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Der Traum als Topos im Wandel der Zeiten. Der Traum des Hans von Hermansgrün und Ciceros Somnium Scipionis im diachronen Vergleich

Titel: Der Traum als Topos im Wandel der Zeiten. Der Traum des Hans von Hermansgrün und Ciceros Somnium Scipionis im diachronen Vergleich

Hausarbeit , 2014 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kevin Grossart (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit hat den Traum als Topos im Wandel der Zeiten, nämlich zwischen Antike und Mittelalter, zum Thema. Im besonderen aber sollen zwei Träume diachron, also durch die Zeit hinweg, verglichen werden. Zum einen der antike Traum des Scipio, zum andern der davon inspirierte spätmittelalterliche Traum des Hans von Hermansgrün. Hierzu
soll zunächst auf Forschungsstand und Quellenlage eingegangen werden. Daraufhin folgt ein Abschnitt über die Autoren und ihren historischen Kontext. Danach beginnt mit dem diachronen Vergleich der Somnia der namensgebende Hauptteil dieser Arbeit. In ihm wird zunächst der Inhalt der jeweiligen Träume beschrieben und der Versuch einer Deutung unternommen. Nachdem beide Träume einzeln thematisiert worden sind folgt dann die Zusammenführung im direkten Vergleich. Abschließend steht ein Fazit.

Bereits in der Antike beschäftigte den Menschen die Deutung und Bedeutung des Traumes. Träume galten als potenziell prophetisch und als kommunikatives Mittel göttlicher oder dämonischer Einflussnahme. Allerdings wurde dabei qualitativ zwischen Träumen unterschieden.

Auch jenseits von Divination und Mantik hielt der Traum früh Einzug in die abendländische Kultur. Bereits der griechische Dichter Homer verwendete das Motiv des Traumes literarisch. In den Jahrhunderten nach Homer nahm das Traummotiv zunehmend allegorische Gestalt an und fand Verwendung als stilistisches Mittel im attischen Drama. Außerdem begannen Philosophen, sich mit dem Phänomen des Traums zu beschäftigen. Die Pythagoreer bestätigten den vorherrschenden Volksglauben insofern, als sie an den übersinnlichen Ursprung der Träume glaubten und in ihnen ein legitimes Mittel der Wahrsagung sahen. Aristoteles ging ebenfalls von der Traumvermittlung durch höhere Wesen aus, sah die Träume selbst aber als Ausdruck der physischen und psychischen Befindlichkeit des Träumenden. Andere Philosophen, wie beispielsweise Epikur, lehnten die Traumdivination gänzlich ab. Auch Cicero ging in seinem philosophischen Werk über die Wahrsagung, De divinatione, davon aus, daß Traumdeutung nicht offenbaren kann, wie die Zukunft aussehen wird und eine Form des Aberglaubens darstellt. Die zahlreichen Meinungen über den Traum und seinen Wahrheitscharakter bezüglich der Divination und Prophetie schlugen sich ebenfalls in zahlreichen Traumbüchern nieder, deren Rezeption auch im Mittelalter fortlief.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Forschungsstand

1.2 Quellenlage

2. Die Autoren in ihrem historischen Kontext

2.1 Cicero und die Zeit der späten römischen Republik

2.2 Hans von Hermansgrün: Leben zwischen Spätmittelalter und früher Neuzeit

3. Ciceros Somnium Scipionis und der Traum des Hans von Hermansgrün im diachronen Vergleich

3.1 Der Traum des Scipio: Inhalt und Deutung

3.2 Der Traum des Hans von Hermansgrün: Inhalt und Deutung

3.3 Die Träume im direkten Vergleich

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Traum als literarischen Topos im diachronen Wandel zwischen Antike und Mittelalter. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, wie die antike Vorlage von Ciceros "Somnium Scipionis" in der spätmittelalterlichen Reformschrift des Hans von Hermansgrün aufgegriffen, modifiziert und für zeitgenössische politische Diskurse instrumentalisiert wird.

  • Analyse der historischen Kontexte von Cicero und Hans von Hermansgrün
  • Untersuchung der Struktur und politischen Intention des "Somnium Scipionis"
  • Dekonstruktion des "Traums des Hans von Hermansgrün" als Reformschrift
  • Diachroner Vergleich der Traum-Topoi zur Identifizierung von Kontinuitäten und Zäsuren
  • Bewertung des Traumes als Instrument politischer Kommunikation und Legitimation

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Traum des Scipio: Inhalt und Deutung

Nachdem Cicero in De re publica in der klassischen Form philosophischer Schriften, nämlich dem platonischem Dialog, dargestellt hatte, was ein Staat ist und was diesen gerecht macht, schließt das Somnium Scipionis das Werk ab. Es beginnt mit der Etablierung der Rahmenhandlung. Der jüngere Scipio besucht nach seiner Ankunft in Afrika Masinissa, einen lokalen Herrscher im Rang eines numidischen Königs. Nach der überschwänglich herzlichen Begrüßung, dauern die Gespräche, die auch den älteren Scipio thematisieren bis in die Nacht. Daraufhin fällt Scipio, erschöpft durch die Strapazen des Tages, in einen „ungewöhnlich tiefen Schlaf“. Im Traum begegnet ihm dann sein Großvater, der ältere Scipio, dessen Erscheinung ihm vor Allem „ex imagine“ bekannt ist.

Dieser prophezeit seinem Enkel, daß er in Zukunft die Zerstörung Karthagos herbeiführen wird und zu einem großen Staatsmann heranwachsen soll, auf dessen Schultern das Wohl des Staates liegen wird. Für diese Mühen wird Scipio „ein bestimmter Ort im Himmel“ versprochen, der „allen, die das Vaterland gerettet, ihm geholfen, es groß gemacht haben“ zusteht. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, wie Scipio dezidiert erfragt, daß seine für tot gehaltenen Verwandten auf dieser transzendentalen Ebene der Existenz weiterleben. Der ältere Scipio bestätigt dies. Die Klimax dieser Aussage bildet das scheinbare Oxymoron „euer sogenanntes Leben aber ist ein Tod“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung des Traummotivs von der Antike bis zum Mittelalter und Darlegung des Forschungsansatzes.

1.1 Forschungsstand: Überblick über die bisherige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Cicero und insbesondere Hans von Hermansgrün.

1.2 Quellenlage: Darstellung der Überlieferungsgeschichte von Ciceros "De re publica" und des Münchener Codex clm 924 als Basis für den Traum des Hermansgrün.

2. Die Autoren in ihrem historischen Kontext: Analyse der biographischen Hintergründe von Cicero und Hans von Hermansgrün in ihren jeweiligen Epochen.

2.1 Cicero und die Zeit der späten römischen Republik: Einordnung Ciceros in die politischen Krisen und gesellschaftlichen Strukturen der römischen Spätzeit.

2.2 Hans von Hermansgrün: Leben zwischen Spätmittelalter und früher Neuzeit: Untersuchung des Lebenswegs von Hermansgrün und der prägenden Ereignisse seiner Zeit, wie Humanismus und Reichsreform.

3. Ciceros Somnium Scipionis und der Traum des Hans von Hermansgrün im diachronen Vergleich: Zusammenführender Vergleich der beiden Traumschriften hinsichtlich ihrer Struktur und Funktion.

3.1 Der Traum des Scipio: Inhalt und Deutung: Analyse der antiken Traumvorlage bezüglich ihrer politischen Botschaften und transzendentalen Aspekte.

3.2 Der Traum des Hans von Hermansgrün: Inhalt und Deutung: Analyse der mittelalterlichen Traumschrift als propagandistische Reformschrift mit Bezug zum Reichstag von 1495.

3.3 Die Träume im direkten Vergleich: Herausarbeitung der inhaltlichen und stilistischen Parallelen sowie der spezifischen Unterschiede in der Intention beider Autoren.

4. Fazit: Resümee über die Zeitlosigkeit und Wandelbarkeit des Traumes als politisches Kommunikationsmittel.

Schlüsselwörter

Traum, Topos, Cicero, Hans von Hermansgrün, Somnium Scipionis, Humanismus, Reichsreform, Maximilian I., politische Kommunikation, Diachroner Vergleich, Antike, Mittelalter, Allegorie, Staatstheorie, Traumdeutung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Traum als literarisches und politisches Ausdrucksmittel im diachronen Vergleich zwischen der römischen Antike und dem Spätmittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Traum-Topoi, der historischen Einordnung der Autoren Cicero und Hans von Hermansgrün sowie der Funktion von Traumschriften als politische Reforminstrumente.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie spätmittelalterliche Autoren antike Vorbilder wie Ciceros "Somnium Scipionis" adaptierten, um aktuelle politische Diskurse – insbesondere zur Reichsreform unter Maximilian I. – zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird eine vergleichende Literatur- und Quellenanalyse angewandt, die den Inhalt der Texte in den jeweiligen historischen Kontext einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung und Deutung beider Traumtexte sowie deren direktem diachronem Vergleich unter Berücksichtigung sprachlicher und inhaltlicher Parallelen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Traum, Topos, Cicero, Hans von Hermansgrün, Humanismus, Reichsreform und politische Kommunikation.

Welche Rolle spielte der Humanismus für das Werk von Hans von Hermansgrün?

Der Humanismus ermöglichte Hermansgrün den Zugang zu klassischen Werken wie denen Ciceros, was die spezifische Form und Struktur seines Traumes maßgeblich beeinflusste.

Inwiefern lässt sich der Traum des Hans von Hermansgrün als "Reformschrift" interpretieren?

Der Traum fordert die Reichsstände und den König zur Eintracht, zur Abkehr von Egoismus und zur Durchführung notwendiger Reformen auf, um das Reich gegen äußere Bedrohungen wie die Türken zu wappnen.

Wie unterscheidet sich die Traumdeutung im Mittelalter von der antiken Perspektive?

Während in der Antike (bei Cicero) der Traum philosophisch-moralisch und transzendental begründet ist, dient er im Mittelalter bei Hermansgrün verstärkt als "eingekleidetes" Argumentationsmittel zur Durchsetzung politischer Forderungen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Traum als Topos im Wandel der Zeiten. Der Traum des Hans von Hermansgrün und Ciceros Somnium Scipionis im diachronen Vergleich
Hochschule
Universität Münster
Note
1,0
Autor
Kevin Grossart (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V458895
ISBN (eBook)
9783668878273
ISBN (Buch)
9783668878280
Sprache
Deutsch
Schlagworte
traum topos wandel zeiten hans hermansgrün ciceros somnium scipionis vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kevin Grossart (Autor:in), 2014, Der Traum als Topos im Wandel der Zeiten. Der Traum des Hans von Hermansgrün und Ciceros Somnium Scipionis im diachronen Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458895
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Leseprobe aus  17  Seiten
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