Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand Eigennamen
2.1 Abgrenzung Eigennamen – Gattungsnamen
2.2 Namenklassen und deren Abgrenzung
2.3 Namenklasse der Untersuchung – Siedlungsnamen
2.3.1 Ortsnamen/Geographische Namen
2.3.2 Siedlungsnamen
3. Korpusbeschreibung
4. Arbeitshypothesen und Vorgehen
5. Analyse und Auswertung des sprachlichen Materials
5.1 Allgemeine morphologische Analyse des sprachlichen Materials
5.1.1 These: „Die Siedlungsnamen des (Unter-)Eichsfelds setzen sich am häufigsten aus Kompositabildungen zusammen!“
5.1.2 Fragestellung: „Welche typischen Zweitglieder gibt es im Eichsfeld und wie können sie erklärt werden?“
5.2 Zeitliche Entstehung/ Alter des sprachlichen Materials
5.3 Analyse der Rodungsnamen
5.3.1 These: „In einem ehemals bewaldeten Gebiet in Teilen des Untereichsfelds werden in der zweiten Konstituente typische Rodungsnamen verwendet!“
5.3.2 These: „Es gibt verschiedene Varianten der Rodungsnamen!“
6. Zusammenfassung und Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Siedlungsnamen der Region Eichsfeld, mit einem primären Fokus auf das Untereichsfeld, linguistisch zu untersuchen. Dabei stehen die morphologische Struktur der Namen, deren etymologische Herleitung sowie ihre zeitliche Einordnung im Zentrum der Forschungsfrage, um die dominierenden Wortbildungsmechanismen und Benennungsmotive zu identifizieren.
- Morphologische Untersuchung und Klassifizierung der Siedlungsnamen
- Analyse der Wortbildungsprozesse unter Berücksichtigung von Komposita und Suffixderivaten
- Etymologische Bestimmung der Grundwörter und Zweitglieder
- Zeitliche Einordnung des Siedlungsnamenskorpus in verschiedene Sprachstufen
- Untersuchung spezifischer Rodungsnamen und ihrer historischen Varianten
Auszug aus dem Buch
5.1.1 These: „Die Siedlungsnamen des (Unter-)Eichsfelds setzen sich am häufigsten aus Kompositabildungen zusammen!“
Ein Kompositum ist das Ergebnis des Wortbildungsvorgangs aus mindestens zwei unmittelbaren Konstituenten. Konstituenten (Bestimmungswort und Grundwort) können Morpheme oder Morphemkonstruktionen sein. Sofort fällt auf, dass es sich beim ausgewählten sprachlichen Material um Zusammensetzungen handeln könnte. Die Siedlungsnamen bestehen in der Regel aus einem Bestimmungswort und einem Grundwort. Beispiele für eine solche Kompositabildung sind: Bernshausen, Duderstadt oder Westerode. Die drei Beispiele sollen nun nachgewiesen und erklärt werden.
Bernshausen sei in den Jahren 826-876 das erste Mal als Bernhardeshusun erwähnt worden. Somit setzt sich der Siedlungsname historisch in der ersten Konstituente aus dem hier stark flektierten zweigliedrigen Personennamen Bernhardes- und in der zweiten Konstituente aus -husum, welches so viel wie ‚bei den Häusern‘ bedeutet, zusammen. Heutzutage kann man also auch bei dem genannten Eigennamen von einer Kompositabildung ausgehen. Aus Bernhardes- wurde durch Tilgung des Morphems -hard- die Kurzform Berns-. Beide Konstituenten bleiben flektiert. -husum hat sich zu -hausen verändert. Hier müssen sprachgeschichtliche Vokalwandelprozesse stattgefunden haben. Eine neuhochdeutsche Diphthongierung des mhd. zum nhd.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Region Eichsfeld vor, definiert das Untersuchungsgebiet sowie den Namenkorpus und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Forschungsstand Eigennamen: Dieses Kapitel erläutert die onomastischen Grundlagen, differenziert zwischen Eigennamen und Gattungsnamen und führt in die spezifische Klasse der Siedlungsnamen ein.
3. Korpusbeschreibung: Hier wird der für die Analyse herangezogene Namenskorpus definiert, die regionale Abgrenzung basierend auf historischen Karten begründet und die Gesamtzahl der untersuchten Siedlungsnamen genannt.
4. Arbeitshypothesen und Vorgehen: Dieses Kapitel legt die zentralen Fragestellungen und Thesen zur morphologischen Struktur und zeitlichen Einordnung der Siedlungsnamen fest.
5. Analyse und Auswertung des sprachlichen Materials: Der Hauptteil analysiert die Wortbildung der Namen, ordnet sie linguistisch ein und untersucht detailliert die etymologischen Hintergründe der Zweitglieder und Rodungsnamen.
6. Zusammenfassung und Ergebnisse: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zur Wortbildungsstruktur zusammen und bewertet die aufgestellten Thesen im Licht der durchgeführten statistischen Analyse.
Schlüsselwörter
Eichsfeld, Siedlungsnamen, Onomastik, Kompositabildung, Determinativkompositum, Suffixderivation, Untereichsfeld, Obereichsfeld, Rodungsnamen, Sprachstufen, Etymologie, Morphologie, Namenforschung, Toponyme, Benennungsmotive
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer onomastischen Untersuchung der Siedlungsnamen in der Region Eichsfeld, wobei ein besonderer Fokus auf dem Untereichsfeld liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die morphologische Struktur der Ortsnamen, deren etymologische Herleitung sowie die Einordnung der Namen in verschiedene zeitliche Sprachstufen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Wortbildungsmuster der Siedlungsnamen zu analysieren und zu belegen, dass die Mehrheit dieser Namen als Kompositabildungen zu klassifizieren ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine linguistische und etymologische Analyse, gestützt auf die Namenforschung von Experten wie Jürgen Udolph und Damaris Nübling, um die Namen vom Allgemeinen zum Speziellen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der allgemeinen morphologischen Analyse, der Untersuchung typischer Zweitglieder sowie der spezifischen Analyse von Rodungsnamen im Untereichsfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Wichtige Begriffe sind Onomastik, Siedlungsnamen, Eichsfeld, Komposita, Rodungsnamen und Wortbildung.
Was ist das Besondere an der Endung -ingerode in der Region?
Diese Konstituente erhält in der Arbeit besondere Aufmerksamkeit, da sie im Untereichsfeld überdurchschnittlich häufig vorkommt, während sie in anderen deutschen Regionen eher selten auftritt.
Wie werden die Siedlungsnamen des Untereichsfelds zeitlich eingeordnet?
Die Einordnung erfolgt anhand der von Nübling genutzten Klassifikationsmodelle, wobei die Namen in germanische, slawische und verschiedene deutsche Sprachphasen unterteilt werden.
- Arbeit zitieren
- Robert Mühlhaus (Autor:in), 2018, Untersuchung der Siedlungsnamen in der Region (Unter-) Eichsfeld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457223