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Die Entwicklung und Verbreitung des Videorecorders

Titre: Die Entwicklung und Verbreitung des Videorecorders

Dossier / Travail de Séminaire , 2002 , 29 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christian Junklewitz (Auteur)

Médias / Communication - Histoire des médias
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Kernfrage des Oberseminars “Medienentstehungstheorien”, das im Sommersemester 2002 am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln abgehalten wurde, lautete wie folgt: Wie kann man eine Theorie aufstellen, die die Entwicklung der Medien erklären kann? Dabei sollte nicht (wie in der Medientheorie bzw. -philosophie oft üblich) eine Aussage über das Wesen der Medien oder deren Verankerung in der Natur des Menschen getroffen werden. Stattdessen wurde nach den empirisch zu belegenden historischen und kulturellen Umständen gefragt, die die Erfindung und Verbreitung der einzelnen Medien -Theater, Print, Film, Rundfunk, Fernsehen, Video/DVD und Internet - in ihren dominanten und kulturell wirksamen Formen ermöglicht hat.

Dies geschah mit der Aussicht, aus den vielen Beobachtungen über die Einzelmedien allgemeine Aussagen zur Erklärung der Entstehung von Kommunikations- bzw. Unterhaltungsmedien in der Menschheitsgeschichte (oder zumindest dem europäisch-amerikanischen Anteil daran) gewinnen zu können.

Entsprechend dem in der Wissenschaftstheorie formulierten Hempel-Oppenheim-Schema besteht eine Erklärung aus drei Teilen: Einem Ereignis, das erklärt werden soll, und bestimmten Anfangsbedingungen, die auf Grund von mindestens einem allgemeinen Gesetz dieses Ereignis hervorbringen, z.B.:

Anfangsbedingung: Faden F von der Struktur S wird mit 2 kg belastet.
Allg. Gesetz: Faden F von der Struktur S hat eine Reißfestigkeit von 1 kg.
Ereignis: Faden F reißt.

Diese Art, (unbekannte) Gesetze aus der Kenntnis eines Ereignisses und den dazugehörenden Anfangsbedingungen heraus zu ermitteln, hat sich in den Naturwissenschaften als äußerst erfolgreich erwiesen. Zudem eröffnet diese Form der Erklärung die Möglichkeit der Vorhersage: Denn wenn alle Anfangsbedingungen und Gesetze bekannt sind, müßte man korrekt auf ein zukünftiges Ereignis schließen können. Nicht nur die Meteorologie, sondern auch Architektur, Maschinenbau und viele andere Lebensbereiche gründen auf dieser Kompetenz.
Ohne Frage wäre es für die Kultur- und Medienwissenschaften reizvoll, diese Fähigkeit zu erwerben, zumal auch große Teile von Industrie und Politik darauf aus sind, Vorhersagen über neue (Medien-) Technologien zu erhalten.3 Eine solche Kenntnis vergrößert schließlich die Möglichkeit von Planung und Steuerung und sichert damit einen größeren Handlungsspielraum: Geschäftliche, aber auch gesellschaftliche Risiken könnten so minimiert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. OPEN/LOAD

2. FAST FORWARD

2.1. Die Technologie

2.2. Let it snow! Let it snow! Let it snow!

2.3. Mark IV

2.4. It’s not a trick...

3. DIE DIFFUSION DES VIDEORECORDERS

3.1. Der Format-Krieg

3.2. Übernahme

3.3. Programmangebot I: Fernsehen

3.4. Programmangebot II: Bespielte Videokassetten

3.5. Freizeit

4. EJECT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historischen, wirtschaftlichen, kulturellen und technischen Bedingungen, die die Erfindung und Verbreitung des Videorecorders ermöglicht haben, mit dem Ziel, musterhafte Analogien für Medienentwicklungen zu identifizieren.

  • Historische Entwicklung der Magnetaufzeichnungstechnik
  • Wettbewerb und Marktstandards (VHS vs. Betamax)
  • Sozioökonomische Faktoren der Diffusion
  • Veränderung des Mediengebrauchs (Time Shifting)
  • Auswirkung von Lebens- und Arbeitsbedingungen auf den Medienkonsum

Auszug aus dem Buch

3.1. DER FORMAT-KRIEG

Die vielleicht am häufigsten gestellte Frage im Zusammenhang mit der Verbreitung des Videorecorders lautet, warum sich das VHS-Format am Markt durchsetzen konnte, obwohl es ein Jahr später als Betamax gekommen ist und Beta in vielerlei Hinsicht (bessere Bildqualität, streifenfreier Bildsuchlauf, elektronische Markierung des Bildanfangs usw.) als technisch ausgereifter gelten konnte.

Der Grund, der dafür durchgängig in der Literatur genannt wird, ist die Differenz in der Laufzeit: Betamax konnte am Anfang nur eine Stunde aufnehmen, VHS hingegen zwei Stunden. Dies scheint umso plausibler zu sein, wenn man die amerikanische Markteinführung betrachtet: Betamax wurde 1976 in den Handel gebracht, begleitet von einer Marketingkampagne, die ausdrücklich die Timer-Funktion und damit die Möglichkeit, sich Sendungen zeitlich verschoben anzusehen, in den Vordergrund rückte („Watch whatever whenever“). Dies schien dem Bedürfnis der Zuschauer optimal entgegenzukommen, ließ jedoch außer Acht, daß es bei nur einer Stunde Laufzeit nicht viele Programmformate gab, die man vollständig aufzeichnen konnte.

RCA begann mit dem Vertrieb der VHS-Recorder im August 1977, nachdem man die Japaner darauf hingewiesen hatte, daß für die Aufzeichnung eines Football-Spiels vier Stunden Laufzeit ideal wären. JVC paßte das Gerät daraufhin an, was dazu führte, daß der Konsument nun die Wahl zwischen einem technisch hochwertigen Gerät hatte, das aber nur wenig Spielzeit erlaubte, und einem Format, das einem bis zu vier Stunden Aufnahme bot (und dazu auch noch etwa $300 billiger war).

Zusammenfassung der Kapitel

1. OPEN/LOAD: Einleitung in die Themenstellung und Erläuterung der methodischen Herangehensweise zur Untersuchung von Medienentstehungsprozessen anhand des Videorecorders.

2. FAST FORWARD: Analyse der technischen Vorgeschichte der Magnetbandtechnologie und ihrer schrittweisen Entwicklung hin zur Marktreife des Videorecorders.

3. DIE DIFFUSION DES VIDEORECORDERS: Untersuchung des Formatwettstreits, der sozioökonomischen Faktoren der Übernahme durch Konsumenten sowie der Rolle von Programmangeboten und Freizeitnutzung.

4. EJECT: Fazit zur weltweiten Verbreitung des Videorecorders und Ableitung theoretischer Schlussfolgerungen für künftige Medieninnovationen.

Schlüsselwörter

Videorecorder, Magnetband, Diffusion, Formatkrieg, VHS, Betamax, Time Shifting, Medienentstehung, Industriepolitik, Unterhaltungselektronik, Markteinführung, Konsumverhalten, Freizeit, Fernsehen, Technischer Fortschritt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Bedingungen, unter denen sich der Videorecorder als Massenmedium entwickeln und verbreiten konnte.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die technische Entwicklung, der wirtschaftliche Wettbewerb zwischen Standards wie VHS und Betamax sowie die soziologische Nutzung des Geräts im Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, empirisch belegbare Faktoren für die Medienentstehung zu identifizieren, um daraus Leitlinien für das Verständnis künftiger Medienentwicklungen abzuleiten.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Es wurde ein chronologisch-narrativer Ansatz gewählt, der die technischen Entwicklungsschritte in ihren gesellschaftlichen und ökonomischen Kontext einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die technologische Historie, die Analyse der Formatkonkurrenz und die Untersuchung der Nutzergruppen sowie deren spezifischer Nutzungsweisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Diffusion, Time Shifting, Industriegeschichte und sozioökonomische Faktoren geprägt.

Warum war die Laufzeit des Bandes ein entscheidendes Kriterium im Formatkrieg?

Da Zuschauer bevorzugt zeitaufwendige Formate wie Spielfilme oder Sportübertragungen aufzeichnen wollten, bot VHS mit der längeren Laufzeit einen entscheidenden Nutzwert gegenüber dem technisch an sich überlegenen Betamax.

Welche Rolle spielte der Pornofilm bei der Verbreitung des Videorecorders?

Obwohl Pornografie in der Anfangsphase als „Key Driver“ fungierte, verlor dieser Faktor im weiteren zeitlichen Verlauf und mit der Etablierung des Videorecorders für den Mainstream-Film deutlich an relativer Bedeutung.

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Résumé des informations

Titre
Die Entwicklung und Verbreitung des Videorecorders
Université
University of Cologne  (Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft)
Cours
Medienentstehungstheorien
Note
1,0
Auteur
Christian Junklewitz (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
29
N° de catalogue
V45660
ISBN (ebook)
9783638430197
Langue
allemand
mots-clé
Entwicklung Verbreitung Videorecorders Medienentstehungstheorien
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christian Junklewitz (Auteur), 2002, Die Entwicklung und Verbreitung des Videorecorders, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45660
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Extrait de  29  pages
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