Die Arbeit beschäftigt sich mit der Vertragsgestaltung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Rahmen eines Modells, indem zwei Handlungszeitpunkte stattfinden. Die Frage ist, ob man den Arbeitnehmer aus Zeitpunkt 1 auch in Zeitpunkt 2 arbeiten lässt (Integration) oder einen neuen Arbeitnehmer (Separation) beschäftigt. Besonders ist hier, dass das Ergebnis bzw. der Erfolg aus Zeitpunkt 1 einen positiven Effekt auf die Arbeit in Zeitpunkt 2 hat. Der Antwort wird im Rahmen eines dafür konstruierten Modells auf mathematischem Wege nachgegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einfuhrung
2 Sequentielle verborgene Handlungen bei Vermogensbeschrankung
2.1 Das "Hidden-action" Modell mit Vermogensbeschrankung
2.1.1 Prinzipal implementiert ein hohes Anstrengungsniveau
2.1.2 Prinzipal implementiert ein niedriges Anstrengungsniveau
2.1.3 Konsequenzen aus diesen beiden Fallen
2.2 Das Basismodell - Annahmen
2.2.1 Timing
2.2.2 Voraussetzungen
2.2.3 Prinzipal mochte ein hohes Anstrengungsniveau in Stufe 1 implementieren
3 Separation vs. Integration
3.1 Separation
3.2 Integration
3.3 Vergleich von Separation und Integration
4 Erweiterungen des Basismodells
4.1 Heimliche Absprachen zwischen den Agenten
4.2 Unterschiedliche Kosten
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht in einem zweistufigen Prinzipal-Agenten-Modell mit sequentiellen, verborgenen Handlungen und Vermogensbeschrankungen der Agenten, unter welchen Bedingungen die Beauftragung eines einzelnen Agenten (Integration) oder zweier verschiedener Agenten (Separation) fur den Auftraggeber optimal ist.
- Analyse von Anreizvertragen unter moralischem Risiko
- Untersuchung des Einflusses von Erfolgen der ersten Stufe auf die zweite Stufe
- Vergleich der Effizienz von Separation und Integration
- Bewertung von Auswirkungen heimlicher Absprachen zwischen Agenten
- Analyse der Bedeutung unterschiedlicher Anstrengungskosten
Auszug aus dem Buch
3 Separation vs. Integration
Es wird zunachst der Fall betrachtet, in dem zwei verschiedene Agenten in den Produktionsstufen beschaftigt werden.
3.1 Separation
Im Fall der Separation, d.h. Agent A ist eingestellt fur Stufe 1, gilt fur dessen Lohn wA 1,1 = wA 1,0 =: wA 1 und wA 0,1 = wA 0,0 =: wA 0 , d.h. dieser ist unabhangig vom Ausgang der zweiten Stufe.
A wird e1 = 1 wahlen, wenn (ICA) pwA 1 + (1 - p)wA 0 - c1 >= wA 0 erfullt ist. Ist x1 = 1 (erste Stufe "gut", also r = r1), dann wird Agent B e2 (1) = 1 wahlen, falls (IC1 B) r1wB 1,1 + (1 - r1)wB 1,0 - c2 >= qwB 1,1 + (1 - q)wB 1,0.
Ist hingegen x1 = 0 (also r = r0), dann wird Agent B e2 (0) = 1 wahlen, falls (IC0 B) r0wB 0,1 + (1 - r0)wB 0,0 - c2 >= qwB 0,1 + (1 - q)wB 0,0.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einfuhrung: Einleitung in das Prinzipal-Agenten-Problem bei sequentiellen Projekten und Abgrenzung zu klassischen Aufgabenstellungen.
2 Sequentielle verborgene Handlungen bei Vermogensbeschrankung: Herleitung des "Hidden-action" Modells und Definition der Annahmen fur das Basismodell.
3 Separation vs. Integration: Detaillierte Analyse der optimalen Vertrage und Entscheidungskriterien fur den Prinzipal bei der Wahl der Organisationsstruktur.
4 Erweiterungen des Basismodells: Diskussion von Modifikationen wie heimlichen Absprachen zwischen Agenten und unterschiedlichen Anstrengungskosten.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Resumee der Ergebnisse zur optimalen Agentenwahl und Ausblick auf weiterfuhrende Aspekte wie Nachverhandlungen.
Schlüsselwörter
Prinzipal-Agenten-Modell, moralisches Risiko, Anreizvertrag, Separation, Integration, sequentielles Projekt, verborgene Handlungen, Vermogensbeschrankung, Anstrengungsniveau, Auftraggeber, Vertragstheorie, Innovation, Anreizvertraglichkeitsbedingung, Hidden-action, Projektwert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsatzlich?
Die Arbeit behandelt die optimale Organisation zweistufiger Projekte durch einen Auftraggeber (Prinzipal) unter Berucksichtigung von Informationsasymmetrien und moralischem Risiko.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind das Design optimaler Anreizvertrage, der Vergleich zwischen der Beauftragung eines oder mehrerer Agenten sowie die Auswirkungen von Vermogensbeschrankungen der Agenten.
Was ist das primare Ziel der Untersuchung?
Das primare Ziel ist es, ein Entscheidungskriterium fur den Prinzipal abzuleiten, ob bei einem zweistufigen Projekt "Separation" (je ein Agent pro Stufe) oder "Integration" (ein Agent fur beide Stufen) profitabler ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein mathematisches Prinzipal-Agenten-Modell aus der Vertragstheorie angewendet, das auf Anreizvertraglichkeitsbedingungen basiert und die Ergebnisse mittels Ruckwartsinduktion analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die mathematische Herleitung der optimalen Vertrage fur beide Organisationsformen als auch der direkte Vergleich derselben unter variierenden Projektwerten dargestellt.
Welche Schlusselworter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Prinzipal-Agenten-Modell, moralisches Risiko, Anreizvertrag, Separation und Integration charakterisiert.
Wie beeinflusst der Erfolg in der ersten Stufe die zweite Stufe im Modell?
Das Modell nimmt an, dass ein erfolgreicher Abschluss der ersten Stufe den Aufwand in der zweiten Stufe effektiver macht, etwa durch geringere Anstrengungskosten oder hohere Produktivitat.
Warum ist die "Lohnsicherung" bei der Wahl zwischen den Organisationsformen relevant?
Der Begriff beschreibt den Anreizmechanismus: Unter Separation muss der Prinzipal vermeiden, dass ein Agent bewusst in der ersten Stufe scheitert, um seine Rentenzahlungen in der zweiten Stufe zu beeinflussen.
Welche Rolle spielen "heimliche Absprachen" zwischen den Agenten?
Heimliche Absprachen konnen die Effizienz der Separation mindern, da Agenten versuchen konnen, Lohnvorteile durch Zusatzvertrage untereinander umzuverteilen, wobei zusatzliche Kosten entstehen.
Was bedeutet das Entscheidungskriterium fur den Prinzipal bei unterschiedlichen Kosten?
Wenn ein Agent in der zweiten Stufe kostengunstiger arbeitet als ein anderer, muss der Prinzipal abwagen, ob dieser Kostenvorteil die organisatorische Struktur der Separation rechtfertigt.
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- Christian Summerer (Author), 2016, Sequentielle verborgene Handlungen bei Vermögensbeschränkung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458850