Künstliche Intelligenz als Herausforderung auch für die Christliche Wirklichkeit


Facharbeit (Schule), 2019
14 Seiten, Note: 1,0
Jonathan Lee (Autor)

Leseprobe

Inhalt

I. Einführung

II. Was ist künstliche Intelligenz (KI)?

III. Kriterien einer künstlichen Intelligenz

IV. Geschichte der künstlichen Intelligenz

V. Chancen und Risiken

VI. Religiöser Bezug

VII. Fazit

Quellen

I. Einführung

Künstliche Intelligenz nimmt in unserem Alltag einen immer höheren Stellenwert ein – egal ob es nun der tägliche Weg zur Arbeit sei, der mit einer Kartenapp gemeistert wird, welche Stau vorhersagt oder das Smart Home System, welches die Klimaanlage entsprechend der Luftqualität einstellt. In ungewöhnlichen Bereichen wird seit Neuestem ebenfalls künstliche Intelligenz eingesetzt. Beispielsweise analysiert eine Software in einem Bundesstaat in den USA das Risiko, ob Straftäter auf Kaution freigelassen werden sollten, basierend auf 1,5 Millionen anderen Fällen. Dies erleichtert Richtern die Abschätzung des mit der Freilassung verbundenen Risikos.

Aber auch in neuen Bereichen wird immer mehr mit „künstlicher Intelligenz“ gearbeitet, z.B. selbstfahrende Autos, welche eigenständig Entscheidungen treffen und die Situation aufgrund des Verkehrs bewerten können.

Allerdings birgt künstliche Intelligenz auch ein Risiko. Wie verhält sich eine von künstlicher Intelligenz geprägte Kultur zu einer christlichen Ethik, zum Anspruch Jesu Christi auf Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit? Denn technische Erfindungen bringen ihre eigene Ethik mit, die zunächst nicht erkannt wird, aber auf lange Sicht Denken und Kultur der Menschen verändert.

II.Was ist künstliche Intelligenz (KI)?

Künstliche Intelligenz (KI; oder englisch: »Artificial Intelligence«) ist ein Teilgebiet der Informatik und versucht, die menschliche Wahrnehmung und menschliches Handeln durch Maschinen und Computersysteme nachzustellen, sowie dem Menschen ähnelnde Entscheidungsstrukturen nachzubilden.

Der Begriff »künstliche Intelligenz« wurde von dem amerikanischen Informatiker John McCarthy († 2011) geprägt. Er gebrauchte ihn in der Überschrift eines Projektantrags für eine Konferenz, die im Jahr 1956 im Dartmouth College in den USA stattfand. Bei dieser Veranstaltung stellte man Programme vor, die unter anderem Schach spielten und Texte interpretierten.

Es ist sehr schwer »denkende« Maschinen zu entwickeln, die mit menschlicher Intelligenz Schritt halten können, denn zunächst einmal muss das menschliche Denken selbst erforscht werden. Daher ist auch ein stetiger Austausch von Psychologen, Neurologen und Sprachwissenschaftlern nötig.

Eine Maschine kann selbst heute nicht annähernd die selben Verstandesleistungen erbringen wie ein Mensch. Besonders das Verständnis von Sprache bereitet der Maschine/ künstlichen Intelligenz große Schwierigkeiten. Denn bisher muss fast jeder Schritt, den die Maschine beherrschen soll, vorher einprogrammiert werden.

Heutzutage basiert künstliche Intelligenz auf der Verarbeitung sehr großer Datenmengen (Big Data [englisch für riesige Datenmengen ]) und der Nutzung von neuronalen Netzwerken. Bei diesen handelt es sich um eine Nachbildung unseres Gehirns und seiner Anordnungen und Verknüpfungen. Durch das neuronale Netzwerk lassen sich Probleme aus Statistik, Technik und Wirtschaftswissenschaften computerbasiert lösen. Doch zuvor müssen die neuronalen Netzwerke für diese Problemlösungen »trainiert« werden.

III. Kriterien einer künstlichen Intelligenz

Im Bezug auf die KI ist der Begriff von Intelligenz schwierig: Wenn Intelligenz die Fähigkeit, sich neuen Umständen anzupassen, ist, und für die Lösung einer bestimmten Aufgabe bestimmte Rückschlüsse zu ziehen, dann wäre künstliche Intelligenz (bisher) in diesem Sinne nicht möglich.

Man unterscheidet prinzipiell zwischen starker und schwacher KI.

In der schwachen KI geht es darum, die Anwendungsprobleme des menschlichen Denkens zu verbessern, es soll in konkreten Bereichen unterstützt werden. Dabei ist die Fähigkeit zu lernen der wichtigste Aspekt und sollte die Hauptanforderung sowie der integralste Bestandteil sein. Weiterhin muss die KI mit Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten umgehen können. Im Kern geht es also nicht darum, Bewusstsein zu schaffen, sondern um die Simulation intelligenten Verhaltens.

Das starke KI-System ist in seiner Entwicklung noch nicht weit fortgeschritten. Wahrscheinlich wird es anders strukturiert sein als die menschliche Intelligenz und nicht mit der menschlichen Entwicklung des Denkens vergleichbar sein. Wichtig anzumerken ist, dass die künstliche Intelligenz Gefühle Freude, Liebe, Angst oder Hass nicht ausdrücken, sondern nur simulieren kann.

IV. Geschichte der künstlichen Intelligenz

Die Geschichte der künstlichen Intelligenz beginnt nach allgemeiner Auffassung im Jahre 1956 mit der Veranstaltung » Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence«, organisiert von John McCarthy (s. Abschnitt II).

Der Versuch die Vorgänge des menschlichen Denkens und menschliche Intelligenz bis zu einem gewissen Grad zu automatisieren oder eine Maschine zu entwickeln, die menschlich denken kann oder intelligentes Verhalten zeigt, ist älter als man zunächst vermutet.

Julien Offray de La Mettrie und sein Werk »L’Homme Machine« (1748) gilt allgemein als ältester Beleg für künstliche Intelligenz. Auch der bekannte französischen Mathematiker und Astronom Pierre-Simon Laplace (auch bekannt durch den Laplace-Versuch in der Mathematik) prägte diese Idee mit seinem »Laplaceschen Dämon«. Ursprünglich hieß der»Dämon« »Intelligenz« und wurde erst später umbenannt.

Das folgende Zitat steht im Vorwort des »Essai philosophique sur les probabilités« von 1814:

[…] Eine Intelligenz, die in einem gegebenen Augenblick alle Kräfte kennt, mit denen die Welt begabt ist, und die gegenwärtige Lage der Gebilde, die sie zusammensetzen, und die überdies umfassend genug wäre, diese Kenntnisse der Analyse zu unterwerfen, würde in der gleichen Formel die Bewegungen der größten Himmelskörper und die des leichtesten Atoms einbegreifen. Nichts wäre für sie ungewiss, Zukunft und Vergangenheit lägen klar vor ihren Augen.“ 1

Auch der Versuch, künstliche Menschen „herzustellen“, kann hier als Vorläufer für künstliche Intelligenz angeführt werden.

Der Golem (hebräisch: Ungeschlachter Mensch, formlose Masse) des Rabbi Judah Löw aus Prag (die Golemsage datiert aus dem 12. Jahrhundert) kann als Wegbereiter für künstliche Intelligenz angesehen werden. Rabbi Löw erschafft aus einem Lehmklumpen ein menschliches Wesen, das er mithilfe des göttlichen Namens zum Leben erweckt und das sein Diener wird. Hier zeigt sich schon das Problem künstlicher Intelligenz, indem der Golem mangels selbständigen Denkens Befehle falsch ausführt und Unheil anrichtet.Auch der religiöse Bezug ist deutlich, da Rabbi Löw sich quasi als Schöpfer des Golem, d.h. der künstlichen Intelligenz, sieht. Damit steht er in Konkurrenz zum Schöpfergott. Daneben gibt es noch andere Vorläufer der KI. Die Golemsage sei hier stellvertretend erwähnt.

Im 20. Jahrhundert formulierten Allen Newell († 1992) und Herbert A. Simon († 2001) von der Universität in Pittsburgh die » Physical Symbol System Hypothesis« basierend auf den Erkenntnissen von Alan Turing in seinem Werk »Computing machinery and intelligence«, in dem sie Denken mit Informationsverarbeitung und Rechenprozessen gleichsetzen. Ziel ist es, die Trägersubstanz des Denkens (das Gehirn) überflüssig zu machen; Roboterspezialist Hans Moravec (* 1948) sieht eine Zukunft postbiologischen Lebens voraus, in dem Wissen vom Gehirn auf den Computer übertragen und so von überall zugänglich gemacht wird und welches dann quasi ewig erhalten bleibt.Oft wird als Ziel künstlicher Intelligenz die »Überwindung des Todes« genannt.Der religiöse Bezug wird sofort deutlich: Der Computer oder Roboter als allwissende Instanz macht Gott überflüssig und die Überwindung des Todes die Erlösung durch Christus, der den Tod besiegt hat.

Ende der 50er war die Erwartungshaltung an künstliche Intelligenz sehr groß, man prognostizierte, dass der Computer wichtige mathematische Sätze entdecken und beweisen könne oder Schachweltmeister werden könnte. Alle diese Prognosen trafen nicht zu.

[...]


1 O. Höfling: Physik. Band II Teil 1, Mechanik, Wärme. 15. Auflage. Ferd. Dümmlers Verlag, Bonn 1994

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Künstliche Intelligenz als Herausforderung auch für die Christliche Wirklichkeit
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
14
Katalognummer
V457594
ISBN (eBook)
9783668874428
ISBN (Buch)
9783668874435
Sprache
Deutsch
Schlagworte
künstliche intelligenz, kirche, ki, ai, artificial intelligence, künstliche Intelligenz und kirche, christen und künstliche Intelligenz
Arbeit zitieren
Jonathan Lee (Autor), 2019, Künstliche Intelligenz als Herausforderung auch für die Christliche Wirklichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457594

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