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Das Professionsverständnis in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Individuelle Lösungen versus einheitliche Standards

Title: Das Professionsverständnis in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Individuelle Lösungen versus einheitliche Standards

Textbook , 2019 , 57 Pages

Autor:in: Christian Kaupke (Author)

Social Work
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Beinahe jedes Kind in Deutschland besucht in seinem Leben eine Einrichtung der Kindertagesbetreuung. Die eigentliche Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit sowie Hilfen zur Erziehung oder auch Eingliederungshilfen richten sich hingegen an einen kleineren Teil der jugendlichen Bevölkerung.

Wie Christian Kaupke aufzeigt, nehmen immer mehr Kinder und Jugendliche die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe an. Sie haben heutzutage meist einen sehr individuellen und komplexen Hilfebedarf. Gleichzeitig versucht die Politik, den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe stärker zu regulieren. Dazu gehören eine kontrollierte Steuerung der Finanzausgaben sowie die Schaffung von Standards.

Doch wie wirken sich diese Rahmenbedingungen auf die Professionalität der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe aus? Wie professionell ist das Handeln des pädagogischen Personals? Kaupke stellt Berufsfelder und das Professionsverständnis in der Kinder- und Jugendhilfe vor.

Aus dem Inhalt:
- Soziale Arbeit;
- Professionalisierung;
- Fall;
- Handlungskompetenz;
- Professionsvermögen

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärungen

2.1 Soziale Arbeit

2.2 Profession/ Professionalisierung/ professionelles Handeln

2.3 Diskussionsstand

3 Die öffentliche Kinder‐ und Jugendhilfe als Berufsfeld

3.1 Geschichtliche Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe

3.2 Ein breites Betätigungsfeld

3.3 Gesellschaftliche Erwartungshaltungen

3.4 Rahmenbedingungen und Anforderungen der Akteure

4 Professionsvermögen anhand von Paradoxien in der KJH

4.1 Typisierung von Fällen und deren Situierung

4.2 Prognosen über soziale und biographische Prozesse der Fallentfaltung auf schwankender empirischer Basis

4.3 Geduldiges Zuwarten vs. Sofortige Intervention

4.4 Das Mehrwissen des Professionellen und seines Verschweigens möglicher Ergebnisse

4.5 Professionelle Ordnungs- und Sicherheitsgesichtspunkte und die Eingrenzung der Entscheidungsfreiheit des Klienten

4.6 Die biographische Ganzheitlichkeit der Fallentfaltung und die Expertenspezialisierung

4.7 Exemplarisches Vormachen und die Gefahr, den Klienten unselbstständig zu machen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Professionsverständnis in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe (KJH) unter dem Einfluss von ökonomischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Erwartungen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie sich diese Bedingungen auf die Professionalität und das professionelle Handeln der in diesem Bereich tätigen pädagogischen Fachkräfte auswirken, wobei insbesondere paradoxe Handlungsanforderungen analysiert werden.

  • Professionalisierung der Sozialen Arbeit
  • Strukturen und Herausforderungen der KJH
  • Paradoxien professionellen Handelns nach Schütze
  • Bedarfsgerechte Handlung und beruflicher Habitus
  • Einfluss von Ressourcenknappheit und Zeitdruck

Auszug aus dem Buch

4.1 Typisierung von Fällen und deren Situierung

Um nun die allgemeine Typisierung von Schütze aufzugreifen und sich der speziell professionellen Handlung der Sozialarbeiter zuzuwenden, meint dieser damit ein Orientierungsparadox aufgrund des Einordnens des Falles in „…relativ abgegrenzten, höhersymbolischen Sinnbezirken…“ (Schütze, 1992, S. 147). Diese Zuordnung soll demnach aufgrund des theoretischen Wissens innerhalb bestimmter Kategorien erfolgen. So den Fall des Klienten auf eine standardisierbare Ebene heben soll und damit eine Lösung dessen von der tatsächlichen Individuallage sowie Möglichkeit zur Interpretation in größeren Zusammenhängen erlaubt. Eine Typisierung nach allgemeinen Schemata und Kategorien fehlerfrei vorzunehmen, bedeutet insofern auch das Erkennen der Fallmerkmale in ihrer Gesamtheit sowie deren Zuordnung zu den als richtig anzusehenden Theorien für genau diese Fallmerkmale.

Dies kann und muss auch aufgrund des persönlichen Habitus, welcher wie dies in Kapitel 2.3 beschrieben ist, erfolgen. Dazu ist es unweigerlich notwendig ein enorm breites Fachwissen anzuhäufen und hier wird der Bezug zur Studienausrichtung und dem dort zu vermittelnden Know-how und der Ausprägung von persönlichen Merkmalen hergestellt. Es sind bestenfalls während des Studiums genügend allgemeine fachliche Wissenstatbestände zu vermitteln, die eine Einordnung verschiedener spezifischer Problemlagen ermöglichen und somit später seitens der Professionellen vorhanden sind. So sind denn die Wissenstatbestände und Prozessabbildungen nach Schütze „…mit den problematischen Projekten und Fällen im Gegenstands- und Handlungsbereich der Profession…“(ebd., 1991, S. 147) verknüpft. Und somit können die persönlichen Einstellungsmerkmale des Professionellen selbst auch den Zugang und die Anwendung bestimmter Theorien fördern oder vermindern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das komplexe System der Kinder- und Jugendhilfe ein und verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen gestiegenen Fallzahlen, knappen finanziellen Ressourcen und dem professionellen Anspruch an die Arbeit.

2 Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Termini wie Soziale Arbeit, Profession und professionelles Handeln und skizziert den aktuellen wissenschaftlichen Diskussionsstand unter Bezugnahme auf verschiedene professionstheoretische Ansätze.

3 Die öffentliche Kinder‐ und Jugendhilfe als Berufsfeld: Hier werden die historische Entwicklung, das gesetzliche Aufgabenfeld und die spezifischen Rahmenbedingungen sowie Erwartungshaltungen an die Akteure der KJH analysiert.

4 Professionsvermögen anhand von Paradoxien in der KJH: Das Kapitel verknüpft theoretische Konzepte der professionellen Handlung mit der Praxis der KJH, indem exemplarisch sieben Paradoxien analysiert werden, die den Handlungsspielraum von Fachkräften bestimmen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Bedeutung der akademischen Ausbildung und des professionellen Habitus für die Bewältigung von Fallparadoxien und gibt Anregungen für weiterführende empirische Forschungen.

Schlüsselwörter

Kinder- und Jugendhilfe, Soziale Arbeit, Professionalisierung, Profession, professionelles Handeln, Paradoxien, Habitus, Kinderschutz, SGB VIII, Fallverstehen, Handlungskompetenz, Fachkräftegebot, biographische Ganzheitlichkeit, pädagogische Fachkräfte, Wirkungsorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Professionalisierung in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe und untersucht, wie Fachkräfte in einem komplexen Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Vorgaben, ökonomischem Druck und individuellen Hilfebedarfen professionell agieren können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung Sozialer Arbeit, die historische und strukturelle Einordnung der Kinder- und Jugendhilfe sowie das professionelle Handeln in paradoxen Situationen des Arbeitsalltags.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, wie sich die gegebenen Rahmenbedingungen und Anforderungen der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe auf die Professionalität und das konkrete Handeln der dort pädagogisch tätigen Personen auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse basiert, um das Professionsverständnis und professionstheoretische Ansätze – insbesondere von Ulrich Oevermann und Fritz Schütze – auf das spezifische Berufsfeld der Kinder- und Jugendhilfe zu übertragen.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Darstellung des Berufsfeldes KJH sowie die detaillierte Analyse von sieben spezifischen Paradoxien professionellen Handelns, wie beispielsweise das Spannungsfeld zwischen geduldigem Zuwarten und sofortiger Intervention.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Professionsvermögen, beruflicher Habitus, paradoxe Interventionsanforderungen, Kindeswohlgefährdung und das SGB VIII charakterisiert.

Wie gehen Fachkräfte mit dem Paradoxon der Typisierung von Fällen um?

Die Arbeit zeigt auf, dass Fachkräfte zur Bewältigung der Fallkomplexität auf theoretische Schemata zurückgreifen müssen, dabei jedoch Gefahr laufen, individuelle Bedürfnisse bei zu starker Standardisierung oder oberflächlicher Kategorisierung zu übersehen.

Warum ist der Zeitfaktor für das professionelle Handeln in der KJH so entscheidend?

Der Zeitfaktor ist zentral, da eine qualitativ hochwertige Fallanalyse und biographische Arbeit zeitintensiv sind, während das kommunale Kostencontrolling und der Fachkräftemangel häufig zu einer unzureichenden Zeitbudgetierung führen, was die Qualität der Hilfeleistung beeinträchtigen kann.

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Details

Title
Das Professionsverständnis in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Individuelle Lösungen versus einheitliche Standards
Author
Christian Kaupke (Author)
Publication Year
2019
Pages
57
Catalog Number
V457508
ISBN (eBook)
9783960955924
ISBN (Book)
9783960955931
Language
German
Tags
Soziale Arbeit Professionalisierung Fall Handlungskompetenz Professionsvermögen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Kaupke (Author), 2019, Das Professionsverständnis in der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe. Individuelle Lösungen versus einheitliche Standards, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457508
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