Entstehung und Bedeutung einer Unternehmenskultur

Ihre Auswirkungen auf Mitarbeiter und Unternehmenserfolg


Hausarbeit, 2014
17 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung und Vorgehensweise der Arbeit

2. Bedeutung einer Unternehmenskultur
2.2 Die (Unternehmens)Kultur- Definitionen
2.3 Das kulturelle Eisbergmodell
2.3 Auswirkung der Unternehmenskultur
2.3.1 auf die Mitarbeiter
2.3.2 auf den Unternehmenserfolg

3. Entstehung einer Unternehmenskultur
3.1 Beginn einer Unternehmenskultur und Einfluss der Unternehmensgründer
3.2 Das Phasenmodell von Sackmann
3.3 Unternehmenskultur ist Führungssache
3.5 Unternehmenskultur als strategische Personalpolitik

4. Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das kulturelle Eisbergmodell

1.Einführung und Vorgehensweise der Arbeit

Zu Beginn der 80er Jahren traf der s.g. „Japan-Schock“ die führende Industrienation USA. Niemand konnte sich damals den rasanten Aufstieg der japanischen Wirtschaft erklären. Zweifel über die herkömmliche amerikanische Managementmethode kamen auf, sodass Manager und Wirtschaftspolitiker massenweise nach Japan pilgerten, um deren wirtschaftliches Handeln und den Erfolg zu analysieren. Dabei kam es zu einer unerwarteten Erkenntnis: Nicht nur sogenannte „harte Faktoren“, sondern auch „weiche Faktoren“ sind entscheidend für den Unternehmenserfolg. Dazu gehören u.a. Werte, Loyalität zum Unternehmen und zueinander, Motivation und Identifikation. Japanische Mitarbeiter waren zudem meist ihr gesamtes Arbeitsleben in einem Unternehmen beschäftigt, wodurch der Zusammenhalt gestärkt wurde und das Unternehmen mit der Zeit einen „eigenen Charakter“ bekam. Deutlich wurde, dass diese Aspekte einen großen Einfluss auf die Produktivität und die Entwicklung eines Unternehmens haben.1

Mittlerweile ist die Erkenntnis, dass eine gute Unternehmenskultur von höchster (wirtschaftlicher) Bedeutung ist, um wettbewerbsfähig zu sein, in den meisten Unternehmen angekommen. Es gilt der Unternehmenskultur Raum zur Entwicklung zu geben und zu fördern.2

In dieser Arbeit werden die begrifflichen Grundlagen der Unternehmenskultur geklärt, die Bedeutung für alle Beteiligten aufgezeigt und verschiedene Sichtweisen der Entstehung betrachtet. Zunächst erfolgt eine Erläuterung der Begrifflichkeiten der Kultur im Allgemeinen, und der Unternehmenskultur im Besonderen. Im Anschluss wird das Modell des kulturellen Eisberges beschrieben und dadurch eine Vorstellung davon vermittelt, was eine Unternehmenskultur ausmacht und welche Aspekte sie umfasst und beeinflusst. Weiterführend wird der Einfluss und die Bedeutung der Unternehmenskultur in Bezug auf die Mitarbeiter und den Unternehmenserfolg vertiefend dargestellt.

Im dritten Teil der Arbeit wird die Entstehung und die Entwicklung einer Kultur in einem Unternehmen thematisiert und verschiedene Einflussfaktoren analysiert. Dabei wird zunächst dargestellt, wie sich eine Kultur „natürlich“ entwickelt und welche Faktoren dabei wegweisend sind. Im weiteren Verlauf wird aufgezeigt, wie wichtig der Faktor Führung zur Gestaltung einer positiven und motivierenden Unternehmenskultur ist und wie man die Kultur aktiv managen kann.

Im letzten Teil wird die Arbeit und die Ergebnisse zusammengefasst.

2. Bedeutung einer Unternehmenskultur

2.2 Die (Unternehmens)Kultur- Definitionen

Eine Kultur kann sich sowohl auf eine gesamte Gesellschaft, als auch auf einen eingegrenzten, definierten Bereich beschränken, bzw. in Ihr entwickeln. Dieser Bereich kann u.a. ein Unternehmen sein. Kultur lässt sich, je nach Sichtweise, sehrt unterschiedlich definieren. In Bezug auf die Kultur in einem Unternehmen steht diese jedoch stets in Zusammenhang mit den kollektiven, grundsätzlichen Überzeugungen der Belegschaft.

Kultur:

Der Begriff Kultur ist abgeleitet von dem lateinischen Verb colere, dass zahleiche Bedeutungen, wie beispielsweise „hegen“, „pflegen“, „verehren“ „den Acker bestellen“ oder „beschützen“, hat. Kultur ist alles das, was durch das Handeln des Menschen gestaltet, geschaffen und verändert wurde. Kultur ist sowohl das Gegenteil von Natur, die im Gegensatz vom Menschen unverändert ist, als auch das Produkt aus der Umwandlung eben dieser Natur und ihren Ressourcen. Kunstleistungen sind formende Umgestaltungen u.a. in der bildenden Kunst, dem Gebäudebau und der Infrastruktur, aber auch geistige Erzeugnisse wie etwa Wissenschaft, Religion, Wertvorstellungen und Rechtsformen. Kultur ist nicht immer von einem Individuum an sich selber oder seiner Umwelt vorgenommen, sondern kann sich auch scheinbar selbstständig entwickeln oder durch andere eingeführt werden, z.B. durch den Staat oder die Unternehmensleitung.3

Kultur ist insbesondere auch ein soziales und ein Gruppenphänomen.4 Dort wo Menschen längere Zeit zusammen leben und agieren entwickeln sich aus dem zwischenmenschlichen Zusammenwirken formale Regeln, informelle Normen, Rituale, Werte und gestaltete Gebilde. Der Begriff bezieht sich ebenfalls auf das kollektive Denken, Handeln und Empfinden und Vorstellungen. Kultur kann sich dabei sowohl auf eine größere Gemeinschaft, z.B. ein Land, als auch auf einzelne Gruppen wie die Familie, Verbände oder Unternehmen beziehen.5

Schein, der als Mitgründer der Organisationspsychologie und der Organisationsentwicklung gilt6, definiert Kultur als „die Summe der Lösungen, die eine Gruppe in einem evolutionären Prozess entdeckt oder durch Lernprozesse entwickelt hat für die Anpassung an externe Einflüsse und der internen Integration. Diese Lösungen haben sich im Laufe der Zeit so gut bewährt, dass sie inzwischen als die richtige Art des Wahrnehmens, des Denkens, Fühlens und Handelns weitergegeben werden können.“7

Diese Definition ist insbesondere auch auf die Unternehmenskultur anzuwenden.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Kultur aus verschiedenen Sichtweisen eine unterschiedliche Bedeutung bekommt. Kultur bezieht sich zum einen auf den Prozess der bildenden Gestaltung und der Umwandlung der Natur, zum anderen auf das Verhalten, das Denken und die Annahmen von „Richtig und Falsch“ von Menschen innerhalb einer Gruppe oder einer Gemeinschaft. Diese Annahmen wachsen mit der Bewährung von Entscheidungen, die getroffen wurden.

Unternehmenskultur:

In der modernen Betriebswirtschafts- und Managementlehre wird der Begriff seit den 80er Jahren verwendet. Jedes Unternehmen, unabhängig von seinem Erfolg, Größe oder sonstigen Faktoren, hat eine eigene Kultur. Den Grundstein einer jeden Unternehmenskultur bilden die gemeinsamen, grundlegenden Überzeugungen der Mitarbeiter und der Führung, die das Denken, Empfingen und Verhalten lenken und die typisch für das Unternehmen bzw. einzelne Gruppen oder Teams innerhalb des Unternehmens sind. Diese grundlegenden Überzeugungen können sich verbal oder non- verbal äußern, beispielsweise durch die Art der Anrede und des Umgangs miteinander, den Kleidungsstil, die Serviceleistungen oder die Instrumente.8

Die Unternehmenskultur ist ein lebendiges Phänomen, das zwar in großen Unternehmen häufig schriftlich festgehalten ist, in der Praxis jedoch abweichend und dynamisch gelebt wird. Die Unternehmenskultur ist in diesem Verständnis ein von allen Mitarbeitern anerkanntes und verinnerlichtes Werte- und Zielsystem des Unternehmens.9 Wie bereits erwähnt, kann sie eine Kultur auf größere und kleinere Bereiche und Gruppen beziehen. Entscheidend bei der Unternehmenskultur ist, dass Sie sowohl durch das Zusammenwirken und die Erfahrungen der Mitarbeiter entsteht, als auch durch die Führung und das Management aktiv gestaltet und als strategisches Instrument eingesetzt werden kann.

Der Begriff Unternehmenskultur impliziert, dass das gesamte Unternehmen eine Kultur hat, bzw. ist. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass ab einer bestimmten Größe die Unterschiede in den einzelnen Untergruppen deutlich werden. Zwar ist erkennbar, dass die übergeordnete Unternehmenskultur die einzelnen Untergruppen prägen, dennoch entwickeln sich im Laufe der Zeit Subkulturen, deren Ausrichtung teilweise sogar im Konflikt zueinander stehen. Das ergibt sich teilweise zwangsläufig, aufgrund der ihrer Ausrichtung, wie beispielsweise die Kultur des oberen Managements und dem Betriebsrat.10

2.3 Das kulturelle Eisbergmodell

Aufbauend auf die 3 Ebenen der Kultur nach Schein (Artefakte, Bekundete Werte, Grundprämissen) hat die Psychologin Sonja Sackmann ein Modell entwickelt, dass sehr anschaulich die Kultur eines Unternehmen darstellen. Darin wird die Kultur mit dem Aufbau eines Eisberges verglichen. Dieses Modell in Abbildung 1 verdeutlicht den Zusammenhang zwischen den sichtbaren und leicht zu erkennbaren Aspekte und den unsichtbaren grundlegenden Überzeugungen, die eine Unternehmenskultur ausmachen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: das kulturelle Eisbergmodell, Quelle: in Anlehnung an Sackmann, S (2002) S. 27

Die Ebene der Manifestation schließt alle Phänomene ein, die man sieht, hört und fühlt, wenn man einer neuen Gruppe mit unbekannter Kultur begegnet. Diese Artefakte sind für jeden zugänglich und somit leicht wahrzunehmen und zu erkennen. Solche Manifestationen können z.B. Geschäftsberichte, Organigramme, schriftlich fixierte Richtlinien und Leitbilder, aber auch Kleidung und die Gestaltung von Büroräumen und sonstigen Arbeitsstätten sein. Auch die genutzte Technologie und Produkte machen diese Ebene aus. Zum verbalen Verhalten gehören die Sprache, der Sprachstil, der Humor und die Geschichten, die über das Unternehmen erzählt werden. Zeremonien, Rituale, sowie der Umgang miteinander gehören zum nonverbalen Verhalten. Von besonderer Bedeutung sind auch Symbole, die zwar sichtbar sind, jedoch oft eine nicht sofort erkennbare Bedeutung haben und somit auch „unterhalb des Wassers“ liegen.11

Der weitaus Größere Teil der Unternehmenskultur, bzw. des Eisberges liegt unterhalb des Wasserspiegels, sprich im Verborgenen. Diesen größeren Teil bilden die grundlegenden Überzeugungen. Diese sind von den Menschen verinnerlicht und daher nicht sichtbar. Grundlegend bedeutet, dass sie, sobald sie einmal festgesetzt wurden, nichtmehr veränderbar oder erklärbar sind. Diese Überzeugungen erstrecken sich auf alle Bereiche: Die Überzeugung, wie man miteinander umgeht, welche Strategie wie verfolgt wird, auf das was „richtig oder falsch“ ist, wie man nach außen wirken will, wie man mit Veränderungen umgeht und so weiter.

[...]


1 Vgl. Wever, U. (1989), S.98f.

2 Vgl. Briam, K. (1995), S. 7ff .

3 Vgl. Eagleton, T. (2001), S. 7ff.

4 Wever, U. (1989), S. 35.

5 Vgl. von Rosenstiel, Lutz (2009), S. 27f.

6 Vgl. Handelsblatt Management Bibliothek, Band 3 (2005), S. 180.

7 Schein, E. (1985), S. 9.

8 Vgl. Sackmann, S. (2004), S. 23ff.

9 Vgl. Simon, H. (1990), S. 3.

10 Schein, E. (1995), S. 27.

11 Vgl. Schein, E. (1995) S.29 ff ; Sackmann, S. (2004), S. 25

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Entstehung und Bedeutung einer Unternehmenskultur
Untertitel
Ihre Auswirkungen auf Mitarbeiter und Unternehmenserfolg
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Bochum Standort besteht nicht mehr
Note
1,7
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V458648
ISBN (eBook)
9783668899131
ISBN (Buch)
9783668899148
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmenskultur Führung Management culture, Strategie Personalführung Phasenmodell, Personal, Kultur Mitarbeitermotivation
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Entstehung und Bedeutung einer Unternehmenskultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458648

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Entstehung und Bedeutung einer Unternehmenskultur


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden