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Volkstribunen und deren Einfluss auf die Politik der späten römischen Republik

Title: Volkstribunen und deren Einfluss auf die Politik der späten römischen Republik

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Der revolutionäre Charakter und Wirkung eines Volkstribunates unter Tiberius Gracchus um 133 vor Christus wird, wie auch Theodor Mommsen es schon charakterisierte, als Anfang der römischen Revolution oder als Revolutionsperiode betrachtet oder nach Karl Christ entschärft begutachtet, zumindest als Ausbruch der Krise in Bezug auf die römischen Bürgerkriege, der Diktatur Sullas, den Imperien Pompeius bis hin zum Triumvirat. Das Volkstribunat erlebte in dieser Phase der römischen Geschichte ein Wandel in Form einer Emanzipation oder nach Jochen Martins Worten einer Freisetzung des Tribunats vom Senat mit den Gracchen.

Dennoch schien es weiterhin das „Instrument der herrschenden Schicht der Nobilität“ gewesen zu sein und verlor dadurch ihre wesentliche Kernfunktion der Durchsetzung plebejischer Interessen und Rechte. Wie es auch betrachtet wird, die römische Gesellschaft erkannte erstmals eine Spaltung der politischen Haltung in zwei Lager: Optimaten und Popularen bildeten die zwei Inte-ressensgruppen der römischen Republik, ohne dabei von Parteien sprechen zu wollen. Während popular geneigte Volkstribunen, die dem Senat grundsätzlich ablehnend gegenüberstanden und sich über Plebiszite der concilia plebs definierten dennoch immer wieder aufsenatsdienliche Vereinbarungen einließen, gelang es den senatstreuen Optimaten, proplebejisch bestimmte Maßnahmen zu treffen, die dem Senat weniger gefallen konnten.

Auf welcher Seite sich ein Politiker letztlich positionierte wurde weitestgehend durch ihr persönliches Interesse und der Anspruch an die individuelle Karriere bestimmt. Die Waage zwischen dem aufrührerischen Volksvertreter und dem ambitionierten, für größere Aufgaben bestimmten Politiker war sensibel. Doch inwieweit hatte das Volkstribunat im letzten Jahrhundert der römischen Republik tatsächlich Einfluss auf das Leben ihrer Plebs, während der Senat kaum zu überstimmen war und wie unterschieden sich dabei optimatische und populare Tribunen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Soziale Analyse der Volkstribune in Bezug auf deren innere Motive

1. Die Integration der Volkstribune im Senat

2. Tribunen und ihr Einfluss auf das römische Gesetz der späten Republik

2.1. Prolog zur tribunizischen Sozialpolitik

2.2. Gesetze zum Grundstücks- und Landbesitz in und außerhalb Roms

2.3. Getreide- und Versorgungsgesetze

3.1. Prolog zur Handhabung des Bürgerrechts, der Tribus und den Volksversammlungen

3.2. Gesetzlicher Einfluss bei Bürgerrechtsverleihungen

3.3. Die Auf- und Einteilung der Tribus

4.1. Prolog zur Maßregelungen und Einfluss auf den Senat und den Magistraturen

4.2. Bestimmungen über den Geschäftsgang des Senats

4.3. Die Zu- und Aufteilung von Imperien und Zuordnung der Sonderämter

5.1. Prolog zum Einfluss und Wandel im Gerichtswesen

5.2. Die quaestiones perpetuae

III. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken und die Motive der Volkstribunen in der späten römischen Republik, um zu klären, inwieweit das Amt tatsächlich plebejische Interessen vertrat oder zunehmend als politisches Instrument zur Karriereförderung innerhalb des Senats diente.

  • Herkunftsanalyse und soziale Struktur der Volkstribune
  • Einfluss auf die tribunizische Sozialpolitik (Land- und Getreideversorgung)
  • Rolle bei Bürgerrechtsverleihungen und Organisation der Tribus
  • Maßnahmen zur Beeinflussung des Senats und des Gerichtswesens

Auszug aus dem Buch

Die Integration der Volkstribune im Senat

Um die Aufgaben eines unabhängigen Kontrollorgans, sowie es das Volkstribunat übernehmen sollte, zu gewährleisten, musste eben auch eine Miteinbeziehung der Volkstribune in die Politik des Senates sichergestellt sein. Dazu war unweigerlich eine Anwesenheit im Senat vonnöten.

Die Führung der Senatsliste selbst regelten seit der 312 plebiszitär beschlossenen lex Ovinia jedoch die Censoren. Die lex Atinia hatte die Aufnahme im Senat zwar geklärt, wird aber bis heute inhaltlich stark diskutiert. Broughton und Wiseman legten sie dahingehend aus, dass den Tribunen das Recht zuteil wurde, nach ihrer Amtszeit einen Sitz im Senat innezuhaben. Develin hingegen deutete diese Lex genau vice versa, sodass Senatoren ein Volkstribunatsamt bekleiden durften, Wiseman korrigierte daraufhin seine Fassung in die mir persönlich schlüssigste und deutete die lex Atinia als Recht, bei der senatus lectio lediglich berücksichtigt zu werden als Reaktion auf C. Atiniaus Labeo Maceriois Nichtberücksichtigung in die Senatsliste 131. Gründe dafür finden sich, als Macerioi die Verbesserung der Tribunatsstellung im Senat anstrebte und kurz vor einer erfolgreichen Einbindung der Volkstribunen im Senat stand. Das spräche offensichtlich dafür, dass die Führung der Senatsliste willkürlich oder und persönlichem Interesse geführt wurde, was darauf rückschließen lässt, dass Volkstribunen nicht wirklich im Senat integriert waren und je nach Interesse nonchalant auszuhebeln war. Doch laut Thommen blieb der Fall, dass ein Tribun in der späteren Republik in der senatio lectio übergangen worden war, einmalig. Hingegen waren Ausstöße aus dem Senat, von Kunkel als „Säuberungsaktionen“ oder „Generalreinigungen“tituliert, in der späten Republik, besonders gegen Senatoren niederen Ranges, regelmäßiger Natur.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung analysiert den revolutionären Charakter des Volkstribunats ab Tiberius Gracchus und stellt die Forschungsfrage nach dem tatsächlichen Einfluss der Tribunen auf das Leben der Plebs im Vergleich zur Senatsmacht.

II. Soziale Analyse der Volkstribune in Bezug auf deren innere Motive: Dieses Kapitel beleuchtet die Herkunft und die finanziellen Voraussetzungen der Amtsinhaber und widerlegt die Auffassung, dass die Mehrheit der Tribunen aus einfachsten Verhältnissen stammte.

1. Die Integration der Volkstribune im Senat: Hier wird die rechtliche und faktische Rolle der Volkstribune bei der Aufnahme in den Senat sowie die Debatte um die lex Atinia und die Unbeständigkeit der Senatszugehörigkeit behandelt.

2. Tribunen und ihr Einfluss auf das römische Gesetz der späten Republik: Ein Überblick über die sozialpolitischen Herausforderungen der Tribunen, insbesondere in Bezug auf die strukturellen Grenzen bei der Umsetzung von Reformgesetzen gegen den Senat.

2.1. Prolog zur tribunizischen Sozialpolitik: Einführung in die Problematik, dass tribunizische Anträge oft konsularische Unterstützung benötigten und somit in ihrer Wirkung begrenzt blieben.

2.2. Gesetze zum Grundstücks- und Landbesitz in und außerhalb Roms: Analyse der ager-publicus-Problematik und der gescheiterten Versuche, durch Landzuweisungen nachhaltige soziale Verbesserungen für Kleinbauern zu erreichen.

2.3. Getreide- und Versorgungsgesetze: Untersuchung der privatisierten Getreideversorgung und des Versuchs der Tribunen, durch gesetzgeberische Eingriffe die Versorgung der Plebs zu stabilisieren.

3.1. Prolog zur Handhabung des Bürgerrechts, der Tribus und den Volksversammlungen: Thematisierung der politischen Integration der socii und der komplexen Frage der tribus-Zugehörigkeit nach dem Bundesgenossenkrieg.

3.2. Gesetzlicher Einfluss bei Bürgerrechtsverleihungen: Analyse der Motive und der rechtlichen Verfahren zur Einbürgerung von Italikern und der Rolle des Provokationsrechts.

3.3. Die Auf- und Einteilung der Tribus: Diskussion der Versuche, durch Reformen der Tribus-Einteilung politischen Einfluss auszuüben oder Korruptionen entgegenzuwirken.

4.1. Prolog zur Maßregelungen und Einfluss auf den Senat und den Magistraturen: Untersuchung der begrenzten Kontrollmöglichkeiten der Tribunen gegenüber dem Senat und der Instrumentalisierung ihrer Macht.

4.2. Bestimmungen über den Geschäftsgang des Senats: Analyse der wenigen bekannten Gesetze, wie die lex Sempronia, die versuchten, die Senatspolitik zu regulieren und effizienter zu gestalten.

4.3. Die Zu- und Aufteilung von Imperien und Zuordnung der Sonderämter: Darstellung der Rolle der Tribunen bei der Vergabe von militärischen Kommandos und der zunehmenden Konkurrenz zwischen Volkstribunat und Senatsbeschlüssen.

5.1. Prolog zum Einfluss und Wandel im Gerichtswesen: Einführung in die Rolle der Tribunen als Akteure im strafrechtlichen Bereich und bei der Richterbestellung.

5.2. Die quaestiones perpetuae: Analyse der Entwicklung von permanenten Gerichtshöfen und der Versuche der Tribunen, durch Reformen der Richterlisten Einfluss auf die Rechtsprechung zu nehmen.

III. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Wirksamkeit des Volkstribunats, das trotz der hohen Zahl an Ablehnungen durch den Senat eine unverzichtbare Balance innerhalb der römischen Verfassung darstellte.

Schlüsselwörter

Volkstribunat, Römische Republik, Senat, Plebs, Tiberius Gracchus, Gesetzgebung, Sozialpolitik, Landversorgung, Bürgerrecht, Imperium, Quaestiones perpetuae, Optimaten, Popularen, Politische Karriere, Römische Revolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wirken des Volkstribunats in der späten römischen Republik, insbesondere die Frage, ob die Tribunen tatsächlich die Interessen der Plebs vertraten oder ob das Amt strategisch für eine eigene politische Karriere genutzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die soziale Herkunft der Tribunen, die tribunizische Sozialpolitik (Land- und Getreideversorgung), die Einbindung der Bundesgenossen sowie die Versuche der Tribunen, durch Gesetzgebung Einfluss auf Senat und Gerichtswesen zu nehmen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem Anspruch des Tribunats als "Kontrollorgan des Volkes" und der tatsächlichen politischen Praxis, die oft von persönlichem Ehrgeiz und der Anpassung an senatstreue Interessen geprägt war, kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer querschnittartigen Analyse historischer Quellen und Forschungsmeinungen, wobei sie die begrenzte Überlieferungslage der Tribunen berücksichtigt und die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen historisch kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Im Hauptteil werden unter anderem die Agrargesetze der Gracchen, die Getreidegesetze, die Rolle der Tribunen bei der Vergabe von Imperien und ihre Versuche, die Richterbestellung in den Gerichtshöfen (quaestiones perpetuae) zu beeinflussen, analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Volkstribunat, Römische Republik, Senat, Sozialpolitik, Bürgerrecht, Imperium, Optimaten, Popularen und politische Partizipation.

Welchen Einfluss hatte Tiberius Gracchus laut dieser Untersuchung auf das Amt?

Tiberius Gracchus wird als prägende Figur hervorgehoben, da er durch seine Agitation eine entscheidende Spaltung der politischen Lager forcierte und die Vollmachten eines Volkstribuns öffentlich demonstrierte, was dem Amt einen völlig neuen Impuls verlieh.

Warum war das Volkstribunat für viele Politiker ein "Sprungbrett"?

Da viele Tribunen eine politische Karriere anstrebten, versuchten sie oft, sich durch "optimatische" Handlungen beim Senat beliebt zu machen, anstatt die Interessen der Plebs kompromisslos zu vertreten, um sich so den Weg für höhere Ämter im cursus honorum zu ebnen.

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Details

Title
Volkstribunen und deren Einfluss auf die Politik der späten römischen Republik
College
University of Stuttgart  (Historisches Institut)
Course
Römische Republik
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
29
Catalog Number
V458901
ISBN (eBook)
9783668909960
ISBN (Book)
9783668909977
Language
German
Tags
volkstribunen einfluss politik republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Volkstribunen und deren Einfluss auf die Politik der späten römischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458901
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