Die Einkaufsmöglichkeiten für die deutschen Verbraucher sind mannigfaltig. Im Jahr 2012 haben hierzulande 366.905 Einzelhändler ihre Waren zum Kauf angeboten. Zehn Jahre zuvor waren es noch 418.122 Einzelhändler. Trotz des Rückgangs stehen den 80,5 Millionen deutschen Einwohnern weiterhin viele Möglichkeiten zur Verfügung, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
Das Kaufverhalten und die Kundenwünsche haben sich gewandelt. Der Bedarf nach schnellem, mühelosem Essen und einfachem Einkaufen nimmt zu. Besonders aufstrebend sind derzeit Convenience Stores. Der demografische Wandel, die steigende Anzahl an Single-Haushalten und der Trend zu unregelmäßigen Tagesabläufen sind Ursachen, die dazu beitragen, dass bequemes und zeitsparendes Essen, sogenanntes Convenience Food, von den Konsumenten zunehmend nachgefragt wird.
Ziel dieser Arbeit ist es zu konstatieren, wie sich die Entwicklung der Convenience Stores in Deutschland darstellt, welche Faktoren dazu führen, dass dieses Geschäftsmodell erfolgreich ist, und wie sich Convenience Stores in Deutschland zukünftig entwickeln werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition relevanter Begriffe
2.1 Convenience
2.2 Convenience Stores
2.3 Convenience Food
3. Entwicklung
3.1 Convenience - Eine amerikanische Erfindung
3.2 Convenience Stores in Deutschland
3.2.1 Unternehmensgruppe Dr. Eckert
3.2.2 Valora
3.2.3 Albert Heijn
3.3 Internationaler Vergleich
3.4 Zusammenfassung
4. Erfolgsfaktoren
4.1 Wachsender Anteil berufstätiger Frauen
4.2 Steigende Single- und Zwei-Personen-Haushalte
4.3 Alterung der Gesellschaft
4.4 Entstrukturisierung des Alltags
4.5 Zeitknappheit
4.6 Wandel der Werthaltung zu Essen und Ernährung
4.7 Sortimentsbildung und Warenpräsentation
4.8 Nähe zum Kunden
4.9 Wandel der Mobilität
4.10 Mobilitätstypen
4.11 Zusammenfassung
5. Zukunft
5.1 Geschäftsentwicklung
5.2 Beeinflussende Faktoren
5.2.1 Ultrafrische und Regionalität
5.2.2 Einfluss der Politik
5.2.3 Streik
5.2.4 Online-Konkurrenz
5.2.5 Tabakproduktrichtlinie
5.3 Zusammenfassung
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor-Thesis untersucht die Entwicklung, Erfolgsfaktoren und Zukunftsperspektiven von Convenience Stores auf dem deutschen Markt. Ziel ist es, die spezifischen Rahmenbedingungen zu analysieren, die das Wachstum dieses Handelsformates begünstigen, sowie die Rolle von Convenience-Produkten im Kontext sich wandelnder gesellschaftlicher Strukturen und Konsummuster zu beleuchten.
- Entwicklung des Convenience-Gedankens und Markteintritt in Deutschland
- Analyse der zentralen Erfolgsfaktoren (z.B. Zeitknappheit, demografischer Wandel)
- Unternehmensbeispiele erfolgreicher Konzepte
- Einflussfaktoren auf die zukünftige Geschäftsentwicklung und Marktprognosen
Auszug aus dem Buch
3.1 Convenience - Eine amerikanische Erfindung
Convenience ist keine Neuheit. Bereits 1927 eröffnete in den Vereinigten Staaten der erste Convenience Store. Erst 47 Jahre später folgte in Japan der erste Store. Beide gehören einer Kette an, die weltweit als Synonym für Convenience steht: 7-Eleven. Spätestens seitdem die Metro mit der japanischen 7-Eleven-Muttergesellschaft Ito Yokado eine Kooperation beschlossen hatte, ist das Thema auch für Deutschland interessant.
1927 kamen in Texas drei Personen zusammen. Claude S. Dawley, der Sohn eines Industriellen, der auf die lukrative Idee kam, Eiswürfel in Fabriken herzustellen. Die Firma besaß über 40 Fabriken unter dem Namen „Southland Ice Company“. Die zweite Person war Joe C. Thompson. Er stammte aus armen Verhältnissen und verdiente seit dem achten Lebensjahr Geld bei den Nachbarn, die ebenfalls im Eis-Geschäft tätig waren. Später übernahm er das Geschäft, verkaufte es an Dawley und übernahm Anteile an der Firma. Thompson war von Dawleys Fähigkeiten überzeugt und ernannte ihn mit 26 Jahren zum Direktor mit Vollmacht. Die dritte Person war Uncle Johnny Green. Auch er verkaufte Eis in einem Laden, der zur Southland Ice Company gehörte. Er hatte viel Erfolg. Besonders gefiel den Kunden die lange Öffnungszeit von 16 Stunden an allen Tagen der Woche. Die Kunden fragten Uncle Johnny, ob er neben Eis auch weitere Artikel wie Brot, Milch und Eier anbieten könne. Das Konzept war so erfolgreich, dass die Kasse nicht mehr ausreichte, das Geld zu deponieren. Neue Regale erweiterten die Angebotsfläche. Der erste Convenience Store war unter dem Namen „Tote'm“ entstanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Convenience-Marktes ein und definiert die Forschungsfragen sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Definition relevanter Begriffe: Dieser Abschnitt erläutert die terminologischen Grundlagen von „Convenience“, „Convenience Stores“ und „Convenience Food“.
3. Entwicklung: Dieses Kapitel skizziert die historische Entstehung des Convenience-Formats in den USA sowie dessen Etablierung in Deutschland anhand ausgewählter Unternehmensbeispiele.
4. Erfolgsfaktoren: Hier werden zehn zentrale Faktoren beschrieben, die den Erfolg von Convenience Stores in Deutschland maßgeblich beeinflussen.
5. Zukunft: In diesem Kapitel werden Expertenmeinungen und externe Einflussfaktoren diskutiert, die das zukünftige Marktgeschehen prägen werden.
6. Resümee: Dieses Resümee fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf potenzielle zukünftige Forschungsschwerpunkte.
Schlüsselwörter
Convenience Store, Convenience Food, Handel, Konsumverhalten, Erfolgsfaktoren, demografischer Wandel, Zeitknappheit, Sortimentsgestaltung, Tankstellen-Shops, Einzelhandel, Mobilität, Unterwegs-Versorgung, Marktprognose, Markenstrategie, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Geschäftsmodell der Convenience Stores und untersucht deren Entwicklung, die entscheidenden Erfolgsfaktoren sowie die Zukunftsperspektiven in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Convenience-Begriffs, historische Entwicklungen, Marktanalysen in Deutschland, demografische Einflussfaktoren und Trends wie Online-Konkurrenz oder demografischer Wandel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist die Identifikation der Faktoren, die Convenience Stores erfolgreich machen, und die Untersuchung der zukünftigen Marktentwicklung in Deutschland.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Sekundärdatenanalyse, inklusive der Auswertung von Branchenberichten, Statistiken und Experten-Prognosen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine detaillierte Analyse der zehn Erfolgsfaktoren (z.B. Zeitknappheit, demografischer Wandel, Mobilität) und eine Prognose der Zukunftschancen des Formats.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Convenience Store, Konsumverhalten, Zeitknappheit, Handel, demografischer Wandel und Unterwegs-Versorgung.
Welche Rolle spielen Tankstellen in der Convenience-Landschaft?
Tankstellen gelten als Pioniere und maßgebliche Akteure, die in Deutschland den Convenience-Trend durch die Sortimentserweiterung hin zum Lebensmittelnahversorger geprägt haben.
Wie beeinflusst die Online-Konkurrenz das stationäre Geschäft?
Obwohl Online-Lieferdienste wachsen, sehen Experten das Potenzial für Convenience Stores vor allem darin, echte physische Einkaufserlebnisse und Sofort-Verfügbarkeit zu bieten, die online schwer ersetzbar sind.
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- Fabian Sueße (Author), 2014, Convenience Stores. Erfolgsfaktoren, Entwicklung und Zukunft in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457517