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Vertragstheorie vs. Anarchie. Der Naturzustand – Lösung oder Problem?

Title: Vertragstheorie vs. Anarchie. Der Naturzustand – Lösung oder Problem?

Term Paper , 2018 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Quentin Erren (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Menschliches Zusammenleben ist nahezu überall auf der Welt in Staaten organisiert, sodass es blind akzeptiert wird und selbstverständlich scheint, unter staatlicher Herrschaft zu leben. Aber was passiert, wenn man den Staat in Frage stellt und fragt: Brauchen wir den Staat überhaupt? Oder: Warum nicht Anarchie?

Dieses Problem beschäftigt die Politische Philosophie schon seit ihren Anfängen und wird als „anarchistische Herausforderung“ bezeichnet. Das Ziel einer gesellschaftlichen Ordnung ist dabei immer dasselbe: Die Freiheit und Gleichheit der Individuen soll gesichert sein. Doch welcher Weg ist der richtige?

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Inhaltsverzeichnis

1. Die Frage nach dem Staat

2. Methode

3. Darstellung der Standpunkte

3.1. Vertragstheorie nach John Locke

3.2. Anarchie nach Peter Kropotkin

4. Konfrontation der Naturzustände

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende politische Fragestellung, ob der menschliche Naturzustand als Lösung oder als Problem für das Zusammenleben betrachtet werden muss, indem sie die gegensätzlichen Positionen der klassischen Vertragstheorie am Beispiel von John Locke und des Anarchismus am Beispiel von Peter Kropotkin gegenüberstellt.

  • Die Legitimität staatlicher Herrschaft im Vergleich zum staatenlosen Zustand.
  • Anthropologische Grundlagen und Menschenbilder in der politischen Philosophie.
  • Die Rolle der Selbsterhaltung gegenüber dem Sozialtrieb und der gegenseitigen Hilfe.
  • Der Freiheitsbegriff im Kontext unterschiedlicher Gesellschaftsmodelle.
  • Die Bedeutung der Evolutionstheorie für anarchistische Gesellschaftskonzepte.

Auszug aus dem Buch

3.1. Vertragstheorie nach John Locke

Vertragstheorien sind die klassische Antwort auf die Frage nach der Legitimität des Staates. (vgl. Celikates/Gosepath 2013, 49) Sie zeigen Gründe für das Einsetzen eines Staates auf, die gleichzeitig die jeweilige Form des Staates im zweiten Schritt bestimmen. (vgl. Özmen 2013, 27)

Um die Autorität zu legitimieren, wird sie zunächst infrage gestellt. Dabei wird – in „rechtfertigender Absicht“ (Özmen 2013, 48) – ein Naturzustand konzipiert, in dem alle „faktischen Rechts-, Staats-, und Zwangsverhältnisse, aber auch [die] persönlichen, sozialen und historischen Kontexte und Identitäten der Individuen“ negiert werden. (ebd., 47) Der Naturzustand wird hier (in der einen oder der anderen Weise) allgemein so ausgelegt, dass sich ein Grund ergibt, einen Staat einzuschalten, indem die Individuen einen Vertrag schließen, der die Autorität legitimiert und den Nachteil beheben soll. (vgl. Celikates/Gosepath 2013, 39 f.) Man bezieht sich dabei immer auf das freie Individuum, wobei alle Individuen gleichberechtigt sind. (vgl. ebd.: 50 f.)

Auch Locke geht im ersten Schritt von einem friedlichen Naturzustand aus, in dem vorerst jeder frei und gleich ist. Gleichheit meint dabei einerseits die rechtliche Gleichstellung und andererseits die (ungefähr) gleiche Ausstattung mit Fähigkeiten durch die Natur. (vgl. Euchner 1996, 81) Weil alle gleich sind, ist der Zustand frei von Herrschaft, d.h. von Über- und Unterordnung, was ihn zu einem „anarchischen“ (Celikates/Gosepath 2013, 61) Zustand macht. Freiheit ist, so Locke, „seine Handlungen zu lenken und über seinen Besitz und seine Person zu verfügen, wie es ihm am besten scheint, ohne jemandes Erlaubnis einzuholen und ohne von dem Willen eines anderen abhängig zu sein“, jedoch „innerhalb der Grenzen des natürlichen Gesetzes“. (Locke 1960, zit. Nach Euchner 1979, 193)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Frage nach dem Staat: Einführung in die Problematik des menschlichen Zusammenlebens und die theoretische Konzeption des Naturzustandes als Grundlage für die Staatslegitimation.

2. Methode: Erläuterung der Auswahl von John Locke und Peter Kropotkin als repräsentative Vertreter für die vertragstheoretische bzw. anarchistische Position.

3. Darstellung der Standpunkte: Detaillierte Analyse der jeweiligen Naturzustandskonzepte bei Locke und Kropotkin sowie ihrer anthropologischen Annahmen.

4. Konfrontation der Naturzustände: Vergleichende Betrachtung der gegensätzlichen Schlussfolgerungen basierend auf unterschiedlichen Menschenbildern und Herangehensweisen.

5. Resümee: Synthese der Ergebnisse, die den theoretischen Charakter beider Modelle hervorhebt und die Abhängigkeit von der jeweiligen sozialen Sozialisation der Menschen betont.

Schlüsselwörter

Naturzustand, Vertragstheorie, Anarchie, John Locke, Peter Kropotkin, Staat, Freiheit, Selbsterhaltung, Gegenseitige Hilfe, Sozialtrieb, Politische Philosophie, Gesellschaftsform, Menschenbild, Herrschaft, Rechtszustand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die philosophische Debatte zwischen der Notwendigkeit staatlicher Strukturen (Vertragstheorie) und der Möglichkeit eines herrschaftsfreien Zusammenlebens (Anarchie).

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen der Begriff des Naturzustandes, die Interpretation menschlicher Triebe, wie Selbsterhaltung und Soziabilität, sowie die Legitimität von Herrschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, ob der Naturzustand als Lösung oder als Problem menschlichen Zusammenlebens verstanden werden muss und wie dies von den zugrunde liegenden Menschenbildern abhängt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem jeweils ein einflussreicher Vertreter der beiden Disziplinen (Locke für die Vertragstheorie, Kropotkin für den Anarchismus) herangezogen wird.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung der Konzepte von Locke und Kropotkin sowie eine anschließende Konfrontation dieser Standpunkte zur Herausarbeitung der Unterschiede.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Naturzustand, Vertragstheorie, Anarchie, Selbsterhaltung und gegenseitige Hilfe geprägt.

Warum wird Locke als Vertreter der Vertragstheorie gewählt?

Locke wurde gewählt, da sein Modell eines vergleichsweise „schmalen“ Staates die engste theoretische Nähe zum anarchistischen Denken aufweist.

Was unterscheidet Kropotkins Argumentation von der Lockes?

Während Locke philosophisch-theologisch argumentiert, stützt Kropotkin seine Thesen auf eine naturwissenschaftlich-biologische Betrachtungsweise, speziell die Evolutionstheorie.

Zu welcher Schlussfolgerung gelangt der Autor bezüglich des Naturzustandes?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Naturzustand theoretisch sowohl als Lösung als auch als Problem gesehen werden kann, abhängig davon, wie der Mensch durch sein soziales Umfeld geprägt ist.

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Details

Title
Vertragstheorie vs. Anarchie. Der Naturzustand – Lösung oder Problem?
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
2,0
Author
Quentin Erren (Author)
Publication Year
2018
Pages
15
Catalog Number
V458095
ISBN (eBook)
9783668875647
ISBN (Book)
9783668875654
Language
German
Tags
vertragstheorie anarchie naturzustand lösung problem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Quentin Erren (Author), 2018, Vertragstheorie vs. Anarchie. Der Naturzustand – Lösung oder Problem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458095
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