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Das Rollenbild der Frau um 1800 und Heinrich von Kleists "Marquise von O..."

Titel: Das Rollenbild der Frau um 1800 und Heinrich von Kleists "Marquise von O..."

Hausarbeit , 2018 , 13 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Leonie Schmidt (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Marquise von O… ist eine der bekanntesten Erzählungen von Heinrich von Kleist. Ihre Bekanntheit und die oft diskutierte Thematik des Werks folgt aus den zur damaligen Zeit unvorstellbaren Umständen der Marquise, welche sich als ein wahres Skandalon herausstellte. Kleist lässt seine Hauptfigur durch alle gesellschaftlichen Tabus laufen, von der unehelichen Schwangerschaft zur Vergewaltigung bis hin zur Eheschließung mit ihrem Peiniger. Die vorliegende Arbeit thematisiert in diesem Zusammenhang die Frage, wie sich die Charaktereigenschaften der Hauptperson Julietta mit dem Rollenbild der Frau um 1800 vereinen lassen.

Dazu wird zuerst ein kurzer Überblick über den historischen Kontext gegeben, um ein Verständnis für die damaligen Werte und Normen zu schaffen. Darauf folgt eine Erläuterung der Rolle der Frau um 1800. In diesem Rahmen wird die Stellung der Frau innerhalb der Familie, der Ehe und der Gesellschaft dargestellt. Dazu werden die Möglichkeiten und Aufgaben einer Frau unter einer männlichen Autorität aufgezeigt.

Schwerpunkt dieser Arbeit ist die Analyse nach der Frage, ob die Hauptfigur Julietta sich mit dem damaligen Frauenbild um 1800 vereinen lässt und ob sich die vielen verschiedenen Charakterzüge ihrerseits zu einem Idealbild der Frau formen lassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung in den historischen Kontext

3. Das Rollenbild der Frau um 1800

4. Analyse der Figur der Marquise von O.

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Rollenbild der Frau um 1800 anhand der Hauptfigur Julietta aus Heinrich von Kleists Erzählung "Die Marquise von O.". Ziel ist es zu analysieren, ob sich die Charaktereigenschaften der Protagonistin mit den gesellschaftlichen Normen, Werten und Idealvorstellungen ihrer Zeit vereinbaren lassen oder ob sie einen emanzipatorischen Gegenentwurf darstellt.

  • Historischer Kontext der Geschlechterrollen um 1800
  • Die Institution Familie als patriarchalische Struktur
  • Bildung der Frau und Abhängigkeit vom männlichen Vormund
  • Analyse der Transformation und Selbstbehauptung der Marquise
  • Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Druck und mütterlichem Instinkt

Auszug aus dem Buch

4. Analyse der Figur der Marquise von O.

Als Frau eines Marquise und Tochter eines Obristen gehört sie der adeligen Gesellschaft an. Nach dem Tod ihres Mannes kehrt sie wieder zurück in das Elternhaus und in die Vormundschaft ihres Vaters. Die gesellschaftlich verankerten Pflichten einer Ehefrau stehen bei der Witwe nicht mehr im Vordergrund. Doch da sie wieder in der Obhut ihres Vaters lebt, ist neben der Kindererziehung die Pflege ihrer Eltern selbstverständlich. In ihrer weiteren Freizeitgestaltung kommt sie ihrem Interesse der Kunst und Literatur nach. Durch das Zugehören zur adeligen Gesellschaft hat sie einen theoretischen Zugriff auf Bildungsmaterial. Da sie aber durch die kriegsbedingte Umgebung das Anwesen nicht verlassen kann, kann sie nur auf Bücher innerhalb des Hauses zurückgreifen.

Das Eintauschen der Selbständigkeit gegen die Obhut ihres Vaters zeigt deutlich, wie viel Wert Julietta „auf die Ausgestaltung der familiären Innenwelt“ legt. Die private Intimität der Familie, welche deutlich abgegrenzt zur Außenwelt steht, entspricht vielmehr einer bürgerlichen als einer adeligen Familie. „Es herrscht die Atmosphäre „der patriarchalischen Kleinfamilie“. Das Verhalten der Marquise, sich für ein erneutes Familienleben mit ihren Eltern zu entscheiden, trägt merklich zu ihrem „vortrefflichen Ruf“ bei. Diese Dominanz der innenfamiliären Bindung, hält die Familie nach der stattgefundenen Vergewaltigung erstmals zusammen. Sowohl die Mutter als auch ihr Vater stellen sich gegen eine vorschnelle Entscheidung der Heirat mit dem Grafen F. Der Obrist als Familienoberhaupt übernimmt die Antwort, ohne die Entscheidung seiner Tochter einzubeziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Kleists Erzählung ein, benennt die Problematik der unehelichen Schwangerschaft der Marquise und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Vereinbarkeit ihres Charakters mit dem Frauenbild um 1800.

2. Einordnung in den historischen Kontext: Dieses Kapitel skizziert den sozio-ökonomischen Wandel zur Zeit Heinrich von Kleists und verdeutlicht, dass das aufkommende Emanzipationsdenken die Geschlechterrollen weitgehend unberührt ließ.

3. Das Rollenbild der Frau um 1800: Es wird die gesellschaftliche Konstruktion des weiblichen Ideals beleuchtet, das durch die Eingliederung in die patriarchalische Familie, begrenzte Bildung und eine abhängige Rolle geprägt war.

4. Analyse der Figur der Marquise von O.: Der Hauptteil untersucht Juliettas Handlungen, ihren zeitweiligen Bruch mit dem patriarchalischen Vaterbild und ihre letztliche Entscheidung für die Ehe als Reaktion auf gesellschaftlichen Druck.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass Julietta trotz temporärer emanzipatorischer Tendenzen und Selbstfindung letztlich den gesellschaftlichen Konventionen und dem damaligen Idealbild der Frau entspricht.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Marquise von O., Frauenbild, 1800, Patriarchat, Emanzipation, Rollenbild, Literaturanalyse, Adel, Familie, Witwenstand, Geschlechterrolle, Sozialstruktur, gesellschaftliche Normen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Frauenbild um 1800 am Beispiel der Hauptfigur aus Heinrich von Kleists Novelle "Die Marquise von O.".

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Rolle der Frau, der Struktur der patriarchalischen Familie, den Bildungsmöglichkeiten von Frauen sowie der Frage nach individueller Emanzipation.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob sich die Charaktereigenschaften der Marquise Julietta mit dem zeitgenössischen Rollenbild der Frau um 1800 vereinbaren lassen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin wählt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der Textstellen der Novelle im Spiegel historischer und sekundärliterarischer Quellen interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die soziale Einordnung der Marquise, ihren Konflikt mit dem Vater, ihre Reaktion auf die Schwangerschaft und die finale Rückkehr in das Ehemodell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Patriarchat, Emanzipation, gesellschaftliche Normen, Rollenbild und Familienstruktur.

Inwiefern beeinflusst der Witwenstand Juliettas Handlungsspielraum?

Der Witwenstand positioniert sie am Rande der rechtlichen Ordnung, was sie einerseits zu einer gewissen Rückkehr in die väterliche Obhut zwingt, ihr aber auch soziale Anerkennung sichert.

Warum entscheidet sich die Marquise am Ende für die Heirat mit ihrem Vergewaltiger?

Die Entscheidung resultiert aus dem gesellschaftlichen Druck, einem Kind eine legitime Existenz außerhalb des Makels einer vorehelichen Schwangerschaft zu bieten, wobei das Kindeswohl über die eigenen Bedürfnisse gestellt wird.

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Details

Titel
Das Rollenbild der Frau um 1800 und Heinrich von Kleists "Marquise von O..."
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,7
Autor
Leonie Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V457826
ISBN (eBook)
9783668892644
ISBN (Buch)
9783668892651
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas Mann
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leonie Schmidt (Autor:in), 2018, Das Rollenbild der Frau um 1800 und Heinrich von Kleists "Marquise von O...", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457826
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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