7
Author
Tobias Ruoff (Author)
Publication Year
2016
Pages
30
Catalog Number
V456571
ISBN (eBook)
9783668869394
ISBN (Book)
9783668869400
Language
German
Tags
Exegese Lukas 20 Zinsgroschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Ruoff (Author), 2016, Lukas 20, 20-26. Der Zinsgroschenspruch. Exegese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456571
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