Die Ehe der Maria Braun wurde zur Eröffnung der Berlinale 1979 uraufgeführt und war sowohl in Deutschland als auch im Ausland sehr erfolgreich. Er ist der erste Film einer BRD-Trilogie (weitere Filme: Lola [1981] und Die Sehnsucht der Veronika Voss [1982]), in der Rainer Werner Fassbinder anhand exemplarischer Frauenkarrieren die deutsche Gesellschaft in den Anfangsjahren der Bundesrepublik beleuchtet und den Brückenschlag zum Deutschen Herbst von 1977 versucht. Maria Braun ist die Verkörperung des deutschen „Nachkriegswunders, mit dem eilig alles beiseite geräumt wurde, was an die Herrschaft der Nazis erinnerte“ und dessen Folgen bis in die Ära Schmidt nachwirken.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. „Vielleicht lebe ich in einem Land, das so heißt – Wahnsinn.“ Fassbinders Deutschland
- 2.1 Fassbinders Generationserfahrung und Umgang mit der Geschichte
- 2.2 Fassbinders politische Gegenwart und Entstehungszeit des Films
- 3. Maria Braun im Spannungsbogen von individueller und allgemeiner deutscher Geschichte
- 3.1 Frausein nach Kriegsende – Film und Realität
- 3.2 Versorgungslage und kulturelle Amerikanisierung
- 3.3 Wirtschaftlicher Aufschwung und politische Emanzipation der frühen 1950er Jahre
- 4. Ein feministischer Film?
- 5. Gattung und Gestalterische Mittel
- 5.1 Ein dekonstruiertes Melodrama
- 5.2 Akustische und visuelle Gestaltungsmittel
- 5.3 Der Kommentar der Fußball-WM von 1954
- 5.4 Nachspann: Die Portrait-Serie
- 6. Eine Nation definiert sich über das „Wirtschaftwunder“ - Abschließende Betrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert Rainer Werner Fassbinders Film „Die Ehe der Maria Braun“ mit dem Fokus auf die Nachkriegsjahre in Deutschland. Der Film bietet eine kritische Auseinandersetzung mit den 1950er Jahren und der deutschen Mentalität im Kontext der frühen Bundesrepublik. Die Arbeit betrachtet die Rolle von Maria Braun als Symbolfigur des deutschen „Nachkriegswunders“ und analysiert, wie Fassbinder die deutsche Gesellschaft und Geschichte anhand ihres Lebensweges beleuchtet.
- Die Rolle der Frau im Nachkriegsdeutschland
- Der deutsche „Wiederaufbau“ und das „Wirtschaftwunder“
- Fassbinders kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte
- Die Verflechtung von individueller und kollektiver Geschichte
- Die Bedeutung des Films als sozialkritisches Werk
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt den Film „Die Ehe der Maria Braun“ als Teil einer BRD-Trilogie vor und beleuchtet die gesellschaftlichen und historischen Kontexte, die Fassbinders Werk prägen. Dabei wird die kritische Haltung des Regisseurs gegenüber der bundesdeutschen Gesellschaft und seine Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit hervorgehoben.
- „Vielleicht lebe ich in einem Land, das so heißt – Wahnsinn.“ Fassbinders Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet Fassbinders politische und historische Perspektive. Seine Generationserfahrung im Kontext des Nationalsozialismus und die politische Situation der frühen Bundesrepublik werden erörtert. Es wird deutlich, dass Fassbinder die Geschichte des Landes als entscheidenden Faktor für die aktuelle Situation betrachtet.
- Maria Braun im Spannungsbogen von individueller und allgemeiner deutscher Geschichte: Dieses Kapitel untersucht Maria Brauns Lebensweg im Kontext der deutschen Nachkriegsgeschichte. Es analysiert die Rolle der Frau in den 1950er Jahren, die Versorgungslage, die amerikanische Kultur und den wirtschaftlichen Aufschwung.
- Ein feministischer Film?: Dieses Kapitel befasst sich mit der Frage, ob „Die Ehe der Maria Braun“ als feministischer Film interpretiert werden kann. Dabei wird die Rolle der Frau im Film und ihre Handlungsfreiheit im Kontext der damaligen Zeit analysiert.
- Gattung und Gestalterische Mittel: Dieser Abschnitt erörtert die filmische Gestaltung des Films, insbesondere die Verwendung des Melodramas als Genre und die spezifischen Gestaltungsmittel wie akustische und visuelle Elemente.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Arbeit sind: Rainer Werner Fassbinder, „Die Ehe der Maria Braun“, Nachkriegsdeutschland, BRD-Trilogie, deutsche Geschichte, 1950er Jahre, „Wirtschaftwunder“, Frauenrolle, Gesellschaftskritik, filmische Gestaltung, Melodrama.
Häufig gestellte Fragen
Welchen historischen Hintergrund behandelt der Film "Die Ehe der Maria Braun"?
Der Film spielt in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland, vom Kriegsende bis in die Zeit des Wirtschaftswunders der 1950er Jahre.
Was symbolisiert die Figur Maria Braun?
Maria Braun verkörpert das deutsche „Nachkriegswunder“ – den rasanten wirtschaftlichen Aufstieg bei gleichzeitiger Verdrängung der NS-Vergangenheit.
Gehört der Film zu einer bestimmten Reihe?
Ja, er ist der erste Teil von Fassbinders „BRD-Trilogie“, zu der auch die Filme „Lola“ und „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ gehören.
Welche Rolle spielt die Fußball-WM 1954 im Film?
Der Radio-Kommentar des Finales dient als akustischer Hintergrund und kommentiert metaphorisch die nationale Identitätsbildung und den wirtschaftlichen Aufstieg.
Wird der Film als feministisches Werk betrachtet?
Die Arbeit untersucht diese Frage kritisch und analysiert die Handlungsfreiheit und die Rolle der Frau in der patriarchalen Gesellschaft der 50er Jahre.
Was ist ein "dekonstruiertes Melodrama"?
Fassbinder nutzt die Mittel des Melodramas, bricht sie jedoch auf, um gesellschaftskritische Aussagen über die deutsche Geschichte zu treffen.
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- Anne Grabinsky (Autor), 2004, Rainer Werner Fassbinders "Die Ehe der Maria Braun". Analyse mit kulturgeschichtlichem Ansatz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45669