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Das Konzept lebenslangen Lernens / Der Lebenslauf als Bezug der Weiterbildung

Title: Das Konzept lebenslangen Lernens / Der Lebenslauf als Bezug der Weiterbildung

Term Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Matthias Rischer (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Lernen ist eine allgemeine Lebensfunktion.
Ihre Bedeutung nimmt in dem Maße zu, in dem Lebens-, Arbeits- und Mediensituation komplexer, unbeständiger und undurchschaubarer werden. Die Entwicklung unseres Verstehens muß Schritt halten mit diesem Wandel. Eine allgemeine Einsicht hat sich etabliert, daß wir am Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts quasi in „beschleunigten Zeiten“ leben. In Anbetracht der schnellen technologischen Entwicklungen und der immensen Wissensakkumulation stellt sich in Bezug auf Bildung und Bildungssystem die Frage, welches Lernen das Leben heute braucht.

Das Konzept „Lebenslanges Lernen“ ist inzwischen zu einer popularisierten Formel geworden, das auf die umfassende Bildungsreform im Übergang der 60er zu den 70er Jahre zurückgeht. Beim lebenslangen Lernen wirddie gesamte Lebensspanne als ein Möglichkeitsraum für Bildungsprozesse erkannt. In der heutigen Bildungspolitik spielt lebenslanges Lernen insofern eine große Rolle, als es die permanente Anpassung der Qualifikation der arbeitenden Menschen an neue Techniken und Anforderungen verspricht und dem interkontinentalen Konkurrenzdruck Rechnung trägt.

In den folgenden Ausführungen soll das Konzept lebenslangen Lernens vorgestellt werden. Dargestellt werden soll, welche bildungspolitischen Überlegungen maßgeblich zu seiner Entwicklung beitrugen, wofür das Konzept ursprünglich stand (1.1) und wie es sich gegenwärtig durch einen Wandel in der eigenen Konzeption darstellt (1.2). Ferner soll auf die Fragen eingegangen werden, wie lebenslanges Lernen organisiert ist oder in naher Zukunft sein sollte und an welchen Lernorten es stattfindet (1.2.2). Es werden außerdem der Wandel in den Biographien und daraus resultierende Risiken thematisiert (1.2.3).
Unter Punkt 3 sollen tendenzielle Sichtweisen und Einstellungen der Bildungssubjekte in Bezug auf das Konzept dargestellt werden.
Im Anschluß werden Zukunftsaussichten analysiert: Zum einen wird hierbei im Rahmen von Individualisierung und Pluralisierung der bereits begonnene Trend zum „selbstgesteuerten Lernen“ (4.1), einem dem lebenslangen Lernen inhärenten Konzept, thematisiert. Zum anderen wird der Einfluß neuer Medien auf das gesamte Bildungssystem und mithin auf die sich für den Einzelnen ergebenden Umstellungen im Lernverhalten in groben Zügen diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Entstehung des Konzepts

1.2. Gegenwärtige Situation

1.2.1. Das Konzept Lebenslangen Lernens- Persönliche Chance oder gesellschaftliche Zumutung

1.2.2. Lebenslanges Lernen unter organisatorischen Aspekten

1.2.3. Risiken in der neuen Lebensführung

2. Konzeptioneller Wandel

3. Lebenslanges Lernen aus Adressaten- und Aneignungsperspektive

4. Analytische Horizonte Lebenslangen Lernens

4.1. Selbstgesteuerte Bildung/ Selbstgesteuertes Lernen

4.2. Neue Medien- Neue Möglichkeiten

4.2.1. Medienkompetenz

5. Ergebnisse/ Aussichten

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des lebenslangen Lernens vor dem Hintergrund einer komplexer werdenden modernen Gesellschaft. Das primäre Ziel ist es, die bildungspolitische Genese, den konzeptionellen Wandel sowie die praktischen Implikationen des lebenslangen Lernens zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Entwicklung und historischer Kontext des Konzepts lebenslangen Lernens
  • Herausforderungen der modernen Lebensführung und damit verbundene Risiken
  • Adressatenperspektive und Aneignungsformen des Lernens
  • Die Rolle von Selbststeuerung und neuen Medien im Bildungsprozess

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Das Konzept Lebenslangen Lernens- Persönliche Chance oder gesellschaftliche Zumutung?

Über das Konzept gibt es in der sozialwissenschaftlichen Diskussion konträre Meinungen. Die einen sprechen beim lebenslangen Lernen von einer persönlichen Chance, wobei hier vor allem das demokratisch- emanzipative Potential des Konzepts betont wird. Unter Emanzipation kann hier die Realisierung biographischer Möglichkeiten, die „Befreiung der Individuen aus traditionalen Verhaftungen“, verstanden werden.

Die positiv- affirmative Perspektive sieht in dem Konzept die Chance zu einem Neubeginn an verschiedenen Stellen des formalen Bildungswesens. Es bestehe für Individuen die Möglichkeit, an verschüttete bzw. nicht fortgeführte Lernerfahrungen anzuknüpfen. Außerdem sei es möglich, bildungsbenachteiligte und lernungewohnte Bevölkerungsschichten in Lernprozesse einzugliedern. Ferner könne durch das Konzept eine Überwindung personaler und gesellschaftlicher Lernhindernisse durch die Bereitstellung flexibler und teilnehmerorientierter Lernangebote stattfinden. Aus dieser Perspektive gilt das Konzept des lebenslangen Lernens als eine zeitgemäße Neufassung des Bildungsbegriffs.

J. Kade verdeutlicht die Vorzüge des Konzepts in Bezug auf den Lebenslauf: „Die Biographie stellt sich aus der institutionellen Perspektive des lebenslangen Lernens als prinzipiell reversibel dar, als immer wieder von neuem beginnbar und damit als ein unabschließbares Projekt individueller Selbstbestimmung, das sich in seinem Konstruktionscharakter in der immer radikaleren Abschaffung der Herrschaft der Vergangenheit über Gegenwart und Zukunft vollzieht.“ Betont wird hier die aus dem Konzept resultierende Autonomie des Individuums. Neues Lernen bietet dem Einzelnen die Chance, zu jeder Zeit seines Lebens einen neuen Weg einzuschlagen. Es zeigt ihm immer wieder neue Horizonte auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert Lernen als eine zentrale Lebensfunktion und führt in die Problematik ein, vor welchen Herausforderungen das Bildungssystem in einer zunehmend komplexen Welt steht.

2. Konzeptioneller Wandel: Dieses Kapitel thematisiert den Übergang von einem rein bildungsreformerischen Anspruch hin zu einer bildungsökonomischen Erschließung der Lebenswelten durch gesellschaftliche Trends wie Individualisierung.

3. Lebenslanges Lernen aus Adressaten- und Aneignungsperspektive: Hier werden Hypothesen über die tatsächliche Nutzung von Bildungsangeboten im Alltag der Menschen und deren Konsumcharakter untersucht.

4. Analytische Horizonte Lebenslangen Lernens: Dieses Kapitel analysiert moderne Ansätze des selbstgesteuerten Lernens sowie den Einfluss neuer Medien und die Bedeutung von Medienkompetenz.

5. Ergebnisse/ Aussichten: Das Fazit fasst die Notwendigkeit des kontinuierlichen Lernens im 21. Jahrhundert zusammen und warnt vor den sozialen Gefahren, wenn Individuen diesen Anforderungen nicht gerecht werden können.

Schlüsselwörter

lebenslanges Lernen, Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Bildungspolitik, Selbstgesteuertes Lernen, Medienkompetenz, Individualisierung, Pluralisierung, Bildungsbiographie, Wissensgesellschaft, Bildungsreform, berufliche Qualifikation, Schlüsselqualifikationen, Lebensführung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Einbettung und der praktischen Umsetzung des Konzepts des lebenslangen Lernens in der heutigen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung, die gesellschaftliche Bedeutung, die Risiken der permanenten Anpassung sowie die Rolle neuer Medien und des selbstgesteuerten Lernens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum lebenslanges Lernen zu einer Notwendigkeit geworden ist und welche Spannungsfelder sich dabei für das Individuum und das Bildungssystem ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur, bildungspolitischen Diskursen und soziologischen Konzepten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet den konzeptionellen Wandel, die Perspektiven der Lernenden sowie die analytischen Horizonte, insbesondere im Hinblick auf selbstorganisiertes Lernen und mediale Einflüsse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind lebenslanges Lernen, Weiterbildung, Selbststeuerung, Medienkompetenz und die gesellschaftliche Transformation zur Wissensgesellschaft.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "selbstgesteuerten Lernens"?

Der Autor ordnet das selbstgesteuerte Lernen als zentralen Bestandteil ein, weist jedoch kritisch darauf hin, dass dies hohe Anforderungen an das Individuum stellt und zu einer sozialen Spaltung führen kann.

Welche Risiken werden im Zusammenhang mit der Biographie thematisiert?

Es wird betont, dass die Biographie heute weniger stabil ist und das Individuum gezwungen ist, im Modus des Risikos zu agieren, wobei lebenslanges Lernen sowohl eine Hilfe als auch eine Quelle für neuen Anpassungsdruck sein kann.

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Details

Title
Das Konzept lebenslangen Lernens / Der Lebenslauf als Bezug der Weiterbildung
College
Technical University of Braunschweig  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Sozialformen des Lernens in der Weiterbildung
Grade
2
Author
Matthias Rischer (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V4575
ISBN (eBook)
9783638128117
Language
German
Tags
Biographien Weiterbildung lebenslanges Lernern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Rischer (Author), 2002, Das Konzept lebenslangen Lernens / Der Lebenslauf als Bezug der Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4575
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