Arbeitnehmer stehen heutzutage unter einem hohen Leistungsdruck. Gleichzeitig wird die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie immer wichtiger. Viele Arbeitnehmer wünschen sich deshalb, ihre Arbeitszeiten flexibler gestalten zu können.
Wie Arbeitgeber darauf am besten eingehen, erklärt David Weisensee in seiner Publikation anhand der betrieblichen Arbeitszeitflexibilisierung. Denn die Ressource Mensch ist für Unternehmen wichtig, sodass sie die Bedürfnisse der Mitarbeiter ernstnehmen müssen. Doch bietet die vollzeitnahe Teilzeit dafür einen realistischen und umsetzbaren Ansatz?
Weisensee stellt verschiedene Teilzeitarbeitsmodelle vor und wägt deren Vor- und Nachteile gegeneinander ab. Seine Online-Befragung verdeutlicht, dass vielen Angestellten die Verbesserung der Work-Life-Balance oder der langsame Übergang in den Ruhestand wichtig sind. David Weisensee zeigt, wie Unternehmen auf ihre Mitarbeiter eingehen und so auch langfristig wettbewerbsfähig bleiben.
Aus dem Inhalt:
- Flexibilisierung;
- Arbeitswelt;
- Wandel;
- Vollzeitbeschäftigung;
- Teilzeitbeschäftigung
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Bachelorarbeit
1.3 Vorgehen und Methodik der Bachelorarbeit
1.4 Themeneingrenzung
2 Theoretischer Bezugsrahmen zur Gestaltung von Teilzeitmodellen
2.1 Begriffserklärung und Abgrenzung zur Vollzeitarbeit
2.2 Gesetzliche und rechtliche Rahmenbedingungen
2.3 Arten und Bewertung von Teilzeitarbeitsmodellen
3 Grundsätzliche Motive von Arbeit in Teilzeit aus Sicht von Unternehmen und Beschäftigten
3.1 Wertewandel
3.2 Globalisierung und Internationalisierung der Arbeitswelt
3.3 Demografische Entwicklung
3.4 Motive der Beschäftigten
4 Vollzeitnahe Teilzeitarbeit
4.1 Begriffserklärung ‚Vollzeitnahe Teilzeitarbeit‘
4.2 Auswirkungen
4.3 Chancen
4.4 Risiken
4.5 Das Beispiel Schweden als Vorreiter der vollzeitnahen Teilzeitarbeit
5 Empirie: Erhebung zur Gestaltung der Beschäftigungsverhältnisse in Teilzeit in regionalen Unternehmen
5.1 Darstellung der Untersuchungsmethode
5.2 Beschreibung des Datenerhebungsinstruments
5.3 Forschungsfragen
5.4 Darstellung und Diskussion der Ergebnisse
6 Auswertung und Interpretation der Befragungsergebnisse
7 Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen des Arbeitszeitmodells "Vollzeitnahe Teilzeitarbeit" auf Unternehmen und deren Mitarbeiter zu untersuchen und zu analysieren. Die Forschungsfrage widmet sich der Klärung, inwieweit dieses Modell einen realistischen und umsetzbaren Lösungsansatz zur Bewältigung des Zielkonflikts in der Zeitpolitik von Arbeitnehmern darstellt.
- Analyse theoretischer Grundlagen und gesetzlicher Rahmenbedingungen von Teilzeitarbeit.
- Untersuchung der Motive von Unternehmen und Beschäftigten für Arbeitszeitflexibilisierung.
- Evaluation des Potenzials von vollzeitnaher Teilzeitarbeit zur Fachkräftesicherung und Leistungssteigerung.
- Empirische Erhebung in regionalen Unternehmen zur Anwendung und Einstellung gegenüber diesem Modell.
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis basierend auf den Studienergebnissen.
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Fachkräftesicherung im ‚War for Talents‘
Der Begriff ‚War for Talents‘ bezeichnet das zunehmende Problem von Unternehmen, sich im Kampf um junges hochqualifiziertes Personal gegen andere konkurrierende Firmen durchzusetzen. Dabei ist anzumerken, dass der Begriff nicht nur die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern beschreibt, sondern parallel auch das Halten von bereits vorhandenem Personal. Der Wortlaut wurde erstmals in einer McKinsey-Studie im Jahr 1998 verwendet, welche den Wandel in der Personalwirtschaft untersuchen sollte. Gründe, wie die bereits erwähnte Demografische Entwicklung (Kap. 3.3), erhöhen die Chancen von gut ausgebildeten Absolventen einen Arbeitsplatz zu finden, da zunehmend mehr ältere Personen in den Ruhestand gehen, als junge Absolventen nachkommen. Gegenläufig hierzu erschwert sich die Arbeit von Personalmanagern auf der ganzen Welt, geeignetes Personal für das Unternehmen zu finden. Gerade in der Zeit dieses Fachkräftemangels, hat sich das Talent Management zu einem der ausschlaggebendsten Faktoren von Betrieben entwickelt. Organisationen sehen sich vor der Herausforderung, junge Talente zu identifizieren, richtig zu positionieren und langfristig zu binden. Dies wird als Voraussetzung angesehen, um zukünftig im steigenden internationalen Konkurrenzdruck bestehen zu können und einen nachhaltigen Unternehmenserfolg zu garantieren.
Vor diesem Hintergrund ist es für Unternehmen unerlässlich frühzeitig für den eigenen Betrieb zu werben, möglichst attraktiv für die jungen Menschen zu sein und dies vor allem zu bleiben. Neben diversen Fortbildungsmaßnahmen oder Entwicklungschancen haben Firmen erkannt, dass flexible Arbeitszeitmodelle mitunter ein wichtiges Element in der Verbesserung der eigenen Arbeitgeberattraktivität sein können. Hierbei sind vor allem familienfreundliche Arbeitszeiten zu nennen, welche eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problemstellung der steigenden Anforderungen an Arbeitnehmer und definiert das Ziel der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Theoretischer Bezugsrahmen zur Gestaltung von Teilzeitmodellen: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Teilzeitarbeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen und verschiedene gängige Modelle.
3 Grundsätzliche Motive von Arbeit in Teilzeit aus Sicht von Unternehmen und Beschäftigten: Hier werden der Wertewandel, die Globalisierung, die demografische Entwicklung sowie individuelle Motive der Beschäftigten analysiert.
4 Vollzeitnahe Teilzeitarbeit: Das Kapitel definiert das Modell der vollzeitnahen Teilzeitarbeit und untersucht dessen Auswirkungen, Chancen und Risiken.
5 Empirie: Erhebung zur Gestaltung der Beschäftigungsverhältnisse in Teilzeit in regionalen Unternehmen: Dieses Kapitel beschreibt die Untersuchungsmethode und die Durchführung der empirischen Online-Befragung.
6 Auswertung und Interpretation der Befragungsergebnisse: Hier werden die gewonnenen Daten der Online-Umfrage deskriptiv dargestellt und interpretiert.
7 Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis: Abschließend werden konkrete Empfehlungen für Unternehmen zur Implementierung und Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle abgeleitet.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Teilzeitarbeit, Vollzeitnahe Teilzeitarbeit, Arbeitszeitflexibilisierung, Arbeitsmarkt, Fachkräftesicherung, War for Talents, Work-Life-Balance, Arbeitgeberattraktivität, Demografischer Wandel, Personalmanagement, Unternehmensführung, Leistungsfähigkeit, Beschäftigungsverhältnisse, Wertewandel, Beschäftigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Trend zur vollzeitnahen Teilzeitarbeit, beleuchtet deren Potenziale und Risiken und untersucht, wie dieses Arbeitsmodell den Zielkonflikt zwischen Zeitpolitik der Mitarbeiter und betrieblichen Anforderungen lösen kann.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?
Zentrale Themen sind die Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen, die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Arbeitswelt, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Work-Life-Balance) sowie der Wettbewerb um Fachkräfte ("War for Talents").
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu bestimmen, inwieweit das Modell der vollzeitnahen Teilzeitarbeit einen realistischen und umsetzbaren Lösungsansatz gegen den Zeitpolitik-Konflikt der Mitarbeiter bietet und wie es sich auf Unternehmen sowie Beschäftigte auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?
Die Autorin kombiniert eine umfassende Literaturanalyse zum theoretischen Bezugsrahmen mit einer quantitativen empirischen Studie (Online-Befragung) unter Angestellten in regionalen Unternehmen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Motive (Wandel, Globalisierung, Demografie), die spezifische Betrachtung des Modells der vollzeitnahen Teilzeitarbeit und die empirische Erhebung zur Praxis in regionalen Unternehmen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Vollzeitnahe Teilzeitarbeit, Arbeitszeitflexibilisierung, Work-Life-Balance, Fachkräftesicherung und der demografische Wandel.
Warum wird das Beispiel Schweden in der Arbeit angeführt?
Schweden dient als Praxisbeispiel für Pilotprojekte zur Arbeitszeitreduzierung, um zu veranschaulichen, welche Auswirkungen ein Modellprojekt auf Motivation, Effizienz und Personalkosten hat.
Welche Rolle spielt die Führungsebene bei der vollzeitnahen Teilzeitarbeit?
Die Arbeit zeigt auf, dass auch Führungskräfte zunehmend den Wunsch nach Flexibilität äußern. Trotz Vorurteilen wird dargelegt, dass Führung in Teilzeit bei entsprechender betrieblicher Organisation durchaus möglich und ein Wettbewerbsvorteil sein kann.
- Citar trabajo
- David Weisensee (Autor), 2019, Der Trend zur vollzeitnahen Teilzeitarbeit. Bestandsaufnahme, Potenziale und Risiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457780