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Die Rolle der Frau in der Organisierten Kriminalität

Ein Vergleich zwischen italienischer Mafia und chinesischen Triaden

Título: Die Rolle der Frau in der Organisierten Kriminalität

Tesis (Bachelor) , 2014 , 42 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Cornelia Kauruff (Autor)

Política - Tema: Paz y Conflictos, Seguridad
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Am Beispiel der italienischen Mafia und der chinesischen Triaden soll in dieser Arbeit erörtert werden, welche Rolle die Frau in der Organisierten Kriminalität tatsächlich spielt. Zunächst wird der Begriff Organisierte Kriminalität genau definiert. Nach einer Betrachtung der Ehrenkodizes, werden die unterschiedlichen Rollenbilder der Frau genauer unter die Lupe genommen.

Welche Stellung nimmt die Mutterfigur im mafiösen System ein? Was sind die Aufgaben einer Ehefrau? Gibt es möglicherweise doch weibliche Mafiapatinnen? Nach der genauen Untersuchung der Rolle der Frau innerhalb der Organisation, werden Frauen in den Fokus rücken, die öffentlich gegen die Gruppen der Organisierten Kriminalität ankämpfen. Gibt es Frauen, die gegen Mafia und Triaden antreten und wenn ja, welche Bedeutung hat der weibliche Kampf in Bezug auf eine mögliche Machtbegrenzung der kriminellen Gruppierungen?

Neben der Behauptung „La mafia non esiste“, ist der Glaube, die Frau sei in der Welt der Organisierten Kriminalität nur eine Randfigur des Geschehens, ebenfalls stark verbreitet. Bis in die 1990er Jahre hinein waren sich Rechts- und Politikwissenschaftler einig, dass Frauen keine Rolle für ihre Recherchen spielten. So seien Frauen stets nur ihrem Ehemann untertänig; ihr einziges Verbrechen sei, sich in einen Kriminellen verliebt zu haben.

Das Wesen der Frau sei von Natur aus einfältig und minderwertig. Cesare Lombroso sprach diesbezüglich von der biologisch begründeten Unfähigkeit der Frau zum Verbrechen. William Isaac Thomas bestätigte Lombrosos Theorie, indem er die Moral der Frau als emotional-persönlich beschrieb. Ihr Fokus sei daher stets auf Familie und Haushalt gerichtet. Die Zurückgezogenheit der Frau verhindere eine Involvierung in kriminelle Aktivitäten.

Auch die Ehrenkodizes der Organisationen, die ihre Gültigkeit in der Welt der Organisierten Kriminalität entfalten, lassen auf eine Exklusion der Frau schließen. Frauen dürfen laut Kodex nicht in die kriminellen Aktionen eingeweiht werden, auch eine Mitgliedschaft wird ihnen verweigert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Begrenzung der Frau durch biologische Inferiorität

2 Definition der Organisierten Kriminalität

3 Die Welt der Organisierten Kriminalität

3.1 Kampf gegen Fremdherrschaft

3.2 Die Kodizes mafiöser Organisationen

4 Die Rolle der Frau in der Organisierten Kriminalität

4.1 Die Frau als konstitutive Institution

4.1.1 Unantastbarkeit der Mutter

4.1.2 Machtvergrößerung durch Hochzeitspolitik

4.1.3 Sexualität zur Imagesteigerung

4.1.4 Die Frau als ausführendes Instrument

4.1.5 Der Mythos der Mafiapatin

4.2 Die Frau als subversive Institution

4.2.1 Frau als Aussteigerin

4.2.2 Kampf gegen die Mafia

5 Unterschätzung der Relevanz der Frau

6 Ohne Frauen keine Mafia

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tatsächliche Rolle von Frauen innerhalb der italienischen Mafia und der chinesischen Triaden, um das weit verbreitete Vorurteil zu widerlegen, sie seien lediglich unbeteiligte Randfiguren. Ziel ist es, das Machtpotenzial und die unterschiedlichen Funktionen von Frauen in diesen kriminellen Organisationen sowie ihre Bedeutung im zivilen Widerstand zu analysieren.

  • Vergleich der Rollenbilder in Mafia und Triaden
  • Analyse der Ehrenkodizes hinsichtlich des Ausschlusses oder der Inklusion von Frauen
  • Die Frau als konstitutive und subversive Kraft in der Organisierten Kriminalität
  • Unterschiede im zivilen Widerstand zwischen Italien und China

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Unantastbarkeit der Mutter

„Die einzige Frau, die für einen Mafioso wirklich zählt, ist die Mutter seiner Kinder, alle anderen Frauen sind für ihn Nutten."32 Die Rolle der Mutter ist in den Organisationen von enormer Bedeutung. Typisch ist hierbei die Unterscheidung zwischen der Figur der heiligen Mutter auf der einen, und der Hure auf der anderen Seite. Frauen gelten als biologischer Kern der Gruppe, der kulturelle und geistige Werte an die nächste Generation weitergibt. Die Erziehung der Nachkommen fällt in den Aufgabenbereich der Frau. So werden die Ideologien und Normen der Organisierten Kriminalität oftmals schon mit der Muttermilch eingeflößt.33 Die Mutter gilt als Erzieherin und Gedächtnis der individuellen und familiären Erinnerung.34

Die Mutter-Sohn-Beziehung kennzeichnet sich in der italienischen Mafia durch die Vorstellung der naturgegebenen Geschlechterungleichheit. Mütter erziehen ihre Söhne in dem Glauben, Frauen seien minderwertig und bestärken ihre Nachkömmlinge in der Ausübung ihrer Männlichkeit.35 Die Töchter lernen stattdessen Verschwiegenheit und Gehorsam. Vor allem die mediale Präsenz hat die Rolle der Mutter in den vergangenen Jahrzehnten weiter erhöht. Steht der eigene Sohn vor Gericht, wird die Mutterliebe als Beweis für die Unschuld des Kindes angeführt. Die Mafia-Mutter bedeckt ihr Haupt mit schwarzen Tüchern und zieht mit Wehklagen und Unschuldsbeteuerungen durch die Straßen und wird dabei von zahlreichen Kameras begleitet. In Sizilien ist die Mutter-Sohn-Beziehung heilig: „Mammismo" bezeichnet im Italienischen das einzigartige Verhältnis zwischen Mutter und Sohn. Aus dieser besonderen Beziehung entspringt der Glaube vieler Sizilianer, dass die Liebe einer Mutter ihren Sohn von jedem Verbrechen reinwäscht. Derjenige, der den Sohn dennoch verurteilt, greift das sakrosankte Band der Mutterliebe an und widersetzt sich dem göttlichen Willen.36 Durch die traditionelle Schwäche des italienischen Staates und dem generellen Misstrauen in das Justizwesen, sind auf diese Art schon zahlreiche Angeklagte freigesprochen worden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Begrenzung der Frau durch biologische Inferiorität: Einleitung in die wissenschaftliche Fehleinschätzung, dass Frauen aufgrund vermeintlicher biologischer Schwäche keine Rolle in der Organisierten Kriminalität spielen würden.

2 Definition der Organisierten Kriminalität: Theoretische Abgrenzung und Definition des Begriffs sowie Erläuterung der Strukturen krimineller Gruppierungen.

3 Die Welt der Organisierten Kriminalität: Geschichtlicher Rückblick auf die Entstehung der italienischen Mafia und der chinesischen Triaden im Kontext von Fremdherrschaft und Ehrenkodizes.

4 Die Rolle der Frau in der Organisierten Kriminalität: Detaillierte Untersuchung der Funktionen der Frau innerhalb der Organisationen, unterteilt in konstitutive und subversive Institutionen.

5 Unterschätzung der Relevanz der Frau: Zusammenführende Analyse, warum die Rolle der Frau bisher systematisch unterschätzt wurde und wie sie tatsächlich den Bestand dieser Organisationen sichert.

6 Ohne Frauen keine Mafia: Fazit, das die zentrale Bedeutung der Frau als moralische und praktische Stütze der kriminellen Strukturen betont.

Schlüsselwörter

Organisierte Kriminalität, Mafia, Triaden, Frauenrolle, Mutterfigur, Ehrenkodex, Vendetta, Drogenhandel, Aussteigerinnen, Widerstand, Geschlechterrollen, Konfuzianismus, Machtstrukturen, Kriminalitätssoziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit untersucht die bisher kaum erforschte Rolle der Frau in zwei spezifischen kriminellen Systemen: der italienischen Mafia und den chinesischen Triaden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die soziologische Rolle der Frau, die Auswirkungen von Ehrenkodizes, die Involvierung von Frauen in kriminelle Aktivitäten sowie ihr Engagement in zivilen Anti-Mafia-Bewegungen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welche Rolle Frauen in mafiösen Strukturen tatsächlich einnehmen – ob als passive Untergebene oder als aktive, für den Fortbestand der Organisation notwendige Akteure – und inwiefern sie sich emanzipieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die durch die Auswertung von Fallbeispielen und die Gegenüberstellung soziologischer Theorien mit der realen Situation von Frauen in Mafia und Triaden erfolgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Frau als „konstitutive Institution“ innerhalb der Familie und Organisation sowie als „subversive Institution“, die durch den Ausstieg oder zivilen Protest das Potenzial hat, die Organisation zu schwächen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Organisierte Kriminalität, Mafia, Triaden, Frauenrolle, Ehrenkodex und ziviler Widerstand.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Frau in der Mafia von der in den Triaden?

Während die Mafia Frauen eher als „Besitz“ oder rein familiäre Stütze formal ausschließt, sind Frauen in den Triaden häufiger aktiv in die Hierarchien integriert und genießen dort eine höhere Gleichstellung.

Warum gibt es in Italien Anti-Mafia-Proteste von Frauen, in China jedoch nicht?

Dies lässt sich primär auf die unterschiedlichen politischen Systeme zurückführen: Während in Italien eine demokratische Zivilgesellschaft existiert, unterdrückt das autoritäre Regime in China jegliche Proteste und Versammlungsfreiheit.

Welche Bedeutung kommt der Mutterfigur in diesen Systemen zu?

Die Mutter ist in beiden Systemen die Hüterin der kulturellen und organisatorischen Werte und maßgeblich für die Sozialisation der nächsten Generation verantwortlich.

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Detalles

Título
Die Rolle der Frau in der Organisierten Kriminalität
Subtítulo
Ein Vergleich zwischen italienischer Mafia und chinesischen Triaden
Universidad
University of Regensburg
Calificación
1,7
Autor
Cornelia Kauruff (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
42
No. de catálogo
V456832
ISBN (Ebook)
9783668902732
ISBN (Libro)
9783668902749
Idioma
Alemán
Etiqueta
Organisierte Kriminalität Organisiertes Verbrechen Frau Gender Genderrollen Mafia Triaden Italien China
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Cornelia Kauruff (Autor), 2014, Die Rolle der Frau in der Organisierten Kriminalität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456832
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