Diese Hausarbeit soll die verschiedenen Themen und Aspekte des Schrifterwerbs von Kindern vertiefen und im Rahmen einer Analyse von zwei Sachtexten anwenden.
Im Voraus wird ausführlich ausgearbeitet, was unter „Sachtexten“ verstanden wird, wie und wozu sie angewendet werden und welche Rolle diese in der Schule für Schülerinnen und Schüler spielen. Im Anschluss werden die Schwierigkeiten beim Arbeiten mit Sachtexten aufgegriffen und mögliche Lösungsansätze diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sachtexte
2.1 Definition
2.2 Sachtexte im Schulunterricht
3. Schwierigkeiten beim Sachtextverständnis & Leseförderung
4. Sachtextanalyse
4.1 Type-token Unterscheidung
4.2 Fachbegriffe; Fremdwörter
4.3 Komplexe Wortbildungen (Komposita, Derivationen etc.)
4.4 Passivkonstruktionen/unpersönliche Konstruktionen
4.5 Syntaktischer Aufbau: Hypotaxe vs. Parataxe
4.6 Satzanfänge (Vorfeldbesetzungen)
4.7 Attribute
5. Analyse von Sachtexten
5.1 Analyse eines Sachtextes aus einem Deutsch-Lehrwerk
5.2. Analyse eines Sachtextes aus einem Biologie-Lehrwerk
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit zielt darauf ab, das Verständnis von Sachtexten im schulischen Kontext zu untersuchen und die dabei auftretenden Schwierigkeiten sowie Lösungsansätze für die Leseförderung zu analysieren. Im praktischen Teil wird die Theorie anhand der linguistischen Analyse zweier Lehrbuchtexte aus den Fächern Deutsch und Biologie angewandt.
- Definition und Kategorisierung von Sachtexten
- Bedeutung und Herausforderungen von Sachtexten im Unterricht
- Linguistische Analyseparameter (Syntax, Wortbildung, Wortschatz)
- Vergleich der Sachtextstrukturen in unterschiedlichen Schulfächern
- Strategien zur Leseförderung und Kompetenzentwicklung
Auszug aus dem Buch
4.3 Komplexe Wortbildungen (Komposita, Derivationen etc.)
Unter Wortbildung wird ein Prozess verstanden, bei dem verschiedene Morpheme kombiniert oder verändert werden und auf diese Weise neue Wörter oder Wortformen ergeben. Die einfachste Form der Wortbildung ist die Komposition. Bei dieser Form der Wortbildung werden zwei oder mehr lexikalische Morpheme zu einem Wort verbunden, einem Determinativkompositum. Das bedeutet, dass der zweite Teil (Determinatum) das Objekt beschreibt und der erste Teil (Determinans) den zweiten Teil näher beschreibt.
Ein weiterer wichtiger Wortbildungsprozess ist die Derivation, die Ableitung. Der Unterschied zu den Komposita ist, dass hierbei keine freien Morpheme miteinander verbunden werden. Bei der Derivation wird ein gebundenes Morphem an ein freies Morphem affigiert, sodass das Wort zu einer anderen Wortart abgeleitet wird (z.B. essen – essbar). Oft sind die gebundenen Morpheme ein Suffix wie -lich, -bar, aber auch Morpheme wie -heit und -er.
Auch gibt es die Möglichkeit ein neues Wort durch die Kürzung der Ausgangsform zu bilden. Es gibt verschiedene Formen der Kurzformbildung. Die geläufigste ist die unisegmentale Kurzwortbildung. Bei dieser Form wird ein Teil des Wortes weggelassen und der gebliebene Teil wird stellvertretend für das vorige Wort (z.B. Herd für Herdplatte). Ein weiterer oft vorkommender Kurzwortbildungsprozess ist das Initialkürzungswort, bei dem aus dem Englischen stammende Wörter abgekürzt sind und nur die Anfangsbuchstaben der Wörter verwendet werden (URL). Ferner gibt es das Silbenkurzwort, partielles Kurzwort, die Kontamination (Kreuzung zweier Wörter) und die Kontraktion (Wortkreuzungen aus Präpositionen und Artikel) (vgl. Busch & Stenschke 2014). Weiterhin gibt es noch mehrere andere Wortbildungsprozesse, auf welche in dieser Arbeit nicht weiter eingegangen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Zielsetzung der Sachtextanalyse und den pädagogischen Kontext des Schriftspracherwerbs.
2. Sachtexte: Dieses Kapitel definiert Sachtexte, ordnet sie in Kategorien ein und beleuchtet ihre Rolle im schulischen Unterricht.
3. Schwierigkeiten beim Sachtextverständnis & Leseförderung: Hier werden die Hürden beim Erschließen von Sachtexten gegenüber literarischen Texten analysiert und Strategien zur Leseförderung diskutiert.
4. Sachtextanalyse: Dieses Kapitel führt die linguistischen Analysemethoden ein, darunter Wortbildung, Syntax und Typen-Token-Relation.
5. Analyse von Sachtexten: Hier erfolgt die praktische Anwendung der Analysekriterien auf einen Deutsch- und einen Biologie-Lehrbuchtext.
6. Fazit: Das Kapitel fasst die Bedeutung der lehrkraftgesteuerten Textauswahl und die Notwendigkeit zielgerichteter Leseförderung zusammen.
Schlüsselwörter
Sachtext, Sachtextanalyse, Leseförderung, Lesekompetenz, Sprachdidaktik, Komposita, Derivation, Passivkonstruktion, Syntax, Hypotaxe, Parataxe, Type-Token-Relation, Fachsprache, Wortbildung, Deutschunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Sachtexten, ihrer Bedeutung für den Schulunterricht und der Frage, wie Schülerinnen und Schüler beim Verständnis solcher Texte unterstützt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Definition von Sachtexten, die linguistische Analyse ihrer sprachlichen Strukturen sowie die fachdidaktische Perspektive auf Leseförderung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Sachtexte aus unterschiedlichen Fachrichtungen linguistisch zu untersuchen und zu zeigen, welche sprachlichen Merkmale das Textverständnis für Lernende beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive linguistische Sachtextanalyse angewandt, die Parameter wie Type-Token-Relation, Wortbildungsprozesse, Satzbau und Passivkonstruktionen nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Textanalyse und eine konkrete exemplarische Analyse von Texten aus Lehrwerken der Fächer Deutsch und Biologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakteristische Begriffe sind Sachtextanalyse, Leseförderung, Wortbildung, Fachsprache und Lesekompetenz.
Warum unterscheidet sich die Analyse des Biologie-Textes von der des Deutsch-Textes?
Die Analyse verdeutlicht Unterschiede in der Komplexität, der Häufigkeit von Fachbegriffen und der Nutzung von Passivkonstruktionen zwischen einem narrativ geprägten Sachtext und einem fachorientierten Fachtext.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft laut der Autorin?
Die Lehrkraft trägt die Hauptverantwortung bei der Auswahl geeigneter Texte sowie bei der Identifikation und Förderung individueller Leseschwierigkeiten der Schülerinnen und Schüler.
- Quote paper
- Mariia Gamega (Author), 2018, Schriftspracherwerb. Schwierigkeiten und Lösungen beim Lesen von Sachtexten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456573