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Das Kanonissenstift Gandersheim. Eines unter vielen Stiften im sächsischen Raum?

Title: Das Kanonissenstift Gandersheim. Eines unter vielen Stiften im sächsischen Raum?

Term Paper , 2010 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: caroline kochherr (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Es gibt kaum eine historische Stätte, die so eng mit dem Geschlecht der Liudolfinger verbunden ist, wie das Kanonissenstift Gandersheim. Als erste wichtige Gründung dieser Familie spielt es in deren Geschichte eine besondere Rolle. Dieses Stift verstand sich stets als Ursprung des Aufstiegs der Liudolfinger. Wie sehr sich die Gründung Gandersheims auf die Entwicklung und den Aufstieg dieser Familie ausgewirkt hat, ist jedoch bis heute in der Forschung ein zwar vieldiskutiertes aber nicht vollständig geklärtes Thema.

Um diese Frage zu beantworten, ist es unumgänglich, zuerst die Gründungsumstände und vor allem die Veranlassung der Gründung zu erläutern. Vor allem im Hinblick auf die stetige Konkurrenz Gandersheims mit Quedlinburg sind die Aufgaben des Kanonissenstiftes sowie dessen Funktionen im Königtum genauer zu beleuchten. Es ist wohl so, dass Gandersheim Mitte des 10. Jahrhunderts seine Vorrangstellung an Quedlinburg verlor, doch ist es für diesen Kontext unumgänglich zu hinterfragen, warum dies so war und letztendlich auch blieb. Problematisch gestaltet sich die lückenlose Untersuchung der Gründungszeit aber aufgrund fehlender Quellen. Hans Goetting leistete jedoch in den letzten Jahrzehnten diesbezüglich hervorragende Arbeit, sodass heutige Analysen leichter möglich sind als noch vor einigen Jahren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gründung des Kanonissenstiftes

3. Funktionen für das Königtum

3.1 Das Kanonissenstift als Ort der Memoria und der Grablege

3.2 Bildungs- und Versorgungsstätte adliger Töchter

3.3 Erwerb von Reliquien

3.4 Schriftzentrum

4. Die Bedeutung des Kanonissenstiftes

5. Vergleich zu Quedlinburg

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Bedeutung des Kanonissenstifts Gandersheim im Kontext der ottonischen Herrschaft. Dabei wird analysiert, inwieweit das Stift als frühes Familienkloster der Liudolfinger fungierte, welche Funktionen es für das Königtum erfüllte und welche Faktoren im Wettbewerb mit Quedlinburg zu einer Verschiebung der politischen und religiösen Prioritäten führten.

  • Gründungsumstände und die Rolle der Familie Liudolf
  • Die Funktion des Stiftes als Zentrum der Memoria und Grablege
  • Bildungsauftrag und karitative Bedeutung
  • Die politische und strategische Rolle von Reliquien
  • Komparative Analyse mit dem Stift Quedlinburg

Auszug aus dem Buch

3.3 Erwerb von Reliquien

Eine weitere Aufgabe war der Erwerb von Reliquien. Welche Rolle diese Tätigkeit in Gandersheim spielte, wird besonders bei der Durchsicht des Gandersheimer Schatzverzeichnisses aus dem 12. Jahrhundert deutlich. Man denke hier im Besonderen an die Reise der Gründer nach Rom, um dort die Reliquien der heiligen Päpste Innocentius und Anastasius zu erwerben. Reliquien gewährten zum einen Schutz und repräsentierten zum anderen Glück und Macht, weswegen viele Stifte eine Vielzahl an Reliquien beherbergten. Gandersheim zählte beispielsweise zu jenen Frauenstiften im Mittelalter, die einen der prächtigsten und wertvollsten Heiligen- und Reliquienschätze des Reiches besaßen, was wiederum ein Indiz für deren herausragende Bedeutung war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die enge historische Verbindung zwischen dem Geschlecht der Liudolfinger und dem Kanonissenstift Gandersheim ein und skizziert die wissenschaftliche Problematik aufgrund lückenhafter Quellenlage.

2. Die Gründung des Kanonissenstiftes: Das Kapitel beleuchtet die Rolle der Liudolfinger als Gründer sowie die strategischen Beweggründe für die Ortswahl und die gezielte Beschaffung römischer Reliquien zur Legitimierung des Stifts.

3. Funktionen für das Königtum: Hier werden die zentralen Aufgaben des Stifts dargelegt, die von der Memoria für das Stifterpaar über die Bildung adliger Töchter bis hin zur Funktion als Reliquienhort und Schriftzentrum reichten.

4. Die Bedeutung des Kanonissenstiftes: Es wird die politische Verknüpfung mit den Ottonen sowie der schrittweise Bedeutungsverlust Gandersheims zugunsten von Quedlinburg analysiert.

5. Vergleich zu Quedlinburg: Der direkte Vergleich verdeutlicht, warum Quedlinburg durch königliche Besuche und dynastische Nähe letztlich als liturgisches und politisches Zentrum an Bedeutung gewann.

6. Schluss: Zusammenfassend wird betont, dass Gandersheim als erste wichtige ottonische Gründung ein zentrales Instrument der Familienpolitik blieb, auch wenn es seine Vorrangstellung später abgeben musste.

Schlüsselwörter

Gandersheim, Kanonissenstift, Liudolfinger, Ottonen, Memoria, Reliquien, Quedlinburg, Grablege, Äbtissin, Mittelalter, Herrschaft, Liturgie, Schriftzentrum, Geschichte, Bildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Kanonissenstifts Gandersheim als zentraler Stätte der ottonischen Familie und dessen politischer sowie religiöser Funktion.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Neben der Gründungsgeschichte stehen die Funktionen als Memoria-Ort, Bildungsstätte, Reliquienhort sowie die Konkurrenzbeziehung zum Stift Quedlinburg im Mittelpunkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der Bedeutung des Stiftes Gandersheim für das Geschlecht der Liudolfinger und die Untersuchung der Gründe für den historischen Einflussverlust zugunsten von Quedlinburg.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Quellenanalyse, wobei insbesondere Gründungsurkunden, Schatzverzeichnisse und einschlägige Forschungsliteratur ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Gründungsumstände, der spezifischen Stiftsfunktionen, des Einflusses der Äbtissinnen und eines Vergleichs mit dem Stift Quedlinburg.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Gandersheim, Liudolfinger, Ottonen, Memoria, Kanonissenstift und Reliquien.

Warum lehnte die Äbtissin Sophia die Segnung durch Osdag von Hildesheim ab?

Sophia sah es als unter ihrer Würde an, von einem Bischof gesegnet zu werden, der kein Pallium trug, was den sogenannten Gandersheimer Streit auslöste.

Warum verlor Gandersheim im 10. Jahrhundert an politischer Bedeutung gegenüber Quedlinburg?

Heinrich I. und seine Gemahlin Mathilde fokussierten sich stärker auf die Förderung neuer Stifte und Quedlinburg entwickelte sich zunehmend zum bevorzugten liturgischen Zentrum der ottonischen Herrschaft.

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Details

Title
Das Kanonissenstift Gandersheim. Eines unter vielen Stiften im sächsischen Raum?
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Department Geschichte)
Course
Herrscher und Kirche in der Ottonenzeit
Grade
1,3
Author
caroline kochherr (Author)
Publication Year
2010
Pages
14
Catalog Number
V458037
ISBN (eBook)
9783668896857
Language
German
Tags
Ottonen Gandersheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
caroline kochherr (Author), 2010, Das Kanonissenstift Gandersheim. Eines unter vielen Stiften im sächsischen Raum?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458037
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