Inwiefern sind synthetische Urteile "a priori" für Kants Zwecke unverzichtbar?


Essay, 2018
10 Seiten, Note: 2,7
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. „A priori“ und „a posteriori“

3. Merkmale „a priori“

4. Synthetische und analytische Urteile

5. Die Metaphysik als Wissenschaft

6. Kants Argumente für die Existenz synthetischer Urteile „a priori“

7. Schlussreflexion

1. Einleitung

Der Mensch ist ein denkfähiges Wesen. Wie sonst könnten wir die Wissenschaft erklären oder die zahlreichen Theorien und Beweise, die Denker unserer und vor unserer Zeit aufgestellt haben. Wären Menschen also nicht dazu in der Lage und würden alles nur so hinnehmen wie es ist, so würden wir heute nichts wissen können bzw. von Menschen lernen, die selbst nichts wissen. Es ist also wichtig für den Menschen über die Seele, Gott und die Welt, welche sich jenseits unserer Natur befinden, nachzudenken. Immanuel Kant, einer der bedeutendsten Philosophen überhaupt beschäftigt sich in seinem Werk „Kritik der reinen Vernunft (KrV)“, genau mit diesem Thema und kennzeichnet somit den Beginn der modernen Philosophie. Er schuf damit eine neue Perspektive, welche Diskussionen bis ins 21 Jh. beeinflusste.

In der Folgenden Arbeit werden seine Grundauffassungen dargestellt und analysiert, wobei Begriffe wie, „a priori“ und synthetische Erkenntnisse definiert werden und damit der Zusammenhang zum menschlichen Denken geklärt wird. Der Begriff der synthetischen Urteile „a priori“ ist hierfür besonders wichtig, denn um überhaupt beweisen zu können, dass der Mensch zu Erkenntnissen gelangen könne, ohne sich auf die Erfahrung zu stützen, müssen die synthetischen Urteile a „priori“ langsam erläutert und auch bewiesen werden. Nur so kann zum Schluss erläutert werden, wieso dies für seine Zwecke so unverzichtbar ist.

2. „A priori“ und „a posteriori“

Zu Beginn sind erst einzelne, wichtige Begriffe zu klären, die für das Verständnis des Textes von Bedeutung sind. Um diese Begriffe so klar wie möglich dazustellen, beginnt Kant anfangs mit der Feststellung, dass all unsere Erkenntnisse mit der Erfahrung anfange. Erklären tut er dies mit der Tatsache, dass das Erkenntnisvermögen durch Gegenstände ausgelöst werden

„[…] die unsere Sinne rühren und teils von selbst Vorstellungen bewirken, teils unsere Verständigkeit in Bewegung bringen, diese zu vergleichen, sie zu verknüpfen oder zu trennen […]“ (KrV 43).

Somit entstehe die Erfahrung aus dem „rohen Stoff“, der auch sinnliche Eindrücke zu Erkenntnissen verarbeite. Alles beruhe auf der Erfahrung.

In den nächsten Abschnitten aber stellt er gleich eine neue These auf. Nämlich, die dass mit der Erkenntnis alles anfange und der Erfahrung vorhergehe. Diese seien veranlasst durch „sinnliche Eindrücke“, die zur Erfahrung führen. Folgend aus dieser These stellt sich dann sowohl uns, als auch Kant, die Frage, ob es eine Erkenntnis gibt, die unabhängig ist von Erfahrung und Sinneswahrnehmung. Gehen wir also davon aus, dass es diese Erkenntnisse gibt, so nennt Kant sie „a priori“. Sie unterscheiden sich von den empirischen („a posteriori“), welche Erkenntnis aus der Erfahrung sammeln.

Somit haben wir auf der einen Seite die Erkenntnis „a priori“, die unabhängig von der Erfahrung stammen und auf der anderen Seite die Erkenntnisse „a posteriori“, die aus der Erfahrung gewonnen werden.

Kant stellt fest, dass manche Erkenntnis nicht unmittelbar aus Erfahrung stammen „[…] sondern aus einer allgemeinen Regel, die wir gleichwohl selbst doch aus der Erfahrung entlehnt haben, ableiten“ (KrV 45). Demnach sei der Mensch teils „a priori“ fähig. Zur Veranschaulichung wird ein Beispiel des Hausbaus beschrieben. Wenn das Fundament eines Hauses untergraben werde, könne man „a priori“ wissen, dass es einfällt und dürfe nicht auf die Erfahrung warten.

Doch hier stößt Kant auf ein Problem, denn allein „a priori“ könne dies auch nicht gewusst werden, denn durch Erfahrung werde uns die Schwere der Körper bewusst, wenn ihnen die Stütze entzogen werde. Damit es wirklich Erkenntnisse „a priori“ sein können, müssen sie von aller Erfahrung unabhängig sein. Wenn sie nichts mit den empirischen Erkenntnissen den „a posteriori“ zu tun haben, sind sie „rein“. Als Beispiel hierfür nennt Kant den Satz „Eine jede Veränderung hat ihre Ursache […]“ (KrV 45). Dieser Satz sei „a priori“ nicht „rein“, weil der Begriff „Veränderung“ nur aus Erfahrung herbeigerufen werden könne.

Somit wissen wir nun was Erkenntnisse „a priori“ sind und decken damit einen kleinen Teil der Klärung der Begriffe für die Leitfrage ab. Im weiteren wird nun ermittelt, welche die Merkmale „a priori“ sind.

3. Merkmale „a priori“

Der Begriff der „reinen Erkenntnis“ wurde im zu vorigen Abschnitt geklärt. Nun fokussiert sich Kant auf die Unterscheidung der „reinen“ Erkenntnis von der „empirischen“

Erstens „Ein Satz, der zugleich mit seiner Notwendigkeit gedacht wird ist ein Urteil a priori […]“ (KrV 45). Zweitens „Erfahrung gibt niemals ihren Urteilen wahre oder strenge, sondern nur angenommene und operative Allgemeinheit […]“ (KrV 47). Hierbei ist es wichtig folgende Begriffe zu klären. Zum einen der Begriff der „Notwendigkeit“. „Notwendig“ ist es für Kant immer dann, wenn es nicht falsch sein darf. Arithmetische Sätze enthalten eine solche „Notwendigkeit“, denn aus dem Addieren der Summanden muss notwendigerweise die sich ergebende Summe folgen.

Der zweite Begriff ist die „Strenge Allgemeinheit“. Dieser sagt aus, dass ein Urteil eine Regel beinhalte von der er keine Ausnahmen geben dürfe. Ein Urteil von „Strenger Allgemeinheit“ könne auch nicht auf Erfahrung beruhen. Diese beiden Begriffe gehören zueinander und bilden zwei der drei Merkmale „a priori“. Das dritte Merkmal ist, die wie schon häufig erwähnte Unabhängigkeit der Erfahrung.

Wie in Kants ausgeführtem Beispiel des menschlichen Körpers „Lasset von eurem Erfahrungsbegriffe eines Körpers alles, was daran empirisch ist, nach und nach weg: die Farbe, die Härte oder Weiche, die Schwere, selbst die Undurchdringlichkeit, so bleibt doch der Raum übrig, den er […] einnahm […]“ (KrV 49).

Damit versucht er zu verstehen zu geben, dass wenn man am Begriff des Körpers alles empirische weglassen würde, dennoch die Notwendigkeit des Begriffs bleibe.

Nach diesem Abschnitt ist der Begriff „a priori“ größtenteils geklärt und als nächstes wird ein weiterer wichtiger Begriff erläutert, nämlich die synthetischen und (in diesem Zusammenhang) die Analytischen Urteile und wie Kant dies zu definieren weiß.

4. Synthetische und analytische Urteile

Erst einmal wird die Bestimmung beider Begriffe geklärt. Analytisch seien Urteile dann, wenn das Prädikat B zum Subjekt A gehöre. Und Synthetisch, wenn B außerhalb von A liege. Zur besseren Veranschaulichung werden erstere genannt, weil „[…] jene durch das Prädikat nichts zum Begriff des Subjekts hinzutun, sondern diesen nur durch Zergliederung in seine Teilbegriffe zerfällen […]“ (KrV 57) und letztere Erweiterungsurteil, weil „[…] zu dem Begriffe des Subjekts ein Prädikat hinzutun, welches in jenem gar nicht gedacht war und durch keine Zergliederung dasselben hätte können herausgezogen werden“ (KrV 57-59).

Herauszulesen ist hier sofort, dass auch die analytischen und synthetischen Urteile „a posteriori“ und „ a priori“ zu unterscheiden sind.

Als Beispiel für analytische Urteile nutzt Kant den Satz „Alle Körper sind ausgedehnt“ (KrV 59). Der Begriff den man mit „Körper“ verbindet kann nicht genutzt werden, um den Begriff „ausgedehnt“ zu erklären. Es stecke nur im Begriff.

Das Beispiel für ein synthetisches Urteil „Alle Körper sind schwer“ (KrV 59). Der Begriff „schwer“ kann hierbei nur aus der Erfahrung gewusst werden. Damit kann also die These ausgestellt werden, dass Erfahrungsurteile immer synthetisch seien und analytische Urteile nicht auf Erfahrung beruhen können. Doch Kant stellt in den nächsten Abschnitten fest, dass analytische und synthetische Urteile aufeinander beruhen können. Dies begründet er mit den Tatsachen, dass im analytischen die Gestalt des Körpers betrachtet, dies durch die Erkenntnis erweitert werde und die Erfahrung lehre, dass der „Körper“ schwer sei. Damit stelle die Erfahrung das Bindeglied zwischen Begriff und Prädikat her.

Bevor nun also der Beweis für die Existenz synthetischer Urteile a priori ermittelt wird, ist es wichtig sich mit einer Wissenschaft zu beschäftigen, „[…] welche die Möglichkeit, die Prinzipien und den Umfang aller Erkenntnisse a priori bestimmt“ (KrV 51). Diese Wissenschaft ist die Metaphysik.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Inwiefern sind synthetische Urteile "a priori" für Kants Zwecke unverzichtbar?
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,7
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V458737
ISBN (eBook)
9783668903296
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Immanuel Kant, Synthetische Urteile, a priori
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Inwiefern sind synthetische Urteile "a priori" für Kants Zwecke unverzichtbar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458737

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