Mein Schwerpunkt liegt vor allem auf der Untersuchung, inwiefern der Beginn eines Studiums und der Auszug aus dem Elternhaus in Verbindung zueinanderstehen. Zählen Studenten eher zu den Nestflüchtern, wie andere junge Erwachsene? Außerdem ist ein Wohnortwechsel ein entscheidender Übergang ins Erwachsenenalter und beinhaltet vielfältige Übergangsprozesse, die ich ebenfalls genauer untersuchen will.
Zum Schluss des Portfolios folgt die Reflexion. In dieser wird nochmal entlang der TZI reflektiert, inwiefern Übergänge von Bedeutung sind. Was wusste ich bereits vor dem Modul über Übergänge? Was habe ich über Übergänge gelernt? Was hat mich überrascht? Was habe ich über meine eigenen Übergänge gelernt? Und was nehme ich für meine zukünftige sozialpädagogische Arbeit mit den Übergängen von Adressaten und Adressatinnen mit? All diese Fragen werden in diesem Portfolio beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Essay: Übergang ins Erwachsenenalter: „Emerging Adulthood“
3. Fallbeschreibung: Nestflüchter- Wohnwechsel aufgrund des Studiums
4. Reflexion
5.Schluss
Zielsetzung & Themen
Das Portfolio untersucht die Bedeutung von Übergängen im Lebenslauf, mit einem besonderen Fokus auf den Prozess der Abnabelung vom Elternhaus („Nestflüchterphänomen“) im Kontext des Studienbeginns und der damit verbundenen Herausforderungen für junge Erwachsene.
- Theoretische Einordnung der Lebensphase „Emerging Adulthood“.
- Analyse des Wohnortwechsels als komplexer Übergangsprozess.
- Empirischer Vergleich von Nestflüchtern und Nesthockern.
- Reflexion eigener Übergangserfahrungen nach dem TZI-Modell.
- Implikationen für die sozialpädagogische Praxis.
Auszug aus dem Buch
3. Fallbeschreibung: Nestflüchter- Wohnwechsel aufgrund des Studiums
Wer heutzutage studieren will, bewirbt sich an ganz unterschiedlichen Hochschulen und Universitäten. Der Standort der Hochschule/ der Universität wird dabei nicht außen vorgelassen. Hier gibt es meist drei unterschiedliche Typen von Studenten. Es gibt die, die unbedingt „Zuhause“ studieren wollen, die die den Standort bei ihrer Entscheidung außen vorlassen und die, denen es hauptsächlich darum geht, mal von zuhause wegzukommen. Ich persönlich gehörte der dritten Gruppe von Studenten an. Als ich mich damals an der Universität Trier beworben hatte, war mein Grundgedanke: Ich will mir jetzt mal ein anderes Bundesland anschauen. Als ich in Trier für Soziologie und Erziehungswissenschaften angenommen wurde, freute ich mich sehr und begann bereits zu planen. Ich beschloss, das erste Semester zunächst abzuwarten, um zu schauen wie ich mit den Studiengängen zurechtkomme. Als ich merkte, dass die Universität Trier die richtige Wahl für mich war, begab ich mich auf Wohnungssuche.
Zunächst wollte ich mit zwei Freundinnen, die ebenfalls in Trier studierten zusammenziehen. Es stellte sich jedoch sehr schnell heraus, dass wir unterschiedliche Auffassungen davon hatten, was Miet- und Unterhaltskosten angeht. Daher beschlossen wir, dass sich jede von uns eine eigene kleine Studentenwohnung zulegt. Ich hielt daher nach sämtlichen Studentenwohnungen in der Nähe des Campus Ausschau und bewarb mich für einige dieser. Nach relativ kurzer Zeit erhielt ich eine Zusage für eine teilmöbilierte Wohnung, direkt in der Wohnanlage Tarforst auf dem Campus I. Sobald ich den Mietvertrag unterschrieben und mich über die Wohnung informiert hatte, begann ich, die restlich benötigten Möbel sowie auch Inventar zusammenzustellen. Ich erhielt von dem Hausmeister den Schlüssel der Wohnung und den Schlüssel für meinen Briefkasten und von diesem Tag an besaß ich meine eigene Wohnung. Mithilfe von Freunden und Verwandten transportierten wir am Tag des Einzuges alle Möbel und auch das ganze Inventar in die Wohnung und begannen alles einzuräumen. Ich war sehr glücklich darüber, weil ich es vor allem genoss, eigenständig und unabhängig zu sein. Jedoch merkte ich sehr schnell, dass mit dem Besitz einer eigenen Wohnung auch ein hoher Grad an Verantwortung miteinhergeht.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Lebensübergänge ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die eigene Erfahrungen mit dem Nestflüchterphänomen reflektiert.
2. Essay: Übergang ins Erwachsenenalter: „Emerging Adulthood“: Der Essay definiert die Lebensphase „Emerging Adulthood“ nach Jeffrey Arnett und diskutiert deren Merkmale, Relevanz sowie Kritikpunkte im Kontext heutiger Jugendforschung.
3. Fallbeschreibung: Nestflüchter- Wohnwechsel aufgrund des Studiums: Die Autorin beschreibt ihren persönlichen Prozess des Auszugs aus dem Elternhaus für das Studium und analysiert diesen entlang der fünf Ebenen von Hurrelmann.
4. Reflexion: Mithilfe des themenzentrierten Interaktions-Dreiecks (TZI) reflektiert die Autorin ihre Erkenntnisse über Übergänge, ihre eigene Biografie und die Konsequenzen für ihr zukünftiges berufliches Handeln.
5.Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Übergänge als zentrales Phänomen intensiver in der sozialpädagogischen Praxis zu behandeln.
Schlüsselwörter
Übergänge, Emerging Adulthood, Nestflüchter, Nesthocker, Sozialpädagogik, Studium, Wohnortwechsel, Identitätsbildung, Abkopplungsprozess, Hurrelmann, TZI, Eigenverantwortung, junges Erwachsenenalter, Lebenslauf, Selbstfindung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den vielfältigen Übergängen, die Menschen im Laufe ihres Lebens bewältigen, und legt dabei einen besonderen Fokus auf den Übergang ins Erwachsenenalter sowie den Wohnortwechsel durch ein Studium.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder sind die Lebensphase „Emerging Adulthood“, der Prozess der Abnabelung vom Elternhaus, die Unterscheidung zwischen Nestflüchtern und Nesthockern sowie die sozialpädagogische Bedeutung dieser Übergänge.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Übergangsprozess eines Wohnortwechsels zu untersuchen, eigene biografische Erfahrungen zu reflektieren und daraus Schlussfolgerungen für die professionelle sozialpädagogische Arbeit zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und eine reflektierende Fallbeschreibung auf Basis des themenzentrierten Interaktions-Dreiecks (TZI).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das Konzept der „Emerging Adulthood“ theoretisch erörtert und anschließend der eigene Umzug für das Studium als Fallbeispiel detailliert analysiert und auf die Ebenen nach Hurrelmann bezogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Übergänge, Nestflüchter, Emerging Adulthood, Sozialpädagogik, Identitätsbildung und Abkopplungsprozess.
Warum wird der Nestflüchter-Aspekt besonders hervorgehoben?
Die Autorin hebt diesen hervor, da in der Literatur meist das „Nesthockerphänomen“ dominiert, während die bewusste Entscheidung zur frühen Selbstständigkeit durch einen Wohnortwechsel bisher weniger erforscht ist.
Welchen Einfluss hat das Studium nach Ansicht der Autorin auf den Auszug?
Das Studium wird als ein wesentlicher Katalysator für das Nestflüchterphänomen identifiziert, da es den jungen Erwachsenen zur Übernahme von Eigenverantwortung zwingt, auch wenn es nicht die alleinige Ursache darstellt.
Welche Bedeutung misst die Autorin der Reflexion bei?
Die Reflexion dient dazu, die theoretisch gelernten Aspekte mit der eigenen Lebensgeschichte zu verknüpfen, um so ein tieferes Verständnis für die komplexe Situation von Adressaten in der Sozialen Arbeit zu entwickeln.
- Quote paper
- Johanna Hoffmann (Author), 2018, Übergänge während des Studiums. Das Nestflüchterphänomen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458199