Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Pedagogic Sociology

Zwischen Selbstwahrnehmung und statistischer Erfassung einer Generation. Florian Illies' Buch "Generation Golf" im Vergleich mit Jugendstudien

Title: Zwischen Selbstwahrnehmung und statistischer Erfassung einer Generation.   Florian Illies' Buch "Generation Golf" im Vergleich mit Jugendstudien

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 14 Pages , Grade: 1

Autor:in: Simon Hollendung (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Subjektive Beschreibungen einer Generation und Jugendstudien ähneln sich in ihren Zielen. Beide wollen Trends, Ansichten und Stimmungen einer genau definierten Gruppe vermitteln. Ihre Methoden sind dabei vollkommen unterschiedlich. Der Vergleich zwischen Generation Golf und Jugendstudien könnte daher interessant sein und Schwächen sowie Stärken der unterschiedlichen Herangehensweise an eine Generation aufdecken. Als Vergleichspunkte wurden aus einer Vielzahl an Möglichkeiten Wertorientierung, Musik , politisches Engagement und Religion bestimmt, da sie in beiden Generationsbeschreibungen eine grosse Rolle einnehmen und versucht wird, sie deutlich herauszuarbeiten. Das Buch Generation Golf von Florian Illies wurde ausgewählt, weil es den populärsten deutschen Versuch einer Selbstwahrnehmung in den letzten zwanzig Jahren darstellt. Das Erscheinungsdatum dieses Buches im Jahre 2000 liegt lange genug zurück, um wissenschaftlich bearbeitet zu werden. Das Buch Generation Golf Zwei wurde ausgeschlossen, weil zeitliche Abstand nicht gegeben ist, damit statistische Vergleichszahlen fehlen und der Autor darin sein Leben als über Dreissigjähriger, also nicht mehr Jugendlicher, beschreibt.


Was würde es bedeuten, wenn Generationstrends, neben Gruppenzwang, ähnlicher Sozialisation und Konsum derselben Fernsehsendungen, eine Physik der Gesellschaft zugrunde liegt? Eine Formel für diese Gesetzmäßigkeit kann an dieser Stelle nicht präsentiert werden, abgesehen davon, da eine solche in den klassischen Sozialwissenschaften nicht zulässig wäre. Dem eigenen Gefühl, dass auf X meist Y folgt, kommen die unterstellten Gestzmäßigkeiten entgegen.


Der Bezug zum Seminarthema "Mediengeneration" ist in doppelter Hinsicht gegeben: Erstens thematisch durch die Beschreibungen einer Generation, die stark durch die Medien sozialisiert worden ist. (In Illies´ Erinnerungen ist es vor allem der Fernseher, dem eine wichtige Rolle zukam). Zweitens durch die Form, als die Illies ein Buch als Medien seiner Ansichten wählt, ebenso wie sämtliche Studien ihre Vermittlung über Medien erreichen. Die Unterschiede dabei weisen dieser Untersuchung ihren Weg: Warum Sprache und Anzahl der Rezipienten zwischen Prosa und wissenschaftlichen Studien so unterschiedlich sind, wird am Ende dieser Untersuchung hoffentlich klarer und jedes für sich hochgeschätzter sein. Viel Freude beim Lesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Florian Illies` Generation Golf im Vergleich mit Jugendstudien

2.1 Popularität des Normalen

2.2 Werteorientierung

2.3 Fehlender Generationskonflikt

2.4 Politisches Engagement

2.5 Musik

2.6 Religion

3.0 Gibt es eine Physik der Gesellschaft?

4.0 Untersuchungsergebnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen subjektiven, literarischen Generationsbeschreibungen und objektiven, wissenschaftlichen Jugendstudien. Ziel ist es, am Beispiel von Florian Illies' „Generation Golf“ zu analysieren, inwiefern sich mediale Selbstdarstellungen einer Generation mit statistischen Erhebungen decken oder widersprechen und welche Erkenntnisse sich daraus für die methodische Erfassung gesellschaftlicher Gruppen ableiten lassen.

  • Vergleich von biographischer Prosa und empirischen Jugendstudien
  • Analyse von Wertorientierungen und politischem Engagement
  • Untersuchung von Generationskonflikten und Mediensozialisation
  • Diskussion soziologischer Modelle („Physik der Gesellschaft“)
  • Reflektion über die Grenzen quantitativer Jugendforschung

Auszug aus dem Buch

2.3 Der fehlende Generationskonflikt

Eine wirklich bemerkenswerte Veränderung zu den 68ern und 78ern ist der fehlende Generationskonflikt. Die Jugendlichen hätten "keine Probleme, auf die Ratschläge ihrer Eltern zu hören. 13" Illies findet den Werbespruch Ich wollte alles anders machen als mein alter Herr. Und nun fahren wir das gleiche Auto passend.

"Ein Brückenschlag zwischen den Generationen, der die Zwischengeneration geflissentlich übersieht. Wie harmonisch dieses Verhältnis ist, läßt sich in den täglichen Vorabendserien nachvollziehen. Zwischen Eltern und Kindern herrscht hier irritierende Eintracht, am Frühstückstisch wird über die künftige Einnahme der Pille geredet und darüber, wohin Vater und Sohn am Wochenende mit den Motorrädern fahren. Nicht nur in Daily Soaps sind alle Spuren elterlicher Übermutterung und Unterdrückung getilgt. In den Seifenopern hat Ödipus ausgedient. Man kann die Kindheit immer weiter verlängern, braucht keine kraftzehrende Pubertät mehr, und wenn man die S-Card gegen eine Eurocard eintauschen kann, ist man vom Kreissparkassen-Schalterbeamten zum Erwachsenen geschlagen worden. Ungefähr so läuft das. Inzwischen gibt es erste Psychologen, die im allgemeinen Verzicht unserer Generation auf den Ödipus-Konflikt eine gefährliche Entwicklung sehen, denn er sei zentral für die Strukturierung der Persönlichkeit und der Ausrichtung der Sexualität."

Der fehlende Generationskonflikt wird heute vor allem durch die sogenannten coolen Eltern ausgedrückt, die mit ihren Kindern in Discotheken und auf Festivals gehen. Allerdings geht ihre Bedeutung zurück, da nur wenige Eltern diesem Wunschbild entsprechen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, subjektive Generationsdarstellungen wie "Generation Golf" wissenschaftlich zu hinterfragen und mit empirischen Studien zu vergleichen.

2.0 Florian Illies` Generation Golf im Vergleich mit Jugendstudien: Dieser Hauptteil vergleicht zentrale Themenfelder wie Werte, Politik, Musik und Religion in Illies' Werk mit den Ergebnissen relevanter Jugendstudien.

2.1 Popularität des Normalen: Hier wird analysiert, warum das "Normalo"-Bild bei Illies Identifikation stiftet und inwieweit dies den tatsächlichen Typologien jugendlicher Subkulturen entspricht.

2.2 Werteorientierung: Dieses Kapitel stellt die bei Illies propagierte Lebensästhetik und Orientierungslosigkeit den pragmatischen Leistungswerten gegenüber, die in Jugendstudien ermittelt wurden.

2.3 Fehlender Generationskonflikt: Der Autor untersucht das harmonische Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, das einen Gegensatz zur rebellischen Haltung früherer Generationen darstellt.

2.4 Politisches Engagement: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Illies das politische Desinteresse seiner Generation beschreibt und vergleicht dies mit statistischen Zugehörigkeitsdaten zu verschiedenen Bewegungen.

2.5 Musik: Die Analyse zeigt die Diskrepanz zwischen der von Illies beschriebenen "Techno-Generation" und den in Umfragen festgestellten, vielfältigen Musikgeschmäckern auf.

2.6 Religion: Hier wird dargelegt, dass das von Illies beschriebene flexible Verhältnis zur Religion nur teilweise mit der tatsächlichen Religiosität und Säkularisierung der Jugendlichen übereinstimmt.

3.0 Gibt es eine Physik der Gesellschaft?: Dieser theoretische Exkurs diskutiert, ob gesellschaftliche Trends und menschliches Verhalten durch physikalische Modelle und Potenzgesetze vorhersagbar sind.

4.0 Untersuchungsergebnis: Das Fazit stellt fest, dass sowohl die biographische Prosa als auch die Statistik bei der Erfassung einer Generation an ihre jeweiligen Grenzen stoßen und sich ergänzen müssen.

Schlüsselwörter

Generation Golf, Jugendstudien, Generationskonflikt, Mediensozialisation, Werteorientierung, Pragmatisierung, Physik der Gesellschaft, Florian Illies, Soziologie, Jugendkultur, Normalisierung, gesellschaftliche Trends, Subkulturen, Identitätsbildung, Datenanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die subjektive Selbstdarstellung der sogenannten „Generation Golf“ aus dem gleichnamigen Buch von Florian Illies mit empirischen Erkenntnissen aus soziologischen Jugendstudien der Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Analyse fokussiert sich auf die Popularität des Normalen, Werteorientierungen, den Wandel des Generationskonflikts, politisches Engagement, Musikgeschmack und das religiöse Selbstverständnis.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es herauszufinden, ob literarische Generationsbeschreibungen wie die von Illies statistische Realitäten widerspiegeln oder lediglich ein idealisiertes, subjektives Bild einer sozialen Gruppe konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die methodische Ansätze der Literaturwissenschaft (Prosaanalyse) mit soziologischen Daten der Jugendforschung gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der Illies'schen Thesen mit Studiendaten sowie eine theoretische Reflexion über die Vorhersagbarkeit gesellschaftlichen Verhaltens durch physikalische Modelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Generation Golf, Jugendstudien, Generationskonflikt, Mediensozialisation, Pragmatisierung und Physik der Gesellschaft beschreiben.

Was sagt die Arbeit über den sogenannten "fehlenden Generationskonflikt" aus?

Die Arbeit bestätigt, dass das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern in der betrachteten Generation als harmonischer empfunden wird und der klassische pubertäre Aufstand im Vergleich zu früheren Jahrzehnten an Bedeutung verlor.

Warum zieht der Autor den Vergleich zur "Physik der Gesellschaft"?

Der Autor greift diesen Ansatz von Philip Ball auf, um zu diskutieren, ob individuelles menschliches Handeln in Masse berechenbaren Gesetzmäßigkeiten unterliegt, ähnlich wie es Florian Illies für seine Generation postuliert.

Zu welchem Ergebnis kommt die Untersuchung in Bezug auf Jugendstudien?

Das Fazit betont, dass statistische Erhebungen bei der Erfassung jugendlicher Lebensstile oft Schwierigkeiten haben, die schnell routierenden Veränderungen abzubilden, und daher idealerweise durch subjektive Perspektiven ergänzt werden sollten.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Zwischen Selbstwahrnehmung und statistischer Erfassung einer Generation. Florian Illies' Buch "Generation Golf" im Vergleich mit Jugendstudien
College
University of Hamburg  (Erziehungswissenschaften)
Course
Mediengeneration - Von der ersten TV-Generation bis zu den Micro-Sklaven
Grade
1
Author
Simon Hollendung (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V45789
ISBN (eBook)
9783638431354
Language
German
Tags
Zwischen Selbstwahrnehmung Erfassung Generation Florian Illies Buch Generation Golf Vergleich Jugendstudien Mediengeneration TV-Generation Micro-Sklaven
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Hollendung (Author), 2004, Zwischen Selbstwahrnehmung und statistischer Erfassung einer Generation. Florian Illies' Buch "Generation Golf" im Vergleich mit Jugendstudien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45789
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint