Der Einfluss des religiösen Hintergrunds von Nichtregierungsorganisationen auf die Zusammenarbeit einzelner Organisationen in der Humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit

Gegenüberstellung christlich und muslimisch geprägter NGOs


Bachelorarbeit, 2016

83 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

1. Inhaltsverzeichnis

2. Der Stellenwert von Religion in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit
2.1 Einbettung der Bachelorarbeit in die aktuellen Forschungen und Forschungsstand
2.2 Methoden

3. Der Einfluss des religiösen Hintergrunds auf die Zusammenarbeit von christlichen und muslimischen NGOs
3.1 Geschichte der Beziehungen zwischen dem Christentum und dem Islam
3.1.1 Darstellung des Christen- und Judentums im Koran
3.1.2 Reaktion der christlichen Welt auf den Islam
3.1.3 Veränderung der Beziehungen durch die Aufklärung
3.1.4 Einfluss des Kolonialismus
3.1.5 Von den ersten Annäherungen bis ins 21. Jahrhundert
3.1.6 Theologische Streitpunkte
3.2 Grundlegendes zu FBNGOs
3.2.1 Definition NGO
3.2.2 Unterschiedliche Ausprägungen von FBNGOs
3.3 Zusammenarbeit in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit
3.3.1 Definition Humanitäre Hilfe
3.3.2 Definition Entwicklungszusammenarbeit
3.3.3 Bedeutung der Zusammenarbeit in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit
3.3.4 Plattformen für die Zusammenarbeit von NGOs
3.4 Voraussetzungen für eine funktionierende Zusammenarbeit
3.4.1 Interkulturelle Kommunikation – Grundlagen Kommunikation
3.4.2 Kultureller Einfluss – FBNGOs
3.4.3 Prinzipien der Zusammenarbeit
3.5 Gründe für eine verstärkte Zusammenarbeit von FBNGOs
3.5.1 Akzeptanz von Hilfsempfängern
3.5.2 Optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen und vergrößerter Einfluss
3.6 Vorurteile gegenüber FBNGOs, durch die eine Zusammenarbeit beeinflusst wird
3.7 Hypothese über die Zusammenarbeit von FBNGOs
3.8 Empirischer Ansatz
3.8.1 Konzeption der Umfrage
3.8.1.1 Grundlegendes
3.8.1.2 Erläuterung der einzelnen Fragen 31
3.8.2 Auswertung der Umfrage
3.8.2.1 Für die weitere Auswertung relevante Codes
3.8.2.2 Übersicht und genereller Eindruck
3.8.2.3 Bedeutung der Religion für die jeweiligen NGOs
3.8.2.4 Probleme bzw. Ängste, die die Zusammenarbeit beeinflussen
3.8.2.5 Der Einfluss von äußeren Faktoren auf die Zusammenarbeit von FBNGOs unterschiedlicher Religion
3.8.2.6 Chancen und Schwierigkeiten aus Sicht der FBNGOs bezüglich Kooperationen untereinander
3.8.2.7 Auffallende, bisher nicht bedachte Aspekte
3.8.2.8 Einschätzungen der NGOs, welchen Einfluss ihr religiöser Hintergrund auf Kooperationen habe
3.8.3 Überprüfung der Hypothese
3.8.3.1 Gute Zusammenarbeit mit Humanitären Prinzipien und gegenseitigem Respekt als gemeinsamer Grundlage
3.8.3.2 Wirkung der äußeren Einflüsse
3.8.3.3 Überprüfung des Einflusses der Religion auf Kooperationen, Hilfsempfänger und Geldgeber
3.8.4 Neu formulierte These
3.8.5 Reflexion der Umfrage und Ausblick auf weitere mögliche Forschungsarbeiten

4. Fazit: Der religiöse Hintergrund ist einer von vielen Faktoren, die die Zusammenarbeit in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit beeinflussen

5. Abbildungsverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang
7.1 Anhang 1: Fragen an christliche NGOs zur Zusammenarbeit mit anderen NGOs
7.2 Anhang 2: Fragen an muslimische NGOs zur Zusammenarbeit mit anderen NGOs

Vorbemerkung: In der vorliegenden Arbeit wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit nur die maskulinen, geschlechtsneutralen Begrifflichkeiten verwendet. Diese gelten selbstverständlich, soweit nicht anders angegeben, für beide Geschlechter.

2. Der Stellenwert von Religion in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit

Die Taten des sogenannten Islamischen Staats, Anschläge in Ansbach, München, Würzburg und Frankreich und andere Gräueltaten finden sich derzeit in den Medien. Dabei ist die Religion der Täter ein zentrales Thema. Noch bevor irgendwelche Nachforschungen durchgeführt werden, melden sich schon die ersten Stimmen, dass es wieder mit dem Islam zusammenhänge. Es gibt Diskussionen darüber, inwieweit Gewaltbereitschaft durch den Islam gefördert würde. Doch der Islam ist nicht die einzige Religion, die sich mit solchen Vorwürfen auseinandersetzen muss, werden die mittelalterlichen Kreuzzüge und andere Religionskonflikte doch immer wieder zur Sprache gebracht. Die Anhänger der meisten Religionen werden regelmäßig damit konfrontiert, dass sie in einer modernen Gesellschaft keinen Platz mehr hätten und der Weltfrieden durch die Religionen erheblich beeinträchtigt sei. Manche gehen sogar so weit und behaupten, dass es ohne Religion keine Kriege mehr gäbe. Dies fundiert auf der Annahme, dass sich die Anhänger der verschiedenen Religionen nicht verstehen würden und Dauerkonflikte hätten. Angenendt, 2012, S. 372ff; Bader, 2006, S. 12ff; Bewarder, 2016; Diehl, 2016; Focus online, 2016; Gehlen, 2015; Käppner, 2016; Küng, 1991, S. 640ff; Lombardi, 2012, S. 18ff; Lpb, 2016; Mönninger, 2006; Spiegel online, 2016; Tagesschau, 2016.

Ein Bereich, in dem die Zusammenarbeit1 von Anhängern unterschiedlicher Religionen ein großes Thema ist, ist die Humanitäre Hilfe (HH) und die Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Dort wird international gearbeitet und viele der Hilfsempfänger wie auch der Hilfsorganisationen sind religiös geprägt. Die Religion wird dabei inzwischen sogar – zumindest von manchen – als positiv angesehen. So brachte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Informationsbroschüre heraus, in der explizit die positiven Seiten der religiösen Hilfsorganisationen hervorgehoben werden. Darin wird auch dazu ermutigt, die Religion in der HH und EZ zu fördern. Allerdings gibt es auch Stimmen, die sich eindeutig dagegen aussprechen. Beschäftigt man sich mit dieser Thematik, ergeben sich einige Fragen, z. B. ob Religion in der HH und EZ förderlich oder hinderlich ist, ob Anhänger unterschiedlicher Religionen wirklich nicht miteinander arbeiten können, die Frage nach dem Missbrauch der verschiedenen Religionen und viele mehr. BMZ, 2015; n-tv, 2015.

Die Forschungsfrage dieser Bachelorarbeit ist eine der möglichen aufkommenden Fragen: Welchen Einfluss hat der religiöse Hintergrund einer NRO2 auf die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen in der Humanitären Hilfe oder Entwicklungszusammenarbeit? Aufgrund der Vielzahl an möglichen Konstruktionen zwischen den verschiedensten religiösen NGOs und auch den unterschiedlichsten säkularen NGOs wird sich hier aus Gründen des Umfangs auf die christlichen und muslimischen NGOs konzentriert.

2.1 Einbettung der Bachelorarbeit in die aktuellen Forschungen und Forschungsstand

Diese Arbeit verbindet mehrere Gebiete, bei denen sich der jeweilige Forschungsstand unterscheidet. Auf der einen Seite werden NGOs und deren Stellung im internationalen Kontext angesprochen. Dabei sind besonders die Beziehungen zwischen den NGOs untereinander wichtig. Es gibt einige Literatur zu den Beziehungen zwischen NGOs mit IGOs3 oder dem Militär (zivilmilitärische Zusammenarbeit). In dieser Literatur befassen sich die Diskussionen hauptsächlich mit der Einhaltung und Aufrechterhaltung der Humanitären Prinzipien. Dabei stehen Fragen wie „Ist es möglich, neutral und unabhängig zu agieren, wenn mit der UN oder dem Militär zusammengearbeitet wird?“ oder „Kann es sich eine NGO in der heutigen Zeit leisten, nicht mit dem Militär oder der UN zusammenzuarbeiten?“ im Mittelpunkt. Zur Wichtigkeit der Zusammenarbeit von NGOs untereinander findet sich deutlich weniger Literatur. Allgemeine Literatur zur Zusammenarbeit von NGOs ist noch rarer. Häufiger wird dieser Aspekt am Rande anderer Themengebiete behandelt, wie z. B. in dem Buch „Coalitions Across Borders“ von Bandy und Smith. Auch in dem 2016 erschienenen Buch „The New Humanitarians in International Practice“ von Dennis Dijkzeul und Zeynep Sezgin werden Kooperationen unter NGOs angesprochen, stehen aber nicht im Mittelpunkt. Zu den Faith-Based-NGOs (FBNGOs) ist wieder deutlich mehr Literatur vorhanden. Dabei ist festzustellen, dass es die meisten Forschungen zu christlichen und muslimischen FBNGOs gibt, während andere Religionen in den Hintergrund rücken. Es stellt sich die Frage, ob das daran liegt, dass die islamischen NGOs von größerem gesellschaftlichen und politischen Interesse sind als kleinere Religionen, v. a. angesichts der politischen Entwicklungen seit 2001. Die Forschungen zu muslimischen NGOs (und Stiftungen) sind dabei relativ jung. Dies könnte an den unterschiedlichen Gründungszeiten liegen, da die meisten muslimischen NGOs in den 1980er Jahren oder später ins Leben gerufen wurden (Dijkzeul, 2013, S. 91). Christliche NGOs existieren dagegen teilweise schon seit mehr als 100 Jahren (Caritas, 2016; CBM, 2016; Diakonie, 2016; Johanniter, 2016; Malteser International, 2016), auch wenn in den letzten 40 Jahren viele neue dazugekommen sind. Eine weitere Ursache könnte in der Lokalisation der NGOs liegen. Ein Artikel, der beide betrachtet und auch auf die Zusammenarbeit zwischen christlich und muslimisch geprägten NGOs eingeht, ist z. B. „Islamic and Christian Inspired Relief NGOs: Between Tactical Collaboration and Strategic Diffidence“ von Benedetti aus dem Jahr 2006. Einen Vergleich einzelner Organisationen findet man z. B. bei Clarke: „Trans-Faith Humanitarian Partnerships: The Case of Muslim Aid and the United Methodist Committee on Relief“.

Ein zweiter Aspekt, der in dieser Bachelorarbeit eine wichtige Rolle spielt, ist das Verhältnis zwischen dem Islam und dem Christentum. Der historische Bezug dieses Themas ist gut erforscht und wird in der vorliegenden Arbeit zusammenfassend wiedergegeben, um dem Leser einen Überblick darüber und ein grundlegendes Verständnis dafür zu verschaffen. Die in der Gegenwart existierende Beziehung ist nicht mehr singulär als solche zu betrachten. Da es sowohl im Christentum als auch im Islam viele verschiedene Richtungen, Denkweisen und Interpretationen gibt, lässt sich keine grundlegende Tendenz mehr festlegen, wie es bis zur Aufklärung der Fall war. Die Literatur ist dementsprechend breit gefächert. Man könnte es sich einfach machen und sagen, man betrachte z. B. nur die Aussagen des Papstes als Oberhaupt der katholischen Kirche und diejenigen des Zentralrats für Muslime, analysiere diese und leite daraus die aktuellen Beziehungen zwischen Islam und Christentum ab. Dabei würde man allerdings nur einen kleinen Teil eines sehr breiten Spektrums abdecken. Es stellt sich die Frage, welche Eingrenzungen sinnvoll sind. Man muss differenzieren, wer alles zum Islam bzw. Christentum gehört: Sind diejenigen dazuzuzählen, die den Namen der jeweiligen Religion gebrauchen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen, diejenigen, die sich aus Tradition als der Religion zugehörig beschreiben, diejenigen, die nach den Prinzipien der Religion leben, sich aber nicht festlegen wollen? Diese Liste kann noch deutlich erweitert werden. Alle Möglichkeiten aufzuzählen, wäre für die Bachelorarbeit nicht zielführend. Stattdessen soll hier verdeutlicht werden, dass es gegenwärtig Schwierigkeiten gibt, eine klare Aussage zur Beziehung zwischen dem Islam und dem Christentums zu treffen. Herauszufinden, wie die Beziehungen der verschiedenen religiösen NGOs zueinander sind, ist daher ein Ziel dieser Arbeit. Da dies aus oben erläuterten Gründen mittels Literaturrecherche nur begrenzt möglich ist, soll mit Hilfe von Fragebögen geforscht werden.

Ein letztes großes Thema, das in dieser Arbeit gehäuft auftritt, ist Interkulturelle Kommunikation. Dies ist ein Bereich, über den viel Literatur existiert und der, v. a. für den Bereich des Internationalen Managements, gut erforscht ist. Es werden die für die Bachelorarbeit wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und auf die spezielle Situation der christlich und muslimisch geprägten NGOs angewandt.

2.2 Methoden

Um die Fragestellung zu beantworten, werden Hypothesen anhand von Literaturrecherchen herausgearbeitet und dann mittels qualitativer Umfragebögen überprüft. Bei der Literaturrecherche geht es um die beiden großen Themengebiete, die diese Arbeit umfasst: Die Beziehung zwischen Christen und Muslimen und die Zusammenarbeit in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Dabei wird grundlegend auf die Definition einer NGO eingegangen und die Unterschiede zwischen verschiedenen religiös geprägten Hilfsorganisationen werden aufgezeigt. Die Ergebnisse dieses groben Überblicks münden in das Thema der Zusammenarbeit von christlichen und muslimischen NGOs. Danach folgt ein Einschub aus dem Gebiet der Interkulturellen Kommunikation. Darin wird herausgearbeitet, welche Voraussetzungen es für eine funktionierende interkulturelle Zusammenarbeit gibt. Nach den Darstellungen der Forschungsergebnisse in der Interkulturellen Kommunikation wird jeweils der Bezug zu FBNGOs und deren Zusammenarbeit im interkulturellen Kontext hergestellt. Zudem wird die Aufmerksamkeit auf bestehende Gründe gelenkt, die eine Zusammenarbeit zwischen christlichen und muslimischen NGOs verhindern könnten. Zum Ende der Literaturrecherche wird der Schwerpunkt auf die Vorteile gelegt, die religiöse Organisationen in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit haben, und warum eine Zusammenarbeit mit ihnen bedeutsam ist.

Diese Recherchearbeit kulminiert in der Hypothese, dass religiöse Organisationen in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit gut miteinander arbeiten können, solange die Humanitären Prinzipien die gemeinsame Grundlage bilden und gegenseitiger Respekt für die Arbeit des anderen vorherrscht. Politische oder anderweitige äußere Einflüsse können solche Kooperationen nicht entscheidend zum Negativen beeinflussen. Organisationen, die ihre Religion über die Humanitären Prinzipien stellen, haben es dagegen mit religiös geprägten Hilfsempfängern und Geldgebern leichter, aber oft große Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit anderen NGOs.

Diese Hypothese wird anhand von qualitativen Fragen an verschiedene christliche und muslimische NGOs überprüft. Die Umfragen werden per E-Mail versendet. Nach der Auswertung der Ergebnisse werden abschließend einige Beispiele für gut funktionierende Kooperationen zwischen Christen und Muslimen im Bereich der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit dargestellt.

3. Der Einfluss des religiösen Hintergrunds auf die Zusammenarbeit von christlichen und muslimischen NGOs

Da sich diese Bachelorarbeit auf die christlichen und muslimischen Hilfsorganisationen konzentriert, ist die Beziehung zwischen dem Christentum und dem Islam ein zentrales Thema. Sie wird im folgenden Kapitel behandelt.

3.1 Geschichte der Beziehungen zwischen dem Christentum und dem Islam

In diesem Kapitel wird das Verhältnis zwischen Islam und Christentum von der Entstehung des Islam bis zur heutigen Zeit betrachtet, um ein Grundverständnis für die Geschichte dieser beiden Religionen und die Probleme zwischen ihnen zu schaffen. Dabei wird zuerst untersucht, wie das Christentum im Koran dargestellt wird. Die Betrachtung der Darstellung des Islam in der Bibel ist nicht möglich, da der Kanon der Bibel bereits feststand, bevor der Islam gegründet wurde.

3.1.1 Darstellung des Christen- und Judentums im Koran

Im Koran finden sich unterschiedliche Aussagen dazu, wie sich Muslime gegenüber Christen verhalten sollen. Diese Verschiedenheiten sind mit den historischen Gegebenheiten während der Entstehung des Korans zu begründen.

Zu Anfang werden sowohl Juden als auch Christen als Freunde angesehen (Koran 2016: Sure 5,82). Muhammad stellt seine Botschaft in eine Reihe mit der Thora und der Bibel bzw. dem Evangelium. Er ist der Meinung, dass alle Offenbarungen bei Gott aufbewahrt seien. Diese Offenbarungsschriften habe er einzelnen Menschen Stück für Stück mitgeteilt. Der erste Teil sei Mose kundgetan worden und finde sich in der Thora wieder. Der zweite Part sei Jesus offenbart worden, nachzulesen in den Evangelien. Die dritte und letzte Offenbarung habe Muhammad erhalten. Sie ist im Koran nachzulesen. Alle drei Offenbarungsschriften Gottes bestätigen sich – nach Auffassung Muhammads – gegenseitig. Mehrere Aussagen diesbezüglich finden sich z. B. in Sure 2, 3, 6, 13 und 42.

Diese freundschaftliche Haltung ändert sich – bis hin zu einer Feindschaft zwischen Judentum, Christentum und Islam (Koran 2016: Sure 9,29-35). Als Gründe für diese Wandlung führen die meisten Autoren politische Motive und Machtbestrebungen an. Es wurde bald deutlich, dass sich sowohl die Juden als auch die Christen nicht den Gesetzen des Korans und damit dem Islam unterordnen wollten. Sie erkannten den Koran nicht als Fortsetzung der Offenbarungen Gottes an, wie Muhammad ihn beschrieb, und sahen Muhammad nicht als von Gott gesandten Propheten an. Da von Seiten Muhammads allerdings das Bestreben bestand, die arabische Halbinsel unter seine Herrschaft und die Herrschaft des Islam zu bringen, war es für ihn unbedingt notwendig, dass seine Aussagen und sein Status von der jüdischen Bevölkerung anerkannt wurden. Es lässt sich im Koran nachlesen, dass gegen all diejenigen, die sich dem Islam nicht unterordnen, Krieg zu führen sei und sie dem Koran unterworfen werden sollten (Koran 2016: Sure 9,29). Zuerst sprach sich Muhammad gegen die Juden aus und betrachtete sie als Ungläubige, später galt dies auch in Bezug auf die Christen. Dies ist mit dem Machtstreben und der Lokalisierung der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu erklären. Prof. Dr. Ludwig Hagemann, ehemaliger Leiter des Lehrstuhls für systematische Theologie und Religionsgeschichte der Universität Mannheim, deutet in seinem Buch „Christentum contra Islam – Eine Geschichte gescheiterter Beziehungen“ an, dass der Expansionswille Muhammads nach Norden der eigentliche Grund gewesen sei, wieso er schlussendlich die Christen aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschloss. Die Aufforderungen in Sure 9, gegen die Ungläubigen zu kämpfen und sie zu vertreiben, festigen diese Vermutung. Aus Sicht des Korans wird die Welt nicht in viele verschiedene Länder eingeteilt, sondern in zwei: das „Land des Glaubens und Land des Krieges“ (Pan, 2006, S. 133). Mit dem Land des Krieges sind dabei diejenigen Gebiete gemeint, gegen die Muslime Krieg führen, führen dürfen oder führen sollen, also die Gebiete, in denen Ungläubige leben. Hagemann, 1999, S. 7ff; Pan, 2006, S. 132ff.

Hierbei ist es wichtig anzumerken, dass Muhammad trotz allem einen Unterschied zwischen Juden und Christen und zwischen Atheisten und Andersgläubigen macht. Juden und Christen bezeichnet er trotz allem noch als „Völker des Buches“ (Pan, 2006, S. 133). Damit haben sie, aus Sicht des Korans, eine höhere Stellung als die Poly- und Atheisten. Nach dem klassischen islamischen Rechtssystem mussten die Poly- und Atheisten vertrieben bzw. vernichtet werden, während die Völker des Buches unter bestimmten Voraussetzungen geduldet wurden. Es wurden sogenannte Unterwerfungsverträge geschlossen (Hagemann, 1999, S. 8). Dabei galten die Muslime als Vollbürger des Staates, Juden und Christen dagegen als Schutzbefohlene. Diese hatten innerhalb ihres Status bestimmte Rechte und Pflichten. Die Rechte bestanden in einer relativen Religions- und Kultfreiheit, Schutz des Eigentums und in einer Selbstverwaltung der religiösen Gemeinschaften. Die Pflichten waren v. a. die Unterordnung unter die islamische Obrigkeit, loyales Verhalten gegenüber dem islamischen Staat und das Zahlen von Tributen, Abgaben, Eigentums- und Kopfsteuern (Hagemann, 1999, S. 9). Zudem mussten sie teilweise ein äußerlich sichtbares Unterscheidungsmerkmal tragen (Hagemann, 1999, S. 9). Man kann dieses System als Zwei- bzw. Drei-Klassen-System bezeichnen. Die erste Klasse, die Muslime, hatte politisches Mitspracherecht und alle anderen Vorzüge, die zweite Klasse, die Juden und Christen, wurde geduldet, die dritte Klasse, die Poly- und Atheisten, musste vernichtet werden. Elkataoui, 2008, S. 135ff; Hagemann, 1999, S. 7ff; Cohen, 2005, S. 68ff.

Die verschiedenen Positionen, die Muhammad zu den Juden bzw. Christen einnahm, lassen sich gut am Koran und dessen Einbettung in den historischen Kontext nachverfolgen. Je nachdem, wie er seine Macht gerade sichern und ausbreiten konnte, ob mit freundschaftlichem Handeln oder mit Krieg, veränderten sich seine Äußerungen (Hagemann, 1999, S. 8).

3.1.2 Reaktion der christlichen Welt auf den Islam

Die Reaktion des Christentums auf den Islam bestand anfangs hauptsächlich aus Ignoranz und Polemik (Hagemann, 1999, S. 16). Je mehr die politische Macht der Arabischen Halbinsel zunahm, desto mehr veränderte sich die Haltung des Christentums hin zu einem Gegenangriff, der in den Kreuzzügen und der Reconquista mündete. Auch am Ende des späten Mittelalters bestand die Feindschaft zwischen Christentum und Islam fort. So äußerte sich Martin Luther beispielswiese in seinen Türkenschriften wie seiner „Heerpredigt widder den Tuercken“ mit Warnungen vor dem Islam. Seiner Meinung nach wurde Muhammad vom Teufel angestiftet und die Worte des Korans stammten direkt vom Teufel (Hagemann, 1999, S. 85ff). Allerdings grenzt sich Luther klar von den Kreuzzügen ab und lehnt Glaubenskriege ab. Hierbei muss differenziert werden, dass sich Luther nicht gegen die Verteidigung des Abendlandes vor der damals sogenannten Türkengefahr aussprach, denn der Kaiser hatte seine Untertanen zu schützen. Er wehrt sich allerdings entschieden gegen den Missbrauch des Namens Christi und Zwangsbekehrungen. Nach Epheser 6,10-20 ist er der Meinung, dass man den Krieg des Glaubens mit geistlicher Waffenrüstung, d. h. mit Wahrheit, Gerechtigkeit, der Bereitschaft, für das Evangelium einzutreten, Glauben, Heilsgewissheit, Kenntnis der Bibel und Gebet (Bibel, 2011: Epheser 6,14-18) führen müsse, wenn man gewinnen wolle. Er sieht die Bedrohungen durch den Islam als eine Warnung Gottes, dass die Christen von falschem Verhalten umkehren müssten. Hagemann, 1999, S. 16ff; Gemein, 2011, S. 197ff + S. 376ff; Pfister, 1956, S. 345 ff.

Betrachtet man allerdings nur die Bibel, so wird der Islam aufgrund seiner späteren Entstehung nicht wörtlich genannt. Jedoch gibt es mehrere Hinweise, wie man sich denen gegenüber zu verhalten habe, die nicht dem Christentum angehören. Die Anweisung, die die Christen durch die Bibel haben, lautet: mit den Menschen, die nicht an Gott glauben, so gut umzugehen, wie sie es nur können, sie zu lieben und ihnen diese Liebe durch Wort und Tat zu zeigen (Bibel, 2011: Matthäus 18,7; Johannes 3,16-17; 7,7; 12,31; 15,18-19; 16,8-33). Es sollten nicht andersgläubige Menschen, sondern der Teufel direkt bekämpft werden. Das solle allerdings mit anderen Mitteln geschehen, als es beispielsweise während der Kreuzzüge der Fall gewesen ist. Christen sollten sich durch Liebe, Friedfertigkeit, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft auszeichnen und so Zeugen für die Wahrheit der Bibel sein (Bibel, 2011: Matthäus 5,1-12 und 44; Lukas 6,27-35; 1. Korinther 5,6-11; Epheser 6,10-18). Man erkennt auch hier, dass die Religion von Machthabern ausgenutzt wurde, um ihr Reich zu vergrößern. Mit dem Christentum hatte das, außer dem Namen, wenig gemeinsam.

3.1.3 Veränderung der Beziehungen durch die Aufklärung

Erst mit der Epoche der Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert veränderte sich der Konfrontationskurs zwischen Christen und Muslimen. Dieser hatte sich, wie oben dargelegt, v. a. aus der gegenseitigen militärischen Bedrohung und dem Mangel an sachlicher Auseinandersetzung mit der jeweils anderen Religion entwickelt. Die in der Aufklärung entstandenen gesellschaftlichen und strukturellen Entwicklungen beeinflussten beide Ursachen, v. a. wurden aber der Austausch und das sachliche Interesse gestärkt. Durch die Maxime der Vernunft wurde die Basis für eine interreligiöse Toleranz geschaffen. Gemein, 2011, S. 403ff; Hagemann, 1999, S. 102; Im Hof, 1995, S. 38ff.

3.1.4 Einfluss des Kolonialismus

Mit dem Kolonialismus begann auf christlicher Seite das sogenannte Missionszeitalter. Das Ziel war es, das Christentum durch Mission auszubreiten. Man setzte um, was Luther gefordert hatte – zumindest vom theoretischen Konzept her. Es kam zu erneuten Konfrontationen zwischen Islam und Christentum. Das Problem dabei war, dass die Kolonialherren oft nicht auf der Seite der Missionare standen. Sie waren zwar offiziell Christen, lebten aber häufig nicht nach den biblischen Prinzipien oder stellten ihre eigenen Interessen vor den Missionsauftrag. So war es ihnen wichtig, dass in ihren Kolonien keine Aufstände entstanden und sie die Kontrolle über die Bevölkerung behielten. Dies bedeutete, dass sie in einem Land, in dem die Bevölkerung in erster Linie muslimisch geprägt war, die Macht der Gelehrten des Islam nutzten. Für die Beziehung zwischen den beiden Weltreligionen hieß das, dass trotz erneuter Konfrontation und teilweise langjährigen Zusammenlebens keine Annäherung stattfand. Altena, 2001, S. 223ff; Dietrich, 2005, S. 62; Hagemann, 1999, S. 104-105.

3.1.5 Von den ersten Annäherungen bis ins 21. Jahrhundert

Eine wirkliche Annäherung zwischen den Vertretern der Religionen ist erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts zu erkennen. In den 1960er Jahren sprach schlussendlich auch die römisch-katholische Kirche respektvoll vom Islam und äußerte den Wunsch nach einer interreligiösen Verständigung. Die vorhergehenden Jahrhunderte haben allerdings auf beiden Seiten tiefe Wunden hinterlassen. Ebenso haben sich die Religionen aufgespalten und die verschiedenen Strömungen haben sich unterschiedlich weiterentwickelt. Auch sind die Anhänger beider Religionen weltweit verteilt und verschiedenen kulturellen und politischen Einflüssen ausgesetzt. Das macht es schwierig bis unmöglich, das Verhältnis zwischen Christentum und Islam klar zu definieren. Je nachdem, wen man in welchem Land und mit welchen Erfahrungen fragen würde, erhielte man ganz unterschiedliche Antworten. Manche suchen den interreligiösen Dialog, bauen Freundschaften auf und respektieren einander (Havva, 2014, S. 56ff), andere grenzen sich ab und zeigen ansonsten Desinteresse, wieder andere führen Krieg gegen Andersgläubige, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Es lässt sich auch nicht mehr, wie noch vor einigen Jahrhunderten, eine klare Instanz, die alle der Religion Angehörigen vertritt, finden, sodass man die einzelnen Statements vergleichen könnte. Es gibt allerdings von fast jeder großen Gruppierung der Christen und Muslime Schriften, die als Angebot zum Dialog gesehen werden können. Dies bedeutet nicht, dass eine Gruppierung, die den Dialog mit Anhängern anderer Religionen sucht, ihre eigene Religion vernachlässigen würde, denn „Dialog und Mission [schließen sich] nicht aus, Mission immer verstanden als gewinnende Einladung, die auf unlautere Mittel, erst recht auf jede Form von Druck oder Gewalt, verzichtet“ (Havva, 2014, S.59). Hagemann, 1999, S. 106-107; Havva, 2014, S. 202ff.

Eine Sache, die sich positiv auf die Beziehungen zwischen den einzelnen Religionen auswirkt, ist die Trennung von Religion und Staat in vielen Ländern. Dies führt dazu, dass der Einzelne sein Recht auf Religionsfreiheit ganz anders ausüben kann, als wenn der Staat durch eine bestimmte Religion repräsentiert wird und die Religion den Staat in gewisser Weise ersetzt. Eine solche Trennung verhindert, dass auf Angehörige anderer Religionen Druck ausgeübt wird, und kann Feindseligkeiten verringern. Dabei ist zu diskutieren, ob der Atheismus nicht auch eine Art von Glauben bzw. Religion ist. Es bleibt daher die Frage bestehen, ob eine Trennung von Staat und Religion überhaupt möglich ist. Havva, 2014, S. 56ff; Minkenberg, 2003, S. 88ff; Neubert, 2016, S. 109ff.

3.1.6 Theologische Streitpunkte

Die Uneinigkeit zwischen Christentum und Islam besteht in erster Linie in dem, was die Person Jesus betrifft. Die Christen glauben, wie es im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt, an „Jesus Christus, [Gottes] eingeborenen Sohn, [ihren] Herrn, empfangen vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“ (Frieling, 2007, S. 10-11). Das ist das Zentrum des christlichen Glaubens. Genau diesem Bekenntnis widerspricht der Koran. In ihm wird Jesus nicht als Sohn Gottes anerkannt, und auch die Gottheit Jesu wird negiert. Ebenso werden die von Christen bekannten, zentralen Ereignisse im Leben Jesu verneint. So wird behauptet, dass Jesus nicht gekreuzigt wurde, woraus geschlussfolgert wird, dass die Vergebung der Sünden, der Zugang zu Gott und die Auferstehung und damit der Sieg Gottes über den Tod so nicht stattgefunden hätten. Jesus sei zwar ein bedeutender Prophet, aber eben nur ein Prophet gewesen. Einige Autoren behaupten auch, dass der grundlegende Unterschied darin bestehe, dass die Figur Gottes im Christentum ein „Retter-Gott“ sei, im Islam dagegen ein „Richter-Gott“. Neben diesem zentralen Thema gibt es noch weitere Streit- bzw. Diskussionspunkte, auf die hier allerdings nicht näher eingegangen werden kann. Hagemann, 1999, S. 90-91; Elger, 2006, S. 78; Leuze, 1994, S. 109; Zirker, 2009, S. 21ff.

3.2 Grundlegendes zu FBNGOs

3.2.1 Definition NGO

Eine NGO, Non-Governmental Organisation, oder auf Deutsch NRO, Nichtregierungsorganisation, ist, wie der Name schon sagt, eine Organisation, die sich von der Regierung abgrenzt. Eine Organisation ist laut Duden ein „einheitlich aufgebauter Verband, Zusammenschluss von Menschen zur Durchsetzung bestimmter Interessen, Zielsetzungen“ (Duden online, 2016d). Eine NGO wird von Duden einfach als „in unterschiedlichen Politikbereichen tätige, nicht staatliche Organisation“ (Duden online, 2016e) definiert. Neben den NGOs gibt es auch den Begriff der NPOs, der Non-Profit Organisations. Dies sind solche Organisationen, die nicht gewinnorientiert arbeiten. Häufig werden diese beiden Bezeichnungen synonym verwendet. Benedetti, 2006, S. 850; Buchner, 2005, S. 21.

Dass sich Gruppierungen durch die Abgrenzung von anderen definieren, ist an den NGOs gut zu erkennen. Sie sagen nicht genau, was sie für eine Organisation sind, sondern wozu sie nicht gehören: zur Regierung und zur Wirtschaft. Eckert, 2000, S. 21ff; Hüsemann, 2003, S. 28ff; Janich, 2003, S. 39ff; Rucht, 1995, S. 9ff.

Je nach Definition werden für NGOs verschiedene Kriterien festgelegt. Zumeist betreffen diese den formalen Aufbau der Organisation, die Abgrenzung zum Staat, den Umgang mit erwirtschafteten Überschüssen, die Selbstverwaltung und den Grundsatz der Freiwilligkeit, sowohl was die Mitarbeiter als auch die Zurverfügungstellung der Ressourcen betrifft. NGOs können verschiedenen Gruppen bzw. Gebieten zugeordnet werden. Buchner legt zwölf unterschiedliche fest, z. B. Bildung und Forschung, Gesundheit, Soziale Dienste, Umwelt, Internationale Aktivitäten, Religion usw. NGOs werden dabei als Vermittler zwischen Menschen mit einem bestimmten Anliegen und Vertretern der Politik bzw. Administration beschrieben. Andere Definitionen konzentrieren sich auf die funktionale Sichtweise und bezeichnen NGOs als Instanz in der öffentlichen Meinungsbildung, zeigen, dass NGOs ohne amtlichen Auftrag handeln, oder beziehen sich direkt auf die HH und EZ. Bei den Organisationen, auf die Letzteres zutrifft, wird auf den internationalen Charakter verwiesen. Die Bezeichnung NGO findet sich zuerst in einer Resolution des Wirtschafts- und Sozialrats der UNO. Damit wurden alle NGOs angesprochen, die im Rahmen der Vereinten Nationen tätig waren. Dies galt auch für Wirtschaftsunternehmen. Heutzutage sind mit NGOs meistens auch NPOs gemeint. Sie sind „gemeinwohlorientiert, orientieren sich an religiösen, humanitären oder ethischen Vorstellungen und weisen häufig eine internationale Grundausrichtung auf“ (Menzel, 2016, S. 545). Bucher, 2005, S. 21f; Klein, 1997, S. 194; Menzel 2016, S. 545f; Weßels, 2001, S. 332.

Wie genau die Abgrenzung vom Staat aussieht, variiert von Organisation zu Organisation. Dieser Aspekt macht die genaue Definition einer NGO schwierig. Bei den einen geht es darum, möglichst unabhängig von staatlicher Förderung zu sein. Andere, v. a. viele der in der internationalen HH und EZ tätigen NGOs, werden in erster Linie vom Staat finanziert und müssen sich damit an staatliche Vorgaben halten, womit fraglich ist, ob sie noch dem Grundprinzip von NGOs entsprechen. Menzel, 2016, S. 545; Schneider, 2013.

Festzuhalten bleibt dabei, dass NGOs in der HH und EZ im Idealfall sowohl NPOs als auch NGOs sind, also weder von wirtschaftlichen noch von staatlichen Interessen geleitet werden; sie agieren als Vermittler zwischen Hilfesuchenden und Personen, die helfen können, und arbeiten gemeinwohlorientiert.

3.2.2 Unterschiedliche Ausprägungen von FBNGOs

FBNGOs, in der Literatur auch teilweise als FBOs (Faith-Based-Organisations) bezeichnet, werden hier definiert als international in der HH und EZ tätige NGOs, die einen direkten oder indirekten Bezug zu einer Religion oder religiösen Werten haben (Beaumont, 2012, S. 156).

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was Religion genau ist. Das ist schwierig zu definieren, obwohl viele verschiedene Definitionsversuche vorliegen. Laut Duden ist eine Religion ein „(meist von einer größeren Gemeinschaft angenommener) bestimmter, durch Lehre und Satzungen festgelegter Glaube und sein Bekenntnis“ bzw. die „gläubig verehrende Anerkennung einer alles Sein bestimmenden göttlichen Macht; religiöse Weltanschauung“ (Duden online, 2016h). Ein Glaube ist dabei eine „gefühlsmäßige, nicht von Beweisen, Fakten o. Ä. bestimmte unbedingte Gewissheit, Überzeugung“ (Duden online, 2016i). Je nachdem, für welche Definition man sich entscheidet, kann man jede Weltanschauung als Religion sehen oder auch nicht. Auch der Atheismus beispielsweise beruht auf Glauben, denn es gibt keine Beweise dafür, dass es keinen Gott gibt, ebenso wie man keine stichhaltigen Beweise vorlegen kann, dass es einen Gott bzw. eine höhere Macht gibt. In Bezug auf die FBNGOs werden hier allerdings nur solche als religiös definiert, die an einen oder mehrere Götter bzw. an eine höhere Macht glauben und deren Weltanschauung offiziell bekannt ist. Dupré, 2012, S. 76ff; Ferris, 2011, S. 607; Pollack, 1995, S. 163ff.

Die FBNGOs werden unterteilt in säkular religiöse, moderat religiöse und radikal religiöse FBNGOs. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, FBNGOs einzustufen. Einige der Kriterien sind das Bekenntnis der jeweiligen FBNGO, die Relevanz des persönlichen Glaubens der Mitarbeiter (dabei wird zwischen den Haupt- und den Ehrenamtlichen unterschieden), die jeweiligen finanziellen Bezugsquellen (ob sie beispielsweise von religiösen Einrichtungen oder einem religiös geprägten Staat unterstützt werden), die Art und Weise, wie die eigene Religion die Arbeit prägt, und viele mehr. Bendetti, 2006, S. 851f.; Ferris, 2011, S. 612ff.

Für die hier verwendete Unterteilung können nicht alle oben genannten Kriterien beachtet werden. Das liegt daran, dass die aufgestellten Thesen durch eine Umfrage überprüft werden sollen. Um diese Überprüfung gewährleisten zu können, muss die Möglichkeit bestehen, die FBNGOs anhand ihrer Antworten einzustufen. Dabei wären beispielsweise Fragen nach den finanziellen Bezugsquellen aus mehreren Gründen unangebracht. Zum einen ist das nicht der Hauptschwerpunkt und solche Fragen könnten manche NGOs davon abhalten, an der Umfrage überhaupt teilzunehmen. Zum anderen sind Fragen dieser Art indiskret und es ist zweifelhaft, ob die Organisationen darauf ehrlich antworten würden. Einige solcher Informationen könnte man sich über die jeweiligen Internetauftritte beschaffen, wodurch allerdings die Anonymität der FBNGOs nicht mehr gegeben wäre, da sie darüber eindeutig identifizierbar wären. Ebenso stellt sich hier das Problem der mangelnden Vergleichbarkeit, da nicht jede NGO gleich viele Informationen offenlegt. Wichtige Kriterien sind in dieser Arbeit, neben dem Einfluss der Religion auf Entscheidungen, v. a. der Vergleich des Stellenwerts des Glaubens mit dem der Humanitären Prinzipien und wie sehr sich eine FBNGO über ihren Glauben definiert.

Säkular religiös bedeutet hier folglich, dass die Religion irrelevant für jegliche Entscheidungen ist, die Humanitären Prinzipien deutlich über dem Glauben stehen und dass der eigene Glaube bzw. religiöse Hintergrund der NGO nicht oder nur abgeschwächt erwähnt wird. Dies sind in der Regel FBNGOs, die eine noch erkennbare religiöse Tradition bzw. Gründungsgeschichte haben und sich öffentlich dazu bekennen, bei denen der Glaube aber einen geringen Stellenwert hat. Davon abzugrenzen sind diejenigen NGOs, bei denen außer einem religiösen Symbol oder ähnlichem kein religiöser Hintergrund mehr erkennbar ist und ein öffentliches Bekenntnis zu einer Religion fehlt. Solche NGOs werden hier nicht mehr zu den FBNGOs gerechnet.

Moderat religiöse Organisationen sind hier so definiert, dass sie auch im eigenen Mitarbeiterstamm für andere Weltanschauungen offen sind, Respekt vor anderen Religionen zeigen und ihnen die Humanitären Prinzipien genauso wichtig sind wie die eigene Religion. Sie bekennen sich also zu ihrem religiösen Hintergrund und betonen ihn teilweise. Dieser hat auch Auswirkungen auf Entscheidungen, die getroffen werden müssen, ist allerdings nicht das einzige bzw. wichtigste Kriterium.

Als letzte Gruppe werden hier die radikal religiösen FBNGOs genannt. Das sind NGOs, bei denen der Glaube ein wichtiges Einstellungs- und Entscheidungskriterium ist und die Religion eine wichtigere Rolle spielt als die Humanitären Prinzipien. Respekt und Offenheit für andere Weltanschauungen sind damit nicht ausgeschlossen4.

3.3 Zusammenarbeit in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit

Sowohl in der Humanitären Hilfe als auch in der Entwicklungszusammenarbeit ist die Kooperation mit Partnern eine wichtige Voraussetzung, um professionell zu helfen und Entwicklung zu fördern. Da der Begriff der HH nicht genau definiert ist und sehr unterschiedlich interpretiert werden kann, wird hier nochmals genau festgelegt, was damit gemeint ist.

3.3.1 Definition Humanitäre Hilfe

Das Wort „humanitär“ bedeutet laut Duden, dass etwas „auf die Linderung menschlicher Not bedacht“ (Duden online, 2016a) ist, bzw. dass etwas „durch die existenzielle Not vieler Menschen gekennzeichnet“ (Duden online, 2016a) ist. Ursprünglich kommt es aus dem Französischen und steht für „Menschlichkeit“ bzw. „die Menschheit“ (Duden online, 2016a). Humanitäre Hilfe ist folglich eine Hilfe, die einer Vielzahl von Menschen zu Gute kommt, die in einer existenziellen Notlage sind. Nach dieser Begriffserklärung sind auch Gesundheits- und Krankenpfleger und -schwestern in einem deutschen Krankenhaus humanitäre Helfer. Da die Begriffserklärung einen sehr großen Bereich umfasst, werden hier die Definitionen der Good Humanitarian Donorship Initiative (GHD) und der Ärzte ohne Grenzen (MSF) dargelegt, um den Begriff weiter einzuschränken. Laut der GHD umfasst die HH Leben zu retten, Leiden zu lindern, die Würde der Menschen zu bewahren, Zivilisten zu schützen, Essen, Gesundheitsdienste, Wasser, Unterkünfte und Sanitäranlagen bereitzustellen und Präventionsmaßnahmen durchzuführen. HH bezieht sich in dieser Definition auf Naturkatastrophen oder von Menschen gemachte Katastrophen (GHD, 2016). MSF beschreibt die HH als Leben zu retten und Leid zu lindern. Der Schauplatz dabei ist Krieg und/oder Gewalt. Als Synonym verwendet MSF den Begriff „Nothilfe“ (MSF, 2016). Nothilfe ist laut Duden eine „Hilfeleistung gegenüber jemandem, der sich in Not, Gefahr befindet“ (Duden online, 2016b). Das Auswärtige Amt umschreibt die HH mit fünf verschiedenen Begriffen: Soforthilfe, d. h. Menschenleben zu retten und akute Not zu lindern, Nothilfe, die in „länger andauernden Krisenlagen geleistet“ (Auswärtiges Amt, 2016) wird, Übergangshilfe, die der Übergang zwischen der Soforthilfe und der EZ ist, Katastrophenvorsorge und humanitäre Minen- und Kampfmittelräumung (Auswärtiges Amt, 2016). Es bleibt also festzuhalten, dass je nachdem, wer HH leistet, der Begriff anders definiert wird. Im Handbuch Humanitäre Hilfe wird der Begriff allgemeiner verstanden. Es wird gesagt, an wen sich die Humanitäre Hilfe richtet (alle Menschen, die unverschuldet durch eine Katastrophe in Not geraten sind), wie geholfen wird (an der Not der Betroffenen und den Humanitären Prinzipien orientiert), was das Ziel ist (Leben retten, menschliches Leid lindern, vorhandene Ressourcen mobilisieren und neue schaffen und die Menschenwürde erhalten) und was sie beinhaltet (existenziell notwendige Güter zur Verfügung stellen und Schutz und Unterstützung der Betroffenen) (Dijkzeul, 2013, S. 13). In dieser Arbeit ist mit dem Begriff der HH nach der Definition des Auswärtigen Amtes und des Handbuchs Humanitäre Hilfe die internationale Not- und Katastrophenhilfe gemeint. Dabei ist es nicht nötig, den Begriff weiter abzugrenzen, da es um die Organisationen geht, die HH leisten und diese in den meisten Fällen nicht nur in einem Bereich der HH tätig sind, sondern Soforthilfe, Nothilfe, Übergangshilfe und Vorsorge verbinden und in vielen Fällen auch noch in die EZ hineinwirken.

3.3.2 Definition Entwicklungszusammenarbeit

Die heutige EZ unterscheidet sich von der HH zum einen darin, dass der Zeitdruck und die akute Reaktion wegfallen. Zum anderen kann man sagen, dass die Schwerpunkte und Grundvoraussetzungen unterschiedlich sind, ebenso wie die kurzfristigen Ziele. Bei beiden geht es allerdings darum, Leben zu retten und Leiden zu mindern. Das Ziel der EZ ist es, Menschen in eine Unabhängigkeit und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ein Stichwort in der EZ ist Nachhaltigkeit. Menschen sollen nachhaltig gefördert und die weltweite Situation soll nachhaltig verbessert werden. Im Idealfall fördert sie „eine sozial gerechte, ökologisch tragfähige und damit nachhaltige Gestaltung der Globalisierung“ (BMZ, 2016). Doch auch beim Begriff der EZ, in den sowohl der der Entwicklungspolitik, als auch der der Entwicklungshilfe hineinspielt, gibt es keine global einheitliche Definition. Der OECD5 -Entwicklungsausschuss hat drei Kriterien festgelegt, die die Entwicklungszusammenarbeit definieren: Erstens muss es sich um Entwicklungsländer handeln, denen die Hilfe zugutekommt. Dafür gibt es eine Liste, in der alle Länder aufgeführt werden, die aktuell zu den Entwicklungsländern zählen. Diese wird alle drei Jahre aktualisiert. Zum zweiten müssen die Hilfen dazu beitragen, die wirtschaftliche Entwicklung oder die Verbesserung der Lebensstandards zu fördern. Das dritte Kriterium legt fest, dass es sich bei den Leistungen um Zuschüsse oder vergünstigte Darlehen handeln muss. Viele andere Fragen, v. a. die nach der Nutzung der EZ zur ökonomischen und politischen Stabilität der Geberländer, sind dabei relevant. Ebenso muss zwischen der EZ von NGOs und der von IGOs unterschieden werden. Auch hierbei ist es für diese Arbeit nicht nötig, den Begriff weiter abzugrenzen, da es sich hier v. a. um NGOs handelt, also politisch und wirtschaftlich unabhängige Organisationen. BMZ, 2016; Klingebiel, 2013, S. 5ff.

3.3.3 Bedeutung der Zusammenarbeit in der Humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit

Der Grund, wieso in dieser Arbeit die NGOs der HH und der EZ zusammengefasst bearbeitet werden, ist der, dass es sich häufig um dieselben Organisationen handelt und es nicht möglich ist, eine genaue Grenze zu ziehen, wann HH aufhört und EZ anfängt. EZ findet häufig in Ländern statt, in denen vermehrt HH notwendig ist. Wenn eine NGO dort schon in der EZ arbeitet, ist sie vor Ort, hat Kontakte und lokale Partner und im Idealfall das Vertrauen der Einwohner, kennt die Gewohnheiten, Sprache und Kultur und hat dort schon einige Arbeitsmaterialien. Wenn nun eine Katastrophe auftritt, hat sie damit die idealen Voraussetzungen, um HH zu leisten. Sollte sie selbst materiellen oder personellen Schaden durch die Katastrophe davontragen, kann das die Identifikation mit den Einwohnern und das Verhältnis zu ihnen stärken. Deshalb ist es sinnvoll, dass viele Organisationen sowohl HH als auch EZ betreiben. Dijkzeul, 2013, S. 127ff; Fiege, 2012, S. 85ff.

Die Vorteile einer Zusammenarbeit mit anderen Stakeholdern6 betreffen so gut wie jeden Arbeitsbereich, von der Planung der Projekte bis hin zum Ressourceneinkauf. Die hohe Priorität der Zusammenarbeit von NGOs leitet sich u. a. aus dem außergewöhnlichen und teilweise gefährlichen Arbeitsumfeld, den kulturellen Differenzen, auf die sich v. a. in der HH nur unzureichend vorbereitet werden kann, und der Verantwortung gegenüber den verschiedenen Stakeholdern ab. Durch die Kooperation mit anderen Organisationen entsteht ein vermehrter Informationsaustausch, der u. a. für die Sicherheit der Mitarbeiter in der HH und EZ und die der Hilfsempfänger notwendig ist. Dadurch kann die Arbeit aufeinander abgestimmt und Projekte können gemeinsam implementiert werden. Dies verringert die Möglichkeiten des Missbrauchs der HH und EZ durch militante Gruppierungen, Ressourcen werden nicht unnötig verbraucht und es besteht die Möglichkeit des Entstehens von Netzwerken und Freundschaften zwischen einzelnen NGOs bzw. deren Mitarbeitern, was wiederum für andere Projekte und Einsätze von Vorteil ist. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Arbeit durch die Kooperation verschiedener Organisationen effizienter, effektiver und professioneller durchgeführt werden kann, dass sich das Arbeitspensum verringert und die Chancen, Machthaber zu beeinflussen, steigen. Bandy, 2005, S. 71; Curbach, 2003, S. 66; Gaiswinkler, 2008, S. 1ff; Roberts, 2005, S. 20.

Neben der Zusammenarbeit mit einzelnen NGOs ist auch die Kooperation mit der Regierung vor Ort, UN-Organisationen und -Einrichtungen, verschiedenen Firmen, den Geldgebern und einheimischen Gruppierungen/Leitungsfiguren, d. h. mit allen Stakeholdern, essentiell. Zusätzlich kann je nach Situation eine zivilmilitärische Zusammenarbeit in Betracht gezogen werden. Auf diese verschiedenen Formen der Kooperation wird in dieser Arbeit aus Gründen des Umfangs nicht weiter eingegangen. Becker, 2011b, S. 145ff; Curbach, 2003, S. 112ff; Dijkzeul, 2013, S: 389ff; Gareis, 2006, S. 303ff; Ruloff, 1988, S. 112ff.

3.3.4 Plattformen für die Zusammenarbeit von NGOs

Da die Kooperation zwischen den einzelnen NGOs von entscheidender Bedeutung ist, haben sich im Laufe der Zeit immer mehr NGOs zu Netzwerken und Bündnissen zusammengeschlossen. Viele Organisationen gehören auch mehreren Bündnissen an. Es gibt z. B. BOND, ein großbritannisches NGO-Netzwerk, Aktion Deutschland Hilft und das INGO Forum. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl an Regelungen und Standards, die die verschiedenen NGOs miteinander verbinden. Dazu gehören z. B. der Code of Conduct der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaft, die Sphere Standards und HAP (Humanitarian Accountability Partnership). Aktion Deutschland hilft, 2016a; BOND, 2016; Dijkzeul, 2016, S. 266; HAP, 2016; IFRC, 2016; INGO Forum, 2016; Damerell, 2011, S. 62ff.

[...]


1 Unter Zusammenarbeit bzw. Kooperation wird „ein Handeln von zwei oder mehreren Handlungseinheiten […], das bewusst aufeinander abgestimmt […] ist, zur Zielerreichung jedes Kooperationspartners beiträgt und meist langfristig ausgerichtet ist“ (Franken, 2010, S. 135), verstanden.

2 Auf Englisch: NGO; aufgrund des internationalen Charakters dieses Begriffs, der häufigen Verwendung in der Literatur und der Einfachheit, was andere Abkürzungen betrifft (z. B. FBNGOs – Faith-Based-NGOs), wird im weiteren Verlauf der Bachelorarbeit die englische Abkürzung verwendet.

3 IGOs = Intergovernmental Organisations, auf Deutsch: Zwischenstaatliche Organisation; z. B. die Weltbank, die UN (United Nations, auf Deutsch: Vereinten Nationen) oder die Europäische Union (Ohanyan, 2008, S. 1ff).

4 Es wird betont, dass diese drei Unterteilungen nichts mit einer unterschiedlichen Wertigkeit der verschiedenen FBNGOs zu tun haben und nicht darüber geurteilt wird, was besser und was schlechter ist. Die einzelnen Begriffe (säkular, moderat, radikal) sind hier weder positiv noch negativ konnotiert.

5 OECD steht für „Organisation for Economic Co-operation and Development“ (OECD, 2016a) und ist eine Organisation, die sich für das weltweite wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Menschen einsetzt. Kooperationen zwischen Regierungen werden dabei von der OECD als essentiell angesehen, um ihre Ziele zu realisieren. Für mehr Informationen siehe OECD, 2016a und OECD, 2016b.

6 Der Begriff Stakeholder kommt aus dem Englischen und steht für: Interessensvertreter, Anspruchsberechtigte, Projektbeteiligte, Mitglied einer Interessensgruppe bzw. eines an einem Unternehmen interessierten Kreises und ein relevanter Akteur (Dict.cc, 2016). In dieser Bachelorarbeit sind mit dem Begriff Stakeholder alle diejenigen gemeint, die an einem bestimmten Projekt bzw. einer Hilfsaktion in irgendeiner Weise beteiligt oder davon betroffen sind, also alle relevanten Akteure und diejenigen, für die der Ausgang des Projektes von Bedeutung ist (Duden online, 2016c).

Ende der Leseprobe aus 83 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss des religiösen Hintergrunds von Nichtregierungsorganisationen auf die Zusammenarbeit einzelner Organisationen in der Humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit
Untertitel
Gegenüberstellung christlich und muslimisch geprägter NGOs
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
83
Katalognummer
V457195
ISBN (eBook)
9783668873193
ISBN (Buch)
9783668873209
Sprache
Deutsch
Schlagworte
NGO, NGOs, internationale Zusammenarbeit, Humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Christentum, Islam, Religion, relihiöser Hintergrund, Hilfsorganisationen, NRO
Arbeit zitieren
Judith Lutz (Autor), 2016, Der Einfluss des religiösen Hintergrunds von Nichtregierungsorganisationen auf die Zusammenarbeit einzelner Organisationen in der Humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457195

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