Kann Nachhaltigkeit im Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit steigern?


Hausarbeit, 2018

35 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung

2. Theoretische Grundlagen zum Thema Nachhaltigkeit
2.1. Begriffliche Abgrenzung
2.2. Ziele der Nachhaltigkeit
2.3. Modelle der Nachhaltigkeit..
2.4. Maßnahmen nachhaltigen Wirtschaftens

3. Empirische Erhebung zum Thema Nachhaltigkeit
3.1. Methodik
3.2. Auswertung der Ergebnisse
3.3. Handlungsempfehlung
3.4. Kritische Würdigung

4. Schlussbetrachtung .
4.1. Fazit .
4.2. Ausblick

Quellen- und Literaturverzeichnis.

Anhang

Anlage 1: Blanko Fragebogen für die Empirische Erhebung..

Abbildungstrosverzeichnis

Abbildung 1: Drei-Säulen-Modell im Vergleich zum Nachhaltigkeitsdreieck

Abbildung 2: Integratives Nachhaltigkeitsmodell

Abbildung 3: Entwicklung der Unternehmensführung seit den 1980er-Jahren

Abbildung 4: Fragebogenauswertung Frage 1 – Ist Ihnen Nachhaltigkeit wichtig?

Abbildung 5: Fragebogenauswertung Frage 2 – Kennen Sie den Begriff „Nachhaltig-keit“?.

Abbildung 6: Fragebogenauswertung Frage 3 – Stimmen Sie folgenden Aussagen zur Nachhaltigkeit zu?

Abbildung 7: Fragebogenauswertung Frage 4 – Glauben Sie, dass Unternehmen heutzutage am Markt nachhaltig agieren?

Abbildung 8: Fragebogenauswertung Frage 5 – Wie wichtig sind Ihnen folgende

Merkmale bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Abbildung 9: Fragebogenauswertung Frage 6 – Ihr (zukünftiger) Arbeitgeber formuliert Grundsätze nachhaltigen Arbeitens. Würde Sie dies motivieren besser und/oder effizienter zu arbeiten?.

Abbildung 10: Fragebogenauswertung Frage 7 – Welche Maßnahmen würden Sie sich für Unternehmen wünschen?

Abbildung 11: Fragebogenauswertung Frage 8 – Glauben Sie, dass Nachhaltigkeit im Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit steigern kann? .

Abbildung 12: Fragebogenauswertung Frage 9 – Wie schätzen Sie sich privat in Bezug auf nachhaltiges Handeln ein?

Abbildung 13: Fragebogenauswertung Frage 10 – Sie sind… (Geschlechterfrage)

Abbildung 14: Fragebogenauswertung Frage 11 – Wie alt sind Sie?

Abbildung 15: Fragebogenauswertung Frage 12 – Bitte geben Sie Ihr aktuelles Beschäftigungsverhältnis an.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Kreuztabellierung Frage 5 und Frage 10

Tabelle 2: Kreuztabellierung Frage 6 und Frage 10

Tabelle 3: Kreuztabellierung Frage 7 und Frage 11

Tabelle 4: Kreuztabellierung Frage 6 und Frage 8

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Nachhaltiges Handeln und die Erhaltung der Umwelt gewinnen zunehmend an Bedeu- tung für alle Marktteilnehmer. Es gibt viele Anzeichen dafür, dass unsere jetzige Art zu wirtschaften nicht zukunftsfähig ist. Die Weltbevölkerung wächst in einem rasenden Tempo – bereits in 30 Jahren werden ca. 9 Milliarden Menschen auf der Welt leben. Debatten über den Klimawandel, die zum Teil katastrophalen Arbeitsbedingungen im Ausland oder der beschleunigte Verbrauch von natürlichen Ressourcen bringt das Thema Nachhaltigkeit immer häufiger in den Fokus der Öffentlichkeit. Auf verschiede- nen Weltgipfeln und Konferenzen der Vereinten Nationen wurden, in den letzten Jahr- zehnten, viele der globalen Probleme in den Bereichen Ökologie, Soziales und Wirt- schaft verhandelt. Ebenso viele internationale Vereinbarungen und entsprechende Re- gelungen, Gesetze und Normen wurden beschlossen. Länderübergreifende Zielset- zungen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit beeinflussen aber besonders auch Unter- nehmen, die zunehmend auf einen nachhaltigeren Umgang mit ihren Ressourcen ach- ten müssen.

Nun, ca. 30 Jahre nach der Einführung der ersten Maßnahmen zum Thema Nachhal- tigkeit, lässt sich die Wirkung, die diese Entwicklung auf die Mitarbeiter der Unterneh- men hat, einschätzen. Da die Leistungsstärke eines Unternehmens stark von der Moti- vation und der Zufriedenheit der Mitarbeiter abhängig ist, stellt sich folgende Frage: „Kann Nachhaltigkeit im Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit steigern?“.

Bei der Fragestellung liegt das besondere Augenmerk auf den ökologischen und sozia- len Aspekten der Nachhaltigkeit, wie diese im Unternehmen umgesetzt werden und welchen Einfluss das auf die Mitarbeiterzufriedenheit hat.

1.2. Gang der Untersuchung

Um dieser Frage nachzugehen, ist diese Arbeit folgendermaßen aufgebaut. Einleitend werden im ersten Kapitel des Hauptteils die theoretischen Grundlagen zum Thema Nachhaltigkeit definiert und die Ziele der Nachhaltigkeit näher betrachtet. Im nächsten Schritt werden drei aktuelle Modelle zur Nachhaltigkeit dargestellt, erklärt und die An- wendung dieser erläutert. Darüber hinaus werden Maßnahmen des nachhaltigen Wirt- schaftens thematisiert, insbesondere die Maßnahmen, die die Mitarbeiter beeinflussen oder miteinbeziehen. Das zweite Kapitel des Hauptteils beinhaltet eine empirische Er- hebung, bei der verschiedene Testpersonen aus verschiedensten Lebenssituationen über ihre Erfahrungen mit Nachhaltigkeit im Unternehmen befragt werden. Zu Beginn dieses Kapitels wird die Methodik der Vorgehensweise dargelegt. Darauf folgen eine ausführliche Auswertung der Ergebnisse der Befragung, sowie eine Handlungsempfeh-lung, in der die Forschungsfrage beantwortet wird. In einer anschließenden kritischen Würdigung werden die empirische Erhebung und die daraus hervorgekommenen Er- gebnisse beurteilt. Zum Schluss werden die Erkenntnisse dieser Arbeit in einem Fazit zusammengefasst und zu einem Ausblick für die nähere Zukunft analysiert.

2. Theoretische Grundlagen zum Thema Nachhaltigkeit

2.1. Begriffliche Abgrenzung

Als „Nachhaltigkeit“ oder auch als „Nachhaltige Entwicklung“ wurde die Entwicklung definiert, welche die heutigen Bedürfnisse stillen kann, ohne dass zukünftige Generati- onen weniger Chancen haben, ihre eigenen Grundbedürfnisse zu befriedigen. Der Be- griff selbst wurde durch den Brundtland-Bericht 1 von 1987 geprägt, laut dem dabei so- wohl ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden sollen.2

Es geht bei der Nachhaltigkeit um eine universelle Verantwortung gegenüber der Nachwelt, die mit Hilfe eines Leitbildes auf nationaler und internationaler Ebene umge- setzt werden soll.3 Alternativ zum Begriff Nachhaltigkeit wird auch der Begriff der Zu- kunftsfähigkeit verwendet.4

Das Engagement der Nachhaltigkeit kommt zum größten Teil aus einer allgemeinen Umweltverantwortung. Damit eine möglichst intakte Natur erhalten bleibt, sollen proak- tiv die Ressourcen der Natur geschont werden. Ein weiterer Teil der Nachhaltigkeit bezieht sich auf die soziale Fairness. Es wird eine positive Entwicklung zwischen- menschlicher Beziehungen angestrebt und das daraus resultierende soziale Wohlbe- finden.5

Eine weitere Möglichkeit der Definition geht über das Konzept der angewandten Nach-haltigkeit. Bei diesem handlungsorientierten Konzept werden die Prinzipien der nach- haltigen Entwicklung auf reale Begebenheiten angewendet, mit dem Ziel messbare Ergebnisse vorzuweisen. Die theoretischen Studien und subjektiven Einstellungen zum nachhaltigen Handeln werden umgesetzt und für den praxisgebrauch vorbereitet. Die Ziele und Themen der angewandten Nachhaltigkeit sind klar definiert und können in der Praxis umgesetzt werden. Die Präzisierung der Dauer, der Ergebnisse und der Kosten dient als Impuls die Nachhaltigkeit anzuwenden und zu verbreiten.6

Genauer betrachtet lässt sich auch zwischen einer absoluten und relativen Nachhaltig- keit unterscheiden. Während bei der absoluten Nachhaltigkeit, die vom Brundtland- Bericht geprägt ist, jede Tat, die die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zur Be- friedigung ihrer Grundbedürfnisse erhöht zählt, wird bei der relativen Nachhaltigkeit auch die Entscheidung auf ihre Folgen betrachtet. So kann es sein, dass eine relative Nachhaltigkeit dadurch gegeben ist, wenn ein Substitut im Vergleich zum in Frage ste- henden Original mit schlechteren ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswir- kungen verbunden ist und deshalb eine Änderung unterlassen wird.7

2.2. Ziele der Nachhaltigkeit

Bereits 1972 wurde das exponentielle Wachstum der Weltwirtschaft und Weltbevölke- rung bei begrenzten Ressourcen aufgezeigt. Aus diesem Grund wurde noch im selben Jahr die erste UN-Umweltkonferenz in Stockholm abgehalten. Die ersten Lösungen für die internationale Staatengemeinschaft wurden aber erst fünfzehn Jahre später als Brundtland-Bericht veröffentlicht. Es wurde ein Leitbild für eine langfristig funktionie- rende, nachhaltige Entwicklung zusammengestellt. Die Bedürfnisse heutiger Generati- onen sollen erfüllt werden, ohne dass das Risiko besteht, dass genau die Bedürfnisbe- friedigung zukünftigen Generationen nicht mehr möglich ist.8

In die Politik und Wirtschaft fand der Begriff der Nachhaltigkeit im Jahre 1992 Einzug, nachdem im der UN-Konferenz der Dreiklang zwischen wirtschaftlicher, sozialer und umweltgerechter Nachhaltigkeit dargestellt wurde. Diese Konferenz in Rio de Janeiro führte zu einer Vielzahl internationaler Abkommen mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung.9

Im Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997 wurde erstmals eine verbindliche Einigung ver- abschiedet, um etwas für die Umwelt zu tun. Über 190 Staaten stimmten zu das Treib- hausgas zwischen 2008 und 2012 zu reduzieren. Eine weitere Maßnahme war die Agenda 21, eine Sammlung von Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung. Sie wurde von 178 Ländern unterzeichnet und definierte viele Ziele zu Ökonomie, Ökologie und Nachhaltigkeit.10

2002 kam die von der UN verabschiedeten Millennium Development Goals dazu, die weltweit Hunger, Armut und Krankheiten eliminieren sollten. Abgelöst wurden diese 2015 von 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (auch genannt Sustainable Development Goals 11 ), die bis 2030 die Welt nachhaltiger und gerechter machen sollen. Unterneh- men werden nun explizit aufgefordert einen entscheidenden Beitrag zu leisten und neue Lösungen zu entwickeln.12

Die ökologische Nachhaltigkeit hat zum Ziel, die für den Menschen lebenswichtige Na- tur zu erhalten.13 Die von der Natur zur Verfügung gestellten Ressourcen sollten nicht komplett verbraucht werden, sondern nur in den Mengen, die wieder regeneriert wer- den können. Die natürliche Biodiversität und das vielseitige Tierreich soll geschützt werden. Außerdem werden eine umweltbewusste Energieerzeugung, sowie die Verrin- gerung des Klimawandels angestrebt.14

Die sozialen oder auch gesellschaftlichen Ziele der Nachhaltigkeit streben an erster Stelle nach der menschlichen Gesundheit. Es wird ein schonender Umgang mit der menschlichen Arbeitskraft als Ressource angestrebt.15 Arbeitsschutz und Menschen- rechte spielen ebenfalls eine große Rolle. Eine Erhöhung der Diversifikation und die allgemeine Verbesserung der Demografie werden angestrebt.16

Das Ziel der ökonomischen oder wirtschaftlichen Nachhaltigkeit ist es die Nachfrage und das Geschäftsmodell langfristig zu sichern, Gewinne zu erwirtschaften und die Kundenbedürfnisse zu erfüllen.17

2.3. Modelle der Nachhaltigkeit

Das Drei-Säulen-Modell, auch bekannt als Triple-Bottom-Line-Ansatz, gehört zu den bekanntesten Modellen der Nachhaltigkeit. Die drei Säulen, Ökonomie, Ökologie und Soziales, stützen – bildlich gesprochen – die Nachhaltigkeit.18 Die Annahme dieses Modells ist, dass alle drei Bereiche irgendwie in Einklang miteinander angewandt wer- den können. Dennoch gibt es oft Widersprüche zwischen den einzelnen Zielen. Bei- spielsweise ist es bei einem rein ökonomischen Handeln nahezu unmöglich die Mehr- kosten für Ökologie und Soziales zu rechtfertigen. Gleichzeitig können Unternehmen nicht langfristig erfolgreich funktionieren, wenn Sie nicht in einigen Punkten auf ihr Per- sonal oder die Erhaltung ihrer Rohstoffe Rücksicht nehmen.19 Ein Projekt wird nach dem Drei-Säulen-Modell als nachhaltig eingestuft, wenn mindestens zwei der Säulen nach Dyckhoff’scher Klassifikation 20 als Gut und die dritte Säule maximal als Neutrum eingestuft wird.21

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Drei-Säulen-Modell im Vergleich zum Nachhaltigkeitsdreieck22

Ein weiteres Modell ist das des Nachhaltigkeitsdreiecks (triangle of sustainability). Die- ses Modell stammt aus der Reihe der „magischen Dreiecke“. Ziel dieser Darstellung ist die Bestrebung, dass aller drei Dimensionen der Nachhaltigkeit gleichzeitig realisiert werden.23

Ähnlich ist auch das integrative Nachhaltigkeitsmodell, welches in der Darstellung in der Regel aus drei sich überschneidenden Kreisen besteht. Letztendlich zielen alle drei Modelle darauf ab, dass sich die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit miteinander ver- einbaren lassen.24

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Integratives Nachhaltigkeitsmodell 25

2.4. Maßnahmen nachhaltigen Wirtschaftens

Unternehmen verfolgen in erster Linie ökonomische Ziele, um ihre Gewinne zu maxi- mieren. Um nachhaltig wirtschaften zu können, müssen jedoch auch Ökologie und So- ziales mit bedacht werden. Diese Faktoren können die Gewinne des Unternehmens schmälern, und wirken deshalb eher als Störfaktoren. Richtig eingesetzt und in Ein- klang gebracht können die drei Grundpfeiler der Nachhaltigkeit dem Unternehmen aber zusätzliche Mehrwerte einbringen.26 Grundsätzlich können Gewinne auch umwelt- und sozialverträglich erwirtschaftet werden.27

Im Laufe der Jahrzehnte haben nachhaltige Entscheidungen eine sehr gute Reputation bekommen. Die Gesellschaft der Industriestaaten wurde immer aufmerksamer und bedachter im Umgang mit ihren Ressourcen. Dies spiegelt sich auch in den Unterneh- men wieder, die seit einigen Jahren eine Coporate Responsibility (Unternehmensver- antwortung) mit in ihr Unternehmensleitbild integrieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Entwicklung der Unternehmensführung seit den 1980er-Jahren 28

Diese Änderung kommt durch die Erwartungen der Stakeholder, die bei den Entschei- dungen der Unternehmensführung eine große Rolle spielen.29 In der heutigen Zeit kann Nachhaltigkeit als strategischer Erfolgsfaktor begriffen werden, der Unternehmen Wettbewerbsvorteile bringen kann.30 Die Akzeptanz der Gesellschaft wird dabei zu einer wichtigen Zielgröße.31 Zum nachhaltigen wirtschaften gehört das Verständnis für die Verantwortung, die man als Teil der Gesellschaft gegenüber der Natur und seinen Mitmenschen hat.32

Um Nachhaltigkeit in die Leistungsprozesse eines Unternehmens integrieren zu kön- nen, werden Unternehmen diese Prozesse optimieren wollen. Mit Hilfe von Forschung und Entwicklung entstehen daraus innovative Ideen und Produkte auf internationaler Ebene.33 Zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits die größten Probleme bei Entsorgung von Abfall, Abwasser und Abluft geklärt. Der ökologische Fokus für Unternehmen sollte

deshalb verstärkt bei der Entwicklung, Nutzung und der Wiederverwertung von Produk- ten liegen.34

Zu einem großen Teil sind es sind die Konsumenten, die durch ihr Konsumverhalten die nachhaltige Entwicklung in der Gesellschaft beeinflussen.35 Sie achten bei Kauf nachhaltiger Lebensmittel und Produkte auf natürliche Inhaltsstoffe, wiederverwertbare Verpackungen, fairen Handel und darauf, dass Pestizide und künstlicher Dünger ver- mieden werden. Außerdem sollten alle neuen Geräte einen möglichst geringen Ener- gie- und Wasserverbrauch haben. Doch zu allererst achten Konsumenten auf die Qua- lität und den Preis der Produkte. Erst wenn diese beiden Aspekte bei dem Wunschpro- dukt stimmen, werden die nachhaltigen Produktattribute miteinander verglichen und das Produkt mit dem größten Zusatznutzen ausgewählt. Sollte aus den Produktinfor- mationen nicht hervorgehen, ob es sich um nachhaltige Produkte handelt, bleibt es bei einer rein subjektiven Kaufentscheidung. Gleiches wurde auch bei einem Informations- überschuss beobachtet. Die Konsumenten bevorzugen eine einfache Vergleichbarkeit und wünschen sich eine Produktempfehlung von vertrauenswürdigen, unabhängigen Quellen. Anhand von Umwelt- und Nachhaltigkeitslabeln auf den Produkten können die Konsumenten leichter eine differenzierte Entscheidung treffen.36

Im Unternehmen können diese Beobachtungen effektiv umgesetzt werden. Die Füh-rungsebene kann anhand der Normen und Richtlinien die von den Vereinten Nationen festgelegt worden sind, das Unternehmensleitbild und die Ziele festlegen. Die neuen Vorgaben können dann bei der Auswahl der Ressourcen, der Erstellung der Produkte und der Verpackung berücksichtigt werden. Für die korrekte Umsetzung müssen die Mitarbeiten danach geschult werden, denn nur so kann die Nachhaltigkeit langfristig im Unternehmen umgesetzt werden.37

Wurde die Nachhaltigkeit im Unternehmen integriert und konnten nachhaltige Produkte hergestellt werden, so können unterschiedlichste Nachhaltigkeitslabels hierfür errun- gen werden. Richtig vermarktet beeinflussen diese Labels die Kaufentscheidungen der Konsumenten. Eins der bekanntesten deutschen Umweltzeichen ist der „Blaue Engel“. Dieser wurde bereits 1978 von der Bundesregierung ins Leben gerufen. Er steht seit her für den Schutz der Umwelt und der Gesundheit, bei hoher Produkt- oder Dienstleis- tungsqualität.38 Ein weiteres bekanntes Nachhaltigkeitslabel ist das Fairtrade-Siegel, welches seit 2003 in vielen Ländern der Welt genutzt wird. Die Fairtrade-Produkte werden fair angebaut und gehandelt und erfüllen viele soziale, ökologische und ökonomi-sche Kriterien.39

Grundsätzlich haben Unternehmen viele Möglichkeiten umweltbewusster zu handeln. So kann auch der CO2-Ausstoß durch einfache Stromeinsparungsmaßnahmen redu-ziert werden. Insbesondere die IT verursacht einen erheblichen Stromverbrauch, der durch den Dauerbetrieb von Computern, Geräten und Beleuchtung kommt. Durch das Abschalten nicht genutzter Geräte oder Beleuchtung kann jeder Mitarbeiter einen Bei-trag leisten. Auch in der DIN EN ISO 50001 Norm zum Thema Energiemanagement wird deshalb die entsprechende Qualifizierung und Informierung der Mitarbeiter gefor-dert.40

Den Erfolg des Unternehmens hinsichtlich seiner Nachhaltigkeitsbestrebungen lässt sie zum Beispiel durch ökologische Fußabdrücke ermittelt. Wärmefußabdrücke können im Zusammenhand mit dem Eiswürfelmodell berechnet werden, welches Aufschluss über die Klimaschutzleistungen von Unternehmen gibt. In dem simplen Modell zeigt die Größe des Eiswürfels die Menge der freigesetzten Abwärme, die den Klimawandel beschleunigt. Um besonders nachhaltig zu handeln und die Kosten zu reduzieren, müssen Unternehmen auf ihre Schwachstellen untersucht werden und Möglichkeiten zur Verbesserung finden.41 In diesen Prozess können die Mitarbeiter mit einbezogen werden, da dies die Bindung an das Unternehmen und das Verantwortungsbewusst-sein der Mitarbeiter steigert.42

Neben den ökologischen Aspekten haben Unternehmen auch viele Möglichkeiten die soziale Nachhaltigkeit umzusetzen. Eine Möglichkeit wäre es, für ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen dem Privat- und Berufsleben der Mitarbeiter, also eine verbesserte Work-Life-Balance, zu sorgen. Maßnahmen hierfür wären beispielsweise flexible Ar-beitszeiten einzuführen, Home Office zu ermöglichen oder eine interne Kinderbetreu-ung einzuführen. Idealerweise steigt die Mitarbeiterzufriedenheit dadurch an, während der Krankenstand und die Fluktuationsrate sinkt.43

[...]


1 Brundlandt-Bericht:"Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung." (Offizieller Titel). Die Brundtland Kommission, auch Weltkommission für Umwelt und Entwick- lung genannt, veröffentlichte 1987 erstmals das Konzept der nachhaltigen Entwicklung und gab damit den Anstoß für einen weltweiten Diskurs und öffentliche Aufmerksamkeit. Vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit: Brundlandt-Bericht, 1987, auf: https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/brundtland_report_563.htm , 30.08.2018 um 15:10 Uhr

2 Vgl. Mayer, Katja: Nachhaltigkeit: 111 Fragen und Antworten. Nachschlagewerk zur Umsetzung von CSR im Unter- nehmen, 1. Auflage, Wiesbaden 2017, S. 7 und Vgl. Ahrend, Klaus-Michael: Geschäftsmodell Nachhaltigkeit. Ökologische und soziale Innovationen als unternehmeri- sche Chance, 1. Auflage, Heidelberg 2016, S. 3

3 Vgl. Treutner, Erhard: Globale Umwelt- und Sozialstandards. Nachhaltige Entwicklungen jenseits des Nationalstaats, 1. Auflage, Wiesbaden 2018, S. 6

4 Vgl. Treutner, (2018), S. 4f

5 Vgl. Matuszek, Georg: Management der Nachhaltigkeit, 1. Auflage, Wiesbaden 2013, S. 63

6 Vgl. Filho, Walter Leal: Nachhaltige Entwicklung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg: Das FTZ-ALS und das „Nachhaltigkeitslab“, in Filho, Walter Leal (Hrsg.): Forschung für Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen, 1. Auflage, Wiesbaden 2016, S. 3 - 24, S. 6f

7 Vgl. Letmathe, Peter: Güter und Übel - Überlegungen zu den Dyckhoff'schen Objektkategorien aus der Nachhaltig- keitsperspektive, in Ahn, Heinz / Clermont, Marcel / Souren, Rainer (Hrsg.): Nachhaltiges Entscheiden. Beiträge zum

multiperspektivischen Performancemanagement von Wertschöpfungsprozessen, 1. Auflage, Wiesbaden 2016, S. 101- 116, S. 105f

8 Vgl. Mayer, (2017), S. 2

9 Vgl. Mayer, (2017), S. 4

10 Vgl. Mayer, (2017), S. 4

11 S ustainable Development Goals (SDGs): Armut beenden, Ernährung sichern, Gesundheit stärken, Bildung für alle, Gleichberechtigung der Geschlechter, Wasser und Toiletten für jeden, saubere Energie weltweit, gute Arbeit für alle,sozial verträgliche Industrialisierung, Ungleichheit mindern, lebenswerte Städte, nachhaltiger Konsum, umfassender Klimaschutz, Meere schonen, Naturvielfalt erhalten, friedliche Gesellschaften, weltweite Kooperation.

Vgl. Herlyn, Estelle L. A.: Einkommensverteilung und Kapital im 21. Jahrhundert - Bedeutende Aspekte einer nachhalti- gen Entwicklung, in Ahn, Heinz / Clermont, Marcel / Souren, Rainer (Hrsg.): Nachhaltiges Entscheiden. Beiträge zum multiperspektivischen Performancemanagement von Wertschöpfungsprozessen, 1. Auflage, Wiesbaden 2016, S 73 -86, S. 83

12 Vgl. Mayer, (2017), S. 4

13 Vgl. von Hauff, Michael / Kleine, Alexandro: Nachhaltige Entwicklung. Grundlagen und Umsetzung, 2. Auflage, Mün- chen 2014, S. 33

14 Vgl. Geßner, Christian / Kölle, Axel: Wie gelingt nachhaltiges Wirtschaften im Alltag?, in Buchenau, Peter / Geßner,Monika / Geßner, Christian / Kölle, Axel (Hrsg.): Chefsache Nachhaltigkeit. Praxisbeispiele aus Unternehmen, 1. Aufla- ge, Wiesbaden 2016, S. 1 - 8, S. 2

15 Vgl. Becke, Guido: Soziale Nachhaltigkeit in flexiblen Arbeitsstrukturen zur Einführung, in Becke, Guido (Hrsg.) Sozia- le Nachhaltigkeit in flexiblen Arbeitsstrukturen. Problemfelder und arbeitspolitische Gestaltungsperspektiven, 1. Auflage, Berlin 2008, S. 5 - 26, S. 9

16 Vgl. Geßner / Kölle, (Chefsache Nachhaltigkeit, 2016), S. 2

17 Vgl. Mayer, (2017), S. 25

18 Vgl. Mayer, (2017), S. 24

19 Vgl. Treutner, (2018), S. 6

20 Harald D yckhoff unterscheidet bei nachhaltigen, betrieblichen Entscheidungen, die jeweils sowohl die Input- als auch die Outputseite des Produktionsprozesses betreffen, zwischen den Objektkategorien ‘Gut’, ‘Übel’ und ‘Neutrum’. Die- se Entscheidungen können nur getroffen werden, wenn sie langfristig, zielgerichtet, multiperspektivisch durchdacht und theoretisch fundiert sind.

Vgl. Souren, Rainer / Ahn, Heinz / Clermont, Marcel: Nachhaltiges Entscheiden als multiperspektivisches Forschungs-feld - Überblick über die Forschung von Harald Dyckhoff und die Beiträge dieser Festschrift, in Ahn, Heinz / Clermont, Marcel / Souren, Rainer (Hrsg.): Nachhaltiges Entscheiden. Beiträge zum multiperspektivischen Performancema- nagement von Wertschöpfungsprozessen, 1. Auflage, Wiesbaden 2016, S. 1 - 12, S 1f

21 Vgl. Letmathe, (Nachhaltiges Entscheiden, 2016), S. 112

22 Vgl. Behrens, Dennis / Knackstedt, Ralf / Kolek, Erik / Schoormann, Thorsten: Schüleruni: Geschäftsprozesse nac h- haltig gestalten, in Filho, Walter Leal (Hrsg.): Forschung für Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen, 1. Auflage, Wiesbaden 2016, S. 183 - 200, S. 184

23 Vgl. von Hauff, (2014), S. 32

24 Vgl. Corsten, Hans / Roth, Stefan: Nachhaltigkeit als integriertes Konzept, in Corsten, Hans / Roth, Stefan (Hrsg.): Nachhaltigkeit. Unternehmerisches Handeln in globaler Verantwortung, 1. Auflage, Wiesbaden 2012, S. 1 - 14, S. 1

25 Vgl. Mayer, (2017), S. 25

26 Vgl. Ahrend, (2016), S. 3

27 Vgl. Mayer, (2017), S. 8

28 Vgl. Mayer, (2017), S. 19

29 Vgl. Mayer, (2017), S. 8

30 Vgl. Corsten / Roth, (Nachhaltigkeit, 2012), S. 5

31 Vgl. Corsten / Roth, (Nachhaltigkeit, 2012), S. 2

32 Vgl. Corsten / Roth, (Nachhaltigkeit, 2012), S. 5f

33 Vgl. Matuszek, (2013), S. 25

34 Vgl. Förtsch, Gabi / Meinholz, Heinz: Handbuch Betriebliches Umweltmanagement, 2. Auflage, Wiesbaden 2014, S.56

35 Vgl. Corsten / Roth, (Nachhaltigkeit, 2012), S. 5f

36 Vgl. Haubach, Christian / Moser, Andrea K.: Nachhaltiger Konsum - Der Unterschied zwischen subjektiv und objektiv um-weltfreundlichem Kaufverhalten, in Filho, Walter Leal (Hrsg.): Forschung für Nachhaltigkeit an deutschen Hoch-schulen, 1. Auflage, Wiesbaden 2016, S. 297 - 312, S. 299f

37 Vgl. Herlyn, (Nachhaltiges Entscheiden, 2016), S. 82

38 Vgl. Blauer Engel: Was steckt dahinter?, auf https://www.blauer-engel.de/de/blauer-engel/was-steckt-dahinter,15.08.2018 um 17:20 Uhr

39 Vgl. Fairtrade: Fairtrade-Siegel, auf https://www.fairtrade-deutschland.de/was-ist-fairtrade/fairtrade-siegel.html 28.08.2018 um 19:25 Uhr

40 Vgl. Buick, Olaf / Preuß, Reinhard / Söhngen, Jörg / Sietz, Manfred: Praxisbeispiel: Einrichtung und Aufrechterhaltung eines Energiemanagementsystems nach ISO 50001 bei der Wentus Kunststoff GmbH, Höxter, in Sietz, Manfred (Hrsg.): Wärmefußabdruck und Energieeffizienz. Nachhaltigkeit messbar machen, 1. Auflage, Heidelberg 2016, S. 23 - 138, S. 33

41 Vgl. Sietz, Manfred: Definition von Wärmefußabdrücken als Instrument messbarer Energieeffizienz und deren Bedeu-tung in Bezug auf den Klimawandel, in Sietz, Manfred (Hrsg.): Wärmefußabdruck und Energieeffizienz. Nachhaltigkeit messbar machen, 1. Auflage, Heidelberg 2016, S. 9 - 22, S. 21

42 Vgl. Buick / Preuß / Söhngen / Sietz, (Wärmefußabdrücke und Energieeffizienz, 2016), S. 33

43 Vgl. Mayer, (2017), S. 16

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Kann Nachhaltigkeit im Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit steigern?
Hochschule
Northern Business School
Note
1
Autor
Jahr
2018
Seiten
35
Katalognummer
V456892
ISBN (eBook)
9783668886414
ISBN (Buch)
9783668886421
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Unternehmen, Mitarbeiterzufriedenheit, Mitarbeiter, Unternehmensführung
Arbeit zitieren
Sarah Ernst (Autor), 2018, Kann Nachhaltigkeit im Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit steigern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456892

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