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Gesellschaft und Gemeinschaft aus soziologischer Perspektive

Welche Konsequenzen ergeben sich aufgrund einer funktionalen Differenzierung für das gemeinschaftliche Zusammenleben der Akteure?

Title: Gesellschaft und Gemeinschaft aus soziologischer Perspektive

Academic Paper , 2018 , 16 Pages

Autor:in: Verena Riemer (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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In der vorliegenden Hausarbeit wird zuerst ein Einblick in soziologische Gesellschafts- sowie Gemeinschaftstheorien gegeben, um ein Verständnis für die übliche soziologische Verwendung der Begriffe Gesellschaft und Gemeinschaft herzustellen. Daran anschließend werden anhand der Soziologen Armin Nassehi und Niklas Luhmann, Beschreibungen funktionaler Gesellschaft skizziert, welche ein Zusammenleben vieler Individuen auf engem Raum ermöglichen und darüber hinaus auf gesellschaftlicher Ebene vorstrukturieren.

Doch trotz einer beeindruckenden Dynamik und Funktionalität ausdifferenzierter Gesellschaften können auch negative Konsequenzen aus einer funktionalen Differenzierung folgen. Diesbezüglich wird der Fokus im Rahmen dieser Arbeit auf eine immer öfter auftretende Einsamkeit der Menschen, Veränderungen des familiären Zusammenlebens sowie den Rückgang traditioneller Gemeinschaften innerhalb funktional differenzierter Gesellschaften gerichtet sein. Diese Aspekte können als Konsequenzen funktional differenzierter Gesellschaften verstanden werden und weitreichende Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben haben.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziologische Beschreibungen von Gesellschaft und Gemeinschaft

2.1. Ferdinand Tönnies: Theorie der Gemeinschaft und Gesellschaft

2.2. Helmuth Plessner: Die Logik der Diplomatie. Die Hygiene des Taktes

3. Soziologische Beschreibungen einer funktionalen Gesellschaft

3.1. Armin Nassehi: Gesellschaft In: Zehn einführende Vorlesungen

3.2. Niklas Luhmann: Funktional differenzierte Gesellschaft

4. Konsequenzen funktional differenzierter Gesellschaften

4.1. Einsamkeit als Konsequenz funktionaler Differenzierung

4.2. Der Rückgang traditioneller Gemeinschaften

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziologischen Begriffe „Gesellschaft“ und „Gemeinschaft“ und analysiert, welche negativen Folgen eine funktionale Differenzierung der Gesellschaft für das zwischenmenschliche Zusammenleben hat, mit einem besonderen Fokus auf das Phänomen der Einsamkeit und den Wandel familiärer Strukturen.

  • Soziologische Theorien von Tönnies, Plessner, Nassehi und Luhmann
  • Systemtheoretische Grundlagen funktional differenzierter Gesellschaften
  • Einsamkeit als Folge funktionaler Differenzierung im Alter
  • Wandel familiärer Strukturen und Rückgang traditioneller Gemeinschaften
  • Inklusions- und Exklusionsmechanismen moderner Gesellschaftssysteme

Auszug aus dem Buch

3.2. Niklas Luhmann: Funktional differenzierte Gesellschaft

Ausgangspunkt von Niklas Luhmanns Theorie ist, dass „wir die moderne Gesellschaft als funktionale differenzierte Gesellschaft begreifen“ (Luhmann 1999: 743). Hierbei differenziert sich das Gesellschaftssystem fortlaufend aus und bildet so funktionale Teilsysteme, die sich aufeinander beziehen und wechselseitig beobachten. Wichtig ist hierbei, dass ein Mensch mehreren Teilsystemen innerhalb des Gesellschaftssystems gleichzeitig angehört und nicht nur einem einzigen. Somit bildet der Mensch laut Luhmann die Umwelt des Gesellschaftssystems und trägt zur Kommunikation verschiedener Teilsysteme bei (vgl. Luhmann 1999: 744). Nach Luhmann „betont funktionale Differenzierung mithin die Ungleichheit der Funktionssysteme“, da jedes System für ein eigenes Problem ausdifferenziert ist, welches im System erfüllt wird und nicht in der Systemumwelt (Luhmann 1999: 746). Durch die hohe Spezialisierung der einzelnen Funktionssysteme ist es anderen Systemen in Luhmanns Theorie nicht möglich, die Funktion eines fremden Systems zu übernehmen falls dieses ausfällt (vgl. Luhmann 1999: 753). Jeder Mensch, der einem Funktionssystem angehört, erfüllt in diesem, eine spezielle Rolle. So wird ein Kassierer an der Supermarktkasse in seiner Funktion als Kassierer wahrgenommen und nicht als Freund oder alleinerziehender Familienvater, wenn er dies denn wäre. Aufgrund der Zuweisung individueller Funktionen findet eine operative Schließung statt und generiert dadurch autopoetische Systeme innerhalb einer autopoetischen Gesellschaft. So etablieren sich ausdifferenzierte Funktionssysteme in der Gesellschaft dadurch, dass die sich bewähren oder nicht bewähren. Hier führt Luhmann die Bedeutung von binären Codes ein, die ausschließlich in einem bestimmten System verwendet werden, bzw. nur dort aus der systemeigenen Perspektive verstanden werden können und das System weiter nach innen expandieren lassen, also in sich komplexer machen. Erst eine Orientierung an der systeminternen Differenz durch binäre Codes ermöglicht eine Anschlussfähigkeit von Kommunikationen und Operationen, denn wenn sich bestimmte Codes bewähren, kann in ähnlichen Situationen rekursiv auf frühere Kommunikationen zurückgegriffen werden (vgl. Luhmann 1999: 748).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht anhand von Alltagsbeispielen die Vorstrukturierung moderner Gesellschaften und führt in die Fragestellung zur Inklusion und Exklusion von Akteuren ein.

2. Soziologische Beschreibungen von Gesellschaft und Gemeinschaft: In diesem Kapitel werden die theoretischen Fundamente durch Ferdinand Tönnies und Helmuth Plessner gelegt, um die Unterschiede zwischen öffentlichem gesellschaftlichen Leben und privater Gemeinschaft zu klären.

3. Soziologische Beschreibungen einer funktionalen Gesellschaft: Hier werden die systemtheoretischen Ansätze von Armin Nassehi und Niklas Luhmann analysiert, um zu erklären, wie eine Gesellschaft durch funktionale Differenzierung komplex vorstrukturiert wird.

4. Konsequenzen funktional differenzierter Gesellschaften: Dieses Kapitel untersucht die negativen Auswirkungen, insbesondere die Einsamkeit im Alter und den Rückgang traditioneller familiärer sowie gesellschaftlicher Bindungen.

5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die funktionale Beanspruchung der Individuen das gemeinschaftliche Leben oft vernachlässigt und die Gefahr einer unvollständigen Inklusion birgt.

Schlüsselwörter

Gesellschaft, Gemeinschaft, funktionale Differenzierung, Systemtheorie, Inklusion, Exklusion, Einsamkeit, Rollenzuweisung, Funktionssysteme, Strukturwandel, Familiäre Strukturen, Soziologie, Anonymität, soziale Netzwerke.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Gesellschaft und Gemeinschaft unter der Bedingung funktionaler Differenzierung und die daraus resultierenden Konsequenzen für das Individuum.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die soziologische Theoriebildung, systemtheoretische Analysen moderner Gesellschaften, die Entstehung von Einsamkeit und der Wandel familiärer sowie gemeinschaftlicher Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, welche Konsequenzen sich aufgrund der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft für das gemeinschaftliche Zusammenleben der Akteure ergeben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer Theorien sowie der Auswertung qualitativer Studien zur Einsamkeitsforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Tönnies, Plessner, Nassehi, Luhmann) und die empirische Betrachtung von Einsamkeit und dem Rückgang traditioneller Gemeinschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe funktionale Differenzierung, Gesellschaftssystem, Gemeinschaft, Inklusion, Exklusion und soziale Anonymität.

Welche Bedeutung hat Helmuth Plessners Theorie für diese Arbeit?

Plessners Logik der Diplomatie hilft zu verstehen, dass öffentliche Systeme das menschliche Grundbedürfnis nach privater Vergemeinschaftung stören können.

Warum betrachten Schirmer und Michailakis Einsamkeit als ein gesellschaftliches Problem?

Weil Einsamkeit laut ihrer Forschung innerhalb der Gesellschaft durch Rollenverluste und den Verlust sozialer Netzwerke entsteht und somit ein direktes Produkt gesellschaftlicher Strukturen ist.

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Details

Title
Gesellschaft und Gemeinschaft aus soziologischer Perspektive
Subtitle
Welche Konsequenzen ergeben sich aufgrund einer funktionalen Differenzierung für das gemeinschaftliche Zusammenleben der Akteure?
College
LMU Munich  (Institut für Soziologie)
Author
Verena Riemer (Author)
Publication Year
2018
Pages
16
Catalog Number
V458157
ISBN (eBook)
9783668898837
ISBN (Book)
9783668898844
Language
German
Tags
gesellschaft gemeinschaft perspektive welche konsequenzen differenzierung zusammenleben akteure
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Riemer (Author), 2018, Gesellschaft und Gemeinschaft aus soziologischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458157
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