Die Entwicklung des Menschenrechtsschutzes und dessen Bedeutung für das CSR-Konzept


Hausarbeit, 2019
35 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Menschenrechte
2.1 Menschenrechte und deren Charakteristika
2.2 Historische Entwicklung des Menschenrechtsschutzes

3 Corporate Social Responsibility (CSR)
3.1 Definition und Abgrenzung der Corporate Social Responsibility
3.2 Die Bedeutung des Menschenrechtsschutzes im Diskurs des CSR-Konzeptes

4 Handlungsempfehlungen

5 Fazit und kritische Betrachtung

Quellenverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„ Wo beginnen im Grunde die Universellen Menschenrechte? Im Kleinen – beinahe zu Hause – so nah und so klein, dass es auf keiner Landkarte der Welt gesehen werden kann. Das sind die Orte, wo jeder Mensch, Mann, Frau und Kind, die gleiche Gerechtigkeit sucht, die gleiche Möglichkeit, die gleiche Würde, ohne Unterschied .

Ohne dass diese Rechte dort gelten, werden sie nirgendwo eine Bedeutung haben.“

Eleanor Roosevelt (1884 – 1962)

Eleanor Roosevelt, welche als „Mutter der Menschenrechte“ bekannt ist und als Vorsitzende der Menschenrechtskommission an der Erarbeitung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) beteiligt war1, konstatierte bereits zu ihren Lebzeiten die Wichtigkeit des Schutzes der universellen Menschenrechte. Dass diese Ansicht bis zum heutigen Tag nicht allgegenwärtig ist, zeigen wöchentliche Medienberichte über Menschenrechtsverletzungen innerhalb der Liefer- und Wertschöpfungsketten global agierender Unternehmen. Dies lässt den Schluss zu, dass wir noch immer in einer Welt von Menschenrechtsverletzungen leben2 und das, obwohl die AEMR - das meist übersetzte Dokument der Welt - simultan zum Verfassen dieser Arbeit am 10. Dezember 2018 bereits ihr 70-jähriges Bestehen ‚feiert‘.3 Zum Feiern besteht jedoch wenig Anlass4, wie neben zahlreicher Medienberichte auch eine umfassende Studie der Universität Maastricht zeigte. Darin wurden 1800 Beschwerden gegen Unternehmen wegen Menschenrechtsverletzungen untersucht, 87 davon betrafen deutsche Unternehmen.5 Beispielsweise war das deutsche Ingenieurbüro Lahmeyer an der Planung der Merowe-Talsperre im Sudan beteiligt, bei dessen Bau 2008 nahezu 5000 Familien ihre Häuser verloren, weil ihre Dörfer überflutet wurden.6 2012 verloren 259 Menschen ihr Leben, weil die Textilfabrik Ali Enterprise in Pakistan aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen niederbrannte, welche für das deutsche Unternehmen KiK produzierte.7 Insbesondere die fortschreitende Globalisierung führt im Sinne einer Kausalkette zu einer Fragmentierung von Wertschöpfungsketten, indem immer mehr Unternehmen ihre Produktion in Länder mit geringeren Umwelt- und Sozialstandards verlagern.8 Damit üben sie gravierende Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen sowie auf ökologische Faktoren entlang ihrer gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette aus.9 Bisher fehlte es den Staaten an den nötigen Mitteln, um die Unternehmen wirksam zu überwachen und zu regulieren.10 Dies verursachte große menschenrechtliche Schutzlücken, weshalb das Risiko von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen im Zuge der Globalisierung gestiegen ist und weiter steigen wird, sofern keine verbindlichen Maßnahmen ergriffen werden.11 Im Zuge dessen nimmt der Druck auf Staat und Unternehmen stetig zu, eine aktivere menschenrechtliche Verantwortung zu übernehmen.12 Zivilgesellschaftliche Interessensvertreter sowie Pro-bono13 -Menschenrechtsexperten fordern seit geraumer Zeit eine verbindliche Regelung seitens des Staates, welche eine Etablierung von obligatorischen CSR-Normen innerhalb von Unternehmen und bei Nichteinhaltung Sanktionen nach sich zieht.14 Die Bundesregierung reagierte auf diese Forderungen, indem sie Ende 2016 den ‚Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte‘ (NAP) sowie 2017 das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG)15 in nationales Recht umsetzte. Aber wie die Vergangenheit zeigte, funktioniert eine Umsetzung allein durch den Staat nicht, hierzu bedarf es auch der Maßnahmen der Unternehmen. Diese werden, neben ihres ökonomischen Erfolgspotenzials, indes auch zunehmend aus dem Blickwinkel sozialer und ökologischer Gesichtspunkte beurteilt16 – hier setzt die Corporate Social Responsibility (CSR) an. Die CSR ist ein Konzept gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen, welches sich am Prinzip der Nachhaltigkeit ausrichtet und die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit Soziales, Ökologie, Ökonomie oder „people, planet, profit“ - das sogenannte Triple Bottom Line Konzept - ausgewogen zueinander betrachtet. Hierbei stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage Unternehmen den Menschenrechtsschutz in ihrer CSR-Strategie berücksichtigen sollten bzw. welchen Stellenwert dieser generell für die CSR ausmacht. Außerdem stellt sich die Frage, was Unternehmen tun können, um den Menschenrechtsschutz zukünftig umfassender in ihre CSR-Strategie einzubinden, sodass Menschenrechtsverletzungen vermieden werden können. Das Finalziel der vorliegenden Arbeit soll sein, die historische Entwicklung des Menschenrechtsschutzes zu skizzieren und anschließend die Bedeutung des Menschenrechtsschutzes im Rahmen des CSR-Konzeptes zu untersuchen. Ein aus dem Finalziel abgeleitetes Modalziel soll sein, etwaige Handlungsempfehlungen für Unternehmen hinsichtlich der Berücksichtigung des Menschenrechtsschutzes innerhalb ihrer CSR-Strategie aufzuzeigen. Nachdem in Kapitel 2.1 zunächst das Fundament für den weiteren Verlauf der Arbeit gelegt wird, wird in Kapitel 2.2 die Historie des Menschenrechtsschutzes dargestellt. Das darauffolgende Kapitel 3.1 befasst sich zunächst mit den Grundlagen der CSR, um im Anschluss daran in Kapitel 3.2 die Bedeutung der Menschenrechte im Rahmen des CSR-Konzeptes untersuchen zu können. Kapitel 4 zeigt etwaige Handlungsmöglichkeiten für Unternehmen auf. Das Assignment endet mit einem Fazit, welches die wesentlichen Ergebnisse resümiert, die Arbeit selbstkritisch reflektiert sowie einen kurzen Ausblick gewährt.

2 Menschenrechte

2.1 Menschenrechte und deren Charakteristika

Zur anschließenden Verknüpfung beider im Rahmen des Assignments untersuchten Teilbereiche ist es zunächst notwendig, wichtige Termini zu definieren. Das Konzept der Menschenrechte geht prinzipiell davon aus, dass alle Menschen kraft bloßen Menschseins über die gleichen Rechte verfügen.17 Laut des Deutschen Instituts für Menschenrechte formulieren Menschenrechte „einen universellen Geltungsanspruch, der sich aus der Würde des Menschen herleitet. Sie definieren grundlegende Freiheiten, die allen Menschen – um ihrer Würde willen – für sich und in Gemeinschaft mit anderen zustehen.“18 Artikel 1 der AEMR19 besagt, „alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Menschenrechte sind angeborene Rechte, die jedem Menschen zustehen. Demnach darf per definitionem niemand aufgrund „seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt“ oder „wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“20. Die Kategorisierung der Menschenrechte aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte, welche am häufigsten mittels des Generationenmodells21 Verwendung findet, erfolgt anhand der Unterteilung in bürgerliche und politische Rechte (Rechte der ersten Generation); in soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte (Rechte der zweiten Generation) sowie in Solidarrechte (Rechte der dritten Generation).22 Zusätzlich zu dieser Kategorisierung können Menschenrechte auf Basis verschiedener Abgrenzungsmerkmale klassifiziert werden: Das Kriterium der Rechtsqualität unterscheidet beispielsweise zwischen dem Soft Law23 und den Ius-cogens24 -Menschenrechten, welche zwingend sind, wie z.B. das Verbot der Folter.25 Bezüglich der spezifischen Charakteristika ist anzuführen, dass Menschenrechte als angeboren, unverlierbar, egalitär26, vorstaatlich/überstaatlich, individuell, moralisch, rechtlich, fundamental sowie kritisch betrachtet werden.27 Ebensolche sind ferner gekennzeichnet durch die Merkmale Universalität, Unveräußerlichkeit, Unteilbarkeit und Interdependenz28, deren Erläuterung allerdings den begrenzten Rahmen der Arbeit übersteigen würde.

2.2 Historische Entwicklung des Menschenrechtsschutzes

Das Themengebiet des Menschenrechtsschutzes hat in den vergangenen Jahrzehnten signifikant an Bedeutung gewonnen und ist aus dem heutigen sozialen Bewusstsein nicht mehr wegzudenken. Menschenrechte sowie deren Schutz umfassen eine sehr lange Entwicklungsgeschichte, welche abhängig vom heutigen Verständnis bis in die antike griechische Philosophie zurückgeht.29 Prinzipiell herrscht keine Einigkeit darüber, ab wann der Menschenrechtsschutz konkret begonnen hat. Der Beginn der Historie der Menschenrechte hängt darüber hinaus von unserem heutigen Verständnis ab.30 Aus diesem Grund werden die bestehenden Ansätze in einem der Arbeit angemessenen Umfang vorgestellt, ohne sich explizit auf eine Sichtweise festzulegen. Bereits in sehr frühen Kodizes fand sich die Einsicht, dass die Würde und Freiheit des Menschen geschützt werden müsse, darunter z.B. beim „Codex Hammurapi“31 im antiken Babylon bis hin zu naturrechtlichen Traditionen des Westens, welche bereits Begriffe des Ius gentium32 aus der griechischen Stoa33 und dem römischen Recht ableiteten.34 Das frühe Christentum entwickelte diese Idee weiter, wonach alle Menschen gleichermaßen von Gott geschaffen wurden und ihm ebenbildlich sind.35 Manche Wissenschaftler sehen den Kyros36 -Zylinder aus Persien (539 v.Chr.) als Ursprung des Menschenrechtsschutzes, denn dieser wurde offiziell als erste Menschenrechtscharta durch die Vereinten Nationen anerkannt, da in ihr beispielsweise erstmals das Verbot der Sklaverei aufgeführt wurde.37 Auch wenn diese Ansätze als Vorläufer des Menschenrechtsschutzes gesehen werden können, haben sie mit der heutigen politischen Realität nicht viel gemein.38 Die „kopernikanische Wende39 “ der Menschenrechte bleibt daher an die Aufklärung gebunden, welche wesentlich durch die Philosophen John Locke und Immanuel Kant geprägt wurde.40 Locke beispielsweise sah Leben, Freiheit und Eigentum als angeborene Rechte des Menschen an.41 Die Gedanken Lockes fanden schließlich Eingang in die Verfassungen der Vereinigten Staaten und England.42 Dabei übernahm insbesondere England eine Vorreiterrolle, da bereits 1215 dem König mittels der „Magna Charta Libertatum“43 Rechte abgetrotzt wurden.44 Im Jahr 1776 wurde in den Vereinigten Staaten auf der Basis von Lockes Gedankengut der erste Menschenrechtskatalog, die „Virginia Bill of Rights“, definiert.45 Diese enthielt 16 Artikel, welche erstmals konkrete Rechte für die Bürger Virginias definierten.46 Bereits die von Thomas Jefferson entworfene Unabhängigkeitserklärung der 13 englischen Kolonien vom 04. Juli 1776 basierte auf den Ideen Lockes und der Virginia Bill of Rights, indem betont wurde, „alle Menschen seien als gleich geschaffen und […] mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet worden, […] welche zu sichern die Aufgabe der Regierung sei“.47 Die Menschenrechte der Amerikanischen Revolution beeinflussten auch die Französische Revolution hinsichtlich ihrer Entstehung.48 1789 wurde schließlich die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte mit der Parole „liberté, égalité, fraternité“49 beschlossen.50 Frankreich diente als Vorreiter und nach und nach nahm die Umsetzung der Menschenrechte auch Einzug in die Verfassung der Nationalstaaten in Kontinentaleuropa.51 Auch die Erweiterung der amerikanischen Verfassung um zehn Zusatzartikel, die Bill of Rights, markiert einen einschneidenden Zeitpunkt in der Geschichte der Menschenrechte, da sich die Bill of Rights explizit auf die Grundrechte des Menschen bezieht.52 Damit ist die Historie des Menschenrechtsschutzes jedoch längst nicht abgeschlossen. Manche Autoren sehen den Beginn des Menschenrechtsschutzes erst ab 1945, da die Menschenrechte seit diesem Zeitpunkt nicht mehr von einer Staatsbürgerschaft abhängig waren, sondern erstmals für alle Menschen galten, was das heutige Verständnis der Menschenrechte widerspiegelt.53 Unter dem Dach der Vereinten Nationen entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche internationale Abkommen zum Schutz der Menschenrechte. Darunter die mit Abstand wichtigste Übereinkunft zum Menschenrechtsschutz, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - die „Mutter aller menschenrechtlichen Konventionen“ - welche am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.54 Die Allgemeine Erklärung definiert in 30 Artikeln die grundlegenden Menschenrechte, darunter beispielsweise das Recht auf Leben, Gleichheit vor dem Gesetz sowie das Recht auf Bildung. In Ergänzung zur AEMR verabschiedete die Generalversammlung der UN am 16. Dezember 1966 den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte - auch Sozialpakt genannt - gemeinsam mit dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, welcher auch als Zivilpakt bekannt ist.55 Beide werden zusammen mit der Allgemeinen Erklärung als die International Bill of (Human) Rights oder auch Internationale Menschenrechtscharta bezeichnet.56 Die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) baut auf der AEMR auf und stellt das wichtigste Menschenrechtsübereinkommen in Europa dar.57 Diese regionale europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten trat 1953 in Kraft und enthält einen Katalog von Grundrechten.58 Weiter traten als eine Art europäischer Sozialpakt 1965 die Europäische Sozialcharta (ESCh)59 sowie 2000 die Charta der Grundrechte der Europäischen Union in Kraft60, welche aufgrund des begrenzten Rahmens der Arbeit nicht erläutert werden können. Die Entwicklung des Menschenrechtsschutzes ging nicht bloß einher mit verschiedensten Abkommen und Konventionen, sondern darüber hinaus auch mit der Entwicklung zuständiger Gremien und Institutionen, deren Erläuterung jedoch ebenfalls den Rahmen der Arbeit übersteigen würde.61 Die nachfolgende Abbildung veranschaulicht die wichtigsten Stufen der Entwicklung des Menschenrechtsschutzes.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Stufen der Entwicklung des Menschenrechtsschutzes62

3 Corporate Social Responsibility (CSR)

3.1 Definition und Abgrenzung der Corporate Social Responsibility

Der in der vorliegenden Arbeit relevante Terminus Corporate Social Responsibility kommt ursprünglich aus dem Angloamerikanischen und ist innerhalb der Unternehmensethik einzuordnen, wobei es sich um einen Teilbereich der angewandten Ethik handelt.63 In der Literatur gibt es hierzu eine enorme Vielzahl an Sichtweisen und eine damit einhergehende Definitionspluralität. Dies rührt daher, dass kein einheitliches Verständnis des Begriffes besteht und dieser ferner mit unterschiedlichen Konnotationen belegt ist. Diese Faktizität lässt sich auch darauf zurückführen, dass sich die Sichtweise von Wissenschaftler/in zu Wissenschaftler/in unterscheidet. Darüber hinaus befindet sich die CSR seit Jahren in einem fortwährenden Entwicklungsprozess64, was das Festlegen einer einheitlichen und universellen Definition zusätzlich erschwert. Nichtsdestotrotz wurden zahlreiche Definitionsversuche angestellt, zwei davon werden als Definitionsbasis angesehen. Hierzu zählt einerseits die Definition der ISO-Norm 2600065. Die Internationale Organisation für Normung (ISO) spricht darin nicht von CSR, sondern von Social Responsibility (SR) und definiert diese als „Verantwortung einer Organisation für die Auswirkungen ihrer Entscheidungen und Tätigkeiten auf die Gesellschaft und Umwelt durch transparentes und ethisches Verhalten, das zur nachhaltigen Entwicklung, Gesundheit und Gemeinwohl eingeschlossen, beiträgt; die Erwartungen der Anspruchsgruppen berücksichtigt; einschlägiges Recht einhält und mit internationalen Verhaltensstandards übereinstimmt, und in der gesamten Organisation integriert ist und in ihren Beziehungen gelebt wird.“66 Eine ebenfalls weit verbreitete Definition des CSR-Begriffs stammt aus dem Grünbuch der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2001. Dabei wird CSR definiert „[…] als ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Tätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“67. Beide Definitionen stellen eine gute Ausgangsbasis für die Weiterentwicklung des CSR-Konzeptes dar, weshalb dieses CSR-Verständnis auch der vorliegenden Arbeit zugrunde liegt. Bei CSR handelt es sich demnach um die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen im Bereich ihres Kerngeschäfts, welche auf einer nachhaltigen Unternehmensstrategie basiert und neben ökonomischen auch soziale und ökologische Ziele verfolgt.68 Zahlreiche Wissenschaftler und Autoren stellen nicht nur Schwierigkeiten bezüglich einer einheitlichen Definition, sondern auch hinsichtlich der Abgrenzung des Begriffes fest. Aufgrund von Überschneidungen werden im wissenschaftlichen Diskurs die Begriffe der Nachhaltigkeit und Corporate Citizenship (CC) oftmals synonym zum Terminus CSR verwendet.69 Bei der Nachhaltigkeit handelt es sich jedoch nicht nur um die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens, sondern um die Verantwortung gegenüber zukünftiger Generationen.70 Eng verwandt, jedoch kein Bestandteil von CSR, ist das gesellschaftliche Engagement eines Unternehmens außerhalb seines Kerngeschäfts beispielsweise in Form von Sponsoring, auch als CC bekannt.71

[...]


1 Vgl. Giegerich, T. (2008), S. 11.

2 Vgl. Clapham, A. (2007), S. 201.

3 Vgl. Giegerich, T. (2008), S. 7.

4 Vgl. Prantl, H. (2018), Zugriffsdatum: 28.11.2018.

5 Vgl. Dohmen, C. (2017), Zugriffsdatum: 28.11.2018.

6 Vgl. Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (2018), S. 8, Zugriffsdatum: 03.12.2018.

7 Ebd.

8 Vgl. Scherer, A. G.; Palazzo, G. (2008), S. 420.

9 Vgl. Dohmen, C. (2017), Zugriffsdatum: 28.11.2018.

10 Vgl. Deutsches Institut für Menschenrechte (2018b), S. 3, Zugriffsdatum: 14.12.2018.

11 Ebd.

12 Vgl. Hardtke, A. (2010), S. 51.

13 Lat. zum Wohle der Öffentlichkeit.

14 Vgl. Bassen, A.; Jastram, S.; Meyer, K. (2005), S. 232.

15 Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten.

16 Vgl. Lebkücher, F. (2010), S. 5.

17 Vgl. Weiß, N. (2002), S. 39.

18 Deutsches Institut für Menschenrechte (o.A.), Zugriffsdatum: 25.11.2018.

19 Vgl. Kapitel 2.2.

20 Art. 3 Abs. 3 GG.

21 Vgl. Anhang 1.

22 Vgl. Pollmann, A.; Lohmann, G. (2012), S. 228f.

23 Soft Law („weiches Recht“) bezeichnet Übereinkünfte, Leitlinien oder Absichtserklärungen, die nicht rechtlich bindend sind.

24 Lat. für zwingendes Recht.

25 Vgl. Fremuth, M.-L. (2015), S. 53.

26 Bei der Egalität handelt es sich um ein verfassungsmäßiges Recht, welches gemäß Art. 3 Abs. 1-3 GG jedem Menschen die Menschenrechte gleichermaßen garantiert.

27 Vgl. Fritzsche, K. P. (2016), S. 18f.

28 Ebd., S. 18ff.

29 Ebd., S. 32.

30 Ebd., S. 28ff.

31 Babylonische Gesetzessammlung aus dem 18. Jahrhundert v.Chr.

32 Lat. Völkerrecht.

33 Philosophisches Lehrgebäude in der abendländischen Geschichte.

34 Vgl. Clapham, A. (2007), S. 14.

35 Vgl. Fritzsche, K. P. (2016), S. 32.

36 Benannt nach Kyros dem Großen, dem ersten König von Altpersien.

37 Vgl. Fremuth, M.-L. (2015), S. 71f.

38 Vgl. Fritzsche, K. P. (2016), S. 32.

39 Abkehr vom geozentrischen Weltbild im 16. und 17. Jahrhundert in Europa.

40 Vgl. Fritzsche, K. P. (2016), S. 32.

41 Ebd.

42 Ebd., S. 33.

43 „Große Urkunde der Freiheiten“.

44 Vgl. Fritzsche, K. P. (2016), S. 33.

45 Ebd., S. 34.

46 Vgl. Fremuth, M.-L. (2015), S. 77.

47 Ebd.

48 Vgl. Fritzsche, K. P. (2016), S. 36.

49 Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

50 Vgl. Fritzsche, K. P. (2016), S. 36.

51 Ebd., S. 37.

52 Vgl. Starck, C. (2004), S. 9f.

53 Vgl. Heintz, B. (2015), S. 24.

54 Vgl. Fassbender, B. (2014), S. 133.

55 Vgl. Herrmann, A. (2007), S. 15f.

56 Vgl. Clapham, A. (2007), S. 68.

57 Vgl. Fassbender, B. (2014), S. 134.

58 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (o. A.), Zugriffsdatum: 09.12.2018.

59 Vgl. Fritzsche, K. P. (2016), S. 91.

60 Vgl. Europäisches Parlament (o. A.), Zugriffsdatum: 10.12.2018.

61 Vgl. Herrmann, A. (2007), S. 60.

62 Eigene Darstellung in Anlehnung an Fritzsche, K. P. (2016), S. 30.

63 Vgl. Bassen, A.; Jastram, S.; Meyer, K. (2005), S. 231.

64 Vgl. Schneider, A. (2015), S. 41.

65 Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung von Organisationen, vgl. Kapitel 3.2.

66 Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2011), S. 11, Zugriffsdatum: 06.12.2018.

67 Europäische Kommission (2001), S. 7, Zugriffsdatum: 08.12.2018.

68 Vgl. Maschke, M.; Zimmer, R. (2013), S. 13.

69 Vgl. Moon, J. (2014), S. 5 und Bassen, A.; Jastram, S.; Meyer, K. (2005), S. 233 und Anhang 2.

70 Vgl. Bassen, A.; Jastram, S.; Meyer, K. (2005), S. 234.

71 Vgl. Maschke, M.; Zimmer, R. (2013), S. 16.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung des Menschenrechtsschutzes und dessen Bedeutung für das CSR-Konzept
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
35
Katalognummer
V458036
ISBN (eBook)
9783668893368
ISBN (Buch)
9783668893375
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Menschenrechtsschutz, Menschenrechte Corporate Social Responsibility
Arbeit zitieren
Svenja Lind (Autor), 2019, Die Entwicklung des Menschenrechtsschutzes und dessen Bedeutung für das CSR-Konzept, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458036

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