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Braunschweiger Kaufleute in den Hansischen Urkundenbüchern

Quellenarbeit zur Rekonstruktion von Geschichte

Título: Braunschweiger Kaufleute in den Hansischen Urkundenbüchern

Trabajo Escrito , 2017 , 22 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Sven-Friedrich Pape (Autor)

Didáctica - Historia
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Die mittelalterliche Hanse ist auch heute noch in vielfältiger Weise in der Öffentlichkeit präsent, zum Beispiel als identitätsstiftender Verweis auf die eigene Geschichte bei den Autokennzeichen der Hansestädte Bremen, Hamburg, Lübeck, Greifswald, Rostock, Stralsund und Wismar sowie als Markenname für Bier (Hansa-Pils), Wundverbände (Hansaplast) oder eine Fluggesellschaft (Lufthansa). Auch städtebaulich finden sich Überreste hansischer Geschichte in den Stadtbildern vieler nordeuropäischer Städte, wie zum Beispiel in Braunschweig, wo das am Altstadtmarkt gelegene Gewandhaus noch heute vom Reichtum der Tuchhändler der mittelalterlichen Stadt kündet.

Die Hanse ist also nicht nur Teil der Lebenswelt von Personen mit einem stark ausgeprägten Interesse für die mittelalterliche Geschichte Nordeuropas, sondern auch der Lebenswelt von Schüler*innen. Daher ist es naheliegend, dieses historische Phänomen auch im Geschichtsunterricht zu behandeln.

Dazu soll diese Hausarbeit einen Vorschlag unterbreiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Korrektur des geläufigen Bildes der Hanse als Städtebund durch Quellenarbeit im Geschichtsunterricht basierend auf den Hansischen Urkundebüchern. Mit ihrer Hilfe soll die Geschichte der Hanse als eine Geschichte der Kaufleute dargestellt werden. Dabei steht die Stadt Braunschweig im Mittelpunkt, da der Autor dieser Hausarbeit im Rahmen seiner Bachelorarbeit bereits umfassende Untersuchungen zum mittelalterlichen Handel der Stadt angestellt hat. Die methodischen Überlegungen zur schulischen Quellenarbeit in dieser Hausarbeit basieren in ihren Grundzügen auf der Methodik der Bachelorarbeit.

Inhaltlich wird dazu zunächst auf die Quellenarbeit im Geschichtsunterricht an sich eingegangen, bevor in einem zweiten Schritt der Wandel des historischen Hansebildes von der Städtehanse zur Hanse der Kaufleute kurz skizziert wird. Dadurch soll die Möglichkeit zur Korrektur oder zumindest zur Ergänzung eines Geschichtsbildes im Geschichtsunterricht aufgezeigt werden, für deren Durchführung zuletzt die Arbeit mit dem Hansischen Urkundenbuch vorgeschlagen wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Quellenarbeit im Geschichtsunterricht

2. Wandel in der Hansegeschichtsschreibung

a) Von der Städtehanse zur Hanse der Fernhändler

b) Braunschweig als Hansestadt

3. Die Hansischen Urkundenbücher als Quelle im Unterricht

a) Die Hanse in Schulbüchern

b) Überlegungen zur Quellenarbeit

III. Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das herkömmliche, auf die Vorstellung eines starren Städtebundes fokussierte Hansebild durch eine quellenbasierte Analyse zu korrigieren. Dabei wird aufgezeigt, wie mithilfe der „Hansischen Urkundenbücher“ die Geschichte der Hanse als eine Geschichte der Kaufleute und deren Handelsnetzwerke im Geschichtsunterricht rekonstruiert werden kann, wobei die Stadt Braunschweig als zentrales Fallbeispiel dient.

  • Grundlagen der Quellenarbeit im Geschichtsunterricht
  • Wandel des historischen Hanse-Bildes in der Geschichtswissenschaft
  • Analyse der Rolle Braunschweigs als binnenländische Hansestadt
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Darstellung der Hanse in aktuellen Schulbüchern
  • Methodische Ansätze für den Einsatz von Urkunden im Unterricht

Auszug aus dem Buch

Von der Städtehanse zur Hanse der Fernhändler

Um zu verstehen, wie tiefgreifend und einschneidend der Wandel in der Deutung des Wesens der mittelalterlichen Hanse, müssen zwei Geschichtsnarrationen gegenübergestellt werden, eine ältere und eine jüngere.

Die ältere Geschichtsnarration erzählt die Geschichte der Hanse als die Geschichte eines mächtigen Handelsbündnisses norddeutscher Städte, die den mittelalterlichen Handel im nordeuropäischen Raum dominierten, Kriege gegen Könige führten und sich regelmäßig zu Hansetagen trafen. Als geradezu archetypische Werke dieser Tradition sind die dreibändige Geschichte des Hanseatischen Bundes von Georg Sartorius und die Hansegeschichte Dietrich Schäfers zu nennen. Vor allem letztgenannte, erschienen um die Wende zum 20. Jahrhundert unter dem Eindruck des massiven Marineausbaus im Kaiserreich, sieht in der Hanse eine politische Organisation von Städten, aus deren politischen Macht wirtschaftliche Macht erwuchs, die für das 1871 gegründete Reich identitätsstiftend und beispielgebend sein sollte. Dabei lag der Fokus vor allem auf den Seestädten mit Lübeck als Haupt der Hanse; die binnenländisch gelegenen Hansestädte gerieten in den Hintergrund der hansischen Geschichtsforschung.

Inwieweit dieses Bild eines straff organisierten Städtebundes – die sogenannte Städtehanse – einer heutigen geschichtswissenschaftlichen Überprüfung standhält, ist mehr als fraglich. Stephan Selzer schildert in seiner 2010 erschienenen Darstellung der Hansegeschichte folgende Begebenheit: Im Jahr 1418 bat die Stadt Bremen die Stadt Köln darum, nach einem Gründungsdokument der Deutschen Hanse zu suchen. Dieser Bitte kamen die Kölner nach, konnten jedoch nicht fündig werden. Auch heute wird eine solche Suche nicht erfolgreich sein, weil es keinen offiziellen Gründungsakt der Hanse gab.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Hanse ein und stellt die Absicht der Hausarbeit dar, das Bild der Hanse als Städtebund durch eine quellenbasierte Betrachtung der Kaufleute und ihrer Handelsaktivitäten, insbesondere am Beispiel Braunschweigs, zu korrigieren.

II. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert zunächst die didaktischen Grundlagen der Quellenarbeit, skizziert den geschichtswissenschaftlichen Paradigmenwechsel vom Städtebund zur Fernhändler-Hanse und analysiert die Rolle Braunschweigs sowie die Verwendung der "Hansischen Urkundenbücher" als Lehrmittel.

III. Ergebnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass die Hanse neu als Zweckgemeinschaft von Fernhändlern zu deuten ist und dass Schülerinnen und Schüler durch die Arbeit mit Urkunden aktiv an der Rekonstruktion dieser Geschichte beteiligt werden sollten, um veraltete Schulbuchdarstellungen zu korrigieren.

Schlüsselwörter

Hanse, Städtehanse, Fernhändler, Braunschweig, Hansische Urkundenbücher, Quellenarbeit, Geschichtsunterricht, Mittelalter, Handelsnetzwerke, Geschichtsdidaktik, Quellenkritik, Zweckgemeinschaft, Rekonstruktion, Historische Methode, Wirtschaftsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Umsetzung einer quellenbasierten Hanse-Geschichte im Unterricht, um das Verständnis von der Hanse als reine „Städtehanse“ zu korrigieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind geschichtsdidaktische Quellenarbeit, der Wandel des wissenschaftlichen Hanse-Bildes, die Rolle der Stadt Braunschweig im Fernhandel und die Analyse von Originalurkunden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Schülern durch die Arbeit mit den "Hansischen Urkundenbüchern" eine differenziertere Sicht auf die Hanse zu vermitteln, die diese nicht als starres politisches Bündnis, sondern als wirtschaftliche Zweckgemeinschaft von Händlern begreift.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die historisch-kritische Quellenanalyse angewendet, eingebettet in geschichtsdidaktische Konzepte zur Interpretation schriftlicher Quellen durch Schülerinnen und Schüler.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur Quellenarbeit im Unterricht, die Darstellung des Wandels der Hansegeschichtsschreibung und die praktische Anwendung am Beispiel Braunschweiger Handelsurkunden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hanse, Quellenarbeit, Braunschweig, Fernhandel und geschichtsdidaktische Rekonstruktion charakterisiert.

Warum ist das Braunschweig-Beispiel für diese Untersuchung so relevant?

Braunschweig dient als Fallbeispiel, da es als binnenländische Stadt in der älteren Forschung oft unterrepräsentiert war, aber durch seine spezifische Wirtschaftsstruktur (Metallverarbeitung/Tuchhandel) die Tätigkeit hansischer Fernhändler exzellent illustrieren kann.

Was genau belegen die im Anhang enthaltenen Urkunden?

Die Urkunden belegen konkrete Handelskonflikte (z.B. mangelhafte Heringe, Havarieschäden bei Islandreisen, Streitigkeiten über Korn-Exportrechte), die den Alltag der Fernhändler und ihr Handelsnetzwerk jenseits städtepolitischer Bündnisfragen aufzeigen.

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Detalles

Título
Braunschweiger Kaufleute in den Hansischen Urkundenbüchern
Subtítulo
Quellenarbeit zur Rekonstruktion von Geschichte
Universidad
University of Münster
Calificación
1,3
Autor
Sven-Friedrich Pape (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
22
No. de catálogo
V458115
ISBN (Ebook)
9783668875685
ISBN (Libro)
9783668875692
Idioma
Alemán
Etiqueta
Braunschweig Hanse Händler Urkunden Quellenarbeit Rekonstruktion Geschichte
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sven-Friedrich Pape (Autor), 2017, Braunschweiger Kaufleute in den Hansischen Urkundenbüchern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458115
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