Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Die PEGIDA-Bewegung im Lichte des Forschungsprojekts von Wilhelm Heitmeyer


Hausarbeit, 2015

29 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Aufgabenstellung der Hausarbeit

Inhaltsverzeichnis

A. Zu Aufgabe
I. Intention des Forschungsprojekts
II. Das Phänomen „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“
1. Forschungsgegenstand „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“
2. Elemente der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit 2
3. Das Syndrom
4. Gemeinsamer Kern der GMF: Die Ideologie der Ungleichwertigkeit
III. Untersuchungs- und Erklärungsansätze des Phänomens GMF
1. Genese des Syndroms Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
2. Objektive Kontextfaktoren und moderierende Faktoren 6
3. Die theoretischen Erklärungsansätze
a) Soziale Desintegration und Relative Deprivation
b) Anomia: ein Gefühl der Orientierungs- und Machtlosigkeit
c) Autoritarismus
d) Ökonomisierung des Sozialen und Orientierung an bindungslosen Flexibilitäten
4. Verhaltensvarianten
IV. Fazit

B. Zu Aufgabe
I. Die PEGIDA-Bewegung
II. Interpretation anhand des Forschungsansatzes
1. Der Einfluss objektiver Kontextfaktoren und subjektiver Wahrnehmung
2. Desintegration und Ökonomisierung des Sozialen
3. Anomia aufgrund subjektiver Wendeerfahrungen
4. Autoritarismus – das Problem systemischer Konditionierung

III. Zusammenfassende Einschätzung zur PEGIDA-Bewegung

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Aufgabenstellung der Hausarbeit

Aufgabe 1

Das Konzept und das Untersuchungsprogramm der „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“, welche Einstellungen, Stereotype und Vorurteile in den Blick nehmen, gehen auf Wilhelm Heitmeyer zurück. Stellen Sie die theoretischen Grundannahmen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit dar.

Aufgabe 2

Aufgabenalternative 2

Werte wie Vielfalt und Toleranz müssen in Gesellschaften immer wieder aktiv erarbeitet werden. Wie lassen sich die Demonstrationen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlan­des“ (PEGIDA) unter Berücksichtigung des Ansatzes der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit einordnen und inter­pretieren?

A. Zu Aufgabe 1

I. Intention des Forschungsprojekts

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“1 Eigentlich sollte dies die höchste Handlungsmaxime für unser gesellschaftliches Zusammenleben darstellen. Lei­der sieht die Realität in unserer Gesellschaft im alltäglichen Umgang mit Men­schen unterschiedlicher Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientie­rung, Geschlechtszugehörigkeit, unterschiedlichen Glaubens oder mit Behin­derung oftmals anders aus.2 Sie ist gekennzeichnet durch Abwertung, Dis­kriminie­rung, Ausgrenzung, Bedrohung bis hin zur Gewalt mit tödlichen Fol­gen, deren Ausgangspunkte oftmals Vorurteile und Stereotypen sind.3 Es han­delt sich um ein weitverbreitetes und ernstzunehmendes Phänomen, das sich schlei­chend ausbreitet.4 Diese Kluft zwischen Verfassungsnorm und Ver­fassungswirklichkeit nahm Heitmeyer zum Anlass, um im Forschungsprojekt „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ (GMF) mögliche Ursachen sowie das bereits bestehende Ausmaß empirisch zu erforschen.5 Die Humanität einer Gesell­schaft zeigt sich laut Heitmeyer gerade in ihrem Umgang mit schwachen Gruppen.6 Abwertungen und Diskriminierungen begegnen uns im Alltag in allen Altersschichten der Bevölkerung, sie sind latent allgegenwärtig und zeigen sich unter dem Deckmäntelchen der trügerischen, gesellschaftlichen Normali­tät.7 Zu Beginn des Forschungsprojekts wurde dem wahren Ausmaß der gesellschaftlichen Veränderung seitens der Politik, Gesellschaft und Presse zu wenig Be­deutung beigemessen.8 Heitmeyer berief sich auf Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der einst darauf hinwies, dass die Wissenschaft eine Bring­schuld habe.9 Er sieht seinen wissenschaftlichen Auftrag in der Störung des Totschweigens dieser unbequemen Wahrheiten durch die Veröffentlichung empirisch nachweisbarer Fakten in der Schriftreihe „Deutsche Zustände“ zur Sensibilisierung der Gesellschaft und der Politik.10

II.Das Phänomen „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“

Zunächst wird der Forschungsgegenstand mit seinen Erscheinungsformen ge­nauer erläutert werden.

1. Forschungsgegenstand „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bezieht sich, wie der Name bereits zu erkennen gibt, auf das Verhältnis zu gesellschaftlich stigmatisierten Gruppen und nicht auf ein individuelles Feindschaftsverhältnis.11 Es wird von einem Phänomen ausgegangen, da bestimmte Personen aufgrund gewählter oder zu­gewiesener Zugehörigkeit zu einer Gruppe als ungleichwertig betrachtet wer­den und sich deshalb feindseligen Mentalitäten wie Abwertungen und Diskri­mi­nierungen ausgesetzt sehen.12 Dies lässt auch das Ausmaß ihrer Spannbreite erahnen, denn es können nicht nur Personen fremder Herkunft Feindseligkeiten erfahren, sondern auch Personen gleicher Herkunft, die aber als abweichend empfunden oder deklariert werden.13

2. Elemente der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit

GMF kann in vielen Facetten auftreten und lässt sich nicht nur auf Rassismus reduzieren. Diese Annahme ist eine Besonderheit des Forschungsansatzes, denn zuvor wurde der öffentliche Fokus lediglich auf Rassismus gelenkt.14 Im Ver­lauf des Forschungsprojekts wurden weitere Facetten aufgedeckt bzw. empi­risch nachgewiesen. Anfangs wurde von sechs Elementen ausgegangen.15 Hier­bei handelte es sich um Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, He­terophobie, Etabliertenvorrechte und Sexismus.16 Nachträglich wurde Islamopho­bie als Unterform der Fremdenfeindlichkeit ergänzt und später in Islamfeind­lichkeit umbenannt.17 Das Element Heterophobie wurde im Jahr 2006 ausdifferen­ziert in die Abwertung von Obdachlosen, Behinderten und Homose­xuellen.18 Ab dem Jahr 2007 wurden auch Ressentiments gegenüber Langzeitar­beitslosen und ab dem Jahr 2011 gegenüber Asylbewerbern sowie Sinti und Roma erfasst, so dass sich am Ende der zehnjährigen Forschungsreihe die gra­fisch dargestellten 12 Elemente herauskristallisiert hatten, deren Intensität, Ur­sachen, Korrelationen und Verläufe empirisch untersucht wurden.19

Abbildung: Das erweiterte Syndrom Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit Heitmeyer 201220

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Das Syndrom

Zu Beginn der Forschungsreihe wurde vermutet, dass Vorurteile gegenüber schwachen Gruppen zusammenhängen, also ein GMF-Syndrom bestehen könnte, in dem alle GMF-Elemente miteinander korrelieren.21 Im Forschungs­verlauf konnte diese innere Verbindung zwischen den Elementen nachgewiesen werden. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass die Kor­relationen un­terschiedlich stark ausgeprägt sind und eine Verstärkung bzw. Ab­schwächung in Folge gesellschaftlicher Bewegungen auftritt, so dass sie sich je nach wirt­schaftlicher oder politischer Lage in die eine oder andere Richtung entwickeln können.22 Aus den Forschungsergebnissen konnte abgeleitet werden, welche Gruppen aufgrund welcher Vorurteile, wann und von wem besonders abgewer­tet wurden und dass sich Veränderungen der sozialen Rahmenbedingun­gen in den Einstellungen der Bevölkerung niederschlagen.23 Aus dem Syndrom lässt sich somit ein grundsätzlicher Zusammenhang zwi­schen menschenfeind­lichen Einstellungen ableiten. Wer also Ressentiments gegenüber Muslimen hegt, wird auch anderen Minderheiten wie etwa jüdischen, obdachlosen oder homosexuel­len Menschen sowie Frauen nicht vorbehaltlos begegnen können bzw. ist anfäl­liger für rassistische Parolen oder pocht gegen­über Schwächeren auf seine Vor­rechte als Etablierter.24 Unterschiedliche Korrelationsgrade zeigten sich bspw. einerseits zwischen Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie, bei denen eine be­sonders starke Korrelation besteht, und andererseits, mit einer deutlich schwä­cheren Ausprägung, zwischen Heteropho­bie und Rassismus.25 Der Einfluss der Finanz- und Wirtschaftskrise zeigte sich im Jahr 2009 in einer signifikanten Zu­nahme der GMF; den höchsten Zuwachs verzeichnete die Fremdenfeindlichkeit aufgrund des stärker empfundenen Kon­kurrenzdrucks durch die Zuwan­derung.26

4. Gemeinsamer Kern der GMF: Die Ideologie der Ungleichwertigkeit

Als gemeinsamer Kern des Syndroms wurde die Ideologie der Ungleichwertig­keit analysiert.27 Grundsätzlich zeichnet sich eine demokratische und humane Gesellschaftsatmosphäre gerade durch den Gleichwertigkeitsgedanken und die Sicherung der physischen und psychischen Unversehrtheit aller Menschen aus.28 Dass Gleichheit die Grundbedingung für Freiheit ist, dieser prägende Ge­danke stellt eine Errungenschaft der Aufklärung dar.29 Jeder hat dieselben Rechte, so postuliert bereits Art. 3 GG: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. […] Nie­mand darf we­gen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, sei­ner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauung […] seiner Behinderung be­nachteiligt“ bzw. „bevor­zugt werden“. Eine solche Grundrechtsnorm kann jedoch nicht davor schützen, dass konträre Ideologien herausgebildet und ver­breitet werden, die ihren Geltungsanspruch a priori erlangen und somit ihre umständliche Rechtfertigung entbehrlich machen, da sie als unumstößliche Wahrheit geglaubt werden.30 Laut Heitmeyer handelt es sich bei einer Ideologie um ein „System von Begriffen und damit verbundenen Überzeugungen, die der Durchsetzung von Machtinteressen bzw. der Konservierung von Hierarchien und sozialer Überlegenheit dienen“, so dass die gesellschaftliche Funktion einer Ideologie im „Absichern, Legitimieren, Aufwerten und Abwerten“ besteht.31 Nach Werner Hofmann ist sie Ausdruck der Interessen des überlegenen Teils der Gesellschaft.32 Auch die GMF-Ele­mente erfüllen eine soziale Funktion und zwar die der Selbstaufwertung durch die Abwertung anderer, vermeintlich Schwächerer oder Andersartiger.33 Es gibt verschiedene Formen von Ideolo­gien. Die Rechtfertigungsideologie versucht einen Status Quo zu legitimieren, z. B. dass der Kapitalismus auch zukünftig die beste Form des Zusammenlebens von Menschen ist, oder die Verschleierungsideologie, die von tatsächlichen Problemen und Ursachen ablenken will, indem sie Vorurteile gegen bestimmte Gruppen aufgrund zugeschriebener Eigenschaften als Mittel zum Zweck zum Einsatz bringt.34 Bestes Beispiel ist die Stigmatisierung schwacher Gruppen durch die Verwendung negativer Stereotypen wie bspw. vom „faulen Arbeits­losen“, vom „Ausländer, der den Sozialstaat belastet“, vom „unvermittelbaren Arbeitslosen“ oder durch Metaphern wie die des „Wohlstandsmülls“, welche als bildhaftes Gleichnis für die Gruppe der Arbeitslosen verwendet wird.35 Solche Ideologien werden also zur Legitimierung von Ausgrenzung und Gewalt, zur Verteidigung der eigenen Privilegien eingesetzt.36 Diese Verletzung von Integrität und be­wusste Betonung der Ungleichwertigkeit und Dehumani­sierung ist Ausdruck von Menschenfeindlichkeit.37 Weiterhin zeigt sich die Ver­weigerung der Anerken­nung der Gleichwertigkeit in Einstellungen oder Ge­fühlen, die sich in der Beto­nung und Verabsolutierung des „Eigenen“ und des „Fremden“ bzw. der „In­group“ und der „Outgroup“ ausdrücken.38 Außerdem zeigt sie sich durch utilita­ristische Überlegungen und deren Verabsolutierung, indem zwi­schen „nützlichen“ und „ausnutzenden“ Ausländern oder zwischen „Leistungsstarken“ und „Entbehr­lichen“, „Wirtschafts-flüchtlingen“ und „Kriegsflüchtlingen“ differenziert wird.39 All dies wird in der Gesellschaft jedoch nicht als Unrecht wahrgenom­men, sondern aufgrund der „etablierten Ideologien“ als gerechtfer­tigte Einstel­lung, die a priori gefährlicherweise als Normalität emp­funden wird. Heitmeyer bezeichnet „die Transformation der eigenen Ungleichheit in die Ab­wertung anderer mithilfe spezifi­scher Kriterien der Ungleichwertigkeit [als] Instrument der Ohnmächtigen“40, um so die eigene Unterlegen­heit in Überlegen­heit zu wandeln.41 Somit sind solche Ideologien eine entschei­dende Ursache für die Entstehung und Ausbreitung von GMF.

III. Untersuchungs- und Erklärungsansätze des Phänomens GMF

Die Untersuchungskonzeption sah eine möglichst breit und vielschichtig ange­legte Untersuchung der Einstellungen der Bevölkerung vor. Es wurde nicht mehr zwi­schen den brutalen Rechtsextremisten und der angeblich humanen Bevöl­kerung differenziert, da bereits große Teile der Bevölkerung an der Ab­wertung und Diskriminierung schwacher Gruppen im Alltag beteiligt waren und so als „nützliche Legitimationsverschaffer“ für Gewalttäterinnen oder Gewalt­täter ihren Anteil am Ausmaß von GMF beitrugen.42 Ziel des Projekts war die Erstel­lung einer ganzheitlichen Genese des gesellschaftlichen Zustands über ein Jahr­zehnt hinweg im Hinblick auf die Entwicklung des GMF-Phänomens.43 Die Ursachenanalyse basierte auf einer jährlich repräsentativen Datenerhebung mittels Telefonbefragung durch geschulte Interviewerinnen und Inter­viewer des Sozialforschungsinstituts NFO Infratest, die per systematischer Zufallsauswahl Personen der deutschsprachigen Bevölkerung zu ihren Einstellungen gegenüber als andersartig empfundenen Per­sonen oder Gruppen befragten.44 Im ersten GMF-Survey 2002 wurden bspw. 3000 Personen, im Alter von 16 bis 97 Jahren (55,1 % Frauen und 44,9 % Männer), die sowohl aus dem Osten als auch aus dem Westen Deutschlands stammten, befragt.45

1. Genese des Syndroms Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Die vollständige Genese des GMF-Syndroms umfasste letztendlich neben der jährlichen Datenerhebung, die objektiven Kontextbedingungen der jeweils be­fragten Person, die theoretischen Erklärungshypothesen mit ihren eigenstän­digen Analysekonzeptionen sowie die Erforschung möglicher mode­rierender Elemente, durch die die einzelnen Faktoren verstärkt oder abgeschwächt werden können.46 Darüber hinaus wurden mögliche Verhaltensintentionen der GMF wie Diskriminierungs- und Gewaltbereitschaft erforscht.

2. Objektive Kontextfaktoren und moderierende Faktoren

Entscheidend für eine forschungsansatzorientierte Bewertung der in den jewei­ligen GMF-Surveys erhobenen Daten und ihrer empirisch fundierten Ursa­chenanalyse ist die Einordnung der jeweils antwortenden Personen in ihren sozialen, wirtschaftlichen, emotionalen und politischen Bezugskontext.47 Hier­für wurden objektive Kontextfaktoren, die sich in Makro-, Meso- und Mikro­daten untergliedern, konzeptionell ausgewählt. Einen wichtigen Einflussfaktor aus dem Makrokontext der jeweils befragten Person stellt bspw. das soziale Umfeld in deren Wohnregion dar; hierfür sind Angaben wie Ausländeranteil, Arbeitslosenquote oder das politische Umfeld, wie etwa der Anteil an rechtsext­remen Wählern, maßgeblich. Weitere Relevanz besitzen der jeweilige Mikro­kontext, d. h. die individuelle soziale Lage bzw. Lebensbedingungen und der Mesokontext, dem z. B. die Bezugsgruppenorientierung oder mögliche Kontakt- und Alltagserfahrungen mit Menschen fremder Herkunft zugeordnet werden.48 Es ließ sich bspw. nachweisen, dass Alltagserfahrungen mit Ausländern einen positiven Einfluss auf die Toleranz ihnen gegenüber haben, während in Gegen­den mit einem geringen Ausländeranteil größere Ressentiments vorzufinden sind.49 Auch können sich Alter, Geschlecht, sozialer Status oder Bildung mo­derierend auf die Ausprägung von GMF auswirken. Bei Frauen zeigten sich bspw. signifikant höhere Werte in der Ausprägung der GMF-Elemente Rassis­mus und Fremdenfeindlichkeit als bei Männern; mögliche Ursachen wie Des­integration und soziale Abstiegsängste werden nachfolgend näher erläutert.50 Entscheidenden Einfluss auf die Entstehung und Ausprägung von GMF hat das subjektive Element, das allen Erklärungsansätzen innewohnt, das individuelle Wahrnehmungsergebnis und die existenzielle Bedrohung durch gesellschaft­liche und politische Krisen, deren Verarbeitung sowie die daraus resultierende individuelle Zukunftsprognose. So ist die Angst vor dem sozialen Abstieg ur­sächlich für das Entstehen von GMF, dies ließ sich anhand empirischer Befunde nachweisen.51 Krisen wie der 11. September 2001 oder die Finanz- und Wirt­schaftskrise 2008 befeuerten die krisenbedingte Gleichwertigkeitskündigung.52

3. Die theoretischen Erklärungsansätze

Die Bedeutung der biografischen Erfahrungen, deren subjektive Verarbeitung und die generalisierten Einstellungen der befragten Personen fanden im Unter­suchungskonzept Berücksichtigung und flossen in die sozialwissenschaftlichen und sozialpsychologischen Erklärungsansätze ein. Die einzelnen, theoretischen Annahmen wurden zwar einzeln verifiziert, ihre Auswirkung bzw. ihr Einfluss auf die Entstehung von GMF resultiert jedoch aus dem Zusammenwirken aller Einzelannahmen des Untersuchungsprojekts.

[...]


1 Vgl. Art. 1 GG, vgl. Heitmeyer, Vorwort, DZ, Folge 1, S. 10.

2 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 15.

3 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 15.

4 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 15; Heitmeyer, Bilanz, DZ, Folge 10, S. 323.

5 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 15.

6 Heitmeyer, DZ, Folge 3, S. 13.

7 Heitmeyer, Bilanz, DZ, Folge 10, S. 321, 322; vgl. Ausführungen zu Forschungs- und Transferstelle Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit abgerufen unter: http://www.uni-bielefeld.de/ikg/Fachstellen/GMF/index.htm (Stand 18.08.2015).

8 Heitmeyer, Bilanz, DZ, Folge 10, 321, 322.

9 Heitmeyer, Bilanz, DZ, Folge 10; 322, 323; Schmidt, Verantwortung der Forschung im 21. Jahrhundert, Rn. 6.

10 Heitmeyer, Bilanz, DZ, Folge 10; 322, 323.

11 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 19.

12 Heitmeyer / Mansel, DZ, Folge 6, S. 18, 19.

13 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 19.

14 Heitmeyer, Vorwort, DZ, Folge 10, S. 9.

15 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 19.

16 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 20.

17 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 23; Leibold/Kühnel, DZ, Folge 2, S. 114.

18 Heitmeyer, Vorwort, DZ, Folge 10, S. 10.

19 Heitmeyer, GMF im entsicherten Jahrzehnt, DZ, Folge 10, S. 17.

20 Abbildung aus Heitmeyer, GMF im entsicherten Jahrzehnt, DZ, Folge 10, S. 17.

21 Heitmeyer, GMF im entsicherten Jahrzehnt, DZ, Folge 10, S. 15.

22 Kahane, DZ, Folge 10, S. 298.

23 Kahane, DZ, Folge 10, S. 298.

24 Kahane, DZ, Folge 10, S. 301.

25 Heitmeyer, DZ, Folge 2, S. 18.

26 Zick/Lobitz/Gross, DZ, Folge 8, S. 81.

27 Vgl. Forschungs- und Transferstelle Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Das GMF-Syndrom, {http://www.uni-bielefeld.de/ikg/Fachstelle/GMF}(18.08.2015).

28 Heitmeyer, GMF im entsicherten Jahrzehnt, DZ, Folge 10, S. 15.

29 Heitmeyer, DZ, Folge 6, S. 36.

30 Heitmeyer, DZ, Folge 6, S. 38.

31 Heitmeyer, DZ, Folge 6, S. 37, Hofmann, Wissenschaft und Ideologie, S. 94.

32 Heitmeyer, DZ, Folge 6, S. 37, Hofmann, Wissenschaft und Ideologie, S. 95.

33 Vgl. Forschungs- und Transferstelle Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, {http://www.uni-bielefeld.de/ikg/Fachstellen/GMF/index.htm}(18.08.2015).

34 Heitmeyer, DZ, Folge 6, S. 37.

35 Heitmeyer, DZ, Folge 6, S. 40; Heitmeyer, DZ, Folge 9, S. 21.

36 Heitmeyer, DZ, Folge 9, S. 21.

37 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 17.

38 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 17.

39 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 17.

40 Heitmeyer, DZ, Folge 6, S. 41.

41 Heitmeyer, DZ, Folge 6, S. 41.

42 Heitmeyer, Bilanz, DZ, Folge 10, S. 322.

43 Heitmeyer, GMF im entsicherten Jahrzehnt, DZ, Folge 10, S. 16, 17.

44 Heitmeyer, DZ, Folge 1, S. 22, 30

45 Heitmeyer, DZ, Folge 1, S. 31.

46 Heitmeyer, DZ, Folge 3, S. 16.

47 Heitmeyer, Theoretische Konzeption, DZ, Folge 1, S. 27

48 Heitmeyer, Vorwort, DZ, Folge 10, S. 10.

49 Wagner/van Dick/Endrikat, DZ, Folge 1, S. 99.

50 Heitmeyer, Das Untersuchungskonzept, DZ, Folge 1, S. 27.

51 Hüpping/Reinecke, DZ, Folge 5, S. 79.

52 Zick/Lobitz/Gross, DZ, Folge 8, S. 72, 83 – 85.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Die PEGIDA-Bewegung im Lichte des Forschungsprojekts von Wilhelm Heitmeyer
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Rechtswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Master of Laws
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
29
Katalognummer
V458241
ISBN (eBook)
9783668881907
ISBN (Buch)
9783668881914
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Stereotype, Vorurteile, Diskriminierung, Abwertung, Ideologie, PEGIDA, Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes, Desintegration, Wendeerfahrung, Etabliertenvorrechte, Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, "Deutsche Zutände"
Arbeit zitieren
Anja Schütz (Autor), 2015, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Die PEGIDA-Bewegung im Lichte des Forschungsprojekts von Wilhelm Heitmeyer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458241

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