Die Berichterstattung über die Königswahl Konrad II


Hausarbeit, 2015

12 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung des Autors und der Quelle
2.1 Wipo und die Gesta Chuonradi II. imperatoris
2.2 Einordung der Wahl in den zeitlichen Hintergrund

3. Die Königswahl, die Krönung und der Regierungsantritt
3.1 Die Königswahl von Kamba
3.2 Die Krönung von Konrad II
3.3 Der Regierungsantritt und die ersten Amtshandlungen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis
5.1 Quellen
5.2 Literatur
5.3 Internetbelege

1. Einleitung

Seit vielen tausenden von Jahren gibt es die Regierungsform der Königtümer und daher auch viele Möglichkeiten für die Forschung. Die Königswahl von Konrad II. ist dabei ein besonderes Thema wie wir im Verlauf der Hausarbeit feststellen werden, welche durch den Autor Wipo detailliert festgehalten und bis heute erhalten ist.

In der folgenden Hausarbeit werde ich mich mit der Königswahl von Konrad II. auseinander setzen. Die Frage mit der ich mich dabei befassen möchte ist, ob es sich bei der Quelle des Priesters Wipo: „Gesta Chounradi imperatoris“1, die ich für diese Hausarbeit nutzen werde, um eine reine objektive historische Überlieferung handelt oder ob es sich bei dieser Quelle um eine Arbeit handelt, bei der der Lehrcharakter (moralisch-pädagogisches Ziel) überwiegt, sie also als eine Richtlinie für künftige Herrscher angesehen werden kann.

Damit ich diese Fragestellung in der folgenden Hausarbeit klären kann, werde ich zuerst eine kurze Einordnung der Königswahl in den zeitlichen Hintergrund geben. Der Hauptteil der Arbeit wird sich, mit Hilfe der Untersuchung der Quelle, mit der Königswahl Konrads II. und dessen Regierungsantritt beschäftigen.

Im weiteren Verlauf der Hausarbeit werde ich mich auf eine Reihe von ausgewählten Texten aus der aktuellen Fachliteratur beziehen, die einen guten Einblick in die aktuelle Forschungslage geben. Dabei werde ich mit folgenden Werken arbeiten:

BOSHOF, EGON: Die Salier. 2. Aufl., Köln 1987.

WEINFURTER, STEFAN: Herrschaft und Reich der Salier. 2. Aufl., Stuttgart 1992.

Abschließend wird mein Fazit folgen, in welchem ich die Fragestellung vom Anfang noch einmal aufgreifen werde und versuchen werde diese eindeutig zu beantworten.

2. Einordnung des Autors und der Quelle

2.1 Wipo und die Gesta Chuonradi II. imperatoris

Bevor ich mich in der weiteren Arbeit mit der Königswahl Konrads II. beschäftige, muss ich mich zuerst mit der Person Wipo und dessen Werk, die Gesta Chuonradi II. imperatoris auseinandersetzen.

Als Quellen über sein Leben stehen uns nur seine eigenen Werke zur Verfügung. Er ist wahrscheinlich vor dem Jahr 1000 geboren und sein Name ist „wahrscheinlich die Kurzform für Wikpert, Wipertus“2. Er erhielt die Priesterweihe und es ist gut möglich, dass er schon unter „Heinrich II. der Hofkapelle“3 des Kaisers angehörte.

Wipo möchte kein Chronist, Historiker oder der Gleichen sein, viel mehr sieht er sich als „Mahner und geistlicher Berater“.4 Er ist ein sehr gebildeter Mann, der nicht nur Kenntnisse im Rechtswesen und Urkundenwesen hat, sondern außerdem eine theologische Ausbildung genossen hat. Es wird angenommen, dass Wipo kurz nach dem Jahre 1046 verstorben ist. Er gilt bis heute als einer der bedeutendsten Autoren des Mittelalters im deutschen Sprachraum.

2.2 Einordung der Wahl in den zeitlichen Hintergrund

Nach dem Tod von Kaiser Heinrich II., am 13.06.1024, endet die Herrschaftszeit der Ottonen. Der Kaiser wurde „[...] im Vollbesitz seiner Kräfte von einer leiblichen Krankheit heimgesucht, die sich steigerte, und am 13. Juli schied er aus diesem Leben.“5 Genau wie sein Vorgänger, Otto III. war Heinrich II. kinderlos gestorben und hatte keinen erklärten Nachfolger. Somit bleibt die Nachfolge zunächst ungeklärt.

Heinrich II. hatte während seiner Regierungszeit das deutsch-römische Reich zu einem der mächtigsten und größten seiner Zeit gemacht. „Das Reich, das heißt die Großen der einzelnen Völker und Regionen unter Einfluss Italiens, war in große Unruhe versetzt und besorgt, seine Einheit könnte zerbrechen“6, da die „mächtigsten weltlichen Fürsten mehr mit Gewalt als mit Überlegung [versuchten] den ersten Platz einzunehmen.“7 Die Erbfolge des deutschen Thronfolgerechts war im Früh- und Hochmittelalter durch den Erbanspruch der herrschenden Dynastie und das Wahlrecht der Fürsten geregelt. „Die Autorität des Herrschers gab den Ausschlag bei der Regelung der Nachfolge, wenn er einen regierungsfähigen Sohn hatte, den er designieren konnte“8. Dies bleibt im Fall Heinrichs II. der herrschenden Dynastie verwehrt, weshalb die Fürsten ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen und selber über die Thronnachfolge entscheiden. „Wäre 1024 ausschließlich das Erbrecht zum Zuge gekommen, dann hätten Liudolf und Otto, die beiden Ezzonen, ohne Zweifel die besten Aussichten auf die Königswürde besessen“9.

Die Großen des Reiches wollen möglichst schnell handeln, damit dass Reich nicht instabil wird und „das Reich in seiner Not nicht länger ohne Herrscher“10 bleibt. Eine große Hilfe in dieser Lage war die Kaiserinwitwe, die während des sechswöchigen Interregnums die Belange des Reiches wahrte. Dabei unterstützt wurde sie von ihren Brüdern und einigen anderen einflussreichen Persönlichkeiten. Außerdem behält sie die Reichsinsignien in ihrer Gewalt, welche sie später „dem neugewählten König überreichte“11. Am 4. September, knapp sechs Wochen nach dem Tod des Kaisers kommt es zur Einberufung des Reichstags durch die Fürsten und schlussendlich zur Königswahl von Kamba12. Kamba war ein rechtsrheinischer Ort, welcher heute nicht mehr existiert.

Bei der folgenden Wahl gehen viele Historiker allerdings nicht einer freien Wahl aus. Erst ab der Wahl in Forchheim im Jahre 1077, bei der der Wahl gegenüber dem Erbrecht Vorrang gegeben wird, sprechen die meisten Historiker von einer freien Wahl.13

3. Die Königswahl, die Krönung und der Regierungsantritt

3.1 Die Königswahl von Kamba

In seinem Werk beschreibt Wipo den genauen Ablauf der Königswahl. Er beschreibt sehr ausführlich, dass die Großen des Reiches zwischen Mainz und Worms zu einem friedlichen Treffen zusammen kommen, um einen geeigneten Kandidaten auszuwählen. Diese brauchen einige Zeit um sich für zwei geeignete Kandidaten zu entscheiden, denn viele waren ihrer Meinung nach nicht geeignet.

„So stritt man lange darüber, wer König sein sollte; den einen machte sein zu jugendliches oder zu weit fortgeschrittenes Alter unmöglich, eines anderen Haltung war nicht erprobt, mache schloß ihr offensichtlicher Ehrgeiz aus.“14

Nach reichlichen Überlegungen blieben am Ende noch zwei geeignete Kandidaten über, Konrad der Ältere und Konrad der Jüngere. „Von den Vielen wurden nur wenige in Betracht gezogen und aus den Wenigen nur zwei vorgeschlagen“15. „Beide waren hochedle Herren aus Deutschfranken“16, denn beide stammten vom Vater und der Mutter aus edlen Geschlechtern ab und waren Urenkel Ottos des Großen.

Wipo schreibt weiter, dass sich der übrige Adel lange nicht zwischen den beiden Kandidaten entscheiden konnte, „zwar wünschten fast alle in geheimen Entschluss und erwartungsvoller Hoffnung den älteren Konrad wegen seiner charakterlichen Tüchtigkeit und Rechtschaffenheit, aber des jüngeren Macht ließ sie geflissentlich ihre Ansicht verbergen, […]“17. Hierbei schreibt Wipo schon vor dem Wahlausgang welcher, der beiden Konrade seiner Meinung nach der zukünftige König sein werde. Ein Grund dafür dürfte sein, das Konrad der Ältere, welcher später die Wahl gewinnt, bereits einen Sohn hätte, während Konrad der Jüngere kinderlos war und den Wählern daran gelegen war, die neue Herrscherdynastie dauerhaft zu etablieren.

An dieser Stelle lässt sich der erste Lehrcharaker erkennen, denn es ist scheint für Wipo wichtig zu sein, zu verdeutlichen, dass die zukünftigen Herrscher Kinder haben sollten, um auch auf lange Sicht ihre Herrschaft zu sichern.

Daraufhin hält Konrad der Ältere an seinem Vetter eine kurze Rede18, die von Wipo in seiner Quelle nacherzählt wird. In dieser Rede sagt Konrad der Ältere, dass egal wer von ihnen beiden gewählt werden würde, er den anderen unterstützen solle und sie beide Gott, dem Schöpfer für seine Unterstützung danken sollen, da es eine Ehre sei, dass die Sachsen, Baiern und Schwaben sie beide als einzige Kandidaten für würdig befunden haben, Heinrich II. zu beerben. „Niemand kommt auf den Gedanken, Männer, die so vielfältig verbunden sind, könnten sich verfeinden. Was die Natur zusammenfügt muß einig auch bleiben,…“19. Dieses Zitat ist ein weiteres Beispiel für den Lehrcharakter den Wipo mit seinem Werk verfolgt, denn es soll zeigen, dass man keinen Groll gegen den anderen hegen soll, auch wenn ein anderer den Vorzug erhält.

[...]


1 Trillmich, Werner (Hrsg.): Quellen des 9. Und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches. Band 11. Darmstadt 1978. Seite 522 - 555

2 Trillmich: Seite 507

3 Ebd. Seite 507

4 Ebd. Seite 509

5 Ebd. Seite 531

6 Wolfram, Herwig: Konrad II.: 990 – 1039; Kaiser dreier Reiche. München 2000. Seite 60

7 Trillmich: Seite 531

8 Boshof, Egon: Die Salier. 2. Aufl., Köln 1987. Seite 33

9 Erkens, Franz-Reiner: Konrad II.: Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Regensburg 1998. Seite 15

10 Trillmich, Werner (Hrsg.): Quellen des 9. Und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches. Band 11. Darmstadt 1978. Seite 537

11 Boshof, Egon: Die Salier. 2. Aufl., Köln 1987. Seite 37

12 Weinfurter, Stefan: Herrschaft und Reich der Salier. 2. Aufl., Stuttgart 1992. Seite 25

13 Vgl. Wahl. Allgemein und Deutsches Reich. Königswahl, in: Lexikon des Mittelalters (Bd. 8), München 1997

14 Trillmich: Seite 539

15 Ebd. Seite 538

16 Ebd. Seite 539

17 Ebd. Seite 539-541

18 Trillmich: Vgl. Seite 541-543

19 Ebd. Seite 541

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Berichterstattung über die Königswahl Konrad II
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte: Kaiser Konrad II
Note
1,7
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V458941
ISBN (eBook)
9783668910034
ISBN (Buch)
9783668910041
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kaiser, König, Konrad II, Mittelalter, Geschichte, Königswahl, Kaiserwahl
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Die Berichterstattung über die Königswahl Konrad II, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/458941

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