Konrad von Wettin war der bedeutend ste Wettiner seiner Zeit. Er herrschte 33 Jahre über ein Gebiet zwischen Saale und Elbe und pflegte Verhältnisse zu den einflussreichsten Herrschern im deutschen Raum.
Geboren wurde Konrad entweder im Jahr 1098 oder 1099. Ein genaues Geburtsdatum lässt sich nicht feststellen, da er aber 1157 im Alter von 59 Jahren verstorben ist, muss er entweder im Jahr 1098 oder im Jahr1099 geboren worden sein. Konrad stammte aus dem Herrscherhaus der Wettiner und war Sohn von Graf Thiemo. Graf Thiemo war der Bruder von Dedo II., Markgraf der Ostmark. Des Weiteren war Konrad ein Neffe Heinrichs I. (1070-1103). Dieser wiederum war Vater Heinrichs II. (1103-1123). Als Heinrich II. starb wurde Konrad im Jahr 1123 als Markgraf von Meißen eingesetzt. Konrads Herrschaftsgrundlagen bestanden in seinen frühen Jahren aus dem Besitz des Vaters. Dazu gehörten Güter und Zehnte bei Torgau und deren Pfarrkirche. Des Weitern besaß Konrad in seiner frühen Zeit Grafenrecht. Ob und wo er sie ausübte, kann aber nicht festgestellt werden. Konrad war auch Vogt der Bischofskirche in Naumburg. Verheiratet war Konrad mit Liutgard. Diese war eine Tochter des schwäbischen Grafen Adalbert von Elchingen. Die Heirat fand vor 1119 statt, ein genaues Jahr lässt sich allerdings auch hier nicht bestimmen. Aus der Ehe mit Liutgard entsprangen 12 Kinder.
In meiner nachfolgenden Arbeit möchte ich das Leben und Wirken Konrads von Wettin genauer untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Aneignung der Markgrafschaft Meißen (1123/1124)
3. Die Herrschaft Konrads unter König Lothar III.
4. Die Herrschaft Konrads unter König Konrad III.
5. Die Herrschaft Konrads unter König Friedrich I. und seine Zeit im Lauterberger Kanonikerstift
6. Das Stift St. Peter auf dem Lauterberg von der Gründung bis zum Tod Konrads 1157
7. Das Verhältnis Konrads zu den Königen und Kaisern seiner Zeit
8. Fazit
9. Quellen und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Konrad von Wettin, einem der bedeutendsten Wettiner des 12. Jahrhunderts, und analysiert seine politische Rolle sowie sein Verhältnis zu den zeitgenössischen Königen und Kaisern.
- Biografischer Überblick zu Konrad von Wettin
- Die Etablierung und Erweiterung der Herrschaft in der Markgrafschaft Meißen
- Die Rolle als Stifter und Vogt des Stifts St. Peter auf dem Lauterberg
- Analyse der loyalen, aber politisch eher zurückhaltenden Haltung gegenüber den Herrschern
- Untersuchung der dynastischen und regionalpolitischen Bedeutung im mittelalterlichen Sachsen
Auszug aus dem Buch
Die Herrschaft Konrads unter König Lothar III.
Nach der Wahl Lothars III. zum deutschen König brauchte Konrad keine Befürchtungen zu haben, die Markgrafschaft Meißen zu verlieren. In den ersten Jahren der Herrschaft Lothars III. kam es kaum zu politischen Auftritten Konrads im Umfeld des Königs. Erst ab dem Jahr 1134, ein Jahr nach der Krönung Lothars zum Kaiser, kommt es zu häufigeren Aufeinandertreffen zwischen Konrad und Kaiser Lothar III. Im Jahr 1134 feierte Konrad zusammen mit dem Kaiser das Oster- und Pfingstfest.
Ende des Jahres 1135 starb Heinrich von Groitzsch, Markgraf der Ostmark. Nach dessen Tod wurde Konrad am 10. Mai 1136, auf dem Hoftag in Merseburg, mit der Ostmark belehnt. Des Weiteren erhielt er noch einige Besitzungen aus dem Erbe Heinrichs von Groitzsch. Es kann vermutet werden dass Konrad im Jahr 1136 auch noch als Vogt des Reichsklosters St. Marien in Chemnitz eingesetzt wurde.
Am 15. August 1136 begab sich Konrad zum Kaiser nach Würzburg, von wo aus er zusammen mit dem Kaiser und seinem Gefolge nach Italien zog. Das Weihnachtsfest 1136 feierte Konrad zusammen mit dem Kaiser in der Ebene von Bologna, das Osterfest im darauf folgenden Jahr in Fermo. Im März 1137 war Konrad maßgeblich an den Kämpfen in Ancona beteiligt. Das Pfingstfest im Jahr 1137 feierte das Gefolge um Lothar III. in Bari und am Pfingstsonntag zelebrierten sie eine gemeinsame Messe mit Papst Innozenz II. (1130-1143) im Kloster des Heiligen Nikolaus. Am 4. Dezember 1137 starb Lothar III. auf dem Rückweg aus Italien in Breitenwang. Der Leichnam des Kaisers wurde nach Sachsen überführt, wo er in Königslutter beigesetzt wurde. Nach dem Tod Lothars III. galt Heinrich der Stolze (1126-1139), Herzog von Bayern und Sachsen, als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Lothars III. Ihm wurden kurz vor dem Tod Lothars III. die Reichsinsignien ausgehändigt. Im Mai 1138 wurde in Bamberg allerdings der Staufer Konrad III. zum neuen deutschen König gewählt. Dessen Wahl wurde im Reich allgemein anerkannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Biografische Einführung zu Konrad von Wettin, seiner Herkunft und seiner Bedeutung als bedeutendster Wettiner seiner Zeit.
2. Die Aneignung der Markgrafschaft Meißen (1123/1124): Darstellung des Machtkampfes um die Markgrafschaft nach dem Tod von Heinrich II. und der Etablierung Konrads unter Herzog Lothar von Sachsen.
3. Die Herrschaft Konrads unter König Lothar III.: Analyse der Beziehung zwischen Konrad und Kaiser Lothar III., geprägt durch Belehnungen und militärische Unterstützung in Italien.
4. Die Herrschaft Konrads unter König Konrad III.: Betrachtung der politischen Rolle Konrads während der Konflikte zwischen dem Staufer-König und den sächsischen Fürsten sowie sein Gebietszuwachs.
5. Die Herrschaft Konrads unter König Friedrich I. und seine Zeit im Lauterberger Kanonikerstift: Beschreibung der letzten Lebensjahre Konrads, seines Rückzugs aus der Weltpolitik und seines Eintritts ins Kloster.
6. Das Stift St. Peter auf dem Lauterberg von der Gründung bis zum Tod Konrads 1157: Detaillierte Untersuchung der Gründung, Verwaltung und Einflussnahme Konrads auf das Stift St. Peter.
7. Das Verhältnis Konrads zu den Königen und Kaisern seiner Zeit: Zusammenfassende Bewertung der loyalen, jedoch reichspolitisch eher zurückhaltenden diplomatischen Haltung Konrads.
8. Fazit: Abschließende Würdigung Konrads als selbstbewusster Fürst, der primär auf die Sicherung seines Machtbereichs fokussiert war.
9. Quellen und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Konrad von Wettin, Markgrafschaft Meißen, Wettiner, Stift St. Peter, Lauterberg, Lothar III., Konrad III., Friedrich Barbarossa, Mittelalter, Sachsen, Politik, Dynastie, Kirchenvogtei, Reichspolitik, Adelsgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Biografie und dem politischen Wirken von Markgraf Konrad von Wettin im 12. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der politischen Laufbahn stehen die Rolle Konrads bei der Stiftsgründung auf dem Lauterberg und seine Beziehungen zu verschiedenen Königen im Zentrum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu analysieren, wie Konrad seine Herrschaft sicherte und wie er sich im Spannungsfeld zwischen regionalen Interessen und der Reichspolitik verhielt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historische Arbeit, die primär auf der Auswertung zeitgenössischer Chroniken (wie der Cronica Montis Sereni) und moderner wissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte zur Herrschaft unter den verschiedenen Königen und eine detaillierte Betrachtung der Stiftsgründung.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wettiner-Dynastie, Markgrafschaft Meißen, Mittelalterliche Adelsgeschichte und Klosterstiftung sind die prägenden Begriffe.
Wie gestaltete Konrad die Propstwahl im Stift St. Peter?
Konrad nahm massiven Einfluss auf die Wahlen, um seine Wunschkandidaten durchzusetzen und die Disziplin im Stift sicherzustellen, was oft zu Spannungen führte.
War Konrad von Wettin ein bedeutender Reichsherr?
Das Fazit der Arbeit kommt zu dem Schluss, dass er reichspolitisch eher unbedeutend blieb, da er sich selten einmischte und seine Priorität klar auf der Sicherung seines lokalen Herrschaftsgebietes lag.
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- Thomas Klose (Author), 2005, Konrad von Wettin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45781