Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philosophie - Philosophie antique

Die Funktion der platonischen Mythen

Titre: Die Funktion der platonischen Mythen

Dossier / Travail , 2018 , 14 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Paul Winter (Auteur)

Philosophie - Philosophie antique
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Seit jeher erzählen sich die Menschen Legenden oder Sagen aus alter Zeit, sogenannte Mythen. Die darin behandelten, verschiedensten Themen erstrecken sich von der Entstehung der Welt bis hin zur Frage nach einem jenseitigen Leben. In der antiken Lebenswelt der Griechen waren sie Unterhaltungs- und Lehrmedium gleichermaßen. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch Platon des Öfteren Mythen in seine philosophischen Diskurse mit einfließen ließ. Will man also die Philosophie Platons in seiner Gänze durchdringen, so muss die Frage beantwortet werden, mit welcher Intention er selbige erzählt und was ihre Funktion, ihren philosophischen Mehrwert, darstellt. Stattdessen zu behaupten, die platonischen Mythen hätten einen reinen Unterhaltungswert, wäre zu kurz gegriffen und wohl auch schlichtweg falsch.

Um diese Frage zu klären wurden in dieser Arbeit verschiedene mögliche Funktionen des Mythos dargestellt und jeweils unter Einbezug von Primär- und Sekundärquellen bezüglich ihrer Wahrscheinlichkeit und Sinnstiftung diskutiert. Die Textbasis dabei war, neben anderen in Platons Werken enthaltenen Mythen, insbesondere der Jenseitsmythos im Dialog Gorgias. Als Sekundärquelle wurde zu einem Großteil auf Josef Piepers Kapitel Über die platonischen Mythen in Darstellungen und Interpretationen: Platon Bezug genommen.

Als zentrale Funktion stellte sich in dieser Arbeit heraus, dass der Mythos einen Erkenntnisgewinn bezweckt und zur Wahrheitsfindung dient. Eine Funktion des Mythos als Medium zur Vermittlung religiöser Glaubensinhalte konnte anhand der angeführten Argumente nicht belegt werden. Dagegen erscheint ein erzieherischer, pädagogischer Zweck Platons mythischer Erzählungen sehr wahrscheinlich. Schließlich lässt sich der Einbezug von Mythen in Platons philosophisches Oeuvre wohl auch darin begründen, dass diese ihm einen philosophischen und argumentativen Bereich eröffnen, der ihm durch den reinen Logos nicht zugänglich ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE FUNKTION DER PLATONISCHEN MYTHEN

2.1 DIE DEFINITION DES MYTHOS

2.2 DER MYTHOS ZWISCHEN DICHTUNG UND WAHRHEIT

2.3 DER MYTHOS ALS MEDIUM RELIGIÖSER LEHREN

2.4 DER MYTHOS ALS PÄDAGOGISCHES HILFSMITTEL

2.5 DER MYTHOS ALS TEIL DES LOGOS

3. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Funktion platonischer Mythen und geht der zentralen Forschungsfrage nach, mit welcher Intention Platon diese Mythen in seine Werke integriert und welchen Mehrwert sie für seine philosophische Argumentation bieten.

  • Wahrheitsfunktion und Erkenntnisgewinn durch Mythen
  • Untersuchung des Mythos als Medium für religiöse Lehren
  • Die pädagogische Bedeutung mythischer Erzählungen
  • Die symbiotische Beziehung und Abgrenzung zwischen Mythos und Logos
  • Analyse zentraler Dialoge, insbesondere des Jenseitsmythos im Gorgias

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Mythos zwischen Dichtung und Wahrheit

An den Ausgangspunkt der Frage, welchen Wahrheitsgehalt Platon selbst den von ihm erzählten Mythen beimisst, stellt Pieper den Rezipienten. So sei laut ihm die Interpretation der Mythen stark davon determiniert, ob dieser an die Kernthematik des Mythos, wie zum Beispiel ein Leben nach dem Tod, glaube, oder nicht. Auf diesen, religiösen Glaubensaspekt wird jedoch an späterer Stelle dieser Arbeit noch einmal eingegangen.

Prinzipiell lässt sich sagen, dass die Platonforschung bezüglich der Wahrheitsfrage der Mythen in zwei konträre Lager geteilt ist. So schreibt Szlezák, der nach Heit mit Meinungen von Müller, Edelstein oder Kobusch konform gehe, beispielsweise, dass die „Annahme eines höheren Wahrheitsgehaltes der Mythen […] sich nicht auf Überlegungen Platons stützen [kann]“, und nur auf dem „Empfinden moderner irrationalistischer Strömungen“ beruht. Pieper dagegen verficht die Interpretation, dass Platon selbst die von ihm nacherzählten Mythen für wahr halte. Um diese These zu stützen, führt er mehrere Argumente ins Feld.

Im Phaidondialog erklärt Platons zum Tode verurteilter Sokrates, dass sich niemand für den Wahrheitsgehalt des Jenseitsmythos verbürgen könne. Dass es sich jedoch, "[...] mit unseren Seelen und ihrer Wohnstadt [...] so oder ähnlich verhalten werde: dies scheint mir gar wohl des Wagnisses wert, geglaubt zu werden – das Wagnis ist nämlich schön." Diese Stelle interpretiert Pieper als Verdeutlichung des symbolischen Charakters des Mythos, indem Platon zwar eingestehe, dass es sich mit dem Jenseits wohl nicht genauso verhalte wie im Mythos, der diesem innewohnende Wahrheitsgehalt jedoch ausreiche, um im Glauben daran zu sterben. Dieser Schluss muss meiner Meinung nach jedoch dahingehend hinterfragt werden, dass der letzte Teilsatz bezüglich der Schönheit dieses Risikos auch eine andere Interpretation zulässt. So könnte Platon mit schön auch eine trostvolle Vorstellung gemeint haben, welche jedoch in keinem Zusammenhang mit dessen Wahrheitsgehalt steht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Mythen in der antiken griechischen Lebenswelt ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach deren Funktion und philosophischem Mehrwert bei Platon.

2. DIE FUNKTION DER PLATONISCHEN MYTHEN: Dieses Hauptkapitel untersucht detailliert verschiedene Aspekte, von der Definition des Begriffs Mythos bis hin zur Wahrheitsfrage, der pädagogischen Relevanz und der komplementären Rolle des Mythos gegenüber dem Logos.

3. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach der Mythos primär dem Erkenntnisgewinn dient und eine eigenständige argumentative Ebene jenseits des rationalen Logos erschließt.

Schlüsselwörter

Platon, Mythos, Logos, Philosophie, Wahrheitsfindung, Erkenntnisgewinn, Jenseitsmythos, Gorgias, Pädagogik, Religiöse Lehren, Dialektik, Ideenlehre, Antike, Sokrates, Argumentation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Bedeutung und Funktion, die Platon den Mythen in seinen Dialogen beimisst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Analyse deckt Themen wie die Wahrheitsfrage, das Verhältnis von religiösem Glauben zu philosophischer Vernunft sowie die erzieherische Funktion von Mythen ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es herauszufinden, ob Mythen bei Platon lediglich als Unterhaltung dienen oder ob sie als legitimes Mittel zur Erkenntnisgewinnung und Wahrheitsfindung fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Primärtexten Platons (insbesondere Gorgias, Politeia) unter Einbeziehung und kritischer Diskussion relevanter Sekundärliteratur, vor allem von Josef Pieper.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Mythos, die Wahrheitsfrage, die Prüfung als religiöses Medium, die pädagogische Komponente sowie die symbiotische Beziehung von Mythos und Logos.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Mythos, Logos, Platon, Erkenntnisgewinn, Wahrheitsgehalt und philosophische Argumentation.

Warum spielt der Dialog Gorgias eine besondere Rolle?

Der Gorgias dient als primäre Textbasis, da der dort enthaltene Jenseitsmythos zentrale ethische Lehren Platons anschaulich verknüpft und die Funktion des Mythos als komplementäre Ebene zum Logos verdeutlicht.

Wie steht die Autorin zur These des "religiösen Mediums"?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Funktion als reines Medium für religiöse Glaubensinhalte unwahrscheinlich ist, da Platon Mythen primär zur philosophischen Argumentation und nicht zur Verbreitung spezifischer Glaubensdogmen einsetzt.

Fin de l'extrait de 14 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Funktion der platonischen Mythen
Université
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,0
Auteur
Paul Winter (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
14
N° de catalogue
V456977
ISBN (ebook)
9783668889859
ISBN (Livre)
9783668889866
Langue
allemand
mots-clé
Platon Mythos Dichtung Wahrheit Religion Pädagogik Logos Gorgias
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Paul Winter (Auteur), 2018, Die Funktion der platonischen Mythen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/456977
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint