Die Zielsetzung dieser Hausarbeit ist es, "Beyond Budgeting" als Alternative zur traditionellen Budgetierung umfassend zu beschreiben, analysieren und kritisch zu betrachten. Letztendlich soll festgestellt werden, ob eine radikale Abkehr von Budgets wirklich ein Reformansatz zur traditionellen Budgetierung ist.
Um dem Leser den Einstieg in die Thematik zu erleichtern wird im zweiten Abschnitt auf Charakteristika sowie Kritikpunkte der traditionellen Budgetierung eingegangen. In diesem Kontext sowie zur Einleitung des Beyond Budgetings wird ebenfalls das Better Budgeting-Konzept diskutiert, das als weniger radikaler Lösungsansatz gilt. Als Kernpunkt der Zielsetzung dieser Hausarbeit wird im dritten Abschnitt auf den Beyond Budgeting-Ansatz eingegangen. Nach einer kurzen generellen Beschreibung des Ursprungs, der Entwicklung sowie der Ziele wird explizit auf die zwölf Grundprinzipien des Modells eingegangen, diese jeweils einzeln beschrieben und im Vergleich zur traditionellen Budgetierung gesetzt.
Unser heutiges Zeitalter ist geprägt durch kontinuierliche technische Entwicklungen, Globalisierung, Deregulierung sowie Digitalisierung in der Wirtschaft als auch in der Gesellschaft. Insbesondere die Unternehmenssteuerung muss sich auf dynamischere Märkte und ein sich veränderndes Wettbewerbsumfeld mit steigender und stärkerer (internationaler) Konkurrenz einstellen.
Im Rahmen der Budgetierung kommt dem Controlling, das von vielen als das Rückgrat der Unternehmenssteuerung angesehen wird, eine zentrale Aufgabe zu. Im Hinblick auf das beschriebene Wirtschaftsszenario ist ein zielgerichtetes, effektives und vor allem flexibles Controlling essentiell, um den gegenwärtigen sowie zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden. Die Herausforderungen werden sich insbesondere auf die Planungs- und Steuerungsinstrumente, die klassischen Kernelemente des Controllings, auswirken. Der traditionelle Budgetierungsprozess erntet besonders in Anbetracht der aktuellen globalen Wirtschaftssituation vielfältige Kritik, sowohl aus der Praxis als auch aus der Wissenschaft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Traditionelle Budgetierung
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Planung
2.1.2 Budget
2.1.3 Budgetierung
2.2 Aufgaben der Budgetierung
2.3 Traditioneller Budgetierungsprozess
2.4 Kritikpunkte der traditionellen Budgetierung
2.5 Better Budgeting – Weiterentwicklung der traditionellen Budgetierung
3. Beyond Budgeting
3.1 Ursprung und Entwicklung
3.2 Ziele
3.3 Eigenschaften und Prinzipien der budgetlosen Unternehmensführung
3.3.1 Adaptive Managementprozesse
3.3.2 Radikale Dezentralisierung
3.4 Kritische Betrachtung
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Beyond Budgeting als Alternative zur traditionellen Budgetierung, um zu klären, ob eine radikale Abkehr von Budgets einen sinnvollen Reformansatz darstellt. Dabei werden die Defizite der klassischen Budgetierung analysiert und das Beyond Budgeting-Modell inklusive seiner zwölf Grundprinzipien kritisch bewertet.
- Kritik an traditionellen Budgetierungsprozessen
- Weiterentwicklung durch Better Budgeting
- Theoretische Grundlagen des Beyond Budgeting
- Adaptive Managementprozesse und radikale Dezentralisierung
- Herausforderungen bei der Implementierung
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Adaptive Managementprozesse
Die Prinzipien adaptiver Managementprozesse basieren nicht wie die traditionelle Budgetierung auf fixen Leistungsvereinbarungen (fixe Ziele und Pläne), sondern beinhalten eine Marktorientierung des Unternehmens mit fortlaufenden Anpassungen an dynamische Kundenanforderungen. Dies soll vor allem durch das Setzen anspruchsvoller Zielsetzungen, die Reduktion von Manipulationen, die Verringerung von Ressourcenverschwendung und einem verbesserten Kundenservice geschehen. Im Folgenden werden die sechs Prinzipien adaptiver Managementprozesse erläutert:
1. Zieldefinition: Der Zielsetzungsprozess basiert beim Beyond Budgeting auf relativen Leistungsvereinbarungen, nicht auf fixen Budgetzielen wie bei der traditionellen Budgetierung. Es werden ambitionierte, mittel- bis langfristige, relative Ziele erarbeitet, die entweder in Relation zu externen Benchmarks (branchenbezogene Best-in-Class-Kennzahlen wie Kapitalrendite und Umsatzrendite) oder auf einem Leistungsvergleich zu internen Vergleichsgruppen beruhen (basierend auf Key Performance Indikatoren (KPI)). Die Ziele werden im Rahmen eines jährlich rollierenden Prozesses fortlaufend angepasst.
2. Motivation und Vergütung: Der Beyond Budgeting-Ansatz setzt auf eine teamorientierte Leistungsbeurteilung, wodurch die Kommunikation und die Zusammenarbeit zur Zielerreichung gefördert werden. Die Leistungsmessung erfolgt anhand relativer KPIs und Benchmarks, welche die Leistung des jeweiligen Teams in Relation zum Wettbewerb oder zur Vorperiode setzt. Der Motivations- und Vergütungsprozess erfolgt im Nachhinein, die Hürde und die Höhe der Bonuszahlung ist somit nicht schon zu Beginn des Geschäftsjahres bekannt. Dadurch sollen den Manipulationen und dem dysfunktionalen Verhalten entgegengewirkt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Marktdynamik und die damit einhergehende Kritik an traditionellen, unflexiblen Budgetierungsprozessen als Grundlage für alternative Ansätze.
2. Traditionelle Budgetierung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Budgetierung, erläutert deren Aufgaben und den klassischen Prozess, bevor es die wesentlichen strategischen, verhaltensbezogenen und informationstechnischen Defizite aufzeigt.
3. Beyond Budgeting: Hier werden der Ursprung, die Ziele und die zwölf Grundprinzipien des Beyond Budgeting-Modells detailliert beschrieben, wobei zwischen adaptiven Managementprozessen und radikaler Dezentralisierung unterschieden wird.
4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung, die festhält, dass Beyond Budgeting keine pauschale Lösung ist, sondern eine unternehmensspezifische Entscheidung unter Berücksichtigung von Kosten und Nutzen erfordert.
Schlüsselwörter
Beyond Budgeting, Traditionelle Budgetierung, Controlling, Unternehmenssteuerung, Adaptive Managementprozesse, Radikale Dezentralisierung, Leistungsvereinbarungen, Fixe Budgets, Performance Management, Benchmarking, Budgetierungsprozess, Better Budgeting, Unternehmensstrategie, Ressourcenmanagement, Kennzahlen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Beyond Budgeting als radikale Alternative zur traditionellen Budgetierung in der modernen Unternehmenssteuerung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Identifikation von Schwächen klassischer Budgetierungsprozesse sowie die Darstellung und kritische Bewertung der Beyond Budgeting-Prinzipien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Beyond Budgeting als Reformansatz umfassend zu beschreiben und zu hinterfragen, ob er eine geeignete Alternative für Unternehmen darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um die verschiedenen Konzepte zu vergleichen und kritisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der traditionellen Budgetierung, des Better Budgeting als evolutionärem Ansatz und des Beyond Budgeting als radikaler Weiterentwicklung inklusive der zwölf Grundprinzipien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind Begriffe wie Beyond Budgeting, traditionelle Budgetierung, Unternehmenssteuerung, radikale Dezentralisierung und adaptive Managementprozesse.
Warum wird Beyond Budgeting als „radikal“ bezeichnet?
Der Ansatz wird als radikal eingestuft, da er die komplette Abschaffung von Budgets und fixen Leistungsvereinbarungen fordert, anstatt diese nur schrittweise zu optimieren.
Gibt es Unternehmen, die dieses Modell bereits erfolgreich anwenden?
Ja, in der Arbeit werden Unternehmen wie Ikea, Aldi und Borealis als Beispiele genannt, die ihre Steuerung ohne klassische Budgets organisieren.
Welche Rolle spielt Vertrauen beim Beyond Budgeting?
Vertrauen ist ein fundamentales Element, da das Modell durch die Dezentralisierung von Entscheidungen an die operativen Mitarbeiter ein hohes Maß an Eigenverantwortung voraussetzt.
Ist Beyond Budgeting für jedes Unternehmen geeignet?
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass es sich um eine unternehmensspezifische Entscheidung handelt, die stark vom jeweiligen Markt- und Unternehmensumfeld abhängt.
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- Patrick Odenhausen (Author), 2018, Beyond Budgeting. Ein Reformansatz zur traditionellen Budgetierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458662