"Leviathan". Analyse des Menschenbildes und des Gesellschaftsvertrages bei Thomas Hobbes


Hausarbeit, 2018
14 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anthropologie Hobbes

3. Der Naturzustand
3.1 Die Naturgesetze

4. Der Gesellschaftsvertrag

5. Zusammenfassung

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wir leben in einer Welt, in der sich jedes Individuum nach den Gesetzen des eigenen Staates richten muss. Wir passen uns an die Gesellschaft und kennen unsere Rechte. Wir kennen den Zustand der Anarchie nicht und wollen ihn auch nicht kennen lernen. Demnach sind uns die Menschen so vertraut, wie die Gesetze sie formen, denn wir können nicht wissen wie sich der einzelne verhält in einem anderen Staat oder gar an einem Ort ohne Regeln.

In dieser Hausarbeit wird ein Philosoph vorgestellt, der nicht nur seine Theorien zum Menschenbild veröffentlichte, sondern auch eine Staatsphilosophie und Gesellschaftsphilosophie aufstellte. Dieser Philosoph und Staatstheoretiker war Thomas Hobbes, welcher 1588 in Westport, Willshire auf die Welt kam. Sein berühmtestes Werk ist der „Leviathan“, in dem die oben genannten Themen behandelt werden. Die wohl bekannteste seiner Leistungen war die Entwicklung des Gesellschaftsvertrags. Den gesamten modernen Kontraktualismus, die Vertragstheorie, verdanken wir Thomas Hobbes „Leviathan“, welcher damals wegen Atheismus und Blasphemie verboten wurde.1 Auch heute noch hat Hobbes viele Kritiker, denn ihm wird vorgeworfen ein Menschenfeind gewesen zu sein, da seine Theorien durch ein ziemlich negatives Menschenbild geprägt werden. Andere sagen er sei einfach nur realistisch gewesen. Sicherlich ist sein Menschenbild durch den damaligen historischen Kontext geprägt worden, denn die politischen Ideen von Hobbes entwickelten sich zur Zeit des Bürgerkriegs in England und durch die Konkurrenzgesellschaft, die sich am Besitzindividualimus orientierte.2 Demnach sollte es uns kaum überraschen, dass Hobbes dem Menschen gegenüber feindlich gesinnt war. Um dies besser zu verstehen, werde ich im Folgenden das Menschenbild Hobbes und den, in diesem Zusammenhang stehenden, Gesellschaftsvertrag erläutern, wobei größtenteils sein Werk „Leviathan“ dafür gebraucht wird. Am Ende folgt dann eine Zusammenfassung seiner Theorien mit stützenden Argumenten anderer Theoretiker und Autoren.

2. Anthropologie Hobbes

Zu Anfang ist es wichtig das Menschenbild Hobbes zu erläutern, denn aus diesem Menschenbild zieht er seine Staats- und Vertragstheorie. Hierfür werden die Kapitel 6. Und 11. aus seinem Werk „Leviathan“ betrachtet und analysiert, da diese sich für die Veranschaulichung am besten eignen. Im 6. Kapitel werden die Begriffe Abneigung, Verlangen und Triebe, nach Hobbes Verständnis, definiert, in Verknüpfung mit der Auffassung des Menschen von Gut und Böse.

Zunächst einmal stellt Hobbes die These auf, dass es zum Einen angeborene Bewegungen gibt, diese „[…] begann mit der Zeugung und setzte sich durch das ganze Leben fort“3, wie z.B der Pulsschlag, die Atmung und die Verdauung. Zum Anderen sind da noch die willentlichen Bewegungen: „[…] das Bewegen eines unserer Glieder auf die Weise, wie wir es zuerst in unserem Geist vorgestellt hatten“4, wie das Gehen, Sprechen und Schlagen. Solche sichtbaren Bewegungen nennet man Streben und es wird dann Trieb oder Verlangen genannt, wenn es auf etwas bestimmtes gerichtet ist. Führt das Streben jedoch von etwas weg, so wird dies als Abneigung bezeichnet. Um es zusammenfassend zu formulieren lieben somit die Menschen was sie begehren und hassen was sie abneigen.

Jetzt wurde also geklärt was Hobbes unter den Begriffen versteht und es wird seinerseits eine neue Theorie aufgestellt: „Einige der Triebe und Abneigungen sind den Menschen angeboren […]“5. Es sind Abneigungen gegen etwas, dass man im Körper fühlt, wie die Entleerung oder Ausscheidung. Auch das Verlangen geht demnach aus der Erfahrung hervor. Man könnte dies auch so definieren: „Menschliches Streben in Form von Begehrung und Abneigung als Streben von Lust und vermeiden von Unlust […] stellt eine Erhaltung […] der animalischen Bewegung dar“6. Die Einschätzung der Dinge geschieht also auf Grundlage von Empfindungen. Dies würde auch übereinstimmen mit der Theorie von Hobbes, dass Dinge, die man nicht kennt, auch nicht verlangt werden, jedoch abgeneigt, da man nicht weiß, ob sie einem schaden oder nicht.

Als nächstes erläutert Hobbes die Auffassung der Menschen mit diesen Objekten: „Dieses Objekt nennt er für seinen Teil gut, das Objekt seines Hasses und seiner Abneigung böse“7. Die Begriffe gut und böse stehen immer in Bezug zu der Person, die diese Wörter benutzt, daher gibt es keine allgemeine Regel für sie.

Wir wissen jetzt also wieso die Menschen abneigen oder verlangen und können uns nun weg vom Individuum allein, zum Individuum in der Gesellschaft bewegen, wozu wir das 11. Kapitel des „Leviathan“ brauchen.

Gleich zu Anfang wird ein neuer Begriff samt Definition eingeführt. Die Sitten sind die Eigenschaften der Menschheit, die das Zusammenleben in Frieden und Eintracht sichern. Diese Glückseligkeit des Lebens jedoch hat nichts mit Seelenruhe zu tun, denn es gibt kein höchstes Gut, nachdem die Menschen streben.

„Glückseligkeit ist ein ständiges Fortschreiten des Verlangens von einem Gegenstand zu einem anderen, wobei jedoch das Erlangen es einen Gegenstandes nur der Weg ist, der zum anderen Gegenstand führt“8

Der Mensch strebt also nicht nur einmal und zu einem bestimmten Zeitpunkt danach, das Leben zu genießen. Er versucht sicherzustellen, dass seinem zukünftigen Verlangen nichts im Weg steht. Da der Mensch immerzu versucht sich ein zufriedenes Leben zu verschaffen und zu sichern, hört das ständige Verlangen erst dann auf, wenn der Mensch stirbt. Doch was verlangt der Mensch eigentlich? Auch Bhierfür hat Hobbes eine Theorie: Der Mensch verlangt nach immer mehr Macht und Hobbes geht sogar so weit es den allgemeinen Trieb der Menschheit zu nennen. Nur der Weg, diese Macht zu unterscheiden ist bei jedem verschieden. Der Grund für dieses Verlangen ist der, dass der Mensch die Mittel zu einem angenehmen Leben ohne den Erwerb zusätzlicher Mittel nicht sicherstellen kann. Auch hierfür nennt der besagte Philosoph ein Beispiel: Die Könige richten ihre Anstrengung darauf ihre Macht im Inneren durch Gesetze und nach außen hin durch Kriege zu sichern. Sobald dieses Ziel dann erreicht ist, entsteht ein neues Verlangen. Dies variiert jedoch bei jedem Individuum.

[...]


1 vgl. Heidenreich, Felix/ Schaal, Gary S.: Einführung in die politischen Theorien der Moderne, 3. Auflage, Opladen& Toronto 2016, S. 101

2 vgl. Röhrich, Wilfried: Politische Ideen zur bürgerlichen Gesellschaft: Von Hobbes bis Horkheimer, 2. Auflage, Opladen 1989, S. 20

3 Hobbes, Thomas: Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates, S.119

4 ebd. S.120

5 ebd. S.120

6 Bartuschat, Wolfgang: Anthropologie und Politik bei Thomas Hobbes, in: Hoffe (Hg.): Thomas Hobbes, Anthropologie und Staatsphilosophie, Fribourg 1981, S.24

7 Hobbes, Thomas: Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates, S.121

8 ebd. S.122

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
"Leviathan". Analyse des Menschenbildes und des Gesellschaftsvertrages bei Thomas Hobbes
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,7
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V458732
ISBN (eBook)
9783668896192
ISBN (Buch)
9783668896208
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hobbes, Gesellschaftsvertrag, Menschenbild, Leviathan
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, "Leviathan". Analyse des Menschenbildes und des Gesellschaftsvertrages bei Thomas Hobbes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458732

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