Die Deutsche Bank, Siemens, Volkswagen, MAN, Bilfinger oder der Deutsche Fußballbund - die Liste der Unternehmen, die durch öffentlichkeitswirksame Negativschlagzeilen in der näheren Vergangenheit aufgefallen sind, scheint schier endlos zu sein. Insbesondere von Korruption, Geldwäsche und kartellrechtlichen Verstößen ist zu hören. Der neuesten KPMG-Studie zur Wirtschaftskriminalität im Jahre 2016 zufolge ist in Deutschland jedes dritte Unternehmen von Wirtschaftskriminalität betroffen. Obzwar Unternehmen juristische Personen sein mögen, tatsächlich handeln und entscheiden doch immer menschliche Individuen für eine nicht personifizierbare Organisation. Jene Zusammenschlüsse beeinflussen den Handlungskontext der Mitarbeiter, gleichzeitig scheinen im Privatleben unbescholtene Bürger im Marktkontext regelmäßig zu illegitimen Handlungsweisen zu tendieren.
Daher wird in dieser Arbeit untersucht, warum sich grundsätzlich integre Mitarbeiter in gewissen Organisationen zu dolosen Handlungen verleiten lassen. So soll herausgefunden werden, ob es in Unternehmen charakteristische Strukturen gibt, die ein derartiges Verhalten begünstigen. Auf dieser Grundlage kann dann versucht werden, Maßnahmen zu bestimmen, um Unternehmungen per se integer zu gestalten.
Inhaltsverzeichnis
- Zielstellung
- Problematik
- Definition und Auslegung der organisationalen Integrität
- Wirtschaftsethik, Unternehmensethik, Führungsethik
- Compliance und Integrity
- Organisationale Integrität
- Unterschiedliche Dimensionen der Mitarbeiterbeeinflussung
- Extrinsische Faktoren
- Intrinsische Faktoren
- Unmoralische Regelkonformität
- Maßnahmen zur Problemlösung
- Compliance Management-System
- Integritätsstrategie
- Two-leg Approach
- Deduktion
- Rechtliche und politische Aspekte
- Betriebswirtschaftliche Aspekte
- Volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte
- Ergebnis und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, warum sich grundsätzlich integre Mitarbeiter in gewissen Organisationen zu dolosen Handlungen verleiten lassen. Sie untersucht, ob es in Unternehmen charakteristische Strukturen gibt, die ein derartiges Verhalten begünstigen. Ziel ist es, Maßnahmen zu identifizieren, um Unternehmungen per se integer zu gestalten.
- Analyse der organisationalen Integrität als Faktor für unethisches Verhalten von Mitarbeitern
- Untersuchung der unterschiedlichen Dimensionen der Mitarbeiterbeeinflussung durch Organisationsstrukturen
- Entwicklung von Maßnahmen zur Förderung ethischen Verhaltens und zur Verhinderung von Wirtschaftskriminalität
- Bewertung der rechtlichen, betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte ethischer Unternehmenssteuerung
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Zielstellung
In diesem Kapitel wird das Thema der Arbeit eingeführt und die Forschungsfrage formuliert: Warum lassen sich grundsätzlich integre Mitarbeiter in gewissen Organisationen zu dolosen Handlungen verleiten?
- Kapitel 2: Problematik
Dieses Kapitel analysiert das Phänomen der organisationalen Integrität, indem es die verschiedenen Dimensionen der Mitarbeiterbeeinflussung durch Organisationsstrukturen beleuchtet. Insbesondere die Frage, ob es spezifische Strukturen gibt, die unmoralisches Verhalten fördern, steht im Mittelpunkt.
- Kapitel 3: Maßnahmen zur Problemlösung
Hier werden verschiedene Maßnahmen vorgestellt, die Unternehmen implementieren können, um eine ethische Unternehmenskultur zu fördern und Wirtschaftskriminalität zu verhindern. Dazu gehören unter anderem Compliance Management-Systeme, Integritätsstrategien und der Two-leg Approach.
- Kapitel 4: Deduktion
Dieses Kapitel befasst sich mit den rechtlichen, betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekten der organisationalen Integrität. Es wird untersucht, wie die verschiedenen Ebenen der Verantwortung miteinander verknüpft sind und wie sie zur Förderung eines ethischen Verhaltens beitragen können.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themenfelder organisationale Integrität, Compliance, Unternehmensethik, Wirtschaftskriminalität, Mitarbeiterbeeinflussung und ethische Unternehmenssteuerung. Darüber hinaus werden zentrale Konzepte wie Fraud Triangle, extrinsische und intrinsische Faktoren, Two-leg Approach sowie die verschiedenen Ebenen der Verantwortung (Mikro-, Meso- und Makroebene) behandelt.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter organisationaler Integrität?
Organisationale Integrität bezeichnet eine Unternehmenskultur und -struktur, in der ethische Werte fest verankert sind und das Handeln der Organisation sowie ihrer Mitarbeiter leiten, um Fehlverhalten vorzubeugen.
Warum verhalten sich integre Mitarbeiter in manchen Firmen unethisch?
Die Arbeit untersucht, wie bestimmte Organisationsstrukturen und extrinsische Faktoren (wie Leistungsdruck oder falsche Anreize) Mitarbeiter zu dolosen Handlungen verleiten können, selbst wenn sie privat integre Bürger sind.
Was ist der Unterschied zwischen Compliance und Integrity?
Compliance zielt primär auf die Einhaltung von Gesetzen und Regeln ab (Regelkonformität), während Integrity auf der freiwilligen Selbstbindung an ethische Prinzipien und Werte basiert.
Was ist der „Two-leg Approach“?
Dies ist ein Ansatz zur ethischen Unternehmenssteuerung, der sowohl Compliance-Maßnahmen (Regeln) als auch Integritätsstrategien (Werte) kombiniert, um ein ganzheitliches ethisches Fundament zu schaffen.
Welche Bedeutung hat das „Fraud Triangle“?
Das Fraud Triangle (Betrugsdreieck) erklärt Wirtschaftskriminalität durch das Zusammentreffen von Gelegenheit, Motivation/Druck und Rechtfertigung für das Handeln.
- Citar trabajo
- Julian Müller (Autor), 2016, Ethische Unternehmenssteuerung durch organisationale Integrität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458155