Gesellschaft und Gemeinschaft aus soziologischer Perspektive

Welche Konsequenzen ergeben sich aufgrund einer funktionalen Differenzierung für das gemeinschaftliche Zusammenleben der Akteure?


Akademische Arbeit, 2018

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziologische Beschreibungen von Gesellschaft und Gemeinschaft
2.1. Ferdinand Tönnies: Theorie der Gemeinschaft und Gesellschaft
2.2. Helmuth Plessner: Die Logik der Diplomatie. Die Hygiene des Taktes

3. Soziologische Beschreibungen einer funktionalen Gesellschaft
3.1. Armin Nassehi: Gesellschaft In: Zehn einführende Vorlesungen
3.2. Niklas Luhmann: Funktional differenzierte Gesellschaft

4. Konsequenzen funktional differenzierter Gesellschaften
4.1. Einsamkeit als Konsequenz funktionaler Differenzierung
4.2. Der Rückgang traditioneller Gemeinschaften

5. Schluss

Literatur

1. Einleitung

Moderne Gesellschaften scheinen zu funktionieren wie ein Uhrwerk, dessen Zahnräder nahtlos ineinandergreifen. Der praktische Blick auf die Uhr verrät uns die gegenwärtige Uhrzeit, offenbart uns jedoch nicht das Uhrwerk, welches sich dahinter verbirgt und notwendig ist, um die Angabe der Uhrzeit darstellen zu können. Auf ähnliche Art und Weise können auch moderne Gesellschaften beschrieben werden. Alles erscheint uns vorstrukturiert, sodass wir im Alltag, genau wie bei dem Blick auf die Uhr, für gewöhnlich nur mit Endsituationen konfrontiert werden, deren Hintergründe sowie Entstehung für uns keine weitere Relevanz haben müssen.

So kann der gewöhnliche Tagesablauf eines Menschen beispielsweise, wie folgt aussehen: Der Akteur fährt am Morgen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit. Hierbei kann er sich ganz selbstverständlich auf ein funktionierendes System verlassen, welches im Hintergrund daran arbeitet, diese Infrastruktur bereitzustellen. In der Arbeit angekommen, hilft die Person bei der Vorbereitung von Endsituationen für andere Mitmenschen, indem diese während genetischen Beratungen alle bürokratischen Tätigkeiten durchführt, damit sich die Ärzte auf die mündliche Beratung konzentrieren können. Für den Patienten entsteht so eine perfekt vorstrukturierte Situation. Nach der Arbeit geht der Akteur Lebensmittel einkaufen und befindet sich dabei ebenfalls in einer vorstrukturierten Situation, denn vom Betreten des Ladens bis zum Bezahlvorgang scheint alles wie selbstverständlich zu funktionieren. Auch der Weg nach Hause gestaltet sich aufgrund der zur Verfügung stehenden U-Bahn problemlos, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der U-Bahn-Fahrer alle Fahrgäste bitten muss die Türen zu öffnen, da anscheinend etwas mit dem Schließmechanismus der Türen nicht funktioniert. Nach mehrmaligen Wiederholungen und dem Scheitern der Problembehebung müssen alle Fahrgäste wegen eines technischen Defektes aussteigen und die nächste U-Bahn nehmen, die erwartungsgemäß kommen wird. Während die Person zwischen all den anderen Fahrgästen wartet, fällt dieser erst auf, wie selbstverständlich und zuverlässig für gewöhnlich alles funktioniert. In diesem Moment fährt die nächste U-Bahn ein und die Person fährt nach Hause.

Erwartbare Situationen und Kontexte erleichtern uns einerseits das alltägliche Leben, andererseits stellt sich auch die Frage nach den Individuen innerhalb einer funktionalen Gesellschaft. Denn in einer Gesellschaft, die auf Produktivität setzt, herrscht ein gewisser Leistungsdruck. Diesem standzuhalten und eine Position innerhalb der Gesellschaft einzunehmen stellt für viele Menschen keine einfache Aufgabe dar. Vor dem Hintergrund des Ausdifferenzierungsprozesses moderner Gesellschaften liegt der Fokus auf der Inklusion sowie Exklusion von Akteuren. Inklusion und Exklusion werden hierbei unter anderem in systemtheoretischen Zusammenhängen moderner Gesellschaften betrachtet.

In der vorliegenden Hausarbeit wird zuerst ein Einblick in soziologische Gesellschafts- sowie Gemeinschaftstheorien gegeben, um ein Verständnis für die übliche soziologische Verwendung der Begriffe Gesellschaft und Gemeinschaft herzustellen. Daran anschließend werden anhand der Soziologen Armin Nassehi und Niklas Luhmann, Beschreibungen funktionaler Gesellschaft skizziert, welche ein Zusammenleben vieler Individuen auf engem Raum ermöglichen und darüber hinaus auf gesellschaftlicher Ebene vorstrukturieren. Doch trotz einer beeindruckenden Dynamik und Funktionalität ausdifferenzierter Gesellschaften können auch negative Konsequenzen aus einer funktionalen Differenzierung folgen. Diesbezüglich wird der Fokus im Rahmen dieser Arbeit auf eine immer öfter auftretende Einsamkeit der Menschen, Veränderungen des familiären Zusammenlebens sowie den Rückgang traditioneller Gemeinschaften innerhalb funktional differenzierter Gesellschaften gerichtet sein. Diese Aspekte können als Konsequenzen funktional differenzierter Gesellschaften verstanden werden und weitreichende Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben haben.

2. Soziologische Beschreibungen von Gesellschaft und Gemeinschaft

Die Begriffe „Gesellschaft“ und „Gemeinschaft“ werden im alltäglichen Sprachgebrauch ganz selbstverständlich verwendet. Hierbei kann es zu Unschärfen zwischen den beiden Begriffen kommen, sodass diese missverstanden werden können. An dieser Stelle der Hausarbeit soll nun anhand ausgewählter Theorien ein Verständnis der soziologischen Verwendung der Begriffe „Gesellschaft“ und „Gemeinschaft“ hergestellt werden.

2.1. Ferdinand Tönnies: Theorie der Gemeinschaft und Gesellschaft

Ferdinand Tönnies geht in seiner Theorie der Gemeinschaft und Gesellschaft (1878) zunächst davon aus, dass sich menschliche Wesen immer in einem gewissen wechselseitigen Wirkungsaustausch befinden und somit jeweils die Lage des anderen verändern und beeinflussen. Zwischenmenschliche Beziehungen können sich entweder bejahen oder verneinen. Tönnies fokussiert in seinem Werk nur diejenigen Beziehungen, die sich gegenseitig durch Bejahung erhalten, und nennt diese Verhältnisse (vgl. Tönnies 1878: 3). Die wesentlichen Unterschiede zwischen Gesellschaft und Gemeinschaft beschreibt Tönnies wie folgt:

„Alles vertraute, heimliche, ausschließliche Zusammenleben (so finden wir) wird als Leben in Gemeinschaft verstanden. Gesellschaft ist die Öffentlichkeit, ist die Welt. In Gemeinschaft mit den Seinen befindet man sich, von der Geburt an, mit allem Wohl und Wehe daran gebunden. Man geht in die Gesellschaft wie in die Fremde“ (Tönnies 1878: 3). Während Gemeinschaft nach Tönnies, das langfristige Zusammenleben lebendiger Organismen verkörpert, stellt sich Gesellschaft, als ein flüchtiges „mechanisches Artefakt“ dar (vgl. Tönnies 1878: 4).

Tönnies geht in seinem Werk auf drei verschiedene Formen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens ein, nämlich Verwandtschaft, Nachbarschaft sowie Freundschaft (vgl. Tönnies 1878: 12). Alle haben eine spezielle Verbundenheit als Grundlage des Verhältnisses. Mit dem Begriff „Gesellschaft“ verbindet Tönnies wie oben beschrieben eine Öffentlichkeit, die eine gewisse Fremde ausstrahlt und zudem ein ständiges Spannungsverhältnis zwischen den Akteuren aufrechterhält (vgl. Tönnies 1878: 34). Gesellschaft ist also ein System wechselnder Beziehungen, in dem jeder Mensch klar voneinander abgegrenzte Positionen einnimmt.

2.2. Helmuth Plessner: Die Logik der Diplomatie. Die Hygiene des Taktes

Der deutsche Philosoph und Soziologe Helmuth Plessner unterscheidet in seinem Werk: Die Logik der Diplomatie. Die Hygiene des Taktes (2002), ganz klar zwischen Privatheit und Öffentlichkeit und zeigt damit Grenzen der Gemeinschaft auf. Plessner erklärt, dass die Öffentlichkeit die Menschen zu einer bestimmten äußeren Erscheinung zwingt, zum Beispiel durch klare Rollenzuweisung. Dies verhilft der Öffentlichkeit die innere Struktur sowie die äußere Form zu wahren. Unter Öffentlichkeit versteht er, „das offene System des Verkehrs zwischen unverbundenen Menschen“, zwischen denen nur aufgrund von Sach- oder Wertbindungen, Schnittpunkte bestehen (vgl. Plessner 2002: 95). Sie agieren nach Plessner nur deshalb miteinander, weil die unverbundenen Menschen durch „das fließende Leben mit seinen unendlichen Konfliktmöglichkeiten“ zu solchen Übereinkünften herausgefordert werden. Besonders interessant an Plessners Theorie ist allerdings seine Feststellung, dass das öffentliche System, also die Gesellschaft, nicht zu einer Vergemeinschaftung, also zu Privatheit, zu der Familie und Freunde zählen, beitragen kann, da es an „gegenseitiger Durchdringung“ fehlt und somit nur „künstliche Übereinkünfte“ getroffen werden können (vgl. Plessner 2002: 96).

Laut Plessner bieten Gesellschaften dem Menschen die Möglichkeit eines Rückzuges durch Distanz, jedoch wird genau dieses menschliche Grundbedürfnis der Vergemeinschaftung im Sinne eines öffentlichen Systems dadurch gestört, dass Menschen durch Rollenzuweisungen als Funktionäre agieren und auf einen oder wenige Funktionen beschränkt betrachtet und wahrgenommen werden. Ferner sind Menschen in jedem öffentlichen Verhältnis durch Uniformierung einer Spannung zwischen Norm und Leben ausgesetzt, welcher nur durch einen Ausgleich der unterschiedlichen Kräfte entgegengewirkt werden kann (vgl. Plessner 2002: 96f.).

Hierbei wird tendenziell der maximale Ausgleich aller Parteien gleichzeitig angestrebt, bis es zu einer Übereinkunft auf Basis von gegenseitigem Verständnis kommen kann. Diesbezüglich betont Plessner die Wichtigkeit einer geschickten Diplomatie, falls es um einen Interessensausgleich geht. Diplomatie zielt auf eine Übereinkunft von Menschen ab, die nur durch gewisse „irreale“ Bindungen miteinander in Kontakt stehen. Plessner beschreibt das öffentliche Leben, als einen spielerisch gestaltbaren Zustand, bei dem die Diplomatie dabei behilflich sein kann, durch List und Überredung den größeren Vorteil zu erzielen (vgl. Plessner 2002: 99f.). Der von Plessner eingeführte Begriff des Taktes, meint Geselligkeit zwischen natürlichen Personen und dient dem Ausgleich zum gesellschaftlichen Leben. Plessner beschreibt Taktgefühl als eine Art Zartheit, die einen Akteur dazu veranlasst, rücksichtsvoll und situationsbezogen feinfühlig mit fremden Seelen umzugehen um sich selbst und andere zu schützen. Takt erlaubt gegenseitige Durchdringung und Übereinkünfte außerhalb der zugewiesenen Rollen der Öffentlichkeit. Doch erst durch das Wechselspiel von Diplomatie und Takt wird sowohl eine gesellschaftliche Teilhabe als auch das menschliche Grundbedürfnis nach Rückzug in Gemeinschaften ermöglicht (vgl. Plessner 2002: 107f.).

Zum Abschluss der Darlegung von Plessners Theorie, erscheint folgendes Zitat für den Kontext dieser Hausarbeit interessant: „Besser allerdings als mit taktlosen Leuten zu verkehren ist dann die Einsamkeit, obwohl sie vom Menschen viel verlangt“ (Plessner 2002: 108).

Bei genauerer Betrachtung dieses Zitates liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei Plessners Beschreibungen, einerseits um eine natürliche Unterscheidung zwischen privatem und öffentlichem Leben handelt, andererseits aber ein gewisser eigenverantwortlicher Spielraum bei der Auswahl privater Gemeinschaften vorherrscht. So kann es beispielsweise passieren, dass manchen Menschen aus irgendwelchen Gründen kein zufriedenstellender Rückzug aus gesellschaftlichen Strukturen gelingt, da die Anschlussfähigkeit an Gemeinschaften nicht gegeben ist.

3. Soziologische Beschreibungen einer funktionalen Gesellschaft

Auf Grundlage der vorangegangenen Beschreibungen lassen sich die nun folgenden Theorien funktional differenzierter Gesellschaften besser verstehen. An dieser Stelle der Hausarbeit werden nun zwei Theorien dargelegt, die veranschaulichen sollen, wie ein Zusammenleben vieler Individuen auf gesellschaftlicher Ebene vorstrukturiert ist.

3.1. Armin Nassehi: Gesellschaft In: Zehn einführende Vorlesungen

Gesellschaft ist laut Armin Nassehi etwas, das im alltäglichen Leben unsichtbar ist, da diese auf Abwesenheit basiert (vgl. Nassehi 2011: 104f.). In der sechsten Vorlesung, seiner Zehn einführenden Vorlesungen (2011) beschreibt Nassehi, dass man in einer Gesellschaft das Nebeneinander verschiedener Kontexte „vorfindet“ und vor allem auch erwarten kann, dass gleichzeitig „andere Kontexte möglich sind“ (vgl. Nassehi 2011: 105). In den vielfältigen Kontexten trifft man ebenso vielfältige Milieus an, zu denen man sich hingezogen fühlt oder auch nicht. Die Milieus verfolgen jeweils unterschiedliche Absichten und agieren unabhängig von anderen Milieus nach ihren eigenen Logiken (vgl. Nassehi 2011: 105ff.). Aufgrund des „Nebeneinanders unterschiedlicher Kontexte“ ist es den Menschen erst möglich, auf eine Infrastruktur zurückzugreifen, die es zum Beispiel erlaubt ein Taxi zu rufen, wenn man dies benötigt (vgl. Nassehi 2011: 105). Auch andere alltägliche Selbstverständlichkeiten, wie unter anderem der Transport mit dem öffentlichen Nahverkehr oder der Einkauf von Lebensmitteln, wie bereits in der Einleitung veranschaulicht wurde, wäre ohne einer funktionierenden Gesellschaft als Grundlage nicht möglich. Ferner zeigt Nassehi auf, wie sich die Menschen im alltäglichen Leben wahrnehmen, nämlich als „Träger von Rollen“, die in ihrer gesellschaftlichen Funktion, zum Beispiel als Verkäufer nicht „aus der Anonymität des konkreten Rollenaspekts heraus treten“ müssen (Nassehi 2011: 106). Daraus schließt Nassehi, dass „Fremdheit für uns eine Ressource“ darstellt (vgl. Nassehi 2011: 106), da wir nicht alle Kontexte auf die wir innerhalb einer Gesellschaft zurückgreifen auch kennen müssen, um unseren Nutzen daraus zu ziehen.

Beobachtbar ist für Armin Nassehi außerdem, dass das Funktionieren einer Gesellschaft von der Verbundenheit der unterschiedlichen Kontexte und ihren je eigenen Logiken abhängig ist (vgl. Nassehi 2011: 113). So macht ein öffentliches Verkehrssystem nur dann Sinn, wenn es die Menschen auch an die richtigen Orte befördern kann, wie beispielsweise Universitäten, Arbeitsplätze oder Krankenhäuser. Gesellschaft stellt uns gewisse vorstrukturierte Muster bereit, die eine „Anschlussfähigkeit für Handlung und Kommunikation“ erst ermöglichen (Nassehi 2011: 214). Hierbei erscheint uns die Gesellschaft so lange unsichtbar, bis irgendetwas nicht funktioniert, wie zum Beispiel der Stillstand des öffentlichen Nahverkehrs aufgrund eines technischen Defekts. In solchen Situationen kann ansatzweise sichtbar werden, wie das gesellschaftliche Zusammenleben für gewöhnlich funktioniert und wieviel Aufwand hinter alltäglichen Selbstverständlichkeiten steckt.

3.2. Niklas Luhmann: Funktional differenzierte Gesellschaft

Ausgangspunkt von Niklas Luhmanns Theorie ist, dass „wir die moderne Gesellschaft als funktional differenzierte Gesellschaft begreifen“ (Luhmann 1999: 743). Hierbei differenziert sich das Gesellschaftssystem fortlaufend aus und bildet so funktionale Teilsysteme, die sich aufeinander beziehen und wechselseitig beobachten. Wichtig ist hierbei, dass ein Mensch mehreren Teilsystemen innerhalb des Gesellschaftssystems gleichzeitig angehört und nicht nur einem einzigen. Somit bildet der Mensch laut Luhmann die Umwelt des Gesellschaftssystems und trägt zur Kommunikation verschiedener Teilsysteme bei (vgl. Luhmann 1999: 744). Nach Luhmann „betont funktionale Differenzierung mithin die Ungleichheit der Funktionssysteme“, da jedes System für ein eigenes Problem ausdifferenziert ist, welches im System erfüllt wird und nicht in der Systemumwelt (Luhmann 1999: 746). Durch die hohe Spezialisierung der einzelnen Funktionssysteme ist es anderen Systemen in Luhmanns Theorie nicht möglich, die Funktion eines fremden Systems zu übernehmen falls dieses ausfällt (vgl. Luhmann 1999: 753). Jeder Mensch, der einem Funktionssystem angehört, erfüllt in diesem, eine spezielle Rolle. So wird ein Kassierer an der Supermarktkasse in seiner Funktion als Kassierer wahrgenommen und nicht als Freund oder alleinerziehender Familienvater, wenn er dies denn wäre. Aufgrund der Zuweisung individueller Funktionen findet eine operative Schließung statt und generiert dadurch autopoetische Systeme innerhalb einer autopoetischen Gesellschaft. So etablieren sich ausdifferenzierte Funktionssysteme in der Gesellschaft dadurch, dass die sich bewähren oder nicht bewähren. Hier führt Luhmann die Bedeutung von binären Codes ein, die ausschließlich in einem bestimmten System verwendet werden, bzw. nur dort aus der systemeigenen Perspektive verstanden werden können und das System weiter nach innen expandieren lassen, also in sich komplexer machen. Erst eine Orientierung an der systeminternen Differenz durch binäre Codes ermöglicht eine Anschlussfähigkeit von Kommunikationen und Operationen, denn wenn sich bestimmte Codes bewähren, kann in ähnlichen Situationen rekursiv auf frühere Kommunikationen zurückgegriffen werden (vgl. Luhmann 1999: 748).

Doch trotz einer beeindruckenden Dynamik und Funktionalität ausdifferenzierter Gesellschaften können auch negative Konsequenzen für Akteure, aus einer funktionalen Differenzierung resultieren. Im Rahmen dieser Arbeit wird der Fokus hierbei auf eine immer öfter auftretende Einsamkeit älterer Menschen, den Veränderungen familiärer Strukturen sowie den Rückgang traditioneller Gemeinschaften gerichtet sein, welche als mögliche Konsequenzen funktional differenzierter Gesellschaften verstanden werden können.

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Details

Titel
Gesellschaft und Gemeinschaft aus soziologischer Perspektive
Untertitel
Welche Konsequenzen ergeben sich aufgrund einer funktionalen Differenzierung für das gemeinschaftliche Zusammenleben der Akteure?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Soziologie)
Autor
Jahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V458157
ISBN (eBook)
9783668898837
ISBN (Buch)
9783668898844
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesellschaft, gemeinschaft, perspektive, welche, konsequenzen, differenzierung, zusammenleben, akteure
Arbeit zitieren
Verena Riemer (Autor), 2018, Gesellschaft und Gemeinschaft aus soziologischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458157

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