Das Attentat von Sarajevo und die Reaktionen der Öffentlichkeit


Hausarbeit, 2015
17 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung der zeitlichen Geschehnisse im Vorfeld des Attentats

3. Reaktionen auf das Attentat von Sarajevo
3.1 Die Quellen „Tiroler Anzeiger“ und „Frankfurter Zeitung“
3.2 Die Reaktionen der österreichisch-ungarischen Bevölkerung
3.3 Die Reaktionen der österreichisch-ungarischen Regierung
3.4 Das Attentat als Auslöser für einen Weltkrieg

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis
5.1 Quellen und Literatur
5.2 Internetbelege

1. Einleitung

Die folgende Hausarbeit soll versuchen, die Fragen zu klären, wie das Attentat von Sarajevo in den Zeitungen „Tiroler Anzeiger“ und der „Frankfurter Zeitung“ aufgegriffen wurde, wie das Attentat von der Bevölkerung aufgenommen wurde und, anhand der dadurch gewonnen Erkenntnisse, ob das Attentat als Auslöser für den Ersten Weltkrieg angesehen werden kann.

Als Quelle liegen meiner Arbeit zwei Zeitungsartikel zugrunde. Ein Zeitungsartikel aus dem „Tiroler Anzeiger: Das Thronfolgerpaar tot. Die Stimmung in Wien. 29.06.1914“ und ein Zeitungsartikel der „Frankfurter Zeitung: Die Stimmung in Wien. 30.06.1914“ aus dem Jahre 1914.

Der Tiroler Anzeiger war keiner politischen Ausrichtung zugeordnet, er beschäftigte sich hauptsächlich mit aktuellen Skandalen und Geschehnissen. Er galt in dieser Zeit als eine kritische aber auch politische Zeitung. Dagegen handelt es sich bei der Frankfurter Zeitung um eine deutsche liberal ausgerichtete Zeitung, die sich bereits vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges für den Frieden in Europa einsetzte.

Um die Fragestellung zu untersuchen, werde ich am Anfang der Hausarbeit einen kurzen Einblick in die Vorgeschichte des Attentats von Sarajevo geben. Der Hauptteil wird sich mit einer Untersuchung der Quellen befassen, wobei ich dabei schon versuchen werde auf die Fragestellung einzugehen. Die beiden Hauptquellen werden dabei die oben schon erwähnten Quellen aus dem „Tiroler Anzeiger: Das Thronfolgerpaar tot. Die Stimmung in Wien. 29.06.1914“ und der „Frankfurter Zeitung: Die Stimmung in Wien. 30.06.1914“ darstellen, da diese einen guten Einblick in genau diesen Zeitabschnitt geben. Im weiteren Verlauf werde ich die aktuelle Fachliteratur heranziehen um die Erkenntnisse mit der aktuellen Forschungslage vergleichen zu können. Einer der wichtigsten Literaturtitel hierfür wird „Die Schlafwandler: Wie Europa in den ersten Weltkrieg zog.“ von Christopher Clark sein.

Dem Hauptteil der Hausarbeit wird mein Fazit folgen, in welchem ich versuchen werde die wichtigsten Punkte noch einmal hervorzuheben und versuchen werde diese einleuchtend zu beantworten.

2. Einordnung der zeitlichen Geschehnisse im Vorfeld des Attentats

Zu dieser Zeit regiert Kaiser Franz Joseph I. in Österreich-Ungarn. Durch den Selbstmord von Kronprinz Rudolf Franz Karl Joseph, am 30.01.1889, der der Cousin von Franz Ferdinand war und durch den Tod seines Vaters am 19.05.1896, rückt Franz Ferdinand in der österreichisch-ungarischen Thronfolge nach.

Im Zuge der österreichisch-ungarischen Expansionspläne, war im Jahre 1908, einige Jahre vor dem Attentat, Bosnien von Österreich-Ungarn annektiert worden. Dies stieß bei vielen Bosniern auf Ablehnung. Zu dieser Zeit, im Hochimperialismus, findet in Europa ein rasantes Bevölkerungswachstum statt. Dies führt unteranderem dazu, dass im Jahre 1914 das Verhältnis zwischen den Großmächten in Europa zudem sehr angespannt ist. Ein System von Bündnisverpflichtungen sichert den jeweiligen Bündnispartnern die Unterstützung im Kriegsfall zu.

Am Sonntag den 28.06.1914 besuchen der Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie Chotek die Stadt Sarajevo. Der Grund für ihren Besuch waren nicht nur Inspektionen, sondern auch „mit seinen künftigen Untertarnen in Kontakt zu kommen“1. Außerdem handelte es sich beim 28.06. um den Hochzeitstag von Franz und Sophie.

Nachdem am selben Tag bereits einige Attentäter gescheitert waren, gelingt es Gavrilo Princip den Thronfolger und seine Frau, durch zwei Schüsse, tödlich zu verletzen. Die Attentäter werden gefasst, aber der Thronfolger und seine Frau erliegen beide noch am selben Tag ihren Verletzungen und sterben.

3. Reaktionen auf das Attentat von Sarajevo

3.1 Die Quellen „Tiroler Anzeiger“ und „Frankfurter Zeitung“

Um das Thema der Hausarbeit angemessen bearbeiten zu können, müssen die beiden Zeitungsartikel miteinander verglichen werden und was die jeweiligen Herausgeber über die Reaktionen des Volkes schreiben.

Der Tiroler Anzeiger beschreibt in seiner „Extra-Beilage“ vom 29.06.1914, dass die Bevölkerung bestürzt über dieses Attentat ist. In dem Artikel steht, dass „die Extraausgaben, […] sofort vergriffen waren. Überall bemerkte man Menschenansammlungen […]“2. Dies zeigt, dass es den Menschen nicht egal war, dass ihr Thronfolger ermordet wurde. Viele wollten genauere Informationen über das Attentat haben und so griff man auf die Informationsmöglichkeiten die es zu dieser Zeit gab zurück.

Auch schreibt die Zeitung, dass eine „[…] Stimmung des Zorns und des Hasses gegen jenes verruchte Volk, aus dessen Mitte der Mörder hervorgegangen ist […]“3 zu spüren sei. Dies soll zeigen, dass sich das ganze Volk verbunden fühlt gegen die Attentäter und deren Volk. Es wird der Anschein erweckt, dass das gesamte Volk auf Rache für dieses Attentat aus ist und das alle Vergeltung für den Verlust ihres Thronfolgers fordern.

Im Gegensatz zum Tiroler Anzeiger ist die Frankfurter Zeitung sehr rational. Direkt am Anfang steht, dass „ein Teil der Belgrader Pressestimmen über das Attentat verschärft die schon ohnehin gereizte Stimmung der politischen Kreise“4. Dies ist eine Warnung, dass die Belgrader Presse die ohnehin schon angespannte Situation durch ihre Veröffentlichungen noch weiter verschlimmert. Zumal diese Veröffentlichungen auch in der österreichisch-ungarischen Presse weiter verbreitet wurden. Allerdings hatte die Regierung keine Möglichkeit diese Veröffentlichungen zu verbieten, da es zu dieser Zeit schon das Gesetz zur Pressefreiheit gab.

Die Zeitung weist auf die angespannte Stimmung der beiden Länder, durch das Attentat hin und schreibt zudem, dass es sich um eine Tat einer „[…] kleine[n] Gruppe von Fanatikern […]“5 handelt. Zudem steht weiter in der Frankfurter Zeitung geschrieben, dass es sich um einen unglücklichen Termin für einen Besuch des Thronfolgers handelte. Da der 28.06 ein Nationalfeiertag des serbischen Volkes sei und es sich zudem um einen Trauertag handelt.

Der erste Abschnitt der Frankfurter Zeitung schließt mit den Worten:

„Im Interesse des Friedens ist eine solche Sprache nur zu bedauern, und wenn es Serbien an wirklich guten Beziehungen zu Österreich liegt, wird es andere Saiten aufziehen müssen.“6

Diese Passage verdeutlicht noch einmal, wie wichtig es der Frankfurter Zeitung ist, dass die beiden Länder eine friedliche Lösung für ihren Konflikt finden, damit es nicht zum Krieg zwischen den beiden Ländern kommt.

Der restliche Teil der Zeitungsseite berichtet von Unruhen innerhalb Österreich-Ungarns, die sich gegen die serbische Bevölkerung richtet und lässt im letzten Abschnitt verlauten:

„Der König hat sein persönliches Erscheinen zu den Beisetzungsfeierlichkeiten für Erzherzog Franz Ferdinand in Wien anmelden lassen.“7

Der Frankfurter Anzeiger versucht recht neutral über die Geschehnisse zu berichten ohne sich komplett auf eine der beiden Seiten zu schlagen. Er drückt die Anteilnahme der Deutschen am Schicksalsschlag von Österreich-Ungarn aus und versucht gleichzeitig zu warnen, dass dieses Attentat, die zuletzt bessere Beziehung, der beiden Länder nicht beeinträchtigen sollte.

„[…] daß die Besserung anhalten und durch das Attentat von Sarajewo in keiner Weise beeinträchtigt werden möge.“8

Im Gegensatz dazu endet der Artikel des Tiroler Anzeigers folgenden Worten.

„Gestern gegen 4 Uhr Nachmittags wurde das Attentat durch das Korrespondenzbüreau amtlich offiziell bekannt, was man für einen Traum hielt, wurde zu schrecklichen Gewißheit.“9

Außerdem lässt der Anzeiger weiterhin verlauten, dass alle Vorstellungen der Theater abgesagt wurden und dass die Deutschen ebenfalls ihre Festlichkeiten abgesagt hätten.

„[…] daß sowohl die deutschen Turner […] ihre Festlichkeiten abgebrochen haben.“10

Dies zeigt, dass der Tiroler Anzeiger die Bedeutung dieses Attentates verdeutlichen will. Er möchte das Volk, in dieser schweren Zeit, gegen den „Feind“ vereinen. Der Anzeiger will zeigen, dass dieses Ereignis nicht nur einen Einfluss und große Bestürzung bei der österreichisch-ungarischen Bevölkerung auslöst, sondern die anderen Länder ebenfalls an ihrem Schicksal teilhaben und ihre Anteilnahme darüber ausdrücken. Die restliche Seite der Zeitung erzählt darauf hin über das Leben der beiden Opfer des Attentats, wie der Thronfolger aufgewachsen ist, danach etwas über die Zeit in der Armee und lobt beide in höchsten Tönen.

In den anderen Ländern, Frankreich, England und Russland, findet das Attentat keine allzu große Beachtung in den Medien. Es wird zwar darüber berichtet, aber man geht nicht davon aus, dass dies weitreichende Auswirkungen haben wird.

3.2 Die Reaktionen der österreichisch-ungarischen Bevölkerung

Anfangs schien die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Frau nicht schlimmer zu sein als die Krisen die dieser auf dem Balkan vorweg gegangen waren.

[...]


1 Clark, Christopher: Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog, 8. Aufl., München 2013. Seite 478

2 Tiroler Anzeiger: Das Thronfolgerpaar tot. Die Stimmung in Wien. 29.06.1914. Seite 3

3 Ebd. Seite 3

4 Frankfurter Zeitung: Die Stimmung in Wien. 30.06.1914. Seite 1

5 Ebd. Seite 1

6 Frankfurter Zeitung: Die Stimmung in Wien. 30.06.1914. Seite 1

7 Ebd. Seite 1

8 Ebd. Seite 1

9 Tiroler Anzeiger: Das Thronfolgerpaar tot. Die Stimmung in Wien. 29.06.1914. Seite 4

10 Tiroler Anzeiger: Das Thronfolgerpaar tot. Die Stimmung in Wien. 29.06.1914. Seite 4

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Das Attentat von Sarajevo und die Reaktionen der Öffentlichkeit
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Öffentlichkeit und Medien 1880 - 1930
Note
2,0
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V458915
ISBN (eBook)
9783668878310
ISBN (Buch)
9783668878327
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Wissenschaftliche Hausarbeit zum Seminar Öffentlichkeit und Medien 1880 - 1930
Schlagworte
Attentat von Sarajevo, Attentat, Sarajevo, Reaktionen, Medien, Öffentlichkeit, 1914, Weltkrieg, Erster Weltkrieg
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Das Attentat von Sarajevo und die Reaktionen der Öffentlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458915

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das Attentat von Sarajevo und die Reaktionen der Öffentlichkeit


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden