Das Sexualitätsdispositiv im Rahmen von Michel Foucaults Theorie der Biomacht


Akademische Arbeit, 2014
24 Seiten, Note: 1,3
Lucius Müller (Autor)

Leseprobe

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Der Bezug der Biomacht zur foucaultschen Konzeption der Sexualität
2.1. Schaffenskontext und Forschungsinteresse Foucaults
2.2. Die Biomacht als Resultat eines geschichtlichen Entwicklungsprozesses
2.3. Die Relation zwischen der Disziplinarmacht und Sexualität
2.4. Die Auswirkungen der Sexualität auf den Gesamtkörper

3. Rolle und Funktion des Sexualitätsdispositivs innerhalb der Biomacht
3.1. Die Bedeutung des foucaultschen Terminus „Dispositiv“
3.2. Das Sexualitätsdispostiv und dessen paradigmatische Komplexe
3.2.1. Die Hysterisierung des weiblichen Körpers
3.2.2. Die Pädagogisierung des kindlichen Sexes
3.2.3. Die Sozialisierung des Fortpflanzungsverhaltens
3.2.4. Die Psychiatrisierung der perversen Lust
3.3. Die Entstehung des modernen Rassismus

4. Fazit

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Foucaults Begründung für die Entstehung der sogenannten „Biomacht“ und der dahinter ste- henden Mechanismen ist aufs engste verknüpft mit dem Ankerpunkt der Sexualität. Foucaults Theorie der Existenz eines Sexualitätsdispositivs und dessen weitreichende Folgen für die Funktionsweise des gesellschaftlichen Zusammenlebens, führte zu einer Flut von Rezeption seines Gedankenguts durch unterschiedliche Autoren. Nichtdestotrotz hält seine poltiktheore- tische Konzeption aufgrund ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit in einigen Kernpunkten bis heute reichlich Stoff für Diskussionsbedarf bereit.

Foucaults Argumentation die Komponente der Sexualität innerhalb der Biomacht be- treffend, richtet sich auf die Strategien und Techniken der Macht, die durch das Medium „Se- xualität“ in der Gesellschaft auf unterschiedlichen Ebenen fungieren. Dies beschreibt er nicht als einen reinen Prozess der Unterdrückung jeglicher sexueller Interaktionen, sondern viel- mehr als eine Nutzbarmachung der Sexualität als subtiles Instrument der Machtausübung mit- tels Kontrolle, Disziplinierung und Regulation.

Er lässt seine Analyse der Sexualität keineswegs bei der Thematisierung der Aspekte ihrer Unterdrückung, Verschleierung und Tabuisierung auslaufen, sonder n erforscht darüber hinaus die Folgen, die durch die Schaffung eines Sexualitätsdiskurses und mittels des allzeit gegenwärtigen Sexualitätsdispositivs innerhalb der unterschiedlichen Ebenen von menschli- chem Zusammenleben auftreten. Solche sind zum einen die Rationalisierung und Institutiona- lisierung Sexueller Handlungen, sowie deren Rahmenbedingungen und Auswirkungen, zum anderen aber auch die gezielte Intensivierung der Lüste innerhalb der Gesellschaft und die gezielte Behandlung der Sexualität als zentralen Gesprächs- und Forschungsgegenstand. Es steht dabei für ihn im Vordergrund inwiefern Prozesse der Dienstbarmachung von Sexualität vollzogen werden im Interesse der Regierenden Instanzen.

Hierbei Stellen sich die folgenden Kernfragen: In welchen Formen, durch welche Stra- tegien und mittels welcher Diskurse gelingt es der von Foucault beschriebenen Biomacht von der Ebene des gesellschaftlichen Gesamtkörpers bis in die individuellsten Dimensionen des einzelnen Individuums vorzudringen? Auf welche Weise ermöglicht das Sexualitätsdispositiv den Körper, die Sinne und die Lust jedes Einzelnen zu überwachen und mit maximaler Effek- tivität nutzbar zu machen? Das Augenmerk der vorliegenden Arbeit richtet sich auf die zent- rale Leitfrage, welche Rolle das Sexualitätsdispositiv für die Funktionalität der Biopolitik spielt.

Um den besagten Schwerpunkten nachzugehen, erfolgt eine Analyse der Schriften Foucaults die dieses Terrain betreffen, wobei unter anderem die Inhalte seines Werks „Sexua- lität und Wahrheit“ (franz. „Histoire de la sexualité“) einen besonders großen Raum einneh- men werden. Des Weiteren wurden für die vorliegende Betrachtung mit einbezogen: „Der Wille zum Wissen“, „Der Mut zur Wahrheit“, „In Verteidigung der Gesellschaft“, „Leben machen und sterben lassen. Die Geburt des Rassismus“ und „Überwachen und Strafen“.

Zu Beginn der Arbeit soll der Bezug der Biomacht zur foucaultschen Konzeption der Sexualität einführend dargelegt werden. Als erstes widmen wir uns hierbei dem Schaffens- kontext in welchem der Biomachtbegriff verwurzelt ist, sowie Foucaults damit verbundene s Forschungsinteresse. Als zweites soll die Entstehung der Biomacht im Sinne Foucaults als Resultat eines geschichtlichen Entwicklungsprozesses nachvollzogen werden. Als drittes widmen wir uns der bestehenden Relation zwischen Disziplinarmacht und Sexualität, ehe als viertes die Auswirkungen der Sexualität auf den Gesamtkörper thematisiert werden.

Der zweite Schwerpunkt behandelt die Rolle und Funktion des Sexualitätsdispositivs innerhalb der Biomacht. Hierzu wird zunächst die vielschichtige Bedeutung des foucaultschen Terminus „Dispositiv“erleutert. Anschließend wird das Sexualitätsdispositiv dahingend ge- nauer analysiert, das der Fokus auf dessen paradigmatische Komplexe gerichtet wird: „Die Hysterisierung des weiblichen Körpers“, „Die Pädagogisierung des kindlichen Sexes“, „Die Sozialisierung des Fortpflanzungsverhaltens“ und „Die Psychiatrisierung der perversen Lust“. Den Abschluss bildet eine Reflektion über die Funktion des Sexualitätsdispositivs und der Biomacht im Ganzen als Indikator für die Entstehung des modernen Rassismus und der damit einhergehenden Folgen für die Gesellschaft.

2. Der Bezug der Biomacht zur foucaultschen Konzeption der Sexualität

2.1 Schaffenskontext und Forschungsinteresse Foucaults

Im Jahre 1970 wurde Foucault für die Besetzung des Lehrstuhls für die „Geschichte der Denksysteme“ am Collège de France beauftragt, den er bis zu seinem Tode 1984 innehatte.1 Foucault engagierte sich in dieser Zeit unter anderem in hohem Maße für die Rechte von Ge- fangenen. Eng mit diesem Engagement verbunden erschien 1975 sein Buch „Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses“ (franz. „Surveiller et punir. La naissance de la pri- son“), in welchem er die neuzeitliche Entwicklung von Machtausübung und Disziplinarprak- tiken analysierte.2

Im darauffolgenden Jahr publizierte Foucault den ersten Band seines Werkes „Sexuali- tät und Wahrheit“, welcher von ihm unter dem Titel „Der Wille zum Wissen“ (franz. „La vo- lonté de savoir“) veröffentlicht wurde3. In einer Vorlesung desselben Jahres zu den den Inhal- ten des veröffentlichten Bandes führt er erstmals seinen zentralen Begriff der „Biomacht“ vor einem akademischen Publikum ein.4

Im Jahre 1983 erschienen dann der zweite und dritte Band des Werkes, diese trugen als Titel „Der Gebrauch der Lüste“ (franz. „L’usage des plaisirs“) und „Die Sorge um sich“ (franz. „Le souci de soi“). In diesen zwei Bänden untersuchte er, wie die klassische griechi- sche Philosophie, und das damit verbundene Gedankengut, das Sexualverhalten auf morali- sche Weise geprägt hat.5 Der vierte und letzte nahezu fertiggestellte Band von Foucaults Werk, der von ihm den Titel „Die Geständnisse des Fleisches“ (franz. „Les aveux de la chair“) erhalten hat, wurde aufgrund seines geäußerten letzten Willens postmortal nicht zur Veröffentlichung freigegeben.6

Innerhalb seines Schaffens lag Foucaults Forschungsinteresse zum einen darauf, wie Wissen generiert werden kann und auf welche Weise es an Bedeutung gewinnt. Zum anderen aber auch darauf, wie es einem Staat oder einer höheren Instanz ermöglicht, wird genügend Macht auszuüben, um Subjekte nach ihrem Willen zu konstituieren und zu disziplinieren. 7 Sein Gedankengut gewann jedoch vor allem auch dadurch ein hohes Maß an Bekanntheit, dass er zahlreiche neue Begriffe in den politischen Diskurs seiner Zeit einführte. So unter an- deren den Begriff der „Biomacht“, der „Gouvernementalität“ und des „Dispositivs“. Zudem präzisierte er auch eine Reihe von Termini in ihrer Verwendung, wie beispielsweise den Be- griff der „Macht“ oder auch des „Wissens“.8 Allgemein richteten sich Foucaults Untersuchun- gen vor allem auf das Themengebiet der subjektiven Wahrheitsfindung sowie auf den Bereich der Geschichte der Gegenwart und die spezifische Ethnologie der abendländischen Kultur.

Besonderes großes Interesse hegte Foucault zudem für die historische Konzeption des Wahnsinns-Begriffs.9 Er beschäftigte sich hierzu besonders intensiv mit den verschiedenen Praktiken, welche von der Gesellschaft als Reaktion auf sogenannten „Wahnsinn“ an den Tag gelegt wurden, so beispielsweise die Praktik der Exklusion vom sozialen Leben in Gefängnis- sen und Psychiatrien.10 Seine Psychiatriekritik äußerte Foucault unter anderem in seiner öf- fentlichen Vorlesung, „Die Macht der Psychiatrie“ von 1973, wobei er die Institution der Psy- chiatrie dezidiert als „Dispositiv der Macht“ auffasste.11 Er befasste sich in diesem Zusam- menhang auch mit der Fähigkeit des Selbstentwurfs von Individuen und den verschiedenen Möglichkeiten politischer Einflussnahme und Interaktion.12

Nicht zuletzt beschäftige sich Foucault auch ganz wesentlich mit der Instrumentalisie- rung von Sexualität und dem gesellschaftlichen Umgang mit dem Sexualitätsbegriff, 13 was sich thematisch auch im Band „Gebrauch der Lüste“ detailliert wiederfindet. 14 In seiner Schrift „Der Wille zum Wissen“, welche für die vorliegende Arbeit von zentraler Bedeutung ist, nimmt Foucault eine analytische und historische Abgrenzung von unterschiedlichen Machtmechanismen vor, wobei er unter anderem eine Gegenüberstellung zwischen der Sou- veränitätsmacht und der Biomacht getätigt.15

2.2 Die Biomacht als Resultat eines geschichtlichen Entwicklungsprozesses

Der Terminus „Biomacht“ (franz. „biopouvoir“), ist ein tragender Leitbegriff, was Michel Foucaults Konzeption der Sexualität angeht. Die Sexualität wir von Foucault als politisches Element der gesellschaftlichen Instrumentalisierung offengelegt. Daher wird in der deutsch- sprachigen Rezeption des foucaultschen Gedankenguts diesbezüglich oftmals auch von „Bio- politik“ gesprochen.16

Foucault betrachtet die Machtmechanismen, welche die menschliche Gesellschaft prä- gen, in ihrer historischen Entwicklung und sein Bestreben hierbei liegt in hohem Maße darin, deren Wandel und die zugrunde liegenden Ursachen nachzuvollziehen. Der althergebrachten Souveränitätsmacht, die sich auf das Recht der sogenannten „patria potestas“ 17 stütze, haftet laut Foucault ein asymmetrisches Recht an. Die Wirksamkeit dieser Machtform, entfaltete sich primär durch deren Verfügung über den Tod.

Abgelöst wurde diese Machtform wie Foucaults Ausführungen zu entnehmen ist, durch die Macht „leben zu machen oder in den Tod zu stoßen . “ Der für die Untergebenen damit einhergehende Unterschied lag darin begründet, dass der Souverän ihr Leben nun be- wusst hervorrief und schützte. Eine Veränderung der Machtmechanismen, welche in Bezug auf das körperliches Wohl und die Arbeitskraft der Untertanen positive Auswirkungen mit sich brachte.18

Als Resultat der Entwicklungen des 17. Jahrhundert lassen sich gemäß Foucault zwei neue Formen der Machtausübung hervorheben. Auf der einen Seite diejenige Form, welche auf den individuellen kontrollierenden Disziplinen basiert und dem Zweck einer „politische Anatomie des menschlichen Körpers“ dient. Auf der anderen Seite diejenige Form, welche die global regulierenden Kontrollsysteme als Grundlage hat und nach Foucault als eine „Bio- politik der Bevölkerung“ zu charakterisieren ist. 19

Die Vereinigung beider Formen bildet nach Foucault eine verbesserte Grundlage die Machtausübung mittels des Todes zu verschleiern. Der so zustande gekommene doppelte Me- chanismus stützt sich zum einen auf dem Prinzip der Disziplin, welches zur Verwaltung des individuellen Körpers dient. Zum anderen stützt sich er auf dem Prinzip der Biopolitik, wel- ches in Bezug auf den Gesamtkörper in die Aufgabe der Lebensplanung eingreift.20 Die Inter- aktion der beidem Machtpole bringt zwei Gegenstände hervor, Körper und Leben. Besagte Gegenstände unterliegen ihrerseits zwei Instanzen, die Instanz der Kontrolle und die der Re- gulierung.21

Der aus diesen Entwicklungen hervorgegangene Machttypus, der von Foucault die Bezeichnung „Biomacht“ erhielt, wird gegen Ende seines Werks „Der Wille zum Wissen“ beschrieben. Die Disziplinarmacht, in ihrer Funktion als einer der Pole der Biomacht, wird hierbei von ihm als eine Art Mikromacht charakterisiert, welche dazu dienlich ist sich die

Körper einzelner Individuen zu kontrollieren.22 Die Biomacht selbst übernimmt ihrerseits die Rolle des übergeordneten Mechanismus, welcher erst durch die Vereinigung der Wirkungs- prinzipien von Disziplinarmacht und Gesamtkörpers im Stande ist seine volle Macht zu ent- falten. In diesem Sinne stellt die Biomacht ein geeignetes Medium dar, um der Regierung zu ermöglichen, die Bürger zu regulieren und konstituieren. Den Anstoß für den Prozess, aus dem diese Form der Machtausübung resultierte, sieht Foucault bereits Anfang des 19. Jahr- hunderts gegeben.23

Aufgrund besagter Eigenschaften der Biomacht, wird diese von Thomas Lemke in seinem Werk „Eine Kritik der politischen Vernunft. Foucaults Analyse der modernen Gou- vernementalität“ als dasjenige Medium klassifiziert, welches „zwei durch ein Bündel von Zwischenbeziehungen verbundene Pole“24 mit vereinten Kräften fugieren lässt. Die Grundla- ge für diese Kräftebündelung wurde nach Foucault erst durch ökonomische Entwicklungen gewährleistet, die sich im Zuge der Industrialisierung des 18. Jahrhunderts vollzogen haben.

Die neue ökonomische Situation, ist als ausschlaggebend dafür zu sehen, dass die Be- völkerung nicht länger mit der ständigen Bedrohung durch den Tod konfrontiert war. Die da- mit einhergehende Steigerung der Produktivität und die schnellere Beschaffung von Ressour- cen, lieferte die Basis für die Funktionalität und Aufrechterhaltung der Biomacht, als der vor- herrschende Machtmechanismus.25 Das Aufkommen des Kapitalismus ist nach Foucault ein unausweichliches Resultat der Etablierung der Biomacht, da durch die früheren Regulie- rungsmechanismen eine derartige Anpassung hinsichtlich der ökonomischen Prozesse nicht möglich gewesen wäre.26

Gerade auch was neuzeitliche Reflexion der Körperlichkeit und Sexualität angeht, stellt Foucault fest, dass ein signifikanter Einzug des Biologischen in das Terrain des Politi- schen zu verzeichnen ist.27 Diesen Wandel im gesellschaftlichen Bewusstsein als Folge der Biomacht verdeutlicht Foucault explizit in „Der Wille zum Wissen“:

[...]


1 Vgl. Rainer Zaiser: Literaturtheorie und sciences humaines. Frankreichs Beitrag zur Methodik der Literaturwis- senschaft, Berlin 2008, S. 204

2 Vgl. Heinz Duthel: Kapitalismus - Ohne jede Bodenhaftung. »Kapital, Gewählte und Hofnarren.«, Norderstedt 2014, S. 259.

3 Vgl. Albrecht Diem: Das Monastische Experiment. Die Rolle der Keuschheit bei der Entstehung des westlichen Klosterwesens, Münster 2005, S. 22.

4 Vgl. Volker Schürmann: Menschliche Körper in Bewegung. Philosophische Modelle und Konzepte der Sport- wissenschaft, Frankfurt am Main 2001, S. 62

5 Vgl. Annette Treibel: Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart, Wiesbaden 20067, S. 77.

6 Vgl. Claus Dahlmanns: Die Geschichte des modernen Subjekts. Michel Foucault und Norbert Elias im Ver- gleich, Münster 2008, S. 115.

7 Vgl. Ute Stiekling: Genderlect - ein Geltendmachen des Andersseins?. Sprache und Geschlecht im Kontext des Sozialisationsprozesses und gesellschaftlich kultureller Bedingtheit und der ihnen innewohnenden geschlechter- spezifischen Machtverhältnisse, Bielefeld 2000, S. 46.

8 Vgl. Brigitte Bargetz, Gundula Ludwig u.a: Gouvernementalität und Geschlecht. Politische Theorie im An- schluss an Michel Foucault, Frankfurt am Main 2015, S.44-45.

9 Vgl. Francisco Ortega: Michel Foucault. Rekonstruktion der Freundschaft, Paderborn 1997, S. 38

10 Vgl. Jens Gründler: Armut und Wahnsinn: "Arme Irre" und ihre Familien im Spannungsfeld von Psychatrie und Armenfürsorge in Glasgow, 1875-1921, München 2013, S. 6-7.

11 Vgl. Markus Hedrich: Medizinische Gewalt. Elektrotherapie, elektrischer Stuhl und psychiatrische 'Elektro- schocktherapie' in den USA, 1890-1950, Bielefeld 2014, S.45-46.

12 Vgl. Ulrich Brieler: "Erfahrungstiere" und "Industriesoldaten": Marx und Foucault über das historische Den- ken, das Subjekt und die Geschichte der Gegenwart. In: Jürgen Martschukat (Hg.): Geschichte schreiben mit Foucault, Frankfurt a. M. 2002, S. 42-78. hier: S. 63.

13 Vgl. Cornelia Ott: Die Spur der Lüste. Sexualität, Geschlecht und Macht, Berlin 2013, S. 179.

14 Vgl. Erhard Köllner: Homosexualität als anthropologische Herausforderung. Konzeption einer homosexuellen Anthropologie, Bad Heilbrunn 2001, S 212-214.

15 Vgl. Hahn, Torsten: Fluchtlinien des Politischen : das Ende des Staates bei Alfred Döblin. K: Böhlau Verlag Köln Weimar, 2003, S. 64-65.

16 Vgl. Martin Saar: Genealogie als Kritik. Geschichte und Theorie des Subjekts nach Nietzsche und Foucault, Frankfurt a. M. 2007, S. 228.

17 Der Terminus „patria potestas“ stammt aus der römischen Antike und stand für die theoretisch uneinge- schränkte Verfügungsgewalt, d.h. die Rechte („potesta“), des Vaters („pater“), über seine Familie und deren Eigentum. Darunter fielen zur damaligen Zeit sowohl verheiratete Söhne, wie auch deren Frauen und Kindern, Adoptivkinder, Sklaven, Vieh, Wertgegenstände und sonstiges Hab und Gut. Dem Familienoberhaupt wurde das Recht gewährt, über das Leben seiner Familie, wie auch der Sklaven zu richten. Vgl. Stefanie Graefe: Autono- mie am Lebensende?. Biopolitik, Ökonomisierung und die Debatte um Sterbehilfe, Frankfurt am Main 2007, S. 23.

18 Vgl. Hanna Meißner: Jenseits des autonomen Subjekts. Zur gesellschaftlichen Konstitution von Handlungsfä- higkeit im Anschluss an Butler, Foucault und Marx, Bielefeld 2010, S. 106-108.

19 Vgl. Hannelore Bublitz: Gouvermentalität, Normalisierung und Selbstführung. In: Andreas Vasilache: Gou- vernementalität, Staat und Weltgesellschaft: Studien zum Regieren im Anschluss an Foucault, Wiesbaden 2014, S. 83-100, Hier: S. 91.

20 Vgl. Daphne Hahn: Modernisierung und Biopolitik, Frankfurt am Main 2000, S 35-39.

21 Vgl. Yvonne Bauer: Sexualität — Körper — Geschlecht Befreiungsdikurse und neue Technologien, Berlin 2013, S. 32-35.

22 Vgl. Diana Hummel: Der Bevölkerungsdiskurs. Demographisches Wissen und politische Macht, Wiesbanden 2000, S. 174

23 Vgl. Frank Bettinger: Diskurs – Konstitutionsbedingungen des Sozialen In: Roland Anhorn u. Johannes Stehr (Hg)., Foucaults Machtanalytik und Soziale Arbeit Eine kritische Einführung und Bestandsaufnahme, Berlin 2008, S. 75-93, hier S. 80-83.

24 Thomas Lemke: Eine Kritik der politischen Vernunft. Foucaults Analyse der modernen Gouvernementalität, Hamburg 1997, S. 137.

25 Vgl. Jan-Otmar Hesse: Der Staat unter der Aufsicht des Marktes. Michel Foucaults Lektüre des Ordolibera- lismus. In: Susanne Krasmann (Hg). Michel Foucaults 'Geschichte der Gouvernementalität' in den Sozialwis- senschaften, Bielefeld 2015, S. 213-239, hier S. 230-231.

26 Mike Laufenberg: Sexualität und Biomacht: Vom Sicherheitsdispositiv zur Politik der Sorge, Bielefeld 2014, S. 258.

27 Vgl. Markus Schröder-Augustin: Literatur und Kunst im Werk Foucaults, Berlin 2001, S. 143.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Das Sexualitätsdispositiv im Rahmen von Michel Foucaults Theorie der Biomacht
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
24
Katalognummer
V458077
ISBN (eBook)
9783668898875
ISBN (Buch)
9783668898882
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexualitätsdispositiv, rahmen, michel, foucaults, theorie, biomacht
Arbeit zitieren
Lucius Müller (Autor), 2014, Das Sexualitätsdispositiv im Rahmen von Michel Foucaults Theorie der Biomacht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458077

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