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Rainer Werner Fassbinders "Die Ehe der Maria Braun". Analyse mit kulturgeschichtlichem Ansatz

Title: Rainer Werner Fassbinders "Die Ehe der Maria Braun". Analyse mit kulturgeschichtlichem Ansatz

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 42 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anne Grabinsky (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Die Ehe der Maria Braun wurde zur Eröffnung der Berlinale 1979 uraufgeführt und war sowohl in Deutschland als auch im Ausland sehr erfolgreich. Er ist der erste Film einer BRD-Trilogie (weitere Filme: Lola [1981] und Die Sehnsucht der Veronika Voss [1982]), in der Rainer Werner Fassbinder anhand exemplarischer Frauenkarrieren die deutsche Gesellschaft in den Anfangsjahren der Bundesrepublik beleuchtet und den Brückenschlag zum Deutschen Herbst von 1977 versucht. Maria Braun ist die Verkörperung des deutschen „Nachkriegswunders, mit dem eilig alles beiseite geräumt wurde, was an die Herrschaft der Nazis erinnerte“ und dessen Folgen bis in die Ära Schmidt nachwirken.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Vielleicht lebe ich in einem Land, das so heißt – Wahnsinn.“ – Fassbinders Deutschland

2.1 Fassbinders Generationserfahrung und Umgang mit der Geschichte

2.2 Fassbinders politische Gegenwart und Entstehungszeit des Films

3. Maria Braun im Spannungsbogen von individueller und allgemeiner deutscher Geschichte

3.1 Frausein nach Kriegsende – Film und Realität

3.2 Versorgungslage und kulturelle Amerikanisierung

3.3 Wirtschaftlicher Aufschwung und politische Emanzipation der frühen 1950er Jahre

4. Ein feministischer Film?

5. Gattung und Gestalterische Mittel

5.1 Ein dekonstruiertes Melodrama

5.2 Akustische und visuelle Gestaltungsmittel

5.3 Der Kommentar der Fußball-WM von 1954

5.4 Nachspann: Die Portrait-Serie

6. Eine Nation definiert sich über das „Wirtschaftwunder“ - Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert Rainer Werner Fassbinders Film „Die Ehe der Maria Braun“ als historische Parabel, um das Verhältnis von individueller Lebensgestaltung und gesellschaftlicher Entwicklung in der frühen Bundesrepublik zu beleuchten und den Zusammenhang zwischen dem „Wirtschaftswunder“, der Verdrängung der Vergangenheit und den strukturellen Problemen der 1970er Jahre aufzuzeigen.

  • Die Nachkriegsgeschichte Deutschlands und deren filmische Aufarbeitung.
  • Sozial-, mentalitäts- und kulturgeschichtliche Analyse der 1950er und 1970er Jahre.
  • Die Rolle der Frau zwischen Emanzipation und gesellschaftlicher Restauration.
  • Systemkritische Perspektive auf die bundesdeutsche Konsensdemokratie.
  • Gestalterische Mittel des Films als Instrumente der Dekonstruktion und Verfremdung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Frausein nach Kriegsende – Film und Realität

Maria unterschreibt in den letzten Tagen des Krieges, begleitet von einem Bombenangriff und deshalb auf dem Boden Deckung suchend zusammen mit Hermann Braun inmitten umher fliegender Dokumente ihre Heiratsurkunde. Eine Explosion, die das standesamtliche Hitlerportrait von der Wand reißt, weist auf das nahe Ende des Dritten Reiches hin. Hermann muss sofort zurück an die Front, und Maria erlebt das Kriegsende allein. Ihr Tagesablauf ist bestimmt vom Beschaffen von Feuerholz und spärlichen Lebensmittelrationen auf dem Schwarzmarkt für ihre Mutter, Opa Berger und sich, die sie in einer zerbombten Wohnung leben. Die ehemalige „Goebbelsschnauze“ ist zum Empfänger für Vermisstenmeldungen des Roten Kreuzes umfunktioniert, die Maria und ihre Mutter täglich angespannt abhören, in der Hoffnung, der Name Hermann Braun werde verlesen. Täglich auch pilgert Maria mit einem großen Suchschild behängt zum Bahnhof, wo die Kriegsheimkehrer ankommen und kehrt jedes Mal enttäuscht nach Hause zurück. Sie ist eine selbstbewusste Frau, die für sich und die übrig gebliebene Familie sorgt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Films als Auftakt der BRD-Trilogie und Erläuterung des historisch-kritischen Ansatzes zur Analyse der bundesdeutschen Mentalität.

2. „Vielleicht lebe ich in einem Land, das so heißt – Wahnsinn.“ – Fassbinders Deutschland: Untersuchung von Fassbinders Generationserfahrung und seinem kritischen Umgang mit der deutschen Geschichte sowie der politischen Situation der Entstehungszeit des Films.

3. Maria Braun im Spannungsbogen von individueller und allgemeiner deutscher Geschichte: Analyse der sozioökonomischen Rahmenbedingungen der Nachkriegszeit, der Frauenrolle und des Wirtschaftswunders im Kontext der Filmhandlung.

4. Ein feministischer Film?: Erörterung der Frage, inwiefern der Film feministische Tendenzen aufweist oder die Protagonistin primär als historische Allegorie fungiert.

5. Gattung und Gestalterische Mittel: Analyse der ästhetischen Mittel des Films, insbesondere der Toncollagen und Kameraführung, zur Dekonstruktion des Melodramas.

6. Eine Nation definiert sich über das „Wirtschaftwunder“ - Abschließende Betrachtung: Zusammenfassende Deutung des Films als überindividuelle Parabel, die den Zusammenhang zwischen materiellem Erfolg und sozialer Deformation kritisch hinterfragt.

Schlüsselwörter

Rainer Werner Fassbinder, Die Ehe der Maria Braun, BRD-Trilogie, Wirtschaftswunder, Nachkriegszeit, deutsche Mentalität, Frauenrolle, Melodrama, Dekonstruktion, politische Geschichte, Identität, Sozialkritik, Geschichtsbewusstsein, Restauration, Konsumgesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Rainer Werner Fassbinders Film „Die Ehe der Maria Braun“ als historisches Dokument, das die bundesdeutsche Entwicklung der Nachkriegszeit kritisch reflektiert und mit der gesellschaftspolitischen Situation der 1970er Jahre verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, das „Wirtschaftswunder“, die Restauration patriarchaler Strukturen in den 1950er Jahren und die Rolle der Frau in einer materiell orientierten Gesellschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, das Diskussionspotenzial des Films zu erschließen und aufzuzeigen, wie Fassbinder mittels einer historischen Parabel die Kontinuitäten und Defizite der bundesdeutschen Mentalität analysiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine sozial-, mentalitäts- und kulturgeschichtliche Analyse, die den Film methodisch in den Kontext zeitgeschichtlicher Ereignisse und gesellschaftlicher Entwicklungen einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der historischen Ausgangslage, eine detaillierte Analyse der Rolle der Frau nach Kriegsende, die wirtschaftliche Transformation sowie eine Untersuchung der filmischen Gestaltungsmittel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wirtschaftswunder, Nachkriegsgesellschaft, Fassbinder, deutsche Identität, Feminismus, Melodrama und historische Parabel charakterisieren.

Warum wird im Film die Fußball-WM von 1954 thematisiert?

Die Szene dient als zeitgeschichtliches Symbol für den Höhepunkt des Wirtschaftswunders und die damit einhergehende Verdrängung der Vergangenheit sowie die (Wieder-)Geburt einer neuen, selbstbewussten deutschen Identität.

Welche Bedeutung kommt den Toncollagen im Film zu?

Sie dienen als zentrales gestalterisches Mittel, um die fiktionale Filmhandlung in die historische Realität einzubetten und eine kritische Distanz zum Geschehen aufzubauen.

Wie interpretiert der Autor das Ende des Films?

Das Ende, die Explosion des Hauses, wird als Scheitern der Protagonistin und als Symbol für die Unvereinbarkeit eines rein materialistischen Strebens mit echter zwischenmenschlicher Utopie innerhalb der restaurativen Strukturen der BRD gedeutet.

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Details

Title
Rainer Werner Fassbinders "Die Ehe der Maria Braun". Analyse mit kulturgeschichtlichem Ansatz
College
University of Rostock  (Historisches Institut)
Course
Nachkriegsdeutschland und seine Be- und Aufarbeitung in Literatur und Film
Grade
1,0
Author
Anne Grabinsky (Author)
Publication Year
2004
Pages
42
Catalog Number
V45669
ISBN (eBook)
9783638430272
ISBN (Book)
9783638658188
Language
German
Tags
Rainer Werner Fassbinders Maria Braun Analyse Ansatz Nachkriegsdeutschland Aufarbeitung Literatur Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Grabinsky (Author), 2004, Rainer Werner Fassbinders "Die Ehe der Maria Braun". Analyse mit kulturgeschichtlichem Ansatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45669
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